DE87286C - - Google Patents

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DE87286C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12HPASTEURISATION, STERILISATION, PRESERVATION, PURIFICATION, CLARIFICATION OR AGEING OF ALCOHOLIC BEVERAGES; METHODS FOR ALTERING THE ALCOHOL CONTENT OF FERMENTED SOLUTIONS OR ALCOHOLIC BEVERAGES
    • C12H1/00Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages
    • C12H1/12Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation
    • C12H1/14Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation with non-precipitating compounds, e.g. sulfiting; Sequestration, e.g. with chelate-producing compounds

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  • Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. April 1895 ab.
Es ist ein bekannter Erfahrungssatz, däfs alkoholhaltige Flüssigkeiten, wie namentlich Wein, Cognac, Rum, Arac etc., durch längeres Lagern auf dem Fasse mit der Zeit sich mehr oder; weniger vorteilhaft verändern. Die Veränderung selbst ist aber ihren Ursachen nach auf folgende Momente zurückzuführen: Temperaturwechsel, Luftdruck und Bewegung der Massentheilchen. Diese bedingen moleculare Umlagerungen der in den Spirituosen vorhandenen aromatischen Verbindungen.
Die bisherigen Methoden, diese natürlichen Alterungsprocesse künstlich zu bewirken, bestanden darin, dafs man die Flüssigkeiten zerstäubte, um sie innig mit Luft in Berührung zu bringen. Hierbei rissen aber die in grofser Menge vorhandenen Gase die in den Flüssigkeiten vorhandenen und gebildeten aromatischen Verbindungen mit hinweg, so dafs die Qualität der Alkohole verschlechtert wurde. Dieser Uebelstand 'soll bei vorliegender Erfindung dadurch vermieden werden, dafs die zu behandelnden Flüssigkeiten mit Sauerstoff gesättigt und hierauf der Wirkung eines Wechselstromes ausgesetzt werden, der die Flüssigkeiten molecular erregt.
Das Verfahren wird in folgender Weise ausgeführt :
Es wird aus einer Flasche Sauerstotfgas unter einem Drucke von etwa 1J4 oder '/.2 Atmosphäre Ueberdruck bei einer Temperatur von etwa 15 bis 200C. in die zu behandelnde vveingeisthaltige Flüssigkeit geleitet. Es erfolgt Lösung von Sauerstoff in der Flüssigkeit. Der Löslichkeitscoefficient ist bekanntlich gering, er beträgt für Wasser bei o° C. 0,04114, bei 200 C. 0,02838, für reinen Alkohol constant 0,028397 bei diesen Temperaturen. Ist die Sättigung der Flüssigkeit erfolgt, so wird das Ventil der Flasche geschlossen. Hierauf leitet man mittelst eines galvanischen Inductoriums Wechselströme durch die Flüssigkeit. Am besten eignet sich für den vorliegenden Zweck der Schlittenapparat nach Lewandowcki, jedoch kann jedes beliebige Inductorium Verwendung finden, wenn man nur die Abänderung anbringt, um Wechselströme zu erzeugen.
Die Arbeit des Stromes kommt nun in folgender Weise zum Ausdruck: Indem der absorbirte Sauerstoff activ wird, werden gleichzeitig in der Flüssigkeit moleculare Schwingungen entstehen. Diese Erscheinungen sind von Wärmewirkungen begleitet, die man durch ein möglichst empfindliches Thermometer zu controliren hat. Bekanntlich setzt der Aethylalkohol dem Strome einen beträchtlichen Widerstand entgegen; er wird in seiner chemischen Constitution nicht so leicht angegriffen. Hauptsächlich wird also die Arbeit des Stromes, nachdem' der Sauerstoff activ geworden, dahingehen , vorhandenen Aldehyd umzuwandeln. Vorhandene und gebildete Säuren werden mit dem Aethylalkohol, da einmal die moleculare Schwingung durch den Strom erregt ist, zusammengesetzte Aether, in unserem Falle Aether von verschiedener Constitution — aromatische Verbindungen — erzeugen. Die homologen Alkohole, wie Butyl-, Propyl-, Amyl-Alkohol, werden je nach dem Grade ihrer Angriffsfähigkeit umgesetzt, sie sind beträchtlich leitungs- und
12. Auflage, ausgegeben am 2. Mär\ iSgg.J
reactionsfähiger als der Aethylalkohol. Dieselben sind als in denkbar feinster Zertheilung in der weingeisthaltigen Flüssigkeit gelöst zu betrachten. Der Angriff erfolgt also zunächst in der Richtung, dafs die homologen Alkohole in ihrer Constitution verändert werden. Der vorhandene, von der Flüssigkeit absorbirte Sauerstoff, der durch den Strom activ geworden ist, wird dazu verbraucht, um in das Molecül des homologen Alkohols einzutreten. Insgesammt betrachtet erfolgt also die Arbeit dem Principe nach der möglichst geringsten Kraftleistung. Nämlich Sauerstoff ist von der Flüssigkeit absorbirt, also frei vorhanden, er braucht nicht erst durch elektrische Kraft abgeschieden zu werden, sondern wird nur in activen Sauerstoff umgewandelt. Die letztere Kraftleistung ist für Sauerstoff im absorbirten Zustande aufserordentlich gering. Bekanntlich ist nämlich nach neueren Untersuchungen Sauerstoff, der z. B. von Holz- oder Knochenkohle absorbirt ist, direct activ. Farbstoffe werden durch solche Kohle oxydirt. Die Kohle an sich besitzt diese Eigenschaft nicht; die Wirkung der Entfärbung legte man zu einer Zeit, als diese Thatsache nicht bekannt war, allein der Kohle als specifische Wirkung zu.
Je nach dem Grade der Arbeitsleistung wird infolge der chemischen Energie sowohl, wie durch den Wechselstrom Wärme frei; dieselbe wird angezeigt durch den Thermometer. Die Steigerung der Temperatur dient als Mafs der erzielten Wirkung. Zeigt sich, dafs bei dem Beginn der Operation die Wärme der Flüssigkeit um einen Temperaturgrad steigt, so nimmt man sofort eine Dämpfung des Stromes vor und kühlt durch flüssige Kohlensäure. Die Kohlensäure läfst man mittelst einer Schlange die Flüssigkeit durchstreichen. Die Abkühlung erfolgt momentan, indem flüssige Kohlensäure bei ihrer Verdampfung der Flüssigkeit Wärme entzieht. Der Apparat selbst ist vor jedem äufseren Temperatureinflufs durch Isolirung zu schützen.
Der zur Ausführung des Verfahrens dienende Apparat wird durch beiliegende Zeichnung veranschaulicht.
Die Sauerstoffflasche A ist mit dem Reductor E versehen, um den Druck des Gases zu reduciren. Das Gas leitet man durch ein Ventil IV und das cummunicirende Rohr α in den mit der zu behandelnden Flüssigkeit gefüllten, luftdicht verschlossenen Cylinder C. Die Füllung desselben geschieht bei d, die Entleerung desselben bei c. Der Cylinder enthält zwecks Regulirung der Temperatur die Schlange f. Die Schlange ist oben mit der Kohlensäureflasche B in Verbindung gebracht, um eventuell die Flüssigkeit auf jede beliebige Temperatur herabzusetzen. Der Austritt der Kohlensäure erfolgt durch das Ventil III. Durch das Ventil I leitet man, falls Wärme erforderlich ist, Dampf. Das aus dem Dampf· condensirte Wasser leitet man durch das Ventil II ab. Während dieser Zeit ist das Ventil III geschlossen; letzteres wird geöffnet, wenn die Erwärmung beendet ist, um das noch in der Schlange befindliche Wasser abzulassen. Behufs Isolirung des Apparates ist der Cylinder C mit einem Mantel D versehen. Der Zwischenraum zwischen D und C ist mit Kieseiguhr oder dergl. angefüllt. Auf" dem Deckel des Cylinders C befindet sich der Thermometer d, welcher in die Flüssigkeit möglichst tief eingetaucht ist. Die Poldrähte e' und e" treten mittelst Isolatoren durch den Cylinderdeckel.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zum Altmachen weingeisthaltiger Flüssigkeiten mittelst Sauerstoffs, dadurch gekennzeichnet, dafs die Flüssigkeit zunächst mit Sauerstoffgas gesättigt und hierauf der Wirkung von Inductionsströmen ausgesetzt wird, so dafs bei einem äufserst geringen Verbrauch von Sauerstoff kein Hindurchleiten und Ableiten von Gasen stattfindet, welche die gebildeten aromalischen Verbindungen mit abführen würden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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