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Vorrichtung zur selbsttätigen Einstellung von Blende und Belichtungsdauer
bei fotografischen Aufnahmegeräten Zur selbsttätigen Einstellung von Blende und
Belichtungszeit bei fotografischen Aufnahmegeräten sind schon verschiedene Vorschläge
bekanntgeworden. Hierbei wenden eine lichtelektrische Zelle und ein Drelispulinstrument
verwendet, dessen Zeiger je nach der Lichtintensität des aufzunehmenden Objekts
ausschlägt. Tastorgane sind vorgesehen, die bis zur Berührung mit dem Zeiger bewegt
werden und :dann auf mechanischem oder elektrischem Wege die Einstellung .der Belichtung
vornehmen. Die bekannten Einrichtungen verlangen jedoch, daß jeweils entweder die
Blende oder der Verschluß von Hand betätigt werden, und gestatten nur die selbsttätige
Einstellung .der zweiten Einrichtung.
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Die Erfindung löst demgegenüber die Aufgabe einer völlig selbsttätigen
Einstellung von Blende und Belicbtungs,d@auer unter Anpassung an die Desonderheiten
des jeweiligen Aufnahmefalles, wie Tiefenschärfe, Bewegung des Objekts, Filmempfindlichkeit,
Gegenlicht, Benutzung von Lichtfiltern u. dgl.
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Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, daß mit Hilfedes Tastorgans
Blende und Verschluß gemeinsam auf den Durchlaß einer für eine Auf-
nahm-,-
ausreichenden Lichtmenge eingestellt und dann bei dieser Einstellung miteinander
verkuppelt werden, derart, daß bei einer etwa erfolgenden Verstellung eines der
beiden eingestellten Werte zwangsläufig,der andere Wert so verstellt wird, daß die
durchgelassene Lichtmenge gleichbleibt. Die erforderliche Lichtmenge wird bei geringer
Lichtintensität zweckmäßig durch große Blenderöffnung
und lange
Belichtungszeit und bei großer Lichtintensität durch kleine Blenderöffnung und kurze
Belichtungszeit erzielt.
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Man erhält so -einen Mittelwert, bei dem normale Aufnahmen im Freien,
wie z: B. Gruppenbilder oder Landschaften, mit genügender Tiefenschärfe gewonnen
werden. Soll dagegen eine besondere Tiefenschärfe erreicht werden, so kann nach
erfolgter Einstellung auf :den Mittelwert die Blende von Hand kleiner gestellt werden,
wobei zwangsläufig der Verschluß auf längere Belichtungsdauer eingestellt wird.
Ist umgekehrt, z. B. bei Sportaufnahmen, eine sehr kurzeBelichtungszeit erforderlich;
so kann von Hand der Verschluß geregelt werden, wobei gleichzeitig die Blende weiter
geöffnet wird.
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Im Interesse einer Schonung -der lichtelektrischen Einrichtung und
insbesondere des Zeigers kommt der Ausgestaltung der Abtastvorrichtung besondere
Bedeutung bei. Gemnäß der Erfindung wird der Ausschlagdes Zeigers mittels einer
Sondenbatterie abgetastet, und die vom Zeiger beeinflußte Sonde bildet einen Anschlag
zur Einstellung zweier mit Gegenanschlägen versehenen Drehscheiben, von denen je
eine der Blendeneinstellung und der Belichtungszeiteinstellung zugeordnet ist: Vorzugsweise
werden hierbei mehrere winkel'fheöelförmige Sonden benutzt, die unter in Richtung
auf ihren Drehpunkt wirken@dern Federdruck stehen, der die Sonde beim Auftreffen
ihres einen Hebelarmes auf den Zeiger in eine Stellung kippt, in welcher ihr zweiter
Hebela.rrn einen Anschlag für die beiden Abtastorgane bildet.
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Die beiden Drehscheiben werden vorzugsweise von einem Antrieb, z.
B. einem Federwerk, in ent-"gegengesetzter Richtung angetrieben und schlagen beide
gegen die ausgeklinkte Sonde an.
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Die beiden Scheiben können z. B. mittels eines Zahntriebes od. dgl.
gekuppelt werden, durch .dessen Betätigung sie winkelgleich gegeneinander und gegen
die Anschlagsonde verdreht werden,.
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Damit der Benutzer auch weiß, welcher Lichtwert durch die Automatik
eingestellt wird, spielt zlveckmäßig .der Zeiger des Lichtmeßgerätes über einer
Skala, .deren Teilstriche die selbsttätig eingestellten Blenden- und Belichtungszeitwerte
angeben. Dabei können diese Skala und der Zeiger im Bildfeldsucher des @'\ufnähmegerätes
sichtbar .gemacht werden.
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Zu berücksichtigen ist, daß bei den iiblichenFotokameras die Winkelteilung
der Blendeneinstellvorrichtüng nicht linear verläuft. Es empfiehlt sich da-,her
, die Winkelteilung in eine lineare Form umzu-,wan.deln, und zwar kann dies zweckmäßig
durch ein Kurvenscheihengetriebe geschehen.
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Zwecks' Anpassung an verschiedene Empfindlichkeiten der lichtempfindlichen
Schicht sowie an Kunstlicht, Gegenlicht der Lichtschwächung .durch Filter wird bei
einer bevorzugten .,#,u@sführungsförm der Erfindung die Grundstellung des Meßgerätzeigers
entsprechend verändert. Zweckmäßig erfolgt die Veränderung .der Grundstellung mittels
eines an der Rückstellfeder -des-Zeigers angreifenden Heibels. Hierbei empfiehlt
es sich, für die Schichtempfindlichkeitsregelung bzw. .die Anpassung an Kunstlicht,
Gegenlicht oder Filterbenutzung zwei an je einer Rückstellfeder des Zeigers angreifende
Hebel vorzusehen von denen -der erstere bei geöffneter Filmkammer vor Einlegung
des Films zugänglich ist, während .der andere bei aufnahmebereiter Kamera zugänglich
ist.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung geht zweckm'äßi@g bei Inbetriebsetzung
von cinerGrundstel.lung aus, wo z. B. die größte Blende und die längste Delichtungszeit
eingestellt sind. Da nun der Antrieb restlos ablaufen muß, die beiden Scheiben aber
je nach dem durch ,den Zeiger festgelegten Lichtwert verschieden weit verdreht werden,
sind zweckmäßig als Kraftübertragungsglied vom Antrieb zu den Anschlagscheiben Rutschkupplungen
oder selbsttätige Kupplungen eingeschaltet, welche sich beim Auftreffen auf einen
Anschlag, z. B. eine Sonde, von selbst öffnen und bei Wegfall des Anschlags sich
selbsttätig schließen. Die Rückführung der Anschlagscheiben in ihreGrundstellungerfolgtzwangsläufig
beim Aufziehen des Antriebswerkes.
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Der Erfindungsgegenstand kann auch so ausgebildet sein, idaß gewünschtenfalls
die Automatik außer Tätigkeit bleibt und Blende und Belichtungszeit von Hand eingestellt
werden. In diesem Fall wird die selbsttätige Einstellvorrichtung für Blende und-
Verschluß bei nur teilweiser Bewegung des Aufzugsgliedes des Antriebwerks unwirksam
gemacht, so d.aß Blende und Verschluß getrennt von Hand einstellbar sind..
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Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus der Zeichnung und denen
nachfolgende Erläuterung ersichtlich.
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Fig. i ist ein Längsschnitt durch den eigentlichen Einstellmechanismus;
Fig. 2 zeigt -diesen Mechanismus in Draufsicht; Fig. 3 und q. erläutern in Draufsicht
und Längsschnitt,die selbsttätigen Kupplungen; Fig. 5 und 6 zeugen in Draufsicht
und Seitenansicht ,die Einrichtung zur Umwandlung der Winkelteilung der Blendeneinstellvorrichtung;
Fig. 7 bis 9 stellen in Seitenansicht, Draufsicht und Teilzeichnung das Antriebswerk
und den Sondenhalter dar; Fig. io und ir zeigen in Draufsicht und Seitenansicht
die Zeigereinrichtung des Drehspulinstrurnents ; Fig. i2 und 13 lassen in vergrößertem
Maßstab die Ausbildung der Kippsonde in zwei verschiedenen Stellungen erkennen;
Fig. 14 ist eine perspektivische Ansicht einer Kamera mit der Einrichtung nach der
Erfindung unter Fortlassung des Schutzgehäuses.
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Wie aus Fig. i; 2 und @i4. ersichtlich, ist auf einer Grundplatte
i, weiche als Teil einer Kamera auch Lias Objektiv mit Blenden- und Versohlußeinrichtung
trägt, in einem Lagerbock a ein feststehender Bolzen 3 angebracht. Auf diesem Bolzen
lagern zwei Drehscheiben d. und 5, die an ihren gegeneinandergerichteten Flächen
je eine Kegelverzahnung 6 und 7 und je eine Stirnverzahnung 8 und 9 tragen.
An den Drehscheiben sind - außerdem Friktions=
kupplungen io und
iu angebracht, deren Mittelteile 12 und 13 als Stirnzahnräder ausgebildet sind.
Zwei mittels eines Bügels 14 verbundene, in zwei verschiedenen Ebenen arbeitende
Zahnstangen 15 und 16 greifen gleichzeitig in .diese Stirnverzahnungen 12 und 13
ein. Der Zahnstangenbügel 114 sitzt in einer Ringnut des Kegelrades 17. Dieses ist
den Kegelverzahnungen 6 und 7 der beiden Drehscheiben :I und 5 zugeordnet und ist
auf einer mit Längsnuten Z8' versehenen Welle 18 verschiebbar angebracht. Die Welle
ist außerdem drehbar in einem Bock gelagert. Ihr aus dem Gehäuse herausragender
Teil ist mit einem Drehknopf ig versehen, durch dessen Betätigung beim Eingriff
des Kegelrades 17 die beiden Drehscheiben gegenläufig verdreht werden können. Mit
dem Zahnstangenbügel 14 ist noch eine weitere Zahnstange 2o starr verbunden, deren
Verzahnung mit einem Zahnrad zi des Antriebes kämmt.
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Zur elastischen übertragung der Drehmomente vom Antrieb zu den Drehscheiben
«>erden Kupplungen verwendet. Flanschscheiben 22 und 23 sind ineinander gelagert,
und zwischen beiden befindet sich das Stirnzahnrad 12. Flanschscheibe 2,2 ist an
die Drehscheibe d. angeschraubt, Flanschscheibe 23 hat acbsparalleleZapfenq., welche
in entsprechende Bohrungen :des Hebels 25 eingreifen und längs gleiten können. In
der Flanschscheibe 2'2 angebrachte Bolzen 2,6 laufen in Schrägschlitzen 27 der Flanschscheibe
23. Eine geringe Verdrehung ges Hebels 2,5 nach links oder rechts bewirkt eine Abstandsänderung
der beiden Flanschscheiben. Dadurch wird das Zahnrad 12 eingeklemmt oder frei--egeben.
Die Zugfeder 28 wirkt über =den Hebel 2,5, die Flanschscheibe 23 und die Schrägschlitze
27 als Anpreßdruck auf die Fläche des Mittelzahnrades t2. Damit ist die Kupplung
im Eingriff. Wird: auf den Hebel 25 in Pfeilrichtung ein Druck ausgeübt, so öffnet
sich die Kupplung. Durch Druck auf den L'mkehrheebel29 entgegen der Pfeilrichtung
wird die Kupplung ebenfalls geöffnet. In vorliegender Ausführung wird der Druck
zum Öffnen der Kupplung durch feste Anschläge 30 und 34 welche sich ,der
Bewegung .der Drehscheibe d. bzw. des Hebels 25 und 29 entgegenstellen, ausgeübt.
Die Anschläge 30 und 31 sind so angeordnet, daß der Anschlag 30 nur auf den
Hebel 25 und der Anschlag 3:1 nur auf den Umkehrhebel 29 wirken kann.
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Die gleiche Kupplung ist an Drehscheibe 5 angebracht, nur die Arbeitsrichtung
ist entgegengesetzt. Die Lage der beiden #Hebe125 bei Berührung des Anschlags
30 ist in Fig. i und 2 gestrichelt dargestellt.
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Der Antrieb des Zahnrades 21 geschieht durch ein mit einer Hemmung
und einer auslösbaren Sperrklinke 32 versehenes Federwerk 33 (Fig. 7 und 8). Der
Aufzug desselben erfolgt mittels einer Seilscheibe 34 und einer Längsführunz eines
Seiles 35 mit einem aus dem Kameragehäuse herausragenden Knopf 36, wodurch der Aufzugs-
und Bereitschaftsvorgang rasch vor sich geht und der Kamerabedienung angepaßt ist.
Die Anordnung des Aufzu-aknoPfes 36 in einer Vertiefung des Kameragehäuses verhindert
eine Ablaufstörung des Antriebs :durch die die Kamera umfassende Hand.
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Die Drehscheibe 5 steht mit ihrer Stirnverzahnung 9 ständig im Eingriff
mit einer am Ring zur Einstellung der Verschlußgeschwi.ndigkeit angebrachten Verzahnung
37, welche entsprechend breit ausgeführt ist, so .daß auch bei einer Verstellung
des Verschlusses bei der Entfernungseinstellung der Eingriff bestehenbleibt. Die
Stirnverzahnung 8 der zweiten Drehscheibe q. ist ebenfalls ständig im Eingriff mit
einem auf einer kurzen Welle 38 befestigten Zahnrad 39. Am anderen Ende der Welle
38 sitzteineDoppelkurvenscheibe4o. Auf einer zweiten Welle 41 mit Doppelkurvenscheibe
42 sitzt .das Zahnrad 43, welches in .die Verzahnung 44 der Blendverstelleinrichtung
eingreift. Die beiden Doppelkurvenscheiben 40 und 4.2 besitzen Umfangsrillen, in
nie sich zwei Seile 45 einlegen, mittels deren von der Scheibe d.o auf die Scheibe
42 ein Zug in beiden Richtungen erfolgen kann. Durch die beiden Kurvenscheiben .I0-
und q.2 wird die lineare Drehb.e,#vegung der Scheibe q. auf die nichtlineare Blendeneinrichtung
in entsprechendem Verhältnis übertragen. Die durch eine,Objektivverstellung bedingten
geringen Höhenunterschiede der Kurvenscheiben werden durch das elastische Seil ausgeglichen.
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Unterhalb der Grundplatte i ist ein Drehspulinstrument 46 so befestigt,
daß die Achse der Drehspule 47 in Linie mit der Drehscheibenachse 3 liegt und,der
Zeiger q.8 sich ungehindert bewegen kann. Durch eine Durchbrechung in der Grundplatte
i ist das Zeigerende an die Oberseite der Grundplatte geführt. Die Zeigerebene liegt
parallel zur Grundplatte. Die beiden Stromzuführungsfedern 49 und So an ,der Ober-
und Unterseite ,der Drehspule sind an ihren äußeren Enden an Hebeln 51 und 52 befestigt.
Diese Hebel sind in der Achsenlinie der Drehspule drehbar gelagert. Durch ihre Verschwenkung
kann die Grundstellung des Zeigers 48 eingestellt werden. Der Hebel 5(1 ist durch
das Gehäuse,der Kamera in die Filmkammer geführt und kann bei geöffneter Kamerarückwand
vor Einlegen der Filmpatrone auf die -dem Film entsprechende Lichtempfindlichkeit
eingestellt werden. Der Hebel 52 ist durch das Gehäuse. der Kamera nach außen geführt.
Durch die Verschiebung dieses Hebels 52 kann eine zusätzliche Einstellung der Zeigergrundstellung
vorgenommen werden. Die Stromzuführungsfedern 49 und So sind mit nicht gezeichneten
Kabeln an die Fotozelle 71 angeschlossen, welche im Gehäusedeckel 72 -der Kamera
in einem Tubus mit aufklappbarem Deckel 73 untergebracht ist.
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Inder Grundplatte i sind oberhalb des Drehspulinstruments zwei Führungsbolzen
53 senkrecht zur Zeigerebene befestigt, auf denen der bogenförmige Sondenhalber
54 gegen die Zeigerebene beweglich U.eführt ist. In Ruhestellung wird der Halter
5.1 durch zwei Druckfedern 55 in genügendem Abstand von der Zeigerebene gehalten,
daß der Zeiger 48 frei spielen kann. Im Halter ist eine Anzahl Sonden schwenkbar
gelagert. Diese haben die Form von Winkelhebeln, deren einer Schenkel 57 gegen die
Zeigerebene
gerichtet ist, während der andere Schenkel 58 gegen den Umfang der Drehscheiben
4 und 5 gerichtet ist. Je eine Druckfeder 59 ist so angeordnet, daß der Druckpunkt
im Ruhestand genau auf :den Drehpunkt 6o der Sonde gerichtet ist. Durch eine (geringe
Auslenkung des Schenkels 57 wird: der Druck vom Drehpunkt 6o in :die Schwenkrichtung
der Sonde verlagert. Die Sonde kippt aus ihrer Ruhelage in ihre Endlage (Fig. 13),
in welcher der Schenkel 58 (30) gegen die beiden Drehscheiben aus denn Sondenhalter
herausragt.
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Ein Knopf 61 sitzt an einem gabelförmigen Winkelhebel 6:2;
der gegen einen Anschlag des Sondenhalters 54 anliegt und bei seiner Betätigung
den Halter gegen die Zeigerebene bewegt: Hierbei tauchen die Sonden inAussparungen
6,3 eines unterhalb der Zeigerebene befestigten bogenförmigen Aufsatzes 64 -der
Grundplatte i: Diejenige Sonde, welche :den Zeiger berührt, kippt ,aus der Ruhelage
(Fig. z2) in ihre Endlage (Fig. 13), und der Schenkel 58 bildet nun einen der -
Zeigerstellung äquivalenten festen Anschlag 3o. Gegen diesen kommen die Anschlagflächen,
der beiden Hebel 25 zum Anliegen, lösen dadurch die Drehscheiben von ihrem Antrieb
und verbleiben in dieser Stellung, bis das Antriebswerk abgelaufen ist. Dann kuppelt
,das KegelzahnradJ7 die beiden Drehscheiben 4 und 5 in dieser festgelegten Lage
miteinander. Die Teilung der beiden Kegelverzahnungen 6 und 7 an den Drehscheiben
ist in übereinstimmung mit dem Winkelabstand der Sonden so gewählt, @daß der Eingriff
des Kegelrades 17 glatt vor sich geht. Die Lage ,der Zahnlücken zu den Hebeln 25
ist zu :diesem Zweck ebenfalls zueinander -ausgerichtet, so @daß hierbei keine Verstellung
der Drehscheibenlagen gegeneinander erfolgt. Wenn der Druck auf den Knopf 61 entfällt,
bringen die beiden Druckfedern 55 den Sondenhalter wieder in Grundstellung. Ein
feststehender, allen Sonden gemeinsam zugeordneter Bügel '6i5 zwingt bei der rückläufigen
Bewegung des Halters die vorher ausgeschwenkte Sonde wieder -in die Ruhestellung.
Die Begrenzung der rückläufigen Sondenachwenkbewegung verhindert ein Kippen in umgekehrter
Richtung.
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Ein Nocken 66 am Winkelhebel 62 drückt über ,das Gestänge 67 auf die
Awslösesperrklinke 32 des Antriebsfederwerks 33, wenn der Knopf 61 durch Druck in
seine Endlage gelangt ist.
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Der Zeiger 48 des Drehspulinstruments 46 spielt über einer Skala 68,
deren Werte stirnseitig am bogenförmigen Aufsatz .64 aufgetragen und mittels eines
um 45° zur Skala geneigten Spiegels 69 im Bildfenster der Kamera sichtbar ,gemacht
sind. Die Skala hat eine lineare Teilung mit jeweils den :doppelten Belichtungswerten
(Fig. #i,o), dermaßen, daß kleinem Zeigerausschlag :große Blendenöffnung und lange
Belichtungszeit, großem Zeigerausschlag kleine Blendenöffnung und kurze Belichtungszeit
entsprechen. Die Skalenwerte zeigen gleichzeitig die dem Lichtwert entsprechenden
größtmöglichen Blenden- und Belichtungszeitwerte an.
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Die im vorstehenden beschriebene Vorrichtung setzt eine gegebene Filmempfindlichkeit
voraus. Zur Anpassung an verschiedene Filmempfindlichkeiten oder sonstige besondere
Verhältnisse dienen Hebel 51 und 52. Bei Verstellung .des Hebels Sei oder 52 und
der dadurch bedingten Änderung der Zeigergrundstellung werden also bei gleicher
Lichtintensität andere Sonden ausgelöst. Dies entspricht einer veränderten Belichtungsdauer
und Blendenöffnung: Es muß daher z. B. nur ein halber Skalenwert verstellt werden,
um als Summe beider Halbwerte einen ganzen Wert zu erzielen. Wird die Zeigergrundstellung
um einen halben Lichtwert der Skala verändert, so entspricht dies einer um 1lio°
DIN veränderten Lichtempfindlichkeit eines Filme. Eine Markierung 70 zur Einstellung
auf die Lichtempfindlichkeit des Films ist in der Filmkammer angebracht. Durch die
Anordnung dieser Einrichtung in der Filmkammer kann diese Einstellung nur vor Einlegendes
Films erfolgen und bleibt während der Exposition der ganzen Filmlänge gewahrt.
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Hebel 52 dagegen ist aus demGehäuse der Kamera herausgeführt und ermöglicht
eine Anpassung an die verminderten Lichtverhältnisse bei Benutzung von Filtern,
Kunstlicht oder bei Gegenlichtaufnahmen.
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Die beschriebene Einrichtung wird in folgender Weise benutzt: Bei
Lichteinfall auf die in der Kamera eingebaute Fotozelle wird die Drehspule 47 des
Instruments 46 ausgelenkt, der Zeiger 48 zeigt auf der im Bildfenster 74 sichtbar
gemachten Skala 68 die Belichtungswerte, welche der jeweiligen Lichtintensität des
aufzunehmenden Objekts entsprechen, an.
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Durch Niederdrücken des Knopfes 61 wird über den gabelförmigenWinkelhebel6ä
der Sondenhalter 54 gegen die Zeigerebene bewegt, wobei die den Zeiger berührende
Sonde aus ihrer Ausgangsstel-Jung (Fig: i2) kippt und,die in Fig. 13 dargestellte
Stellung einnimmt. Die übrigen, nicht ausgelenkten Sonden tauchen beider weiteren
Bewegung des Sondenhalters gegen die Zeigerebene in die Aussparurigen 63 des Aufsatzes
64 ein. Am Ende der Sondenhalterbewegung drückt der Nocken 66 über das Gestänge
67 auf die Auslösesperrklinke 32 des Antniebsäederwerks 33. Die Zugkraft des Federwerks
33 wirkt über das Zahnrad 21 und die Zahnstange 2,o, den Bügel 14 auf die Zahnstangen
15 und 16, welche nun ihrerseits die Zahnräder @i2 und 13 gegenläufig verdrehen.
Die durch die Feder 28 angezogenen Kupplungen io und ii nehmen die Drehscheiben
4 und 5 mit, bis die Anschlagflächen der beiden Hebel 25 an den Schenkel 58 der
ausgelenkten Sonde oder Anschlag 3o anfahren. Durch den Anfahrdruck wird die Zugkraft
der Federn 28 aufgehoben, die Kupplungen werden dadurch geöffnet, und die frei gewordenen
Zahnräder 12 und 13 laufen nun leer bis zum völligen Ablauf des Antriebswerks
mit. Mit dem Stillstand der beiden Drehscheiben ist :die Bewegung,der Blenden- und
Belichtungseinrichtung ebenfalls zum Stillstand gekommen.
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Der in der Ringnut des Kegelrades 17 sitzende Zahnstangen@bügel 14
bringt Idas Kegelrad 1.7 am Ende der Ablaufbewegung in Eingriff mit den Kegelverzahnungen
6 und 7 der Drehscheiben 4
und 5. Der in der Zwischenzeit durch
das Zurückgehen des Sondenhalters ebenfalls zurückgezogene Schenkel 58 gibt den
Weg der Drehscheiben frei. Die beiden Zahnstangen 15 und 16 haben eine begrenzte
Verzahnung, so daß sie in der Endlage nicht mehr im Eingriff mit den Verzahnungen
12 und 13 sind. Die beiden Drehscheiben 4 und 5 können daher jetzt ungehindert verdreht
werden, wobei aber die Belichtungseinrichtungen ständig mitgenommen werden.
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Unter Wahrung dieses Verhältnisses kann nun anschließend eine Veränderung
der eingestellten Werte mit dem Knopf i9 vorgenommen werden, da die beiden auf den
Lichtwert eingestellten Belichtungseinrichtungen durch das Kegelrad 17 miteinander
verkuppelt sind und eine Verdrehung nur gegenläufig möglich ist. Eine Verkürzung
der Belichtungszeit hat eine Vergrößerung der Blendenöffnung und umgekehrt zur Folge.
Nach Freigabe des Knopfes 611 drücken die Federn 55 den Sondenhalter 54 in seine
Ausgangsstellung, die ausgelenkte Sonde wird hierbei durch den Bügel 65 ebenfalls
in ihre Ruhestellung gebracht, und die Auslösesperrklinke des Antriebswerks wird
freigegeben.
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Die nächste Bereitschaftsstellung wird durch Herunterdrücken des Knopfes
36 erreicht. Der damit erfolgte Aufzug des Federwerks bewirkt eine rückläufige Bewegung
vom Zahnrad 21; Zahnstange 2,o, Bügel 14, Zahnstangen ;15 und 16, Kupplungen ro
und,i i, Drehscheiben 4 und 5 und Blenden- und Belichtungszeiteinstellvorrichtungen.
Die Kupplungen waren durch den Wegfall des Anschlages an der Sonde wieder geschlossen.
Eine zweite Öffnung erfolgte beim rückläufigen Anfahren an die festen Anschläge
31, der Grundstellung der Belichtu,ngseinrichtunge-n, durch den Umkehrhebel 29:.
Nach vollzogenem Aufzug läßt der Anfahrdruck auf den Umkehrhebel nach, die Kupplungen
sind durch die Federn 28 wieder geschlossen.
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Wird der Aufzugsknopf 36 jedoch nur über eine Teilstrecke bewegt,
so wird das Kegelrad 17 aus der Kegelverzahnung 6 und 7 herausgezogen, die Zahnstangen
15 und 16 greifen aber, bedingt durch die Begrenzung ,der Verzahnung der Zahnstangen,
noch nicht in die Verzahnung der Zahnräder 12 und 13 ein. Die Einstellvorrichtungen
von Blende und Verschluß sind daher getrennt von Hand einstellbar. Bei vollständigem
Herunterdrücken des Knopfes 36 werden .die vorher von Hand eingestellten Einstellvorrichtungen
aus jeder Lage wieder ein die Bereitschaftsstellungen gebracht.