DE867949C - Verfahren und Einrichtung zum Trocknen und Aushaerten von Faserstofformkoerpern - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Trocknen und Aushaerten von FaserstofformkoerpernInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
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Description
- Verfahren und Einrichtung zum Trocknen und Aushärten von Faserstofformkörpern Bei der Behandlung vorgeformter, bindemittelhaltiger Faserstofformkörper mit Wärme und gegebenenfalls bei gleichzeitiger Druckeinwirkung vollziehen sich zwei Vorgänge, nämlich die Entfernung des Wassers und die Aushärtung des Bindemittels. Bei der bisher üblichen Herstellung von Faserplatten und Kunstholz mit den bekannten Heizpressen und Trockenvorrichtungen überlagern sich beide Vorgänge.
- Nach der vorliegenden Erfindung wird die Nachbehandlung des vorgeformten Faserstofformkörpers unter Vakuum durchgeführt und dadurch eine solche Steuerung der Trocknungs- und Erhärtungsvorgänge erreicht, daB der Trocknungsvorgang sich im wesentlichen vor der Aushärtung des Bindemittels abspielt. Dadurch wird sowohl eine Abkürzung der gesamten Behandlungszeit als auch eine Verbesserung der Bindung zwischen Bindemittel und Faser erreicht.
- Aus der Patentschrift 6o5 6o5 ist beim Pressen von Formkörpern aus Holzabfällen die Anwendung von Unterdruck zur Beschleunigung des Trocknungsvorgangs bekannt. Das vorliegende Verfahren arbeitet jedoch mit bindemittelhaltigen Formkörpern, wobei durch die Anwendung von Vakuum die Trocknungs-und Aushärtungsvorgänge aufeinander abgestimmt werden. Durch eine vielfache Anordnung der gleichen Einrichtung mit .Heiz= und Vakuumzusatz mit mehreren übereinanderliegenden und gleichzeitig ge-. preßten Formlingen ergibt sich ein weiterer Fortschritt der erfindungsgemäßen Einrichtung. Auch werden in der Presse bzw. im Gesenk die Randstreifen des Preßlings als Dichtungsmittel zwischen der umgebenden Luft und dem auf die Preßflächen einwirkenden Unterdruck verwendet, wodurch sich eine Vereinfachung im Aufbau der Presse bzw. der Gesenke ergibt. Durch eine genaue Bemessung des Faserkuchens wird eine Nacharbeit des Dichtungsrandes am Formstück überflüssig gemacht.
- Der Trocknung bei niedriger Temperatur kommt für das nachfolgende Aushärten besondere Bedeutung zu. Vorzugsweise werden Bindemittel angewandt; die bei Temperaturen zwischen ioo und 18o° aushärten. Unterhalb ioo° werden im Forniköiper bereits beim-Trocknen ohne Vakuum Temperaturen erreicht, die eine Aushärtung des Bindemittels bewirken. Es tritt dadurch eine oberflächliche Krustenbildung ein, die die weitere Trocknung erschwert bzw. verzögert und bei zu frühem Öffnen der Presse auch zu Blasenbildung und zum Platzen der Formkörper führt. Außerdem verhindert das in den Fasern noch vorhandene und durch den Trocknungsprozeß allmählich entweichende Wasser ein Abbinden zwischen den Fasern und den meist hydrophoben Bindemitteln, z. B. Harzerz. Bei Vakuumtrocknung wird dagegen nicht nur eine an sich bekannte Abkürzung der Trocknungszeiten erreicht, sondern auch eine Verhütung der die schnelle Trocknung störenden Verkrustungen und eine Verbesserung der Abbindung zwischen Harz und Faser bewirkt. Weiterhin ermöglicht die Trocknung mit Vakuum die Verwendung von Bindemitteln, die schon bei tieferen Temperaturen als ioo° aushärten bzw. deren Erhärtungskurve empfindlicher gesteuert werden kann. Als Bindemittel werden Kunstharze angewandt.
- Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Einrichtungen geeignet, wie z. B: in Abb. i gezeigt. Die Abb. 2 veranschaulicht einen lotrechten . Mittelschnitt durch eine Pressefür drei übereinäriderliegende Formkörper.-In Abb. i bezeichnet i die beiden Formen, als Matrize und Patrize, die an den einander zugekehrten Seiten mit Längs- und Querrillen 2 für die Verteilung des bei 3 angeschlossenen Vakuums versehen sind. Über den Rillen liegen je ein Lochblech q. und darauf je ein Drahtsieb 5, die letzteren sind durch Siebträger 6 unverrückbar gehalten.- Ringe .oder Randleisten 7 fassen den Preßling 8 in dichter-Einklamme= rung- zwischen sich und verhindern den Ausgleich zwischen der Außenluft und den um das Stück herrschenden Unterdruck.
- Die vollständige -Presse der Abb. 2 enthält drei Preßlinge a, b und c nach vollzogenem Preßgang innerhalb der Formen. Zum Herausnehmen und Einlegen des Gutes wird die Presse in den Ebenen des unmittelbaren Preßgangsin vertikaler Richtung auseinander= bewegt, wie später. erläutert wird.
- Die unterste Form d hat oben das Gegenmuster zur Unterseite des Preßlings a, -die mittleren Formen e und f haben auf der.Unterseite das Gegenmuster zur Oberseite und oben das Gegenmuster zur Unterseite der Preßlinge b und c; die Form wird durch ein Deckelstück g geschlossen, das an seiner Unterseite das Gegenmuster zur Oberseite des Preßlings c aufweist. Alle Formen sind hohl und werden durch Heißdampf .-erhitzt, wobei die Anschlußstellen D, D mit biegsamen und gelenkigen Rohren an die Zuleitung angeschlossen werden, wie dies bei Etagenpressen bekannt ist.
- Erfindungsgemäß werden alle Preßstücke gleich-.aitig beim Formpressen und Erhitzen dem Unterdruck ausgesetzt. Zu diesem Zweck liegen die Formlinge a, b und c nicht unmittelbar zwischen den Formen d, e, f und g, sondern zwischen Sieben k, k, die von Ringen i, i am Platz gehalten sind und sich der herzustellenden Form genau anpassen. Auch die Siebe k, k liegen nicht mit der ganzen Fläche auf den Formen. ,Die Formflächen sind ,mit schmalen Aussparungen oder Kanälen k versehen, die sich innerhalb der Form, jedoch nicht im Raum für die Dampfheizung, zu je einem Kanalanschluß V vereinigen, der nach außen mit biegsamem Schlauch oder Gelenkrohr an die Vakuumleitung angeschlossen- ist.
- An j eder Trennungsfläche zwischen zwei Preßflächen der Formen d, e, f und g sind zylindrische Paßflächen 1, l vorgesehen, die ein genaues Zusammenschließen aller Formen sichern. Außer diesen kurzen Rundpassungen weisen-die Formen auch noch vorspringende Nasen m auf, mit denen sie beim Auseinanderziehen an Fühtungsflächen n der obersten Form g gleiten. Die Fläche n hat selbst auch Vorsprünge o und P, die hinter die Nasen m-der-Formen-fassen und beim Öffnen den kettenartigen Zusammenhang der Formen sichern. Die fertigen Stücke a, b und c können dann herausgenommen und durch neue Faserkuchen ersetzt werden.
- Die einzelnen Preßlinge a, b und c sind in ihrer äußeren Abmessung etwas größer- als die Siebe k, h mit den Ringen i, i oder die äußeren Kanäle k. Der Werkstoff .wird damit unmittelbar zwischen den Rändern der Formen erfaßt und -dichtet diese bei a l, b l, c 1 gegen den Zutritt der Außenluft zu dem " unter Vakuum stehenden Räum und die Preßlinge ab.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Trocknen und Aushärten von bindemittelhaltigen Faserstofformkörpern in einem -Arbeitsgang, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Anwendung von Unterdruck der Trocknungsvorgang dem Aushärtungsvorgang zeitlich, vorgelagert wird.
- 2. Verfahren zum Trocknen und Aushärten von Faserstofformkörpern nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die vor dem Aushärten erfolgende Trocknung des Formlings durch Unterdruck bei so niedriger Temperatur vorgenommen wird, daß auch temperaturempfindliche Bindemittel verwendet werden können.
- 3. Verfahren zum Trocknen und Aushärten von Faserstofformkörpern nach Anspruch z und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknung und Aushärtung unter Unterdruck erfolgt und daß dabei die zwischen den Teilen der Presse bzw. der Gesenke gefaßten Randstreifen des Preßlings als Dichtungsmittel zwischen dem umgebenden Luftdruck und dem im und um den Preßling erzeugten Unterdruck dienen. q.. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, a oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die den Preßling erfassenden Ränder der Presse ein- oder beidseitig über die Fläche des Formlings zur erhöhten Dichtpressung des Dichtungsrandes vorstehen. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für eine Mehrzahl von Preßlingen (a, b, c) hohle, mit Dampf beheizte Formen derart vorgesehen sind, daß jede :Mittelform (e, f) mit ihrer Unterseite die Gegenform der Oberseite und mit der Oberseite die Gegenform der Preßlingsunter-
Seite zeigt, während alle den Preßlingen zuge- kehrten Seiten der Formen (r1, e, f, g) mit Kanälen (k) zur Verteilung des angeschlossenen Vakuums (v) versehen sind. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch kennzeichnet, daß sich die Ränder (a 1, b 1, c t ) de r Formstücke (cz, b, c) ohne Siebe oder Kanäl- zwischen die Pressenteile (d, e, f, g) einklemme:" womit sie den Raum der umgebenden Luft den die Preßlinge unmittelbar umgebenden kuumräumen abdichten. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Pressenteile (d, e, f, g) mit wechselseitig aneinander gleitenden Führungen (i) beim Auseinanderziehen zum Einlegen und Aus- nehmen der Preßlinge mit mehreren am Umfan- verteilten Nasen (in, o, p) sich aneinander halte=n.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEH3798D DE867949C (de) | 1943-05-23 | 1943-05-23 | Verfahren und Einrichtung zum Trocknen und Aushaerten von Faserstofformkoerpern |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE867949C true DE867949C (de) | 1953-02-23 |
Family
ID=7143742
Family Applications (1)
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| DEH3798D Expired DE867949C (de) | 1943-05-23 | 1943-05-23 | Verfahren und Einrichtung zum Trocknen und Aushaerten von Faserstofformkoerpern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE867949C (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1205913B (de) * | 1963-05-29 | 1965-11-25 | Trockentechnik G M B H | Heizplatten-Vakuumtrockner fuer Flachgut |
| US3482510A (en) * | 1967-12-12 | 1969-12-09 | Fickler Hans Heinrich | Arrangements in hot presses |
| NL7904937A (nl) * | 1978-07-07 | 1980-01-09 | Ry Ab | Inrichting voor het behandelen van lignocellulose be- vattende boardmaterialen met gasvormige middelen. |
| DE102019104369B3 (de) | 2019-02-21 | 2020-06-04 | Technische Universität Dresden | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Formteils aus einem Faserwerkstoff |
| WO2024096864A1 (en) * | 2022-10-31 | 2024-05-10 | Hewlett-Packard Development Company, L.P. | Sealing molding apparatus sections |
-
1943
- 1943-05-23 DE DEH3798D patent/DE867949C/de not_active Expired
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| EP3699344A1 (de) | 2019-02-21 | 2020-08-26 | Technische Universität Dresden | Verfahren und vorrichtung zur herstellung eines formteils aus einem faserwerkstoff |
| WO2024096864A1 (en) * | 2022-10-31 | 2024-05-10 | Hewlett-Packard Development Company, L.P. | Sealing molding apparatus sections |
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