-
-
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung dreidimensional plastischer
künstlicher Zähne Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung von künstlichen Zähnen, die dreidimensional plastisch sind.
-
Die bekannten künstlichen Zähne sind in nur zwei Dimensionen, nämlich
in der Höhe und in der Breite, plastisch, während die dritte Dimension, welche durch
die Stärke des Zahnes gegeben ist, keine plastische Form aufweist, sondern lediglich
in einem die Form des natürlichen Zahnes nicht wiedergebenden Übergang zwischen
Frontfläche und Rückfläche des Zahnes ihren Niederschlag findet. Bei den durch Pressen
gewonnenen Kunststoffzähnen ist regelmäßig die Preßnaht in dem Übergang zu erkennen.
Derartige Zähne stellen keinen naturgetreuen Ersatz der echten Zähne dar und bleiben
immer als künstliche Zähne erkennbar.
-
Die Herstellung dieser vorbekannten künstlichen Zähne in Kunststoff
erfolgt dadurch, daß zwei Formhälften, von denen die eine vertieft das Abbild der
Frontfläche des Zahnes und die andere vertieft die Rückfläche des Zahnes enthält,
nach der Füllung beider Formhälften mit Kunststoffpulver zusammengepreßt und erhitzt
werden.
-
Nach der Erfindung wird der Zahn in einer in der Länge dreiteiligen
Form gepreßt. Die Pressung des Formlings in der Form kann von der der Wurzel zugewandten
Seite des Formlings aus erfolgen. Hierdurch ist es ermöglicht, kiinstliche
Zähne
herzustellen, die in den drei Dimensionen plastisch sind, d. h. den Zahn in allen
Richtungen naturgetreu wiedergeben; denn einerseits läßt eine in der Längsrichtung
dreigeteilte Form es zu, den Zahn negativ der Natur entsprechend wiederzugeben,
und andererseits ist die Formung trotz des allseitigen Schlusses der Form in der
Rundumrichtung durch das Pressen in der Längsrichtung des Zahnes ermöglicht. Die
Dreiteilung gestattet auch das Entformen des gepreßten Zahnes selbst dann, wenn
beispielsweise die Breite des Zahnes von der Wurzel nach der Schneide zu wächst.
-
Bei der Herstellung von künstlichen Zähnen wird in der Weise vorgegangen,
daß der Zahn in der Länge dreiteilig in Wachs od. dgl. abgeformt und von der Abformung
entsprechende Formteile in Metall durch Guß hergestellt und letztgenannte Teile
in eine sie zusammenhaltende Matrize ein gesetzt werden, worauf dann in der Matrize
die Pressung erfolgt. Die Trennfuge zwischen den Wachsformlingen lassen sich durch
Abreiben der jeweiligen Wachsfläche mit Bärlapsamen, Talkum od. dgl. erzielen.
-
Zweckmäßig erfolgt die Abformung der Zähne in Wachs in der beim Pressen
Verwendung finden den Matrize. Dies hat den Vorteil, daß die von der Abformung durch
Guß hergestellten Metallformteile genau in die Matrize passen.
-
Es empfiehlt sich, die Teilungsfugen hinter die größte Zahnbreite
und in die Frontseite des Zahnes zu legen. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, daß
beim Pressen etwa auf Grund der Trennfuge entstehender Grat, der durch Abschleifen
und Verschleifen entfernt wird, an den Seitenflächen an einer nicht ins Auge springenden
Stelle liegt und die Frontfläche des Zahnes zwar eine Naht erhält, die aber entfernt
werden kann, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen.
-
Ein Vorteil des neuen Verfahrens liegt auch darin, daß sich die Zähne
von größerer Härte als bisher aus Kunststoff herstellen lassen, indem durch eine
genau abgestimmte Füllung der Preßform mit Kunststoffmasse eine höhere Verdichtung
des Kunststoffes beim Pressen erreicht wird. Bei den bisherigen Verfahren zur Herstellung
von künstlichen Zähnen durch Pressen von Kunststoff waren einer vergrößerten Füllung
der Form zwecks Erzielung eines höher verdichteten Formlings enge Grenzen gesetzt.
-
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht aus einer längs geteilten Matrize mit auf der Seite der Zahnschneiden durch
eine abnehmbare Platte geschlossenen, durch die Teilungsebene gehenden Lochungen
von im eigentlichen Formbereich vergrößertem Durchmesser zur Aufnahme der Formteile
sowie einem von der geschlossenen nach der offenen Seite zu abfallende Höhe aufweisenden
Trennsteg auf der für die Zahnfrontfläche bestimmten Seite und aus einer Matrize
mit in die Lochungen der Matrize passenden Stempeln mit der gewünschten wurzelseitigen
Zahnabschlußfläche entsprechender Stirnflächenform. Der Trenusteg ergibt ohne weiteres
die eine Teilfuge und ermöglicht es außerdem, den Zahn durch Auflage seiner Frontfläche
auf den Trenusteg auch unterseitig satt abzuformen.
-
Es empfiehlt sich, der schrägen Stirnfläche des Stempels auf der
der Rückfläche des Zahnes und auf der der Frontfläche des Zahnes zugewandten Seite
einen in der Waagerechten liegenden Randteil zu geben. Dies gewährleistet, daß bei
schräg nach der Zahnrückfläche ansteigender Stempelstirnfläche kein einseitiges
Verdrängen des Kunststoffes nach der Rückfläche zu erfolgt und eine gleichmäßige
Pressung des Zahnes gewährleistet wird.
-
Die Zeichnung veranschaulicht die beispielsweise Ausführung einer
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung.
-
Abb. n läßt die Preßform in perspektivischer Darstellung teilweise
geschnitten erkennen; Abb. 2 zeigt die Metaliformteile auseinandergenommen perspektivisch
im Aufriß; Abb. 3 gibt die zusammengesetzten Metallformteile wieder.
-
Die Preßform besteht aus der längs geteilten Matrize 1, 2 und der
Patrize 3\. Erstere ist mit Lochungen 4 versehen, welche in der Teilungsebene liegen
und durch letztere in zwei Hälften geteilt werden sowie auf der Seite der Zahnschneide
durch eine Platte 5 verschlossen sind. Auf der für die Zahnfrontseite bestimmten
Seite der Lochungen ist ein Trenusteg 6 vorgesehen, der nach der offenen Seite der
Lochungen zu abfallende Höhe hat. Die Patrize 3 ist mit Stempeln 7 ausgerüstet,
die in die Lochungen passen; In dem der eigentlichen Formung dienenden Teil der
Lochungen ist der Durchmesser der letzteren vergrößert. Die Stempelstirnfläche weist
auf der der Rückfläche des Zahnes und auf der der Frontfläche des Zahnes zugewandten
Seite einen in der Waagerechten liegenden Randteil 8 auf.
-
Die Herstellung eines Zahnes erfolgt in der Weise, daß zunächst ein
Zahn in je einer Matrizenlochung abgeformt wird. Hierbei wird in der Weise vorgegangen,
daß der Zahn mit seiner Wurzelfläche auf der Stirnseite eines Patrizenstempels befestigt
und in die Matrizenhälfte I eingeführt wird. Vorher ist die Platte 5 an der Matrizenhälfte
angebracht worden. Nachdem die Formhälfte in Wachs hergestellt und die Trennfläche
durch Abreiben mit Talkum od. dgl. isoliert worden ist, wird die Matrizenhälfte
2 angebracht und die Platte 5 abgenommen, worauf das Wachs bei der zweiten Formhäl,fte
von der Schneidenseite aus eingeführt wird. Hiernach wird die Platte 5 wieder angebracht,
damit schneidenseitig ein mit der Matrize vollkommen bündiger Abschluß der Wachsabformen
entsteht. Nach der Abformung werden die gebildeten Wachsformlinge aus der Matrize
herausgenommen, um in bekannter Weise von diesen Formlingen Metallformlinge g durch
Guß herzustellen. Diese Metallformlinge zeigen Abb. 2 und 3.
-
Die Metallformteileg werden in die Patrize eingesetzt und mit Kunststoffpulver
dem gewünschten Verdichtungsgrad entsprechend gefüllt Nach der
Füllung
wird die Patrize unter Einführung ihrer Stempel in die Lochung der Matrize aufgelegt
und der Formling in bekannter Weise gepreßt. In Abb. I ist durch I0 ein geformter
Zahn angedeutet.