DE858C - Ventil in Wasserstandsköpfen zum selbsttätigen Verschlufs derselben, sobald das Glasrohr zerbricht, nebst dazu gehörigem Schraubenschlüssel - Google Patents
Ventil in Wasserstandsköpfen zum selbsttätigen Verschlufs derselben, sobald das Glasrohr zerbricht, nebst dazu gehörigem SchraubenschlüsselInfo
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- Safety Valves (AREA)
Description
Auf der beiliegenden Zeichnung ist einer der beiden Wasserstandshähne, wie sie in allgemein
üblicher Form zur Aufnahme der Wasserstandsgläser an Druckbehältern in Anwendung stehen,
durch Fig. 1 dargestellt. Behufs selbsttätiger Sperrung der Kanalbohrung gedachter Hähne
in dem Falle, dafs das Wasserstandsglas schadhaft geworden, dient das Tellerventil v, dessen
äufserlich konisch geformte Ventilbüchse ί ί mittelst
Gewindes druckdicht in jenem Kanal eingeschraubt ist. Der innere Raum der Ventilbüchse
s s hat dreierlei Querschnittsform. Die vordere, in Fig. 2 dargestellte, ist cylindrisch
und dient zur Führung des vierflügeligeh Steges des Ventils v, hat aufserdem aber noch zwei
Längsschnitte, ohne welche die an zwei gegenüberstehenden Stegflügeln hervorragenden Nasen
i i nicht würden eingebracht werden können. Die mittlere Querschnittsform ist ebenfalls cylindrisch
und zwar nach einem so viel gröfseren Durchmesser hergestellt, dafs die Stegnasen i i
darin geführt werden können, wogegen die hintere, den Ausgangskanal im Boden der Ventilbüchse
bildende Form in Fig. 3 dargestellt ist. Wird das Ventil ν derart in die Büchse eingeschoben,
dafs die Stegnasen i i die entsprechenden Längseinschnitte durchdringen, darauf um
etwa 45 ° um seine Axe gedreht, so verhindern die Nasen den Rückgang des Ventils und werden
in dieser Zwangslage durch die Drahtspiralfeder t gehalten, welche sich einerseits
gegen den Boden der Büchse stützt, andererseits gegen die Stege des Ventils drückt. Die
Beziehung des Ventils zur Büchse ist mithin nach Art eines Bajonetschlusses gesichert. Die
Federkraft der Spirale ist nun so bemessen, dafs sie einem auf den Ventilteller wirkenden Ueberdruck
von etwas mehr als einer Atmosphäre so weit nachgiebt, dafs der Teller sich gegen die
ebengeschliffene Fläche der Büchse lehnt und dadurch den inneren Raum der letzteren aufser
Communication mit der Druckseite stellt; dagegen aber, sobald dieser geringe Ueberdruck
nachläfst, stark genug ist, um das Ventil zurückzudrängen und die Communication wieder herzustellen.
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Denkt man sich den Wasserstandsapparat in normalem Zustande, also den oberen und den
unteren Hahn in Verbindung mit einer Glasrohre und beide in Communication mit einem
unter Druck stehenden Dampfkessel, so ist klar, dafs die Ventile in beiden die freie Circulation
des Dampfes und des Wassers gestatten, da der Druck vor und hinter denselben der gleiche,
mithin den Spiralfedern ihre gröfstmögliche Ausdehnung zu nehmen gestattet ist. Wenn dagegen
ein Bruch des Glasrohres eintritt, so ist das Gleichgewicht der beiderseitigen Drucke
aufgehoben, und die Ventile werden vermöge des Ueberdruckes und der lebendigen Kraft der
momentan entstehenden Dampf- und Wasserstrahle gegen ihre Sitzflächen gedrückt und sperren
somit den Austritt.
Der auf solche Weise erzielte selbstthätige Abschlufs der Dampf- und Wasserwege beugt
allen Unzuträglichkeiten vor, die ein Bruch des Wasserstandsglases bei einem unerfahrenenHeizer,
oder bei einem längere Zeit ohne Aufsicht bleibenden Dampfkessel, in seinem Gefolge haben
kann. Die Wirkung erfolgt momentan.
Damit die in dem Kanäle des Hahnes sich absetzenden Niederschlagsstoffe mittelst eines
Drahtes durchgestofsen werden können, mufs zuvor die Ventilbüchse herausgeschraubt werden.
Dies wird mit dem in Fig. 4 und 5 dargestellten Schraubenschlüssel bewerkstelligt, dessen Kopf
genau in den in Fig. 3 dargestellten Ausgangskanal der Büchse pafst. Wird dieser Schraubenschlüssel
durch das Reinigungsloch r und bei niedergedrückter Hakenfeder in jenen Ausgangskanal
eingeführt, so spreizt sich der Widerhaken hinter dem inneren Bodenrand der Büchse und
ermöglicht, nachdem die Lösung der Schraubenverbindung erfolgt ist, das Herausholen des
Apparates.
Wenngleich für denselben Zweck schon mannigfache Vorrichtungen in Vorschlag gebracht wurden,
so gleicht doch keiner der einfachen und verläfslichen Construction der vorbeschriebenen,
durch fünfjährige Erprobung bewährten Vorrichtung.
Patent-Anspruch: Die Construction des Schutzventils mit Bajonetschlufs und Spiralfeder
und die Art der Einschaltung in die Kanalbohrung der gewöhnlichen Wasserstandshähne,
welche ein schnelles und sicheres Hervorholen des Ventils mittelst eigens dazu construirten
Schraubenschlüssels ermöglicht.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Claims (1)
1877.
Klasse
H. STEIN in LEIPZIG.
Ventil in Wasserstands-Köpfen zum selbstthätigen Verschluß derselben, sobald das
Glasrohr zerbricht, nebst dazu gehörigem Schraubenschlüssel.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. September 1877 ab.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE858T | 1877-09-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE858C true DE858C (de) |
Family
ID=70976535
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE000000000858DA Expired - Lifetime DE858C (de) | 1877-09-21 | 1877-09-21 | Ventil in Wasserstandsköpfen zum selbsttätigen Verschlufs derselben, sobald das Glasrohr zerbricht, nebst dazu gehörigem Schraubenschlüssel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE858C (de) |
-
1877
- 1877-09-21 DE DE000000000858DA patent/DE858C/de not_active Expired - Lifetime
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