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Verbindung von zwei oder mehr hintereinanderliegenden Hauptträgern
. von beweglichen Brücken Die Erfindung bezieht sich auf eine Verbindung von zwei
oder mehr hintereinanderliegenden Haupttr<igeiii voi beweglichen Brücken. Die
Hauptträger sind für die Freigabe der Durchfahrt aus ihrer Verkehrslage ausschwenkbar.
Jeder dieser Hauptträger erhält d@iiiei- eine seinen Mittelteil unterstützende schwenkbare
Lagerung, während an den Enden geeignete N'erl,induiigen mit den benachbarten Hauptträgern
bzw. Lagerungci: an den Endpfeilern der Brücke vorgesehen werden müssen.
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Zweck der Erfindung ist es. die Verbindungen und Lagerungen besonders
einfach und zuverlässig zu 5e,taltett. Sie erreicht dies zunächst durch eine biegungssteife
Verbindung der einander zugekehrten Enden der beiden Hauptträger, welche so auszubilden
ist, daß sich die Temperaturausdehnungen unbehindert auswirken können. Die Verbindungsteile
der Hauptträgerenden erhalten ferner eine Vor -spannung, und zwar hauptsächlich
mit einem solchen Moment, das bei den größten Beanspruchungen. welche durch die
Belastungen oder Temperaturwirkungen hervorgerufen werden, reicht verschwindet.
_4n der Trägerverbindung verbleibt dann bei allen Belastungszuständen ein Moment
von gleicher
1 irehrichtuiig, wodurch eine richtungswechselnde Beanspruchung
an den Verriegelungsteilen und ein Klappern dieser vermieden wird. Außerdem soll
die Verbindung leicht lösbar sein, so daß das Aus- und l:inscüwenken hei dein die.Durchfahrt
freigebeiideit \tißerl>etriel>setzen verhältnismäßig schnell und reibungslos vor
sich gehen kann.
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Die biegungssteife Verbindung, an der die Vorspannung erzeugt werden
kann, läßt sich verschiedenartig ausbilden, und zwar je nach Gestaltung der Trägerenden,
deren Formen so gelialtcn sein können, daß sie während der Scliließbetvegting verriegelnd
ineinatidergt-cifen und dabei gegebenenfalls eine Vorspannung erzeugen. Vorzugsweise
wird man die verriegelnde Verbindung und den ',\loinenteerzeuger als I'crndelveihindting
ausbilden, und zwar in Forni je eines Zug- und Druckpendels in den Hauptträgern,
t or denen das Zugpendel ausschwenkbar, also leicht lösbar, angeordnet wird. Die
Vorspannung wird man hierbei ztveckinäßig durch Verstellung der an den der Verbindung
abgekehrten Trägerenden angeordiieten Lagerungen bewirken, welche darin nach dem
Einlegen der Pendel angehoben werden und dabei einen zusätzlichen Spannungszustand
einstellen, welcher das an der Trägerverbindung vorhandene positive \loinent erhöht.
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In der Zeichnung ist ,ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für eine
Doppeldrehbrücke schematisch dargestellt, und zwar zeigt Abb. i die Vorderansicht
einer Brückenhälfte im \-rrkelirszustarrd, \bb. 2 die zugehörige Seitenansicht der
Auflagerung am Endpfeiler, Abb.3 den zugehörigen Schnitt durch die drehbare Lagerung,
Abb.4 die Vorderansicht der Brückenhälfte nach Abb. i im entlasteten Zustand, Abb.
5 die zugehörige Seitenansicht der Auflagerung am Endpfeiler, Abb.6 den zugehörigen
Schnitt durch die drehbare Lagerung, Abb. 7 die Draufsicht auf die eine Brückenhälfte,
Abb. 8 und 9 die Ansicht und Draufsicht auf die Verbindung der Träger in größerem
Maßstab und Abb. io und i i Schnitte nach den Linien X-X bzw. XI-XI der Abb. B.
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Die Brücke besteht aus den Hauptträgern i und 2, von denen jeder außer
seiner Abstützung auf dem einen Trägerende mittels einer Königszapfenlagerung 3
auf einem Pfeiler 4 gelagert ist, so daß er um diesen Zapfen 3 geschwenkt werden
kann. Außer dieser Zapfenlagerung 3 sind noch ausrückbare Verkehrslager 5 vorgesehen.
Jeder der Hauptträger i, 2 ist ferner noch mit einem Rahmen 6 versehen, in dem mehrere
Räder 7 gelagert sind, die auf den entsprechend verlegten Schienen des Pfeilers
4 laufen. Die Rahmen 6 enthalten die Antriebsmittel für die Schwenkbewegung und
sind beispielsweise mit einer Triebstockverzahnung versehen, in welche der am Pfeiler
4 angeordnete Ritzelantrieh eingreift. Die Träger i bzw. 2 und ihre Rahmen 6 sind
durch nicht dargestellte Mitnehmer auf Drehung verbunden, in der lotrechten Schwenkrichtung
dagegen etwas gegeneinander verstellbar. und zwar in- hereicli der beiderseitigen
Anschläge 8 und 9, t.elchc in der Verkehrslage der Brücke et\cas vc@Lieinander abstehen.
Die äußeren Enden der Hauptträger t bzw. 2 ruhen auf Lagern io der Endpfeiler i
i, die als 11til>-lager ausgebildet sind Lind deren Stützarme finit einer Verzahnung
an den Antrieb 1 2 angcsclilossf°n sind.
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Zu beiden Seiten dieser Trüger<.@tiricn sind ferner zapfenartige
Vorsprünge 1 3 vorgesehen, iibe,r welche einschwenkbare Zuglager i-1 iri Form voit
liiigelii g rci *feii. Die 1 genaue Lage der eing H e schwenkten
- Trager t lizw. 2 wird durch Wegel 1,5 an den Endpfeilern i i bestimmt.
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Die einander zugekelirt<-n Enden der hauptträger t und 2 liegen
mit den zur Eindrehrichtung schräg verlaufenden Endflächen i0 ini Abstand voneinander
und besitzen auch in der Loti-<-cliten parallele Abschrägungen 17, welche trapezkeilförmige
Endstücke 18 und i9 ergeben, die miteinander lösbar verbunden werden. Zu diesem
Zweck sind momenteaufnehmende Pendel 20 und 21 vorgesehen. wclclie festgespannt
werden, und zwar im vorliegenden Falle durch Anheben der anderen Trägerenden. Von
diesen Pendeln ist 2o als Zugpendel und 21' als Druckpendel ausgebildet. Die Pendel
und die Trägerenden sind in den Abb. 8 bis i i iin größeren Maßstab herausgezeichnet.
Danach sind zwei Zugpendel 20 vor-
gesehen, und zwar je eins auf jeder Trägerseite.
Die Pendel selbst bestehen aus U-förmigen Gehängen, «-elche um die Zapfen 22 des
Endstückes 18 schwenkbar sind und in der geschlossenen Lage je einen nasenartig
vorspringenden Ansatz 23 des anderen Endstückes i9 utpgreifen. Letzteres trägt das
Druckpendel 21, welches als Drucksäule ausgebildet ist (vgl. Abb. i i), auf der
das Endstück 18 des Trägers i ruht bzw. sich vor dem Ausschwenken in der später
noch zu beschreibenden Weise abhebt. Die Zugpendel 20 sind mit einem gemeinsamen
:ltitrieb 24 versehen (Abb.9), der auf eine Welle 25 arbeitet, welche mit entsprechender
Übersetzung eine Zahnstange 26 antreibt, die am unteren Ende jedes Pendels 20 unter
Vermittlung von Laschen 27 angreift. Das Trägerende 18 ist an dieser Stelle mit
entsprechenden Ausnehmungen 28 für das Ausschwenken der Pendel 20 versehen (vgl.
die gestrichelt dargestellte Pendellage in Abb. 8).
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Zur genauen Einstellung der Träger i und 2 sind noch zwei die Enden
oben und unten verbindende Riegel 29 und 30 vorgesehen, welche in Lagerböcke
31 und 32 des anderen Trägerendes eingreifen und durch die Motoren 33 und 34 über
Vorgelege angetrieben werden.
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Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende: Für das Öffnen der
Brücke werden zunächst die Verkehrslager 5, welche die Verkehrslasten vom Königsstuhl
3 fernhalten, abgezogen, so daß die Hauptträger i und 2 der Brücke unmittelbar auf
den Königszapfen 3 und den Hublagern io aufruhen. Dann werden die Hublager io abgesenkt,
so daß sich jeder Brückenträger i oder 2 zufolge seines etwas schwereren rückwärtigen
Teiles auf die Anschläge 8 des Drehrahmens 6 abstützt und dadurch die Hublager io
entlastet. Mit dem Absenken löst sich auch
die Verriegelung 15.
Gleichzeitig werden die in der beabsichtigten Drehrichtung gelegenen Zuglager 14
umgelegt (vgl. Abb. 5). Mit dem Absenken der I-fauptträger t und 2 in die in A66.4
dargestellte Lage %@-ird auch die Verriegelung 20 gelockert und da< "1'r<igcrende
18 vom Druckpendel 21 etwas abgehoben, so daß beide Pendel spannungslos werden.
1)i" Zugpendel i9 k<inncn daher gemeinsam zurückgeklappt \%erden und die Brückenträger
i und 2 nach dein Leisen der weiteren Mittelverriegelungen 29 und 30 mittels
des Drehwerkes am Pfeiler 4 ausgeschwenkt werden. Der Schließvorgang geht in umgckehrter
Reihenfolge vor sich und wird zunächst durch <las Einklappen der Zugpendel 20
unter den .\tis;itzcii 23 des Trägerendstückes i9 beendet. Dann beginnt das Hochheben
der Hublager io mittels der Antrielx 12, bei dem auch die umgelegten Zuglager i
- t\ icder hochgeklappt werden und die Verriegelung 15 wieder zum Einfallen gebracht
wird. Gegen Ende der Hubbewegung kommen die Pendel 20 und 2 1 zum festen Anliegen
an den Endstücken 18 und 19 der Hauptträger i und 2, wobei der Hubvorgang weiter
fortgesetzt wird, bis sich in der Verbindung der beiden Hauptträger i und 2 ein
Vorspannungsnioment ergibt und dieses so groß wird, daß es bei allen möglichen Belastungszuständen
und Temperaturwirkungen nicht verschwinden kann und somit einem Klappern der Verbindungsteile
entgegenwirkt.