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Entsalzungs- und Abschlammschieber für Dampfkessel Die Erfindung betrifft
Ent.salz:ungs- und Abschlammschieber für Dampfkessel, insbesondere für solche mit
hohen Drücken, die sowohl für Entsalzung im Dauerbetrieb als auch als Abschlammschieber
mit voller Öffnung des Durchlaufquerschnittes arbeiten können.
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Es ist bekannt, Entsalzungs- und Abschlammorgane in verschiedener
Form auszuführen. Für Kessel mit niederen Drücken sind Abschlammventile üblich,
die meist durch Kniehebel- oder andere Wirkung einen besonders .hohen Anpreßdruck
der Dichtungsflächen erreichen, um Verlust an Kesselwasser während des Betriebes,
hervorgerufen durch schlechten AbschluB der Dichtungsflächen infolge von Unreinigkeiten,
zu vermeiden.
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Entsalzungsorgane für Dampfkessel hohen und niederen Druckes verlangen
verhältnismäßig kleine, einstellbare Ablaßöffnunge.n, um die AbfluBmengen bemessen
und eine (stetige Entsalzung erreichen zu kbhinen. Die Einstellung wird in Abhängigkeit
von der jeweils festgestellten Laugenkonzentration vorgenommen.
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Für diesen Zweck sind Hahn- und Kolbenschieber mit einstellbaren AblaBöffnungen
bekannt, jedoch stellen beide Bauarten an sich keine hochwertigen AbsohluBorgane
dar; insbesondere bei Betriebsdrücken von mehr als ¢o atü bereiten sie Schwierigkeiten.
Ein Hahn kann beim Auftreten verschiedener Temperaturen an verschiedenen Stellen
des Gehäuses niemals dicht halten; verschiedene Temperaturen treten aber erfahrungsgemäß
an jedem Armaturstück auf. Kolbenschieber stehen und fallen mit der Güte des plastischen
Dichtungswerkstoffes, der seinerseits von den vom Ausland kommenden
Asbestsorten
abhängig ist. Weiche Dichtungen sind für hohe Kesseldrücke .stets Dichtungen zweiter
Rangordnung, auch wenn die Forderung nach häufigem Nachziehen erfüllt wird.
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Einwandfreie Dichtungen, insbesondere bei hohen Kesseldrücken, erzielen
auf die Dauer nur Hartdichtungen mit mechanischer Anpressung, wofür in neuerer Zeit
aufgeschweißte, korrosionsbeständige und reibverschleißwiderstandsfähige Schweißraupen,
sogenannte auflegierte Dichtungen, auch Panzerungen genannt, bevorzugt werden.
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Der Absperrschieber, bei dem im Gegensatz zum Ventil gelegentliche
Unreinigkeiten auf der Dichtfläche durch die Absperrplatte abgestreift werden können
und bei dem der Abschluß mit mec'hanisc'her Anpressung der Dichtflächen erfolgt,
ist das heute im Kraftwerk vorherrschende Absperrorgan. Absperrventile treten allmählich
in den Hintergrund. Die Ventilform beschränkt sich mehr und mehr auf niedere
Betriebsdrücke bzw. kleinere Nennweiten; eine Ausnahme bildet die Regelung von hohen
Drücken mit besonderer Genauigkeit, wo Regelventile am Platz sind.
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Durch die Erfindung wird nun ein Entsalzungs-und Abschlammschieber
für Dampfkessel, insbesondere für solche mit hohen Drücken, geschaffen, welcher
dadurch gekennzeichnet ist, daß eine selbstdichtende Absperrplatte mit gestuften
Durchlaßöffnungen und einer Abstreifkante auf einer Dichtungsfläche im Gehäuse gleitet,
bei Einstellung der abgestuften Durchlaßöffnungen als Dosierungsschieber im Dauerbetrieb
die jeweils gewünschten Laugenmengen, bei voller Öffnung des Durchlaufquerschnittes
als Abschlammorgan kurzzeitig große Wasser- und Schlammengen abläßt und im geschlossenen
Zustand mit oder ohne kugelig abgestützter Keilplatte mit zusätzlicher Anpressung
dichtet.
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Die Absperrplatte ist beispielsweise auf der einen Seite parallel
zur Spindelachse geschliffen, auf der anderen Seite weist sie eine schräge Fläche
auf. Die Anlenkung der Platte an die Spindel ist nachgiebig. Hierdurch wird eine
leichte, selbsttätige Einstellung und Anpressung auf die Dichtfläche unter dem Ei.nfluß
des druckführenden Arbeitsmittels erreicht, andererseits beim völligen Abschluß
.des Absperrorgans eine zwangsläufige Anpressung der Absperrplatte, deren Anzug
nur im letzten Teil der Schließbewegung erfolgt.
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Das Einschweißen der als Drenkörpervorgearbeiteten Anschlußenden in
das Gehäuse geschieht mit Hilfe eines Pafistückes, das dieselben Abmessungen aufweist
wie die spätereinzusetzendeAbsperrplatte, nachdem die Enden in besonderer Vorrichtung
auf den verlangten Winkel abgeschliffen wurden.
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Eine andere Art der nachgiebigen Abdichtung besteht darin, daß eine
kugelig abgestützte Abschlußscheibe in die Absperrplatte eingesetzt.undentweder
durch zwei quer durchgezogene Stifte oder durch einen gedrehten, radial unterteilten
und dann angeschweißten Ring bei ausreichender Beweglichkeit gegen Herausfallen
gesichert wird.
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Bei ganz geöffnetem Schieber steht der :gesamte Durchgangsquerschnitt
zur Abführung der vorhandenen Schlammassen, Salzrückstände und ge. gebenenfalls
Kesselsteinstücke zur Verfügung. Die scharfe Kante der Absperrplatte bewirkt durch
gründliches Abkratzen ein Sauberhalten der Dichtflächen. Bei Kesseldrücken von ioo
atü und mehr sind Kesselstein@ablagerungen nicht mehr zu erwarten, doch können Salzablagerungen
eintreten. Die selbsttätige Reinigung der Dichtfläche .hat also auch dann noch Zweck,
wenn von Kesselsteinablagerungen nicht mehr die Rede sein kann.
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Ein Schlitz in der Absperrplatte gibt eine gewisse federnde Nachgiebigkeit
der beiden Plattenhälften, die sich beim Abschluß des Schiebers günstig auswirkt.
Dabei kann die schräge Plattenhälfte so kurz ausgebildet sein, daß sie den Durchfluß
durch die einstellbaren Öffnungen in keiner Weise beeinträchtigt.
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Es kann auch die Absperrplatte ihrer ganzen Länge nach geschlitzt
und durch einen in ,das Gehäuse fest eingesetzten Keil beim Abschluß des Schiebers
gespreizt werden. Durch das vorhandene Übersetzungsverhältnis erfolgt der Abschluß
mit großer Kraft.
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Oft weiß man, welche Öffnung zur stetigen Laugenabführung der lange
Zeit in Betrieb befindlichen Kessel benötigt wird. Man stellt diese dann dadurch
ein, daß man in die Absperrplatte Düsen entsprechender Größe einsetzt. Durch diese
Maßnahme erhält man ein Entsalzungs- und Abschlammorgan mit besonders kurzer Bauhöhe.
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Besondere Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß durch die Wahl
eines Schiebers als Regelorgan mit einer zwanglosen Auswahl der dosierenden Querschnitte
für die stetige Entsalzung, die vollständige Freigabe des Durchgangsquerschnittes
für die Entschlammung, die selbsttätige Reinigung der Dichtfläche durch eine scharfe
Kante der Absperrplatte und ihre zwangsläufige Anpressung in geschlossenem Zustand
des Schiebers gegenüber der bisher üblichen Ausführung der Entsalzungs- und Abschlammorgane
für Dampfkessel einerheblicher Fortschritt der Technik erreicht wird.
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Die Zeichnungen bringen Ausführungsbeispiele. Abb. i zeigt einen Längsschnitt
durch einen Entsalzungs- und Abschlammschieber, Abb. 2 denselben um 9o° gedreht;
Abb. 3 stellt die kugelig abgestützte Abschlußscheibe mit zwei quer durchzogenen
Stiften, Abb. 4 die .gleiche, durch den Ring gehalten, dar; Abb.5 bringt die geschlitzte
Absperrplatte mit verkürzter Schrägseite, Abb. 6 die geschlitzte Absperrplatte mit
Keilanordnung;in Abb. 7 sieht man die Ausführung der Absperrplatte mit auswechselbarer
Düse.
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Das Gehäuse i ist von einer Rundstange abgestochen und in Längsrichtung
ausgebohrt. Die eingeschweißten Anschlußenden 2 tragen den Dichtungswerkstoff 3.
An der Spindel 4 ist nachgiebig die Absperrplatte 5 angebracht, deren aufgeschweißte
Dichtungen 6 einerseits parallel, andererseits schräg zur Spindelachse geschliffen
sind. Die Absperrplatte 5 trägt die beiden Dosierungsöffnungen
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und die scharfe Kante B. Abb. 3 stellt die kugelig abgestützte Abschlußscheibe 9
mit zwei quer durchgezogenen Stiften io dar. In Abb. 4 ist die Abschlußscheibe 9
durch einen gedrehten, radial unterteilten und dann angeschweißten Ring
I I gehalten. Abb. 5 bringt die geschlitzte Absperrplatte 5 mit verkürzter
Schrägseite. Diese Ausführung hat den Vorteil, daß eine gewisse federnde Nachgiebigkeit
der beiden Plattenhälften sich beim Abschluß des Schiebers günstig auswirkt und
daß die kurz ausgebildete Plattenhälfte den Durchfluß durch die einstellbaren Offnungen
7 in keiner Weise beeinträchtigt. In Abb. 6 ist die Absperrplatte 5 ihrer ganzen
Länge nach geschlitzt und wird durch einen in das Gehäuse fest eingesetzten Keil
12 gespreizt. Das vorhandene Übersetzungsverhältnis bedingt den Abschluß des Schiebers
mit großer Kraft. Die einstellbaren C)ffnungen 7 sind in Abb. 7 zur stetigen Abführung
der konzentrierten Lauge durch eine auswechselbare Düse 13 ersetzt.