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Verfahren zur Musterung künstlicher Zähne aus Kunstharz
Zur Herstellung
von Zähnen aus Kunstharzen hat man bereits Polymerisationsverfahren und thermoplastische
Verfahren vorgeschlagen. Bei den Polymerisationsverfahren hat sich besonders eine
Herstellung bewährt, bei der aus dem flüssigen monomeren Ausgangsprodukt und dem
pulverförmigen Endprodukt ein pastenförmiger Teig hergestellt und in der Form bei
höheren Temperaturen zu dme Kunstharzzahn auspolymerisiert wird. Die thermoplasti
scheu Verfahren werden beispielsweise so durchgeffillrt, daß ein Kunstharzpulver
schichtweise mit verschiedenem Farbstoffgehalt in eine Form eingebracht un darin
unter Einwirkung von Druck und Wärme in den Kunstharzzahn umgewandelt wird.
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Bei beiden Verfahren legt man den größten Wert darauf, einen möglichst
dem natürlichen Zahn entsprechenden Farbverlauf zu erzielen. Zu diesem Zweck werden
Kunstharzpulver mit verschiedenen Gehalten an Farbstoffen und Trübungsmitteln verwendet.
Bei der Herstellung des Kunstharzzahnes werden dann die verschieden gefärbten Anteile
in der Form übereinandergeschichtet. Bei einiger Übung ist es so dem Fachmann bei
der Herstellung von Einzelzähnen und Brücken möglich, einen derart günstigen Farbühergang
zu erzielen, daß die Auf-
abe, dem Farbverlauf der natürlichen Zähne
möglichst nahezukommen, in dieser Beziehung als gelöst angesehen werden kann.
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Die Aufgabe, künstliche Zähne herzustellen, die sich in ihrem Äußeren
von den natürlichen Zähnen nicht unterscheiden, ist jedoch hiermit noch nicht völlig
gelöst. Mit den beschriebenen Verfahren kann man nur eine Farbschattierung erzielen,
bei der über eine gewisse Fläche hinweg die gleiche Farbnuance vorliegt und die
Farbübergänge stetig ausfallen.
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I)ie natürlichen Zähne besitzen jedoch zum großen Teil charakteristische
Unregelmäßigkeiten und Unstetigkeiten in der Farbgebung. Es sei auf die sogenannten
Schmelzrisse und Flecken hingewiesen, die entweder längs des Zahnes verlaufen oder
unregelmäßig an verschiedenen Stellen hervortreten.
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Man hat bereits versucht, auch diese Feinheiten den Kunstharzzähnen
zu verleihen. So hat man die Oberfläche der an sich fertigen Kunstharzzähne schon
mit verschiedenen Mitteln zur Erzielung der genannten Unregelmäßigkeiten behandelt.
Beispielsweise hat man in flüchtigen Lösungsmitteln aufgelöste Farbstoffe auf die
entsprechenden Stellen des Kunstharzzahnes aufgetragen. Auf diese Weise dringt der
Farbstoff mehr oder weniger tief in den Kunstharzzahn ein und hinterläßt nach dem
Ahdampfen der Flüssigkeit eine Zeichnung auf der Oberfläche des Kunstharzzahnes.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß der Farbverlauf an der Oberfläche nicht genau
vorgeschrieben werden kann, und vor allem den Nachteil, daß die Einfärbung auf eine
dünne Oberflächenschicht beschränkt bleibt, und infolgedessen beim Polieren und
Putzen des Zahnes das Muster sehr leicht zerstört wird. Nach einem anderen Verfahren,
das den Gegenstand eines älteren Patentes bildet, wird auf die Vorderwand der Form
eine durchscheinende, mit Mustern entsprechend der natürlichen Zeichnung der Zähne
versehene Kunstharzfolie aufgebracht, die dann mit den verschiedenen Kunstharzfarbstoffschichten
in der Form durch thermoplastische Verformung oder Polymerisation zu einer untrennbaren
Einheit verbunden wird. In dem fertigen Zahn ist dann das Muster unterhalh der Oberfläche
in den Kunststoff eingebaut, so daß es beim Schleifen oder Polieren des Zahnes nicht
entfernt wird. Dieses Verfahren ist besser als das Verfahren, dünne Streifen aus
dunkelgefärbtem Material ohne weiteres einzulegen, weil die Streifen während der
Bearbeitung durch das Pressen oft an andere Stellen gedrückt werden und zum Teil
auch in ihrer Stärke und Form verändert, vor allem breiter werden.
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Die vorliegende Erfindung stellt sich nun die Aufgabe, unter Erhaltung
der Fortschritte der besprochenen Verfahren Musterungen, wie Schmelzrisse und Flecken,
auf Kunstharzzähnen in einem noch einfacheren Arbeitsverfahren anzubringen und gleichzeitig
die Möglichkeit zu einer noch individuelleren Formgebung der Muster zu schaffen.
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Es wurde gefunden, daß sich diese Aufgabe in folgender Weise lösen
läßt. Man breitet in der Zahnform eine kleine Menge einer Flüssigkeit aus, welche
die gleichen Polymerisate'oder monomeren Ausgangsstoffe wie die fiir den Hauptteil
verwendeten Kunstharzschicbten entllält, Bildet aus ihr durch Verdampfen oder Polymerisieren
einen dünnen, der Form eng anliegenden Film und mustert diesen durch Aufmalen vorzugsweise
mit Farben, die mit dem monomeren nusgangsstoff des Kunstharzes angerieben sind;
darauf gibt man die verschieden gefärbten Kunstharzschichten in die Form und verbindet
das Ganze durch Erhitzen zu einer untrennbaren Einheit.
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Der der Form eng anliegende Film wird beispielsweise aus einer Lösung
des Polymerisats in dem monomeren Ausgangsstoff gebildet, wobei bereits Farbstoffe
undTrübungsmittel zugesetzt sind, um die natürliche Farbe der Zallnsellneide zu
ergehen. Zur Vermeidung der schädlichen Einwirkung von Wasserdampf wird nach einem
bewährten Verfahren, das nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet, die
Gips form zuerst mit einer Chlorcalciumlösung eingeiuselt, auf die zweckmäßig nocheineWasserglaslösungaufgetragen
wird. In die so vorbereitete Form wird die beschriebene dünnsahnig fließende Zahnschneidemasse
eingegossen.
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Durch sofortiges Umdrehen der Form läßt man dann die Hauptmenge der
Masse wieder herausfließen; wird die Form nunmehr in ihre normale Lage gebracht,
so liegt ihr ein in Gestalt eines Keiles verlaufender Film an, der sehr schnell
austrocknet, indem die monomere Flüssigkeit verdampft oder polymerisiert. Auf die
innenseite dieses Films werden dann die mit dem monomeren Ausgangsstoff des Kunstharzes
angeriehenen Farben au£gemalt.
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Wie schon erwähnt, werden danach in an sich bekannter Weise die verschieden
gefärbten Kunstharzschichten in die Form gegeben und durch thermoplastische Verformung
oder Polymerisieren mit dem Film zu einer untrennbaren Einheit verbunden.
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Dieses neue Verfahren beseitigt die Nachteile der bisher bekannten
Verfahren. Da der zuerst in der Form gebildete Film durchscheinend ist, treten die
Farben des Hauptteiles des Kunststoffzahnes naturgetreu hervor, andererseits weisen
die Zeichnungen der Schmelzrisse und Flecken genau die gewünschte Form auf, die
dem Muster der gesunden Zähne entsprechend gewählt werden kann. Die auf diesen Film
aufgemalten Musterungen schimmern von innen her durch die Zahnschneidemasse durch
und wirken dadurch sehr natürlich. Es wird mit dieser einfachen Technik eine Wirkung
erzielt, die mit anderen bei Kunstharzen und auch bei anderen Werkstoffen bekannten
Verfahren nicht zu erreichen ist. Ferner kann auch bei diesem neuen Verfahren die
durch die Wärme oder den Preßvorgang entstehende rauhe Oberfläche auf dem Kunstharzzahn
durch Schleifen oder Polieren entfernt werden, ohne daß die Zeichnungen der Schmelzrisse
und Flecken zerstört werden, da sie durch den zuerst gebildeten dünnen Kunstharzfilm
nach außen abgedeckt sind.
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Zur Bemalung des in der Form zunächst gebildeten dünnen Kunstharzfilms
lassen sich Farbanreibungen mit Lösungsmitteln, Olen oder Lacken verwenden. Doch
bringt die Verwendung derartiger Flüssigkeiten die Gefahr mit sich, daß bei der
Ver-
arl)eitung Störungen. wie Bildung von Sprüngen oder ein schlechtes
oder ungenügendes Erhärten der Kunstharzmasse, auftreten. Es wurde gefunden, daß
es viel vorteilhafter ist, zum Anrühren der Farben das monomere Ausgangsprodukt
des Kunstharzes selbst zu benutzen, in dem gegebenenfalls noch ganz oder teilweise
polymerisiertes Material aufgelöst ist.
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Als farben werden vorteilhaft mineralische Farbkörper unter keramische
Farben henutzt. Zur Herstellung der Farben werden beispielsweise die Farbkörper
mit einem zähen Sirup. der durch Auflösen des Polymerisats in dem monomeren Ansgangsstoff
erhalten wird, in Kugelmühlen oder in einer Farbreibmühle homogenisiert und die
so erhaltenen lasten iii Schälchen eingefüllt und durch Verdampfeit oder l'olymerisieren
der überschüssigen Flüssigkeit. das durch Stehenlassen oder besser Erhitzen auf
etwa 80° bewirkt wird, in die feste Farbe übergeführt.
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Das Malen mit diesen Farben entspricht der Technik der Aquarellfarben.
Die beispielsweise in Blechkästen mit herausnehmbaren Porzellanschälchen enthaltenen
Farben werden mit der monomeren Flüssigkeit, die gegebenenfalls noch Polymerisate
und andere Zusatzstoffe in Lösung enthält, angerieben, diese Flüssigkeit übernimmt
also die Aufgabe des Wassers bei den bekannten Aquarellfarben.
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Mit dem mit dieser Flüssigkeit angefeuchteten Pinsel werden die einzelnen
Farben den Schälchen entiioinnieii und unmittelbar benutzt oder auf einer Palette
zur weiteren Farbschattierungen gemischt.
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Bei dem neuen Verfahren können die bekannten Polymerisationskunstharze,
z. B. Polystyrol-, Polyvinyl- und Polyacrylverbindungen, insbesondere Polymethacrylverbindungen,
Verwendung finden.
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Sie enthalten außer den Farbstoffen die anderen in der Technik üblichen
Zusätze, wie Polymerisationskatalysatoren, Weichmacher und Füllstoffe. Die Farbkörper
lassen sich aus den im Handel befindlichen mineralischen und keramischen Farhen
leicht auswählen.