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Verfahren zur Herstellung von Azomethinen und Komplexsalzen derselben
Es ist bekannt, daß manche ungesättigten Dialdehyde sich mit Aminen zu Azomethinen
umsetzen lassen; so bildet sich z. B. aus Furfurol und Anilin und Anilinchlorhydrat
unter Aufsprengung des Furanringes zum Oxyglutacondialdehyd ein Azornethinfarbstoff,
das sogenannte Furfuranilin der Formel
Außer mit Anilin wurde diese Reaktion auch mit anderen aromatischen Aminen sowie
Aminobenzoesäuren, Sulfanilsäure u. a. durchgeführt, nicht aber mit aromatischen
Aminocarbonsäuren, welche außer der Aminogruppe noch weitere Substituenten tragen.
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Es wurde nun gefunden, daß bislang unbekannte Azomethine durch Umsetzung
von Furfurol mit Aminooxybenzoesäuren besonders leicht und in guter Ausbeute erhalten
werden können, wenn auf i Mol Furfurol 2 MOI einer Aminooxybenzoesäure in wäßriger
oder alkoholischer Suspension bzw. Lösung in Gegenwart oder Abwesenheit von Mineralsäureanionen
zur Anwendung gelangen, wobei Derivate des Oxyglutacondialdehyds:
Eine bemerkenswerte Eigenschaft der so erhaltenen Azomethine ist ihre Fähigkeit,
mit überschüssigen Molekülen von Aminooxybenzoesäuren Komplexverbindungen einzugehen,
denen z. B. durch Behandlung mit Natriumbiearbonatlösung überschüssige Moleküle
der Säure entzogen werden können.
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Die Herstellung solcher Komplexverbindungen kann erfolgen, indem von
vornherein ein Überschuß über die benötigten 2 Moleküle der Säure zur Umsetzung
mit Furfurol verwendet wird oder indem dem fertigen Azomethin die Säure angelagert
wird, z. B. durch Behandlung der Azomethine oder ihrer Salze mit einer Lösung der
Aminooxybenzoesäure bzw. ihrer Salze.
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Die erfindungsgemäß erhaltenen Azomethine stellen wertvolle Chemotherapeutika
dar, da sie außer gegen bakterielle Erreger auch gegen Hautpilze gut wirksam sind.
Von besonderer Bedeutung ist z. B. das durch Umsetzung von i Mol Furfurol mit 2
Mol p-Aminoo-oxybenzoesäure entstehende Azomethin, das sich als gutes Chemotherapeutikum
gegen Tuberkelbazillen und andere bakterielle Erreger sowie gegen Hautpilze erwies.
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Die Azomethinkomplexsalze der p-Amino-o-oxybenzoesäure, von denen
durch stufenweise Entziehung der locker gebundenen Moleküle der Säure mittels Natriumbicarbonatlösung
und anschließendes Ansäuern mit Salzsäure Verbindungen folgender Zusammensetzungen
erhalten werden können:
sind für die Bekämpfung der Tuberkulose auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil
bei ihrer Anwendung eine Depotwirkung zu erreichen möglich ist.
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.Therapeutisch verwendbar sind ferner die mäßig wasserlöslichen Salze,
welche die isolierten Azomethine mit Alkalien, Alkalicarbonaten, Triäthanolamin
usw. bilden, sowie die gemischten Azomethine, welche bei Umsetzung von i Mol eines
aus einer Aminoverbindung mit einer Aminooxybenzoesäure gebildeten Salzes H,
N - C,; H, (0 H) - C 0,H + N H, R, wobei R einen
aliphatischen, aromatischen, alicyclischen oder heterocyclischen Rest bedeutet,
mit i Mol Furfurol entstehen, wie z. B.
Beispiel i 61,2 g (= 0,4 M 01) p-Amino-o-oxybenzoesäure werden in
750 ccm Methanol bei 40' gelöst und innerhalb 25 Minuten wird eine
Lösung von 19,2 g (= 0,2 MOI) Furfurol in ioo ccm Methanol unter Rühren eingetropft,
worauf noch 3 Stunden bei 40' weitergerührt wird. Am nächsten Tage wird die
dunkel gefärbte Lösung mit 1 1 Wasser versetzt und bis zur völligen Kristallisation
stehengelassen. Die tiefviolette Oxyglutacondialdehyd-Azomethin-Verbindung der p-Aminoo-oxybenzoesäure
wird nach dem Absaugen zur Reinigung mehrfach mit auf 40' erwärmtem Alkohol verrührt
und ausgezogen, wobei Verunreinigungen leichter in Lösung gehen. Nach längerem Trocknen
im Vakuum bei 6o' werden 62,5 9 (= 840/, der Theorie) der schwarzvioletten
Verbindunz der Formel
.erhalten. F. 218 bis 222' (unter Zersetzung).
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Mit überschüssiger Natriumbicarbonatlösung verrieben, entsteht ein
normales Dinatriumsalz, das in kaltem Wasser zu etwa 20/, bei neutraler Reaktion
löslich ist. Das Dinatriumsalz, mit einer starken Lösung von p-amino-o-oxybenzoesaurem
Natrium angerührt, lagert je nach den Bedingungen i bis 8 Moleküle
letzterer Verbindung unter Bildung der Natriumsalze
der in den
Beispielen 2, 3 und 4 beschriebenen Komplexsalze an.
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Mit überschüssiger io0/,iger Triäthanolaminlösung angerührt,erhältmannachio-bisi2stündigem
Stehen, darauffolgendem Absaugen und mehrtägigem Trocknen im Vakuumexsikkator ein
kaum gefärbtes normales Triäthanolaminsalz vom F. 164 bis 165' (unter Zersetzung)
der Formel
Das Salz löst sich gut in kaltem Wasser, die fast farblose Lösung reagiert neutral.
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Durch Fällen der methanolisch-wäßrigen Mutterlauge des obigen Ansatzes
sowie der Filtrate von der Alkoholreinigung mit viel Wasser wird ferner in einer
Ausbeute von 9,8 g eine rotviolette Verbindung erhalten, die getrocknet bis
36o' keinen Schmelzpunkt zeigt. Sie ist in Alkohol leichter löslich als die zuerst
erhaltene Verbindung, bildet Natrium- und Triäthanolaminsalze wie diese und wirkt
tuberkulostatisch sowie gegen andere Erreger. Sie vermag ebenfalls Komplexsalze
mit der p-Amino-o-oxybenzoesäure zu bilden. Beispiel 2 Zu einer Lösung von 175,1
9 (= I Mol) p-aminoo-oxybenzoesaurem Natrium in 1 1 Wasser werden
unter kräftiger Rührung schnell 900 CCM 2 n-Salzsäure zugefügt und darauf
9,6 g (= o,i Mol) Furfurol, gelöst in ioo ccm 5o0/,igem Alkohol, eingetragen.
Der Ansatz wird unter Rühren 6 Stunden auf 40' erwärmt. Am nächsten Tag wird
der violette Kristallniederschlag abgesaugt, mit Wasser nachgewaschen und im Vakuum
getrocknet. Zur Reinigung wird das Rohprodukt in 500 ccm Alkohol bei 6o'
durchgerührt, abgesaugt und im Exsikkator getrocknet. Ausbeute 164,8 g
(#
82,30/, der Theorie) des Azomethinkomplexsalzes:
vom F. 172 bis 1740 (Zersetzung). Beispiel 3
20,1 g Mol) des
nach Beispiel 2 erhaltenen Azomethinkomplexsalzes werden im Mörser mit 40/,iger
Natriumbicarbonatlösung verrieben, wobei solangeBicarbonatlösung hinzugefügt wird,
bis bei erneuter Zugabe keine Kohlensäureentwicklung mehr einsetzt. Das dunkelbraune
Natriumsalz; des Komplexes wird abgesaugt und auf der Nutsche mit etwas Wasser gewaschen.
Nunmehr wird das Komplexsalz im Mörser mit verdünnter Salzsäure verrieben und das
tiefviolette salzsaure Komplexsalz abgesaugt, mit Wasser gut gewaschen und mehrere
Tage im Exsikkator getrocknet. Ausbeute 9,3 9 (# 77,50/0 der Theorie)
eines Komplexsalzes folgender Konstitution:
vom F. 178' (unter Zersetzung). Beispiel 4 46,0 9 (0,3 MOI)
p-Amino-o-oxybenzoesäure werden in 570 ccm Nlethanol bei 40# gelöst und in
diese Lösung innerhalb 20 Minuten eine Lösung von 9,6 g
(= oj Mol)
Furfurol in 50 ccm Methanol eingetropft. Die weinrot gefärbte Lösung wird
noch 6 Stunden bei 40' gehalten und nach anschließender Abkühlung auf io'
mit verdünnter Salzsäure unter Rühren versetzt. Das ausgefällte trockengesaugte
violette Rohehlorhydrat wird im Mörser mit 30/,iger Natriumbicarbonatlösung verrührt,
bis keine Kohlensäureentwicklung mehr erfolgt, das entstandene Natriumsalz abgesaugt
und mit Wasser gewaschen.
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Das noch feuchte Natriumsalz wird durch Verrühren mit verdünnter Salzsäure
wieder in das nunmehr reine Chlorhydrat des Azomethinkomplexsalzes übergeführt,
das zunächst auf Tonplatten und anschließend mehrere Tage im Vakuumexsikkator getrocknet
wird. F. 203 bis 2o6' (unter Zersetzung). Konstitution: