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Ein- und mehrschenkelige Zahnklammer und Verfahren zu deren Herstellung
Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist eine eine und mehrschenkelige Zahnklammer zur Befestigung
von Zahnprothesen aus gebräuchlichen Prothesenwerkstoffen im Mund.
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Für die Befestigung von Zahnprothesen im Mund ist die einwandfreie
Verankerung des Ersatzstückes in den tragenden Zähnen, dem sog. Restgebiß, von wesentlicher
Bedeutung, weil hiervon der Sitz, die elastische Lösbarkeit der Prothese und damit
die Annehmlichkeit für den Träger weitgehend abhängt.
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Bisher hat man insbesondere als einschenkelige Klammer, die den Tragzahn
umfassen soll, einfache Drähte verwendet oder sog. Klammerkreuze oder T-Formen,
die mit Hilfe von Rundzangen od. dgl. derartig winkelförmig gebogen wurden, daß
ein Arm, der sog. Appendix, zur Verankerung im Prothesenmaterial diente, während
der andere, in entsprechendem Winkel abgebogene Arm den Tragzahn derartig umfassen
sollte, daß sich die Winkelspitze an die höchste Auswölbung in Richtung auf den
noch vorhandenen natürlichen Tragzahn anlegte und um die frontal liegende auswölbung
des Tragzahnes griff. Sofern hierbei die Winkelspitze nicht scharf ausgearbeitet
war, gab dies Veran-
lassung zu nicht einwandfreiem Sitz der Klammer
und nicht selten zur Überbeanspruchung des Alaterials im Klammerwinkel, auch erforderte
die Ausarbeitung dieser Spitze verhältnismäßig viel Erfahrungen, wenn nicht Nachteile
bezüglich des Ausfalls der Prothese und der'rragbequemlichkeit entstehen sollten.
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Durch den Gegenstand der vorliegenden Erfindung werden diese Nachteile
behoben dadurch, daß die Zahnklammer bereits als Winkel in der erforderlichten Schräge
von etwa 450 und weniger ausgebildet und in der Winkelspitze ausgeflacht ist, d.
h. nicht etwa erst aus einem Draht oder Kreuz herausgebogen werden muß, wodurch
bisher der Nachteil bedingt war, daß unzulässige Spannungen bei der Engerbiegung
vorhandener Winkel wie auch Verwindungen auftraten und insgesamt an Stelle eines
scharfen Winkels schlaufenähnliche Gebilde bei nicht sehr sorgfältiger Handhabung
und größter Übung entstanden.
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Der Klammerwinkel gemäß der Erfindung wird zweckmäßig durch eine
mittels Punktschweißung oder sonstige Vereinigung zweier Drähte oder durch Formung
eines Drahtes in die gewünschte Winkel stellung und anschließende Flachhämmerung
erreicht. Durch Vergütungsbehandlung erweichbare Legierungen können z. B. nach der
Abschreckperiode in gewünschte scharfe Winkelstellung verbracht werden und anschließend
durch einen Anlaßprozeß gehärtet, durch Aushämmern mechanisch nachvergütet werden.
Bei Stahldrähten wird eine Verspannung durch einen Ausflachungsprozeß erreicht.
Bei der fertigen Spitzwinkelklammer bildet ein Schenkel bzw. bei mehrschenkeligen
Klammern der Mittelast den sog. Appendix, der zum Anfassen bei der Arbeit, bei der
Biegung des anderen Schenkels in die gewünschte Umklammerungsform zum Tragzahn dient
und selbst zur Verankerung der Klammer in die Prothese dient.
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Zur näheren Erläuterung ist in der Zeichnung in Fig. 1 in Seitenansicht
eine Gebißauflage in Gips mit aufgelegter Zahnklammer gemäß Erfindung dargestellt
; Fig. 2 zeigt die Zahnklammer für sich, Fig. 3 und 4 zwei weitere Ausführungsformen
der Zahnklammer gemäß Erfindung; Fig. 5 zeigt die Ausführungsform einer zweischenkeligen
Klammer.
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Im einzelnen ist I die Platte, auf der sich der Gaumen- bzw. Kieferabguß
2 mit dem noch voran denen Zahn 3 befindet. Zur Aufstellung einer Prothese für die
fehlenden Molaren ist die Klammer 5 mit entsprechend dem Verlauf des Kieferfirstes
gebogenem Appendix aufgelegt, derart, daß der fertige Winkel 4 gerade an der höchsten
Auswölbung des Zahnes in Pfeilrichtung, also Zahnseitenrichtung, anliegt und der
kurze Schenkelast 6 den Zahn seitlich und von außen in einem sich an der höchsten
seitlichen und äußeren Auswölbung anlegenden Bogen palatinal verläuft. Entsprechend
bei den zweischenkeligen Klammern läuft nach der entgegengesetzten Richtung ein
weiterer Ast bucal und linqual.
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In Fig. 2 ist die ausgelöste Klammer noch am freien Ende des Appendix
mit einem quersteg 7 versehen, der sich über den Kieferfirst gewölbt legt und die
Lage der Klammer sichert.
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Die Ausgangsform dieser Klammer entspricht etwa der Austührungsform
nach Fig. 3, nur mit dem Unterschied, daß bei dieser Ausführungsform die Klammer
aus kantig profiliertem Draht }rgestellt ist, während nach Fig. 4 der Appendix aus
einem Blechstreifen besteht, der sich besonders günstig auf den Kieferfirst auflegt
und vor allem eine bessere Verbindung mit Stahiprothesen zuläßt.
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Die Handhabung der Klammer etwa nach Fig. 3 erfolgt derart, daß der
Appendix erfaßt, dem Verlauf des Kiefers entsprechend gebogen, die Spitze mit einer
Rundzange od. dgl. bündig an die seitliche Zahnwölbung, etwa bei 4 nach Fig. 1,
angelegt und der Ast 6, gegebenenfalls nach entsprechender Kürzung, in Umklammerungslage
um den Tragzahii herumgelegt wird Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 sind zwei
spitzwinkelig zum Appendix 9 verlaufende Schenkel lo und 11 vorgesehen, die in einer
sog. Auflage 12 auslaufen können, die sich ihrerseits in eine Fissur des Tragzahnes
anlegen kann.
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Die gemäß der Erfindung bereits in der Klammer fertige spitze Winkelform
mit ausgeflachten Winkelenden, die durch Versc'hweißung oder sonstige haltbare Vereinigung
aus zwei Drähten oder Blechstreifen oder eines Drahtes und eines Blechstreifens
entstanden ist, gewährleisten nicht nur den erforderlichen scharfen Winkel und das
flache anliegen an den Zahnwölbungen, sondern vor allem wird hierdurch die Gefahr
ausgeschlossen, daß bei nicht vorhandener größter Übung durch die Biegung aus einem
anderen Winkel oder aus dem gestreckten Stück mehr oder weniger Schlaufen entstehen
oder die Winkeläste nicht genau in einer Ebene liegen, also durch Verwindungen sich
der eine oder andere Winkelast nahe der Biegung vom Zahn abhebt. In diesem Fall
neigt die Klammer dazu, unterhalb der Wölbung zu rutschen, und die Prothese muß
entsprechend umständlich nachgeschliffen werden oder besitzt einen schlechten Halt.
Bei einer Vereinigung zweier Winkelabschnitte am Scheitelpunkt durch Schweißung
und folg&i'des Flachschlagen tritt eine Vergütungswirkung ein, die dem Winkel
vor allem auch seine ursprüngliche Federung wiedergibt, die andererseits beim bisherigen
Biegungsvorgang beseitigt wurde und schon vielfach unerwünscht war, um den Biegungsvorgang
zu vereinfachen. Bei Verwendung einer Klammer gemäß Erfindung ist durch die dichte
Anlagerung die Möglichkeit geboten, nach Einbettung im Prothesenmaterial dieses
so weit auszuarbeiten, bis der Scheitelpunkt des Klammerwinkels etwa punktförmig
frei liegt und damit ein ausdrückliches Kennzeichen dafür eintritt, daß die Prothese
nunmehr ihre dichteste Anlagerungsform besitzt und ein Nachschleifen des Zahnes
vermeidbar wird.
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Als Werkstoff für die Zahnklammer kommen alle bekannten gebräuchlichen
Werkstoffe in Betracht.
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Der Erfindungsgegenstand gestattet gewisse Ab-
änderungen,
z. B. hinsichtlich der Ausbildung des .ppendix oder der zur Handhabung dienenden
Anordnungen, wie Auskerbungen, Queransätze u. dgl.