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Bilderbuch Durch das Patent 8o9 162 ist ein Bilderbuch od. dgl. geschützt,
bei dem die auf den einzelnen Bildern dargestellten Figuren oder Teile derselben
auf den Bildblättern beweglich angeordnet sind und mit einem Handgriff in Verbindung
stehen, durch den sie in Bewegung gesetzt werden können.
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Die Erfindung betrifft einige technische Einzelheiten, die für die
Herstellung der Bücher, die einwandfreie Wirkungsweise des Bewegungsmechanismus
und auch für seine Haltbarkeit von wesentlicher Bedeutung sind.
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Gemäß den im Hauptpatent erläuterten Ausführungsformen sind die beweglichen
Figurenteile an einem Schieber befestigt. Die Befestigung erfolgt dort mit Hilfe
von Stiftlangloch- oder Nietverbindungen. Eine solche Befestigungsart hat sich zwar
grundsätzlich als außerordentlich zweckmäßig erwiesen. Die spezielle Ausführungsform
ist jedoch insofern ungünstig, als bei ihr der Kopf des Stifts bzw. Niets stark
aufträgt und sich leicht durch die Papierlagen durchscheuert oder durchstößt.
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Dieser Nachteil wird gemäß der Erfindung dadurch vermieden, daß der
Schieber einen z. B. durch Aufkleben mit ihm vereinigten Papierstreifen trägt, der
zweckmäßigerweise an seiner Außenkante mit beispielsweise schwalbenschwanzartigen
Einschnitten versehen ist, die zum Einhängen der beweglichen Figuren dienen. Eine
solche Möglichkeit ist beispielsweise in den Fig. i bis 3 dargestellt. Die einzelnen
Blätter i eines Bilderbuches sind je
aus zwei aufeinandergepreBten
Bogen gebildet. Zwischen diesen sind bewegliche Figurenteile 2 gelagert, die mit
ihren einen freien Enden durch Schlitze 3 aus dem Doppelbogen herausragen, mit ihren
Fußenden dagegen in einem Schieber 4 befestigt sind.
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Dieser Schieber 4 besteht aus Pappe und ist einseitig mit einem Papierstreifen
5 (Fig. 3) belegt, z. B. mit diesem verklebt. Aus ihm sind Schwalben, schwanzartige
Einschnitte 6 ausgestanzt, die zum Einhängen der Fußteile 7 der Figuren 2 dienen.
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Der praktische Gebrauch hat gezeigt, daß ein Papierstreifen in einer
solchen Anordnung und Ausbildung kräftig genug ist, um die an ihm auftretenden Beanspruchungen
aufzunehmen, während der im Querschnitt jetzt ungeschwächte eigentliche Schieber
im normalen Gebrauch ebenfalls unzerstÜrbar ist. Dabei ergibt die neuartige Ausbildung
aber den wesentlichen weiteren Vorteil, daß sich die Einschnitte bzw. Ausstanzungen
nunmehr infolge der geringen Stärke des Materials erheblich leichter erzeugen lassen
und daß die aus der Schieberebene hochgebogenen ausgestanzten Teile, wiederum infolge
ihrer geringen Stärke, innerhalb der Bildblätter nicht mehr wie früher auftragen,
sich somit auch nicht mehr durch die Bildblätter durchdrücken und infolgedessen
in ihrer neuartigen Ausbildung erheblich zur Schonung der Bilderbücher beitragen.
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In den Fig.4 bis 8 ist an Hand von Ausführungsbeispielen erläutert,
wie man mittels der einfachen Hinundherbewegung des Schiebers einige wichtige Bewegungsarten
der Figurenteile erreichen kann, auch wenn sie nicht mit der Bewegungsart und Bewegungsrichtung
des Schiebers selbst übereinstimmen.
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So zeigt z. B. Fig. 4 eine Möglichkeit, wie man verhältnismäßig große
Schwenkbewegungen eines beweglichen Figurenteiles 8 bei nur kleinen Schieberbewegungen
erhält.
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Danach ist der kürzere Schenkel eines Winkels 9 bei to gelenkig mit
dem, z. B. unter der Wirkung eines Gummizuges i i stehenden Schieber 12 vereinigt.
Der längere Schenkel dieses Winkels 9 ist durch einen Schlitz 13 hindurch auf die
Oberseite des Bildblattes 14 geführt. Der Drehpunkt des Winkels 9 ist durch einen
aus ihm ausgestanzten schwalbenschwanzartigen Lappen 15 gebildet, der in einen Ausschnitt
16, z. B. ein einfaches Loch, im Bildblatt 14 eingehängt ist. In dem Bildblatt 14
kann ferner ein Ausschnitt 17 vorgesehen sein, durch den wechselweise verschiedene
Bilddarstellungen auf dem langen Schenkel des Winkels 9 sichtbar werden.
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Gemäß Fig. 5 greift an dem Schieber 18 ein Lenker 19 an, der zunächst
durch einen längeren Schlitz 2o auf die Bildblattoberseite und dann durch einen
etwa der Lenkerbreite entsprechenden zweiten Schlitz 21 wieder unter das Bildblatt
22 geführt ist. Die beiden Schlitze 20, 21 verlaufen parallel oder schräg zu dem
Schieber 18. Der kurze Schlitz 21 bildet dabei eine Drehpunktlagerung für den Lenker
1g, durch die sich dieser bei der Bewegung des Schiebers 18 selbst auf- bzw. abwärts
bewegt. In dem längeren Schlitz 20 wird dabei der Lenker 19 hin und her geschwenkt.
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In einem dritten, senkrecht zur Schieberrichtung stehenden Schlitz
23 des Bildblattes 22 ist ein weiterer Figurenteil 24 geführt, der mit dem Schieber
18 fest vereinigt ist. Dieser Teil kann somit durch den Schlitz 23 in der Richtung
der Schieberbewegung zum Erscheinen bzw. zum Verschwinden gebracht werden.
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Zwecks Erzielung von gegenläufigen Bewegungen zweier Bildteile 2S,
26 können gemäß Fig. 6 zwei Winkel 27, 28 derart mit gleichartigen Schenkeln
an einem Schieber 29 und mit ihren Scheiteln am Bildblatt 3o angelenkt sein, daß
ihre anderen durch Schlitze 31, 32 im Bildblatt 30 geführten Schenkel 25,
26 gegeneinander weisen.
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Wie Fig.7 erkennen läßt, kann man diejenigen Figurenteile 33, 34,
die eine Kippbewegung ausführen sollen, an ihrer Durchtrittsstelle durch den Schlitz
35, 36 des Bildblattes 37 mit einem kurzen, etwa radial gerichteten Einschnitt 38,
39 versehen, mit dem sie 'über den Schlitzrand greifen. Diese Stelle bildet dann
bei der Bewegung einen Drehpunkt für den Figurenteil.
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In der gleichen Figur ist noch eine weitere Möglichkeit zur Herbeiführung
schwingender Bewegungen von Bildteilen gezeigt. Danach ist ein am Schieber 4o angreifender
Lenker 41 durch einen Schlitz 42 im Bildblatt 37 auf dessen Bildoberseite geführt,
wobei die Länge des Schlitzes 42 der Lenkerbreite entspricht. Die eine Kante 43
des-Lenkers 41 kann als Leitkurve für den Lenker 41 ausgebildet sein.
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Wie in Fig. 8 und 9 gezeigt ist, kann man auf der Bildseite eines
Bildblattes auch Bildteile als Deckschablonen derart fest anordnen, daß hinter ihnen
bewegliche Bildteile vorübergehend abgedeckt oder verdeckte Bildteile zum Vorschein
gebracht werden können. Auf diese Weise kann man ganz überraschende Wirkungen und
iEffekte erzielen.
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Im dargestellten Beispiel ist als bewegliche Figur ein Zwerg gezeigt,
der auf dem Rücken eine Weinbütte trägt. Der Zwerg kann bei der Betätigung des Schiebers
eine Beugebewegung ausführen, wodurch die Bütte in einem darunterstehenden Zuber
entleert werden soll. Der ausströmende Wein wird durch einen Bildstreifen 44 dargestellt,
der in der aufgerichteten Stellung des Zwergs hinter einer Deckschablone 45 verborgen
ist. Diese Deckschablone ist einfach mittels zweier Klammern 46 als Bildteil einseitig
überstehend auf das Bildblatt 47 aufgeheftet. Sobald der Zwerg seine geneigte Stellung
einnimmt, wird der den Wein darstellende Streifen 44 hinter der Deckschablone 45
vorbewegt und über den Zuber verschwenkt. Dadurch zeigt das Bild den aus der Bütte
in den Zuber fließenden Wein.