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Schallplatte und Verfahren zu ihrer Herstellung
Es sind Schalllilatten
bekannt, bei denen die Rillen in einer Platte aus durchsichtigem Stoff vorgesehen
sind, hinter der eine Zeichnung, ein Text oder eine bildliche Darstellung auf der
Seele der Platte sichtbar werden. Solche Platten bestehen also, wenn sie zweiseitig
bespielbar sind, aus dem Mittelteil (oder der Seele), zwei Blättern. z. B. aus Papier,
auf die der Text oder die bildliche Darstellung gedruckt oder photographiert ist,
und endlich aus zwei Scheiben eines durchsichtigen Werkstoffes, die die Blätter
bedecken und die Rillen tragen. Zur Verbindung dieser Teile miteinander sind schon
zahlreiche Vorschläge gemacht vvorden die aber alle nicht befriedigt haben, xveil
sich die einzelnen Teile voiieinander lösen. ZurVermeidun,, dieses Übelstandes hat
man verschiedentlich die äußeren durchsichtigen Kunststoffspielplatten etwas größer
im Durchmesser gehalten, so daß am äußeren Rand der Platte eine umlaufende Rille
entstand, die mit einem besonderen Kitt ausgeschmiert wurde. Das Verfahren hat jedoch
keine befriedigenden Ergebnisse gebracht, denn auch diese Platten lösten sich nach
einiger Zeit von einander.
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Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine neue Schallplatte, hei
der die Rillen sich in einer durchsichtigen Kunststoffscheibe mit etwas kleinerem
Durchmesser als die fertige Platte befinden und die Seele der Platte eine Art Schale
bildet, die mit einem etwas erhöhten Rand oder Bund sich
schützend
um den äußeren Rand der Papiereinlage und der Kunststoffscheibe legt.
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Die Erfindung betrifft auch eine Schallplatte mit bildlicher Darstellung
und mit einer Seele aus zwei Scheiben, die aus einem Zellfaserstoff, wie z. B.
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Pappe, ausgeschnitten sind und durch einen härtbaren Kunststoff, der
seitlich übersteht und einen schützenden Rand bildet, fest miteinander verhunden
werden.
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Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Herstellung der obenerwähnten
Platten, wobei in eine Preßform nacheinander eingelegt werden: eine Scheibe aus
thermoplastischemWerkstoff mit einem etwas kleineren Durchmesser als der Innendurchmesser
der Preßform, ein Blatt mit einem Text oder einer bildlichen Darstellung, dessen
äußere Abmessungen höchstens gleich denen der Kunst-Nstoffscheibe sind, eine härtbare
Kunststoffmasse, die die Seele der Platte bildet, dann, bei zweiseitig bespielten
Platten, ein weiteres Blatt mit Text oder bildlicher Darstellung, und schließlich
eine zweite Scheibe aus Kunststoff.
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Die Form wird dann zusammengepreßt, um die Rillen in die beiden Kunststoffscheiben
einzudrücken, wobei ein Teil der härtbaren Kunststoffmasse nach außen gedrückt wird
und den freien Raum zwischen dem Rand der Kunststoffscheiben und der Wand der Preßform
ausfüllt und so einen schützenden Rand um den Außenumfang der Platte bildet.
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Weiterhin betrifft die Erfindung eine Abart des vorstehend geschilderten
Verfahrens. Hierbei werden zwei Blätter bzw. Scheiben aus einem geeigneten Zellfaserstoff,
beispielsweise Pappe, ausgeschnitten, auf einer ihrer Seiten der Text oder die bildliche
Darstellung befestigt, worauf dann auf jeder Bildseite eine Scheibe aus durchsichtigem
Kunststoff aufgelegt wird. Auf die Rückseite der einen Scheibe aus Zellfaserstoff
wird dann eine möglichst gleichmäßige Schicht einer härtbaren Kunststoffmasse gestrichen.
Das Ganze kommt dann wieder in eine Preßform, wobei die Bildseiten selbstverständlich
nach außen gewendet sind, um die Spielrillen einzupressen. Beim Zusammenpressen
der Form fließt dann ein Teil der inneren Kunststoffmasse nach außen in den freien
Raum zwischen den eingelegten Scheiben und der Formenwand, so daß nicht nur die
Scheiben innen fest miteinander verbunden werden, sondern auch ein schützender Rand
um die verschiedenen Scheiben entsteht.
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Zum besseren Verständnis der Erfindung werden nachstehend zwei Ausführungsformen
als Beispiel beschrieben.
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Fig. 1 zeigt schematisch die verschiedenen in die Preßform gelegten
Teile vor dem Zusammendrücken; Fig. 2 zeigt die gleichen Teile nach dem Zusammendrücken;
Fig. 3 ist ein Teilschnitt durch eine Platte, deren Mittelteil aus zwei Scheiben
aus Zellfaserstoff besteht, vor dem Zusammendrücken der Form; Fig. 4 zeigt die gleichen
Teile wie Fig. 3, jedoch in zusammengepreßtem Zustand.
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In den Fig. 1 und 2 sind die Stärken der einzelnen Teile stark vergrößert,
um die Zeichnung deutlicher zu gestalten.
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Wie aus der Fig. 2 hervorgeht, besitzt die nach der Erfindung hergestellte
Platte eine Seele 6 aus einem geeigneten Werkstoff, die an ihrem Umfang eine Verdickung
7 besitzt. Der Wulst 7 bildet auf jeder Seite der Platte (bzw. nur auf einer, wenn
die Platte bloß einseitig benutzt wird) eine Vertiefung, in die das Blatt 5 mit
Text oder bildlicher Darstellung und die Scheibe 4 aus durchsichtigem Werkstoff
zur Aufnahme der Rillen, z. B. Vinylharz, eingebettet sind.
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Die Fig. I und 2 zeigen zwei Stufen eines Verfahrens zur Fertigung
der obenerwähnten Platte.
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Wie aus diesen Darstellungen hervorgeht, wird in das Innere der Preßform
1, in der die Matrize 2 für die zu formenden Rillen 3 befestigt ist, eine Scheibe
4 aus plastischem Werkstoff, z. B. Vinylharz, eingelegt. Diese Scheibe hat einen
etwas kleineren Durchmesser als die Preßform; praktisch wird man ihn mindestens
4 mm kleiner als den Innendurchmesser der Form machen. Uber die Scheibe 4 wird das
Blatt 5 gelegt, auf dem sich das gewünschte Bild oder die Darstellung befindet,
wobei das Blatt eine beliebige Form haben kann.
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Allerdings darf das größte Maß des Blattes 5 nicht größer als der
Durchmesser der Scheibe 4, sondern soll vorzugsweise noch etwas kleiner sein. Auf
das Blatt 5 kommt dann die aushärtende Kunststoffmasse6, die die Seele der Platte
bilden wird. Im Falle einer Doppelplatte wird darauf dann ein zweites Blatt 5' mit
einer zweiten Scheibe 4' gelegt, die wieder in Berührung mit der Matrize 2' kommt,
die in der zweiten Hälfte I' der Preßform sitzt.
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Wird das Ganze mit dem erforderlichen Druck zusammengepreßt, so breitet
sich die Masse 6 bis zu der Stelle 7 aus, wo sie den freien Raum zwischen den Scheiben
4, 4' und der Innenwand der Preßform I, I' ausfüllt, während sich die Matrizen 2,
2' in die Scheiben 4, 4' eindrücken und dort die Rillen 3, 3' in bekannter Weise
formen werden. Es bildet sich so am Rande der Platte ein Wulst, in den die Ränder
der Scheiben 4, 4' eingebettet sind, so daß diese sicher festgehalten sind und sich
nicht loslösen können.
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Selbstverständlich braucht dieser Wulst an der fertigen Platte nicht
bemerkbar zu sein, sondern kann in einer Ebene mit den vollkommen ebenen Flächen
der Platte liegen.
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In Abwandlung dieses Verfahrens kann man an Stelle von getrennten
bedruckten Blättern 5, 5' und Scheiben 4, 4' auch Blätter verwenden, bei denen die
bedruckte Seite mit einer genügend starken Schicht eines durchsichtigen Werkstoffes
überzogen worden ist, um die Rillen darin einpressen zu können. Diese Schicht kann
in jeder beliebigen und üblichen Weise aufgebracht werden, z.B. in Pulverform, durch
Aufpressen oder Aufkleben usw.
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In den Fig. 3 und 4 bezeichnen I, 1' die beiden Preßformhälften,
in denen die Matrizen 2, 2' mit den Rillen 3, 3' befestigt sind.
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Die Seele der Platte besteht aus zwei Pappscheiben 8, 8', auf deren
einer Seite die Bildträger 5, 5' befestigt sind. Diese Bilder können jedoch auch
unmittelbar auf die Pappscheiben übertragen werden, deren Oberfläche in entsprechender
Weise vorl)ereitet werden kann. Die Pappe, aus der die Scheiben 8, 8' ausgeschnitten
werden, kann schon vor dem Befestigen der Bildträger 5, 5' bzw. vor dem unmittelbaren
Aufbringen der Bilder mit einem natürlichen oder künstlichen plastischen Werkstoff
imprägniert werden. 4 und 4' sind wieder Scheiben aus einem durchsichtigen Werkstoff,
die die Schallrillen aufnehmen sollen und die darunterliegenden Bilder schützen.
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Auf der frei gel>liel)enen Seite der Blätter 8, 8' ist eine Schicht
6 aus einer härtbaren plastischen Masse aufgebracht. Dies kann in jeder bekannten
und üI>lichen Weise geschehen, wobei diese plastische, härtbare Nasse einer für
die Fertigung von Schallplatten übt eichen Zusammensetzung entspricht, z. B. Gummilack
mit Zusätzen von Steinkohlenpech und Schiefermehl.
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Die so vorbereiteten Scheiben 8, 8' werden in die Preßform I, I'
eingelegt, so daß die mit der Masse 6 bestrichenen Flächen einander gegenüberliegen.
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Wird die Preßform nun mit einer genügend großen Kraft zusammengepreßt,
so wird der Überschuß an Masse 6 zwischen den Scheiben 8, 8' nach außen verdrängt
und füllt den freien Raum am Umfang der Preßform aus, um einen ringförmigen Wulst
7 zu hilden, der in wirksamer Weise nach seinem Erhärten die Bildscheiben 5, 5'
und die durchsichtigen Scheiben 4, 4', in denen die Schallrillen sind, schützt.
Die Endstärke der Schicht 6 in der Mittelebene der fertigen Platte ist verhältnismäßig
klein und kann ohne weiteres kleiner als die Stärke einer der Scheiben X, X' sein.
Diese Scheiben 8, 8' können im ü,rigen auch aus einem anderen Zellfaserstoff als
Pappe ausgeschnitten werden.
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In manchen Fällen mag man auch Wert darauf legen, daß die Platten
nicht mit dem üblichen Mittelloch versehen sind oder daß sie die Form eines Vieleckes
haben, statt rund zu sein. Man wird dann die Drehscheibe des Plattenspielers mit
einem entsprechenden Mitnehmer versehen, um das Mitdrehen der Platte zu bewirken.
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Selbstverständlicll kann das beschriebene Herstellungsverfahren ohne
weiteres in Einzelheiten ergänzt oder abgeändert werden oder es können einzelne
Teile durch andere, gleichwertige ersetzt werden, ohne dadurch den allgemeinen Wert
der Erfindung zu heeinträchtigen.
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PATENTANSPRiJCHE: I. Schallplatte, hei der unter einer durchsichtigen
Schicht, in der sich die Rillen befinden, ein Bild auf einem Unterteil (Seele) liegt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben aus durchsichtigem, thermoplastischem Werkstoff,
die die Rillen tragen, einen etwas kleineren Durchmesser als die fertige Platte
haben und daß die Seele dieser Platte mindestens auf einer Seite eine Vertiefung
mit einem umlaufenden Rand bildet, der die Scheiben aus plastischem Werkstoff und
die Bilder umfaßt und ihre Kanten schützt.