DE85174C - - Google Patents

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DE85174C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05CEMBROIDERING; TUFTING
    • D05C7/00Special-purpose or automatic embroidering machines
    • D05C7/08Special-purpose or automatic embroidering machines for attaching cords, tapes, bands, or the like

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 52: Nähmaschinen.
F. SAURER'S SÖHNE in ARBON (Schweiz).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. August 1895 ab.
Die bisher gebräuchlichen Festons wurden hauptsächlich auf der Heilmann'schen Handstickmaschine erzeugt und bestanden aus einer Reihe von an einander gelegten Fäden, und zwar sowohl auf der Vorderseite als auf der Rückseite des Stoffes, wobei immerhin die nöthige Sorgfalt für schöne Aneinanderreihung hauptsächlich auf die Vorderseite verlegt wurde und wobei speciell auch auf der Rückseite der sogenannte Festonrand angebracht war, d. h. die. Verbindung der parallelen Fäden am äufseren Rande durch die Festonschlaufe. Der Stickfaden auf der Vorderseite und auf der Rückseite ist dabei ein und derselbe Faden.
Es wurden auch schon Versuche gemacht, den Feston auf sogenannter Schiffchen - Stickmaschine herzustellen. Die Versuche zur Festonerzeugung auf Schiffchenmaschinen beruhen bis. jetzt sämmtlich auf der Erzeugung der eigentlichen Feston-Parallelstiche auf der Vorderseite vermittelst des Nadelfadens.
Der vorliegende neue Feston hat nun als Parallelfäden den sogenannten Schiffchenfaden, und zwar nicht nur auf der Rückseite, sondern gleichzeitig auch auf der Vorderseite. Auf der Vorderseite tritt der Schiffchenfaden an der inneren, d. h. nicht verbundenen Festonkante als Schlaufe heraus und ist an der äufseren oder eigentlichen Festonkante des Festons durch den Nadelfaden gehalten.
Auf der Rückseite zweigt der aus dem inneren Stickloch hervortretende Schiffchenfaden nach zwei darüber stehenden, benachbarten Sticklöchern des Festonrandes ab, wo er je von einer kleinen Schlaufe, des aus dem Stickloch heraustretenden Nadelfadens gefafst wird.
Beiliegende Zeichnung zeigt in:
Fig. 1 in stark vergröfsertem Mafsstabe die Anordnung des neuen Festons;
Fig. ι a und ib zwei, verschiedene Stadien in der Lage der Fäden für die Erzeugung des Festons;
Fig. 2, 2 a, 3 und 4 eine Vorrichtung, mittelst welcher der neue Feston auf der Schiffchenmaschine ausgeführt werden kann. Dabei zeigt:
Fig. 2 einen Querschnitt mit bezüglicher Ansicht der in Betracht kommenden Theile der Schiffchenmaschine;
Fig. 2 a einen Theil der in Fig. 2 dargelegten Mechanismen;
Fig. 3 eine Ansicht von in Fig. 2 bezw. 2 a gezeigten Theilen und
Fig. 4 einen der Fig. 3 entsprechenden Grundrifs.
Der Nadelfaden α liegt in den äufseren Festonstichlöchern b1 b'2 b3 etc. des äufseren oder eigentlichen Festonrandes und hält den Schiffchenfaden c, und zwar auf der Vorderseite, indem er in der Schlaufe des Schiffchenfadens liegt, und auf der Rückseite, indem die kurze Schlaufe des Nadelfadens die Schlaufe c1 des Schiffchenfadens hält. Der aus einem inneren Festonstichloche dl bezw. d2, d3 etc. auf der Rückseite zur Schlaufe des Nadelfadens gehende Schiffchenfaden geht sofort wieder zum benachbarten inneren Festonstichloch und tritt auf der Vorderseite des Stoffes
heraus, aber derart, dafs er in Verbindung mit dem von der anderen Seite herkommenden Schiffchenfaden einen Doppelfaden bildet bezw. eine langgestreckte Schlaufe, deren Schenkel von der Schlaufenbiegung c° an parallel oder nahezu parallel sich zum inneren Festonloch d erstrecken.
Der Feston wird so gebildet, dafs die Nadel beispielsweise das Loch b2 durch Einstechen erzeugt, den Nadelfaden α auf die Rückseite des Stoffes bringt und demselben gestattet, Schlaufenform anzunehmen. Durch die Schlaufe geht das Schiffchen hindurch und es fassen sich dadurch die beiden Fäden. Die Nadel tritt ganz aus dem Stoff heraus und es findet Schaltung des Stickrahmens statt, so dafs die Nadel bei ihrem neuen Vorgange an der Stelle d'2 in den Stoff sticht, dadurch das innere Festonstichloch bildend, und in ähnlicher Weise wie bei <P eine Fadenschlaufe auf der Rückseite des Stoffes für den Eintritt des Schiffchens. Nachdem der Schiffchenfaden in den Nadelfaden eingetreten, sind die beiden Fäden wieder an einander geschlauft, wie in Fig. ι a gezeigt. Indem nun die Nadel wieder zum Stoff heraustritt, wird die Schlaufe des Nadelfadens diejenige des Schiffchenfadens durch das Loch d'2 hindurchziehen, wobei aber dafür zu sorgen ist, dafs die Spannungen der Fäden entsprechend regulirt werden können. Hierauf macht der Stoffrahmen wieder eine derartige Bewegung, dafs die Nadel bei b3 in den Stoff treten kann, womit ein Heraufziehen der Schiffchenfadenschlaufe auf die Höhe der äufseren Festonlinie verbunden ist.
Die in Fig. 2 bis 4 dargelegte Anordnung gestattet die Ertheilung der nöthigen Fadenspannungen. Die Sticknadeln e sind bekanntlich auf den gegen den Stoff hin- und herbewegten Kluppen f befestigt, welche ihrerseits auf einem Schlitten liegen, der die Bewegung den Nadeln ertheilt. Direct hinter dem Stoff liegt die Reihe von Schiffchen, entsprechend der Nadelzahl. Das System der Schiffchenführung etc. kann ein beliebiges der bekannten Systeme sein; vorliegend sind die Schiffchen g vertical geführt. Auf den Längsbalken h der Schiffchenmaschine sind die bekannten Fadenleiter i i1 angebracht. Zwischen den Fadenleitern und der Nadelfadenspule k liegt die ebenfalls auf der Schiffchenmaschine vorgesehene Spannwalze /, welche eine rauhe Oberfläche hat, und um welche der Nadelfaden a geführt ist, so dafs also der Faden α den Umfang der Walze einnmal umschliefst und hierauf über die Fadenleiter in der in Fig. 2 angedeuteten Weise geht. Die neue Vorrichtung für die Erzeugung der nöthigen Spannungsverhältnisse steht nun in Verbindung mit der eben erwähnten Spannungswalze /, um im richtigen Augenblick die Spannungen sich ändern lassen zu können. Ein Schaltrad m, sowie eine Bremsscheibe η sitzen auf der Achse m° der Walze /, ferner sitzt auf der Achse der Walze Z der Schalthebel bezw. das gabelförmige Hebelpaar ο mit1 der Klinke o1. Auf der Achse m°, welche im Lager drehbar ist, sitzt ferner ein Hebel o2 bezw. ein gabelförmiges Hebelpaar, woran die mit dem Excenterhebel q verbundene Lenkstange ρ sitzt; der Excenterhebel q ist um Achse drehbar und wird von einem passenden Excenter r aus bewegt. Die Feder q1 prefst den Hebel q stets an das Excenter r. Am Lagersupport ist ein Zapfen s°, auf welchem der Hebel s angebracht ist. Dieser Hebel s ist ein Urnschlaghebel und hat den Zweck, den Excenterhebel q bleibend vom Excenter r abzuheben, und zwar für die Zeit, innerhalb welcher nicht festonirt wird. Zu diesem Behufe ist am Hebel s eine Nase oder Rippe s1 vorgesehen, welche sich in die Oeffnung q1 des Hebels q einlegen kann und damit das Excenter r und seine Function auslöst.
Gegen die Bremsscheibe η ist eine Bremsbacke n1 gelegt, welche an einem um den Zapfen drehbaren Hebel t befestigt ist, der die Anschlagschrauben t1 trägt, von welchen die hintere auf eine Nase der Klinke o1 aufschlägt und die vordere auf die Nabe dieser Klinke. Damit verbunden ist der Hebel £2, auf welchen die auf der Stange u sitzende Feder u1 wirkt, und zwar im Sinne des Anpressens der Bremsbacke n1 an die Bremsscheibe η. Die Stange u ist mit dem Lagersupport verbunden und mit einem Handgriff u2 zur Erleichterung der Stangendrehung versehen. Diese Stangendrehung findet bei Regulirung der Kraft der Feder ul statt, welche die mehr oder weniger starke Bremswirkung durch die Bremsbacke n1 bedingt.
Der Längsbalken h ist als für die untere Nadelreihe vorausgesetzt bestimmt, während für die obere Nadelreihe ebenfalls ein Längsbalken vorgesehen ist. Um nun aber die obere Spannungswalze genau in gleicher Weise zu bremsen wie die untere . bezw. auch die Walzenbremswirkung in gleicher Weise aufhören zu lassen, ist auch eine Stange ν zwischen den Hebeln 0 gefafst. Diese Stange ν überträgt die Bewegungen, welche für die besondere Regulirung der Fadenspannung nöthig sind, auch auf die obere Spannungswalze /. Für die obere Nadelreihe bezw. für den oberen Längsbalken h sind nun auch die Hebel 0 mit Klinke o1, Schaltrad m, Bremsscheibe η, Bremsbacke η1 und die Bremsbackenhebel ttlt2 nothwendig, nebst den diese Organe tragenden Lagersupports h°.
Um nun zu erzielen, dafs der Schiffchenfaden c als Festonfaden erscheint, d. h. auch als vorderer Festonfaden, wird mit den Ab-
zugsvorrichtungen wie folgt' gearbeitet: Der beispielsweise bei b2 eingeführte Nadelfaden a bildet hinter dem gebildeten Loch eine Schlaufe an der Nadel, durch welche das Schiffchen mit seinem Faden hindurchgehen kann. Die Schlaufe des Nadelfadens bleibt auf der Rückseite und ist ziemlich kurz gehalten. Nachdem die Nadel ■ unter gewöhnlichen Umständen wieder aus dem Loch herausgetreten ist, wird die in den Fig. i, ia und ib vom Faden a gebildete Schlaufe den Schiffchenfaden halten, während der Stoffrahmen so versetzt wird, d. h. in die Höhe geht, dafs die Nadel beim nächsten Stich an der Stelle d? eintreten und die Nadelfadenschlinge bilden kann, durch welche der Schiffchenfaden c hindurchgeht. Die Spule des Schiffchenfadens ist durch c2 in Fig. ι a bezeichnet, welche Figur der eben beschriebenen Functionsstellung der Nadel entspricht. Während die Nadel aus dem Stoff herausgeht, findet die Schaltung des Rades m derart statt, dafs der Faden α stark angezogen wird, also dieser Faden die andere Schlaufe des Schiffchenfadens durch das Loch cP hindurchzieht, wie Fig. ι b zeigt. Diese Figur zeigt den Anfang des Herausziehens des Schiffchenfadens auf die vordere Seite im ersten Stadium. Die hier noch unten liegende Schlaufe des Schiffchenfadens wird beim weiteren Anzug, d. h. auch bei der weiteren Schaltung noch hoch gezogen, indem nach dem Heraustreten der Nadel aus dem Loch cP und dem Wiedereinstechen ■ in ein . oberes Loch, d. h. in &3, die Schaltung stattfindet, also die Schlaufe des Schiffchenfadens noch ganz in die Höhe gezogen wird, worauf nach erfolgtem Einstechen in b3 Schiffchenfaden und Nadelfaden die zwischen b'2, (P und bs (Fig. ι) dargelegten Stellungen einnehmen. Noch sei er-, wähnt, dafs, sobald die Nadel den Stoff vor dem Eintritt bei bz berührt hat, die Schaltklinke wieder zurückgeht, also das Schaltrad m frei läfst und die Spannung des Nadelfadens a wieder normal macht. Während des Rückganges der Schaltklinke o1 findet die Bremsung durch die Backe n1 statt, weil sonst der Schiffchenfaden den Nadelfaden wieder durch das Loch d3 zurückziehen würde. Die Fadenleiter i i1 functioniren genau wie in der bisherigen Schiffchenmaschine. Die Regulirung der Bremsbacke soll so sein, dafs beim stärksten Anzug nur eine Schaltung, d. h. eine Walzendrehung und Fadenabgabe möglich ist, welche der Distanz der oberen Löcher, also b2 bs bezw. b3 bl etc. entspricht. Die Bremsung der Walze / hört auf, sobald die Klinke o1 wieder an ihrer unteren Ruhestelle angelangt ist. Diese Schalt- oder Bremsorgane, welche auf die Walze Z einwirken, kommen natürlich nur für die Stiche dl cfi da etc. in Betracht, weil nur bei diesen die Spannung derart verändert werden mufs, dafs ein Herausziehen des.Schiffchenfadens mit der Schlaufe^ c° möglich ist. Es mufs daher Excenter r, wenn es pro Umdrehung nur einen Ausschlag gestatten soll, pro Stich' nur eine halbe Umdrehung machen.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Ein Verfahren zur Herstellung eines Festons auf Schiffchen - Stickmaschinen in der Weise, . dafs der Nadelfaden die obere Festonabgrenzung bildet und den Schiffchenfaden auf der Höhe der oberen Festonlöcher hält, indem der durch das untere Stichloch (d d1 d2 d3 etc.) des Festons eingeführte Nadelfaden den Schiffchenfaden ■ durch das erwähnte untere Stichloch herauszieht und denselben auf die Vorderseite bringt.
  2. 2. Zur Ausführung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens eine Fadenspann-Vorrichtung für die Erzeugung der zum Herausziehen des Schiffchenfadens aus den unteren Festonstichlöchern nöthigen Spanrtungsverhältnisse, gekennzeichnet durch eine ausrückbare Schält- und Bremsvorrichtung, welche nach jedem zweiten Stich (dem dem Festonumfassungsfaden entgegengesetzten) derart zur Wirkung gelangt, dafs die Schaltvorrichtung ein Anziehen des Nadelfadens durch Rückwärtsdrehung der Spannwalze (I) bewirkt und die Bremsvorrichtung wahrend des Rückganges der Schaltklinke eine regulirbare Bremsung der Spannwalze bewirkt.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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