DE850784C - Verfahren zur Herstellung von gemustertem Glas - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von gemustertem Glas

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DE850784C
DE850784C DE1948850784D DE850784DA DE850784C DE 850784 C DE850784 C DE 850784C DE 1948850784 D DE1948850784 D DE 1948850784D DE 850784D A DE850784D A DE 850784DA DE 850784 C DE850784 C DE 850784C
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glass
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pattern
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DE1948850784D
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Fredrik Wilhelm Anton Dr Kurz
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03BMANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
    • C03B23/00Re-forming shaped glass
    • C03B23/02Re-forming glass sheets
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03CCHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C19/00Surface treatment of glass, not in the form of fibres or filaments, by mechanical means

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Description

Bei der Herstellung von gemusterten Glasplatten verfuhr man bisher so, daß das Glas unmittelbar nach seiner Erzeugung, solange es noch sehr heiß ist, durch mit einem Muster versehene Stanzen oder Walzen gemustert, ornamentiert wird. Ein derartiges Verfahren ist jedoch mit großen Nachteilen verbunden. Erstens wird die Erzeugung von gemusterten Glasscheiben in verschiedenen gewünschten Größen erschwert oder sogar unmöglich gemacht, da das Zerschneiden von bereits gemusterten Scheiben, besonders bei Musterung auf beiden Seiten schwierig ist, und zweitens weist eine nach der Musterung zugeschnittene Scheibe sehr scharfe Kanten auf, wodurch sie für viele Zwecke ungeeignet oder unbrauchbar ist. Wenn bei Musterung einer direkt aus der Glasmasse ausgewalzten Glasscheibe diese ein bestimmtes Format erhalten soll, sind besondere Formen notwendig, da sonst das Glas sowohl in der Länge wie in der Breite gestreckt wird. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden diese Übelstände dadurch vermieden, daß im Handel erhältliches Flachglas zuerst auf das gewünschte Maß zugeschnitten wird, wonach die auf diese Weise zugeschnittenen Glasscheiben vom kalten Zustand auf eine Temperatur von etwa 8500 C erhitzt werden, um dann mit einer Musterung auf einer oder auf beiden Seiten durch Walzen mit Hilfe von auf einer oder beiden Seiten des Flachglases abrollenden Walzen versehen zu werden, von denen wenigstens die Walze oder die Walzen auf der einen Seite des Glases gemustert sind. Auf diese Weise ist eine Herstellung von gemustertem Flachglas mit im vor-
aus durch Zuschneiden bestimmten Abmessungei möglich.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung werdei keine formatbegrenzenden Formen für die Musterung benötigt, und trotzdem behält die gemusterte Glasscheibe das vorgesehene Format, wobei gleichzeitig die Kanten abgerundet sind. Dies beruht auf folgenden Ursachen.
Wenn man von einem in gewünschter Größe zugeschnittenen kalten Flachglas ausgeht und dieses nur auf eine zur Anbringung des Musters geeignete, relativ niedrige Temperatur von ungefähr 8500 C erhitzt, erhalten die Oberflächen der Glasscheibe die höchste Temperatur, während das Innere der Glasscheibe eine etwas niedrigere Temperatur aufweist, was ohne weiteres verständlich ist. Beim Abrollen der Musterwalze oder -walzen entlang einer Glasscheibe mit einer derartigen Wärmeverteilung erhalten zwar die Oberfläche oder Oberflächen die geao wünschte Musterung, aber der Druck der Walzen ist nicht imstande, die Dimensionen der Glasscheibe zu ändern, da der innere kältere Teil der Glasscheibe jede Dehnung in der- Länge und/oder Breite verhindert.
Geht man dagegen von einer heißen, durch Auswalzen einer Glasmasse hergestellten Glasscheibe aus und wird diese mit einem Muster unmittelbar nach oder gleichzeitig mit der Auswalzung oder auf alle Fälle, bevor die Glasscheibe vollständig abgekühlt ist, versehen, so ergeben sich ganz andere Verhältnisse. Wenn die aus der Glasmasse ausgewalzte Glasscheibe die Auswalzungsstelle verläßt, ist die Temperatur im Inneren der Glasscheibe am höchsten und an der Oberfläche niedriger. Wird eine solche Glasscheibe mit einem Muster durch Walzen versehen, so kann der innere heißere Teil der Glasscheibe eine beträchtliche, unberechenbare Dehnung nicht verhindern und ihr auch nicht entgegenarbeiten, wenn die Musterwalzen an der Glasscheibe mit 4„ dem zur Musterung notwendigen Druck zur Anlage gebracht werden.
Daraus geht deutlich hervor, daß das Verfahren gemäß der Erfindung nicht nur die Anwendung von sehr billigem Glas ermöglicht, sondern auch sehr bedeutende weitere Vorteile aufweist.
Die Erfindung gestattet die Herstellung gemusterten Glases in den verschiedensten Formen und Größen zu viel niedrigeren Preisen als bisher, was von besonders großer Bedeutung für Beleuchtungszwecke ist, wo gemusterte Glasscheiben in sehr großem Umfang zur Anwendung kommen.
Die Erzeugung von Ornamentglas nach dem bekannten Verfahren erfordert eine bedeutend höhere Temperatur (etwa 14000 C) als das Verfahren gemaß der Erfindung (etwa 8500C). Außerdem ist beiderseitig gemustertes Ornamentglas nach der bekannten Methode im allgemeinen nicht hergestellt worden, weil Ornamentglas nur einwandfrei geschnitten werden kann, wenn die eine Seite glatt ist. Gemäß der Erfindung ist es dagegen, wie bereits erwähnt, möglich, beiderseitig gemustertes Glas zu erzeugen, da die Musterung auf den bereits zugeschnittenen Glasplatten erfolgt; hierbei kann sogar Sekunda- bzw. Ausschußglas verwendet werden, da eventuelle Blasen und Fehler im Glase durch die Musterung verschwinden. Gleichzeitig werden die Schnittkanten durch die Wärmebehandlung abgerundet. Wenn das gemäß der Erfindung gemusterte Glas zu Rinnen, Schalen od. dgl. gebogen werden soll, kann dies gleichzeitig mit oder unmittelbar nach der Musterung geschehen, wozu es also keiner besonderen Erhitzung mehr bedarf, während Ornamentglas, das nach der bekannten Methode hergestellt ist, in diesem Fall erneut auf etwa 6500 C erhitzt werden muß.
Bei dem obengenannten früher vorgeschlagenen Preßverfahren wird für jede Größe und jedes Muster eine besondere, teure Preßform benötigt, und außerdem kann nur gemustertes Glas in kleineren Dimensionen erzeugt werden, da das Auspressen von größeren Scheiben in Formen und deren Herausnehmen aus diesen mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, insbesondere mit Rücksicht darauf, daß diese Arbeiten innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne vor sich gehen müssen, wenn nicht die Glastemperatur unter die für die Musterung und eine eventuell anschließende Biegung erforderliche Temperatur sinken soll. Sonst muß eine ziemlich komplizierte, teuere und zeitraubende Wiederauiwärmung geschehen, Das bisher bekannte Preßverfahren eignet sich daher nur für kleinere Gegenstände. Die Erzeugung von größeren Formaten wird außerdem durch die Deformierungsgefahr beim Herausnehmen der weichen Glasplatten aus der Form bzw. durch Bruchgefahr, wenn das Glas bereits erstarrt ist, unmöglich gemacht. Außerdem hat es sich gezeigt, daß es äußerst schwer ist, eine gleichmäßige und schöne Musterung über die ganze Glasfläche zu erhalten, wenn diese auf einmal gemustert wird. Schließlich ergeben sich große Schwierigkeiten bei der Massenproduktion, da ja eine kontinuierliche Erzeugung nicht möglich ist.
Durch das Verfahren gemäß der Erfindung ist es möglich, das Glas auf geeigneten Transportbahnen zu den Walzen zu befördern und ebenso das gemusterte Glas ohne Abbruch von der Walzstelle weiterzuführen. Die Glastemperatur, z. B. etwa C, die je nach der angewandten Glassorte etwas variiert, kann also ohne Schwierigkeit beibehalten werden, wodurch nicht nur eine einwandfreie n0 Musterung, sondern auch die Nachbehandlung des Glases unter den günstigsten Bedingungen durchgeführt werden kann.
Auch wenn das neue Verfahren seine besondere Bedeutung für die beiderseitige Musterung von Glas hat, das erst dadurch in rationeller Weise gemustert werden kann, so lassen sich doch auch in gewissen Fällen bei der Herstellung einseitig gemusterten Glases große Vorteile erreichen, die man mit irgendeinem anderen Verfahren nicht erzielen kann. Wird nämlich die eine Glasseite mehr als die andere erhitzt, bevor das Glas zu den Walzen gelangt, läßt sich z. B. ein tiefes prismatisches Muster in die wärmere Seite einwalzen, während die kältere (glatte) Seite die erwähnte, dehnungsverhindernde Wirkung hat. Derartige prismatische Gläser konnten
bisher nur durch Pressen hergestellt werden, wodurch es lediglich möglich war, kleinere Größen zu erzeugen, und die glatte Bodenschicht verhältnismäßig dick gehalten werden mußte. Da nämlich beim Pressen die ganze Oberfläche auf einmal unter Druck versetzt wird, darf das Glas nicht zu dünn sein, sonst zerspringt es beim Pressen. Die Einsparung von Glasmasse l>edeutet gleichzeitig eine wesentliche Gewichtsverminderung. Prismenglas
ίο wird hauptsächlich für Beleuchtungsarmaturen benutzt, wenn eine kontrollierte Lichtverteilung gefordert wird, und für Beleuchtungsarmaturen ist es aber wichtig, daß das Armaturenmaterial nicht zu schwer ist.
Das gemäß der Erfindung hergestellte gemusterte, ebene oder gebogene Flachglas eignet sich besonders gut für Glaskörper, die für Beleuchtungszwecke bestimmt sind, aber auch für alle anderen Zwecke, bei denen eine Massenerzeugung von gemusterten Glasgegenständen beabsichtigt ist, die aus im voraus zugeschnittenem, im Handel erhältlichem Flachglas als Ausgangsmaterial hergestellt werden.
Durch das neue Verfahren kann infolge des billigen Ausgangsmaterials und der vereinfachten Herstellung gemustertes Glas mit abgerundeten Kanten für Beleuchtungskörper, Lichtrampen, aber auch für andere Zwecke, wo gute Lichtbrechung bzw. optische Wirkung verlangt wird, zu geringen Kosten erzeugt werden; außerdem ist es möglich, ebene oder gebogene Gläser mit beiderseitiger dichter und tiefer Musterung, auch in großen Dimensionen, herzustellen, was sich bisher nicht durchführen ließ. Erst durch das neue Verfahren kann beispielsweise ein befriedigendes Material für eine Leuchtröhrenbeleuchtung geschaffen werden, die die Länge einer Leuchtröhre (1250 mm) und eine so dichte prismatische Musterung auf beiden Seiten hat, daß eine hinreichend intensive Lichtbrechung erreicht wird und die Leuchtröhre nicht mehr als leuchtender Strich hinter dem Glas sichtbar ist, sondern der Lichtschein sich gleichmäßig über die g^ize Glasfläche verteilt.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von gemuster tem Glas, dadurch gekennzeichnet, daß im Handel erhältliches Flachglas zuerst auf die gewünschte Form zugeschnitten wird, wonach die zugeschnittenen Glasscheiben auf eine Temperatur von etwa 8500 C erhitzt werden und danach mit Hilfe mindestens einer auf dem Flachglas abrollenden gemusterten Walze mit einer Musterung versehen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zugeschnittenen Glasscheiben mit Hilfe von auf beiden Seiten der Glasscheibe abrollenden Musterwalzen beiderseitig mit einer Musterung versehen werden.
Q 5378 9. 52
DE1948850784D 1947-11-11 1948-12-23 Verfahren zur Herstellung von gemustertem Glas Expired DE850784C (de)

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DE850784C true DE850784C (de) 1952-11-29

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DE1948850784D Expired DE850784C (de) 1947-11-11 1948-12-23 Verfahren zur Herstellung von gemustertem Glas

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DE (1) DE850784C (de)
DK (1) DK71485C (de)
GB (1) GB603921A (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE948635C (de) * 1952-12-30 1956-09-06 Glas U Spiegel Manufactur A G Verfahren zum Herstellen eines blendfreien Opakglases mit polierter Oberflaeche
DE1030528B (de) * 1954-12-14 1958-05-22 Pilkington Brothers Ltd Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Ornament-Flachglas

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE948635C (de) * 1952-12-30 1956-09-06 Glas U Spiegel Manufactur A G Verfahren zum Herstellen eines blendfreien Opakglases mit polierter Oberflaeche
DE1030528B (de) * 1954-12-14 1958-05-22 Pilkington Brothers Ltd Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Ornament-Flachglas

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GB603921A (en) 1948-06-25
DK71485C (da) 1950-09-11

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