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Schneidvorrichtung für Greifer Beim Umschlag von Fördergut, das insbesondere
im feuchten Zustand stark dazu neigt, im Fördergefäß haftenzubleiben, wie z. B.
Lehm, Ton oder mit Mergel vermischter Kalkstein, ergibt sich oft beim Entleeren,
daß nur ein Teil des Gutes herausfällt. Ein mehr oder wenig großer Rest bleibt dann
in den Schalen hängen und wird wieder zurückgefördert, wodurch das Aufnahmevermögen
für die weiteren Arbeitsvorgänge beschränkt bleibt und Füllungsgrade unter 50°/o
der normalen Füllung keine Seltenheit sind. Damit sinkt die Förderleistung erheblich
bei gleichzeitigem Anstieg der Löschzeiten.
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Zur Behebung dieser Mängel sind bei bekannten Bauarten Abstreifer
vorgesehen, die bogenförmig ausgebildet, an der Innenkante der Schalen angelenkt
und durch gelenkig angeschlossene Stäbe mit dem unteren Querhaupt verbunden sind.
Diese Bauart hat aber den Nachteil, daß bei backendem Gut die Abstreifer nach geringem
Absenken des unteren Querhauptes zunächst auf dem Gut aufliegen und ein Öffnen des
Greifers verhindern, selbst dann, wenn der Greifer plötzlich geöffnet wird.
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Bei anderen Bauarten sind ein oder mehrere senkrecht zur Schalendrehachse
waagerecht liegende Abstreifer vorgesehen, deren Enden angenähert bis in die Ecken
der geöffneten Greiferschalen reichen. Diese Abstreifer sind an dem unteren Querhaupt
starr angeschlossen. Diese Ausführung hat den Nachteil, daß die Abstreifer über
das Profil des geschlossenen Greifers hinausstehen, so daß die Gefahr besteht, daß
der Greifer bei Hochziehen leicht unter vorspringenden Teilen der zu entladenden
Räume hängenbleibt.
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Mit der Schneidvorrichtung nach der Erfindung werden die geschilderten
Mängel vermieden.
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Schneidvorrichtung für Greifer,
die in jeden üblichen Greifer eingebaut werden kann. Die erfindungsgemäße Schneidvorrichtung
besteht im wesentlichen aus mit Schneidkanten
versehenen, in ihren
Abmessungen mehr oder weniger dem Pnnenprofil einer geöffneten Greifers entsprechend
angepaßten .Rahmen, die einerseits gelenkig mit dem Gehäuse des unteren Rollenblocks,
andererseits durch Lenker mit den Greiferschalen verbunden sind, derart, daß die
Schneidkanten der Rahmen beim Öffnen des Greifers an dessen Innenwand entlang das
etwa hängengebliebene Fördergut herausschneiden und bei geöffnetem Greifer so weit
gegenüber den Schneidkanten der Greiferschalen zurücktreten, daß der Greifervorgang
nicht behindert wird, während die Schneidrahmen beire geschlossenen Greifer innerhalb
seines Seitenprofils bleiben, so daß der Greifer beim Heben nicht hängenbleibt.
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Weitere Merkmale der Erfindung beziehen sich auf die Aus- und Einbaumöglichkeit
bei wechselndem Fördergut oder veränderlicher Beschaffenheit des anfallenden Gutes,
ferner auf die Art und Ausbildung der Schneidvorrichtung, vor allem auch mit federnd
an die Greiferschalen angelenktem Schneidrahmen zur Einhaltung des Greiferseitenprofils
und zum Vermeiden von Verklemmungen beim Schließen des Greifers durch Reste von
zusammengedrücktem oder nachgerutschtem Fördergut.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in Ausführungsbeispielen dargestellt,.
es zeigt Abb. i einen gewöhnlichen Stangengreifer mit gelenkig an den unteren Rollenblock
angeschlossenen Schneidrahmen und'dessen Stellungen gegenüber verschiedenen Öffnungswinkeln
der Greiferschalen, Abb. 2 die Inge der Schneiden gegenüber den Greiferschalen in
einer Zwischenstellung und zugleich mit den Abb. 3 und 4 Ausführungsbeispiele für
die Schneidkanten und Abb. 5 Möglichkeiten für die Gestaltung der gelenkig angeschlossenen
Rahmen.
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Die Wirkungsweise der Schneidvorrichtung und die Ausbildung wesentlicher
Teile ist folgende: Der mit Schneiden i versehene Arm oder Rahmen 2 mit Seitenwänden
3 und Verstrebungen 4 (Abb. i und 5) ist mit dem Gehäuse 8 des unteren Rollenblocks'gelenkig
verbunden. Die Greiferschalen 9 sind in der üblichen Weise ausgebildet und drehen
sich um die Bolzen 7 des unteren Rollenblocks B.
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Zum Entleeren des Greifers wird der-untere Rollenblock 8 durch Nachlassen
der Schließteile gegenüber dem Greiferkopf abgesenkt. Dabei schwingen die Schalen
9 in den Stangen io um Drehpunkte im oberen Rollenkopf, dem Greiferkopf ii.
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Bei dieser Öffnungsbewegung werden die zunächst noch innerhalb des
Greiferprofils schräg herabhängenden Schneidrahmen durch die an Hebeln 13 der Seitenwangen
des Greifers angelenkten Verbindungsstücke 14 in die Strecklage gezogen und schneiden
in geringem Abstand von den Innenwänden der Greiferschalen das Gut ab bzw. schlagen
das backende Gut bei raschem Öffnen unter Ausnutzung der verfügbaren Wucht des unteren
Rollenblocks und des auf sie entfallenden Lastenanteils heraus.
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In Abb. i sind verschiedene Stellungen beim Entleeren und umgekehrt
auch beim Schließen dargestellt und mit I bis VII bezeichnet. Dabei bedeuten I bis
VII die Stellungen der Schneidkanten bzw. des Rahmens, I' bis VII' die diesen Stellungen
zugeordneten Lagen der beiden Schalendrehpunkte am unteren Block und I" bis VII"
die entsprechenden Stellungen der Greiferschalen.
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Die einzelnen Stellungen sind zur besseren Übersicht einmal rechts,
einmal links der Mittelachse eingezeichnet und jeweils spiegelbildlich zur Achse
ergänzt zu denken.
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Aus der Darstellung geht hervor, daß die zunächst in Stellung I innerhalb
des Seitenprofils des Greifers schräg herabhängenden Schneidkanten schon in Stellung
II kurz vor dem Ansetzen stehen, in Stellung III zunächst nahezu gleichlaufend zur
Schalenrückwand in das Gut einschneiden, das etwa in dieser Lage des Greifers noch
nicht nachgerutscht sein sollte.
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Aus den Stellungen IV, V und VI der Schneidkanten gegenüber den entsprechenden
Schalenstellungen VI", V" und IV" ist erkennbar, daß sich nunmehr ein spitzer Winkel
a zwischen den Rahmenkanten und den Schalenrückwänden bildet (auch Abb. 2, a und
2, b), wodurch eine gute Abtrennung des backenden Gutes von den Schalenwänden erreicht
wird. In der untersten Stellung VII tritt die Schneidkante des Rahmens gegenüber
den Schneidkanten der Greiferschalen, Stellung VIF', soweit zurück, daß eine Behinderung
beim Eindringen in das beim nächsten Spiel zu erfassende Gut nicht besteht. Auch
beim weiteren Schließen, z. B. in den Stellungen VI" und V" in denen sich die Schalen
noch nicht wesentlich geschlossen haben, wird erkennbar, daß eine Behinderung durch
den Schneidrahmen beim Greifen nicht zu befürchten ist, der in Stellung V schon
in die obere Hälfte der Schalenrückwand zurückgezogen ist.
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Die Schneidrahmen 2 und 3 mit Sclineidkanten i sind in Drehpunkten
an Armen 12 der Schneidvorrichtung gelenkig angeschlossen. Diese Arme 12 sind in
einem Fall fest (auch Abb. 5, linker Teil a) mit dem unteren Rollenblock verbunden,
im anderen Fall (Abb. 5, rechter Teil b) können sie abnehmbar ausgebildet werden,
um eine Gleichgewichtserleichterung zu erzielen, wenn die Schneidvorrichtung am
Greifer beim Fördern nicht backenden Gutes nicht benötigt wird, indem die Bolzen
gelöst und die Schneidrahmen ausgebaut werden, während die Befestigungsarme 12 fest
mit dem Rollenblock 8 verbunden bleiben.
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Der gelenkige Anschluß des Schneidrahmens nach Abb. i:hat den Vorzug,
daß die Schneidrahmen 2, 3 nicht oder nur unwesentlich über das Seitenprofil des
Greifers hinausragen, so daß bei geschlossenem Greifer beim Heben aus engen Schiffsluken
ein Unterhaken unter vorspringende Bauteile nicht erfolgen kann.
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Der Schneidrahmen 2, 3 ist durch ein federnd ausgebildetes Verbindungsglied
14 an Arme 13 angelenkt, die z. B. an den oberen Enden der Greiferschale 9 befestigt
sind.
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Sinkt der Schalendrehpunkt aus Stellung I' beim Entleeren nach Stellung
II', so hat der Arm 13 mittels Federgestänge 14 den Schneidrahmen in die Stellung
II angehoben, ihn bei weiterem Öffnen in Lage III schon in die Strecklage gebracht,
in der er unter weiterer Anspannung der Feder bis in die Stellung VII verbleibt.
Durch
einen Anschlag wird verhindert, daß die Schneidrahmen über die Strecklage hinaus
bewegt werden, abgesehen von den Fällen, in denen je nach dem Gut eine etwas höhere
oder tiefere Lage der Schneidkante gegenüber der dargestellten Lage erwünscht ist.
Auch hier bleiben die Schneidkanten des Rahmens gegenüber denen der Greiferschalen
in der geöffneten und in den weiteren Stellungen zurück, so daß das Greifen nicht
behindert wird.
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Ein Vorteil dieser Bauart ist es, daß beim Schließen kein Festklemmen
von nachgerutschtem Gut zwischen den zurückgehenden Schneidkanten und den Schalenwänden
erfolgen kann, da die Schneidrahmen federnd an den Rollenblock 8 angelenkt sind.
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Die Schneidkanten 15, 16 werden je nach dem zu fördernden Gut und
abhängig von seiner Beschaffenheit, z. B. nach Abb. 2, ausgebildet. Der Rahmen kann
auch auf der Oberseite noch angeschärfte Kanten 17 (Abb. 3) erhalten, um beim Zurückgehen
etwa zurückgebliebenes oder nachgerutschtes Gut abgleiten zu lassen oder abzutrennen.
Je nach den gegebenen Verhältnissen wird der Rahmen selbst aus verschleißfesten
Werkstoff ausgebildet und erhält angeschärfte Kanten, oder es werden verschleißfeste
Schneiden fest oder auswechselbar am Rahmen angebracht.
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Zur Erliöliung der Schneidwirkung ist es in einzelnen Fällen vorteilhaft,
den Rahmen nicht nur mit Schneiden, sondern auch mit einzelnen Zähnen 18 (Abb. 4)
zu versehen. Diese dringen infolge der größeren Kantenpressung leichter in das Gut
ein und beschleunigen damit die Abtrennung.
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Die Schneidrahmen 2, 3 sind nach Abb. 5, linker Teil ca, U-förmig
ausgebildet und mit Versteifungen 4 versehen in Glas Schalenprofil 9 eingepaßt.
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Fällt verschiedenes Fördergut an oder ist eine unterschiedliche Beschaffenheit
ein und desselben Gutes infolge Witterungseinflusses zu erwarten, so wird die Schneidvorrichtung
abnehmbar ausgeführt (Abb.5). Beim Anfallen klebrigen Gutes wird sie dann mit einfachen
Mitteln 6 am Rollenblock 8 befestigt. Damit ergibt sich, daß dieses zusätzliche
Totgewicht, das zur Erhöhung der Schneidwirkung bei backendem Gut an sich günstig
ist, bei normalen Betriebsbedingungen nicht unnötig initgefördert werden muß, da
dann die Befestigungen gelöst und der Rahmen bis zur Wiederverwendung beiseite gestellt
werden kann. In beiden Fällen ist e, aber erforderlich, die Rahmenecken abzuschlagen
oder Ausbuchtungen vorzusehen, damit der zunächst oberhalb der Schalen stehende
Schneidrahmen die Aufhängeösen, die an den Innenseiten der Schalenecken befestigt
sind, durchlaufen kann.