-
Anzeigeröhre, insbesondere zur Abstimmanzeige Die Erfindung betrifft
eine Elektronenröhre mit Leuchtschirm, wie sie insbesondere als Abstimmanzeigeröhre
für Rundfunkempfänger od. dgl., geeignet ist. Es sind hierfür bereits Anordnungen
vorgeschlagen worden, bei denen die Anzeige nach Thermometerart vor sich geht. Dabei
ist zwischen der Glühkathode und der Leuchtschirmanode ein Steuersystem mit örtlich
verschiedener Elektronenbeaufschlagungswirkung der Anode vorgesehen, so daß entsprechend
der Größe der an die Steuerelektrode angelegten Steuerspannungen ein mehr oder weniger
großes Stück des schmalen, langgestreckten Leuchtschirms zum Aufleuchten gebracht
wird.
-
Bei solchen Röhren mit thermometerartiger Anzeige ist die Empfindlichkeit
und die Genauigkeit der Ablesung abhängig von der Länge des schmalen langgestreckten
Leuchtschirms. Man wird daher stets bestrebt sein, den Leuchtschirm schmal und recht
lang zu gestalten. Eine solche Form des Leuchtschirms bedingt aber eine ähnliche
Kathodenform, d. h. entsprechend der Länge des Leuchtschirms muß auch die Kathode
eine große Länge aufweisen. Eine solche Bemessung stellt aber eine thermisch nicht
sehr günstige Kathodenform dar, da man bei einer indirekt beheizten Kathode zwar
ohne jede Schwierigkeit die Länge derselben vergrößern kann, mit ihrem Durchmesser
aber ein. bestimmtes Maß nicht unterschreiten darf. Der Mindestdurchmesser ergibt
sich durch die Dicke des Heizdrahts und der ihn umgebenden Isolierschicht, weiterhin
der Emissionsschichtunterlagen und schließlich der Emissionsschicht selbst. Mit
länger werdender Kathode steigt also die erforderliche Reizleistung einer indirekt
geheizten Kathode. Dies ist -aber in vielen Fällen nicht erwünscht. So ist z. B.
in
einem Rundfunkgerät, das für Allstromanschluß eingerichtet ist und bei dem die Röhrenheizungen
miteinander in Reihe geschaltet sind, der Heizkreis so bemessen, daß für eineAbstimmanzeigeröhre
nur eine verhältnismäßig kleine Teilspannung im Heizkreis zur Verfügung steht. Damit
ist eine bestimmte Heizleistung für die Abstimmanzeigeröhre gegeben, und es kann
unter Umständen aus den obengenannten Gründen der Fall eintreten, daß diese Heizleistung
für die sehr langgestreckte Kathode nicht mehr ausreicht.
-
Dieser Nachteil wird durch die Erfindung beseitigt. Die Erfindung
besteht darin, daß die Abstimmanzeigeröhre mit langgestreckter Kathode unmittelbar
geheizt ist und diese Heizung aus dem Anodenstrom des Geräts entnommen wird. Bei
direkt geheizten Kathoden ist die erforderliche Heizleistung an sich geringer als
bei mittelbar geheizten Kathoden. Weiterhin ist es möglich, den Glühfaden so zu
bemessen, daß mit außerordentlich geringen Strömen gearbeitet werden kann. Auf diese
Weise ist es möglich, den Anodenstrom des gesamten Geräts oder einer einzigen oder
mehrerer Röhrenstufen über den Heizfaden derAbstimmanzeigeröhre zu leiten. Es ist
weiterhin auch möglich, einen besonderen Kreis zur Heizung der .1bstimmanzeigeröhre
vorzusehen, in dem sich z. B. die Felderregung für einen elektrodynamischen Lautsprecher
befindet.
-
Es ist besonders günstig, bei Ausnutzung des Anodenstroms von nur
einer einzigen Röhrenstufe hierzu die Endstufe zu verwenden. Andererseits können
aber auch die Anodenströme der Hochfrequenz- undZwischenfrequenzröhrenstufen herangezogen
werden. Dabei besteht noch der Vorteil, (iaß bei genauer Abstimmung sowie bei einsetzender
Schwundregelung sich der gesamte Anodenstrom der genannten Stufen ändert. Gemäß
weiterer Erfindung kann daher die Anordnung so getroffen sein, daß diese Schwankungen
des Anodenstroms unterstützend auf die Abstimmanzeige einwirken. Wenn nämlich die
Abstimmanzeige so bewerkstelligt wird, daß in nicht oder schlecht abgestimmtem Zustand
die gesamte Leuchtschirmfläche aufleuchtet und bei genauer Abstimmung die Größe
der leuchtenden Fläche abnimmt, so wird diese Wirkung noch unterstützt durch eine
Verringerung der Emission. Das Zurückgehen des Anodenstroms bedeutet nämlich in
diesem Falle eine Abnahme des Heizstroms und damit ein Zurückgehen der Emission.
Auf diese Weise wird der Zustand der exakten Abstimmung noch deutlicher veranschaulicht.
-
Für die Anzeigeröhre nach der Erfindung gibt es außer der reinen Abstimmanzeige
bei Rundfunkgeräten noch zahlreiche andere Fälle von Anwendungsmöglichkeiten. So
lassen sich z. B. Meßgeräte, bei denen irgendwelche Brückenschaltungen abgeglichen
werden sollen, leicht mit einer derartigen Anzeigeröhre versehen. Auch bei Vergleichsmessungen
bei Spannungen und Strömen kann die Erfindung angewendet werden. Weiterhin hat die
Erfindung aber auch Bedeutung für die Aussteuerungsmessung bei Verstärkern aller
Art. Zur Überwachung der Aussteuerung bei Kraftverstärkern od. dgl. hat man meist
bisher Meßgeräte verwendet, bei denen ein geeignetes Meßwerk, z. B. ein Drehspulmeßwerk,
in den Anodenstrom einer Leistungsstufe eingeschaltet ist. Hier bietet die Erfindung
wesentliche Vorteile, zumal in diesen Fällen meist verhältnismäßig hohe Anodenströme
zur Verfügung stehen. Da hier ebenfalls der Anodenstrom mit der Aussteuerung stark
schwankt, können die unterschiedlichen Anodenströme unterstützend zur Anzeigewirkung
herangezogen werden. Dies hat z. B. bei Gegentakt-B-Verstärkern besondere Bedeutung,
bei denen der Anodenstrom mit zunehmender Aussteuerung erheblich anwächst. Dementsprechend
kann die Einrichtung so getroffen sein, daß mit zunehmender Aussteuerung die leuchtende
Fläche auf dem Leuchtschirm größer wird.
-
Bei geringen Aussteuerungen nimmt dann aber auch der Anodenstrom ab,
so daß entsprechend der geringeren Heizleistung auch die Emission der Kathode zurückgeht.
Somit läßt sich hier gleichfalls eine unterstützende Wirkung erreichen.
-
An Hand der Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden. In
den Figuren sind Anwendungsbeispiele für die Erfindung in ihren wesentlichen 'teilen
rein schematisch veranschaulicht.
-
In Fig. i handelt es sich um ein Prinzipschaltbild, das den für die
Erfindung wesentlichen Anodenstromverlauf eines Rundfunkempfängers für Allstrom
veranschaulicht. Die an den Klemmen i und z angelegte Netzspannung ist über die
Gleichrichterröhre 3 geführt und ergibt am positiven Po14 des Ladekondensators 5
in üblicher Weise die erforderliche Anodengleichspannung. Durch geeignete Siebmittel,
z. B. eine Drossel 6 und einen Siebkondensator 6°, wird diese Gleichspannung geglättet
und den Anoden der einzelnen Röhrenstufen zugeführt. Der Einfachheit der Darstellung
halber sind hier lediglich drei Röhren 7, 8 und 9 veranschaulicht. Die Stromkreise
für Hilfselektroden, wie z. B. Schirmgitter, sind nicht näher dargestellt. Die Röhre
7 arbeitet als Endverstärkerröhre und arbeitet über den Ausgangstransformator io
auf den Lautsprecher. i i. Die Röhre g stellt eine Hoch-, Zwischen- oder Niederfrequenzverstärkerröhre
dar, während die Röhre 9 beispielsweise eine Misch- und Oszillatorröhre ist. Zur
Erzeugung der notwendigen Gittervorspannungen dienen die Kathodenwiderstände 12,
13 und 14, die jeweils zwischen den Kathoden der einzelnen Röhren und Masse liegen.
-
Der Heizfaden der Anzeigeröhre liegt im Minuszweig der gesamten Schaltanordnung,
so daß sämtliche Anoden- -und Schirmgitterströme über den Heizfaden 15 der
Anzeigeröhre 16 fließen. Gegebenenfalls kann noch ein Kondensator 17 dem Heizfaden
parallel geschaltet sein. Dieser Kondensator dient nicht allein der Entkopplung,
sondern kann außer einer hochfrequenzmäßigen Überbrückung des Heizfadens dazu dienen,
den Einschaltstromstoß bei kurzzeitigen Betriebsunterbrechungen, der durch die Kondensatoren
5 und 6° unter Umständen
unerwünscht hohe Werte annimmt, von dem
Heizfaden 15 fernzuhalten.
-
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel wird lediglich
der Kathodenstrom einer einzigen Röhrenstufe über den Heizfaden der Anzeigeröhre
geführt. Die Elektronenröhre ist dabei mit 18 bezeichnet, wobei in Reihe mit dem
Kathodenwiderstand i9 der Heizfaden 2o der Anzeigeröhre 21 eingeschaltet ist. Der
Heizfaden 2o stellt dabei einen Teil des Kathodenwiderstandes dar und ist zusammen
mit dem Kathodenwiderstand i9 durch den gemeinsamen Kondensator 22 überbrückt.
-
In Fig. 3 ist ein Anwendungsbeispiel veranschaulicht, bei dem ein
gesonderter Heizkreis für den heizfaden 23 der Anzeigeröhre 24 vorgesehen ist. Die
Anodenspannungsquelle wird durch die Gleichrichterröhre 25 und den Ladekondensator
26 gebil-<iet. Von dem positiven Anodenspannungspol fließt der Heizstrom durch
die Erregungswicklung 27 eines elektrodynamischen Lautsprechers und weiterhin über
die beiden Skalenlampen 28 und 29 zum Ileizfaden 23 der Abstimmanzeigeröhre.
-
In Fig. 4 ist eine Modifikation der in Fig. 2 dargestellten Anordnung
gezeigt. Während bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 die Nutzwechselspannung
von der Kathode über den Kondensator 22 zum negativen Pol (Masse) geleitet wird,
fließt hier die Nutzwechselspannung über den Heizfaden 30 der Anzeigeröhre 31. Der
Kathodenwiderstand 32 der Röhre 33 ist getrennt für sich mit einem Kondensator 34
überbrückt. Diese Schaltung hat besondere Bedeutung für Meßgeräte, Aussteuerungsmesser
usw. Dabei kann die Röhre 33 mit Vorteil eine Leistungsröhre, z. B. eine Endstufe
(Lautsprecherröhre), sein. Es ist auch möglich, an Stelle einer solchen Röhre deren
zwei vorzusehen, die zweckmäßig in Gegentaktschaltung betrieben werden. Wie bereits
oben erwähnt, kann dabei bei geeigneter Bemessung der Schaltung erreicht werden,
daß die Schwankungen des Anodenstroms unterstützend auf die Anzeigeempfindlichkeit
der Anzeigeröhre wirken.
-
Außer den in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen sind
noch zahlreiche andere Anwendungsfälle möglich, wobei insbesondere an eine Ausnutzung
der Anodenströme von amplitudengeregelten Stufen gedacht ist. Solche Regelstufen
werdenvorwiegend inHochfrequenz- undZwischenfrequenzverstärkerröhren benutzt, wobei
sich die Regelung auch meist auf die Mischröhre bei überlagerungsempfängern erstreckt.
In vielen Fällen kommen auch niederfrequente Regelstufen zur Verwendung. Wenn bei
einer Vielzahl solcher Regelstufen der gesamte, der Regelung unterworfene Anodenstrom
genügend groß ist, kann es zweckmäßig sein, diesen Teil des Geräts zur Heizung der
Aneeigeröhre heranzuziehen, um damit die beschriebene unterstützende Wirkung der
Anzeige zu erreichen.