DE83060C - - Google Patents

Info

Publication number
DE83060C
DE83060C DENDAT83060D DE83060DA DE83060C DE 83060 C DE83060 C DE 83060C DE NDAT83060 D DENDAT83060 D DE NDAT83060D DE 83060D A DE83060D A DE 83060DA DE 83060 C DE83060 C DE 83060C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
acetic acid
paste
glyceride
indulins
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT83060D
Other languages
English (en)
Publication of DE83060C publication Critical patent/DE83060C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/90General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using dyes dissolved in organic solvents or aqueous emulsions thereof
    • D06P1/92General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using dyes dissolved in organic solvents or aqueous emulsions thereof in organic solvents
    • D06P1/928Solvents other than hydrocarbons

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Unlösliche Anilinfarbstorfe, wie Induline, lassen sich auf Textilfaser^ schlecht oder gar nicht fixiren.
Diesen Uebelstand zu vermeiden, bezwecken die D. R. P. Nr. 34515 und 37064; das erslere beschreibt die Anwendung von Lävulinsäure als Lösungsmittel, das zweite die Verwendung der Acetine (Essigsäureester) des Glycerins zu gleichem Zwecke.
Wir haben nun einige neue Lösungsmittel gefunden·, welche gegenüber den durch die erwähnten Patente geschützten Verfahren wesentliche Vortheile bieten. Es sind dies das Lävulylglycerin (Lävulinsäureglycerinester), der Lävulinsäureessigsäureglyceririester, die Wejnsäureglyceride und das Weinsäureglycerinacetat. Das durch das D. R. P. Nr. 3451 5 geschützte Lävulinsäure-Druckverfahren ist etwas kostspielig, da die Lavulinsäure etwas theuer zu stehen kommt. Dieselbe giebt aber sehr leicht einen Glycerinester, wenn man sie 24 Stunden mit Glycerin auf i6o° erhitzt. Man verwendet 116 Theile Lavulinsäure und 84 Theile wasserfreies Glycerin; bei der Reaction entweicht Wasser. Man erhält so etwa 110 Theile des Glycerids der Lavulinsäure. Die Einführung des Glycerinrestes in die Lavulinsäure verdient schon wegen s des geringen Preises des Glycerins gegenüber j der ziemlich theuren Lavulinsäure den Vorzug; derselbe tritt jedoch noch viel mehr zu Tage, wenn man erwägt, dafs die Lavulinsäure und die Acetine ziemlich gute Lösungsmittel für niedermoleculare Induline sind, während die höhermolecularen, nicht rothstichigen Induline, deren Anwendung doch auch sehr vorteilhaft wäre, nur sehr schlecht gelöst werden. Gerade das Lävulinsäureglycerid hat in dieser Richtung hin sehr bemerkenswerthe Vortheile, welche es mit den anderen Lösungsmitteln theilt. Mit Lavulinsäure und niedermolecularem Indulin erhält man Pasten bis zu 25 pCt. Gehalt an Farbstoff; mit demselben Indulin kann man vollkommene Lösungen mit Lävulylglycerin erhalten, welche leicht bis auf 35 pCt. Gehalt an Farbstoff gebracht werden können. Während aber Lavulinsäure nur leicht die Indulinbasen (die niedermolecularen) löst, werden von Lä'vulinsäureglycerid die leichter darstellbaren Indulinchlorhydrate viel leichter als von Lavulinsäure gelöst. Selbst bei Concentrationen von 30 bis 35 pCt. ist die Paste, welche Lävulylglycerin als Componente enthält, eine innige Lösung des Indulins, während bei gleichem Gehalt an Indulin bei 35 pCt. beispielsweise die mit Acetinen bezw. Lavulinsäure erhaltenen Pasten mindestens 10 pCt. ungelöstes Indulin enthalten, welche beim Druck nicht fixirt und daher durch Waschen von der Faser unbenutzt abgezogen werden. Es ist dies mit den 30 bis 3 5 procentigen Pasten, welche mit Lävulylglycerin erhalten werden, nicht der Fall; wird die mit etwas gewöhnlicher Essigsäure angerührte Paste mit Tannin aufgedruckt, so wird sämmtlicher Farbstoff fixirt. Eine 30 bis 35procentige Waare bietet gegenüber 2oprocentiger Acetinblaulösung ferner in Bezug auf die Billigkeit des Transportes einen Vortheil, auch ziehen die Consumenten Pasten vor, weiche so viel Farbstoff als nur möglich, enthalten.
Besonders wichtig ist die Löslichkeit der grünstichigen Induline in Lävulylglycerid im Gegensatz zur nur geringen Löslichkeit der-
selben in Acetinen und Lävulinsäure. Dieselbe tritt ebenso besonders bei den Weinsäureester!! des Glycerins hervor; man erhält dieselben bequem, wenn man Weinsäure mit Glycerin 24 Stunden lang auf 150 bis i6o° erhitzt. Ein für vorliegenden Zweck sehr taugliches Weinsäureglycerid (von uns als »Tartrin« bezeichnet) erhält man durch 24stündiges Erhitzen von 300 Theilen Weinsäure mit 400 Theilen Glycerin auf i6o°, wobei Wasser entweicht, als äufserst dickflüssiges OeI.
Das «Tartrin wird in der Wärme leicht flüssig und löst dann grofse Mengen, bis 50 pCt. Indulin, sei es als Base oder als Hydrochlorat, speciell aber mit grofser Leichtigkeit hochmoleculare Induline und liefert dann beim Erkalten feste Teige, welche das Indulin in Lösung halten. Wir sind in der Lage, so Teige von 50 pCt. Farbstoffgehalt darzustellen; dieselben können nun mit gewöhnlicher Essigsäure oder, mit Wasser in der Wärme auf 20 pCt. gebracht werden.
Tartrin läfst sich leicht mit Eisessig verdünnen; man erhält so Flüssigkeiten, welche wieder viel gröfsere Mengen Indulin, als Acetin und Lävulinsäure, und zwar grünstichiges,, lösen, indem wieder Teige gebildet werden, welche bis zu 35 pCt. Farbstoffgehalt enthalten. Es liegt hier wieder gegenüber den D. R. P. Nr. 34515 und 37064 der Vortheil vor, dafs, während Acetine und Lävulinsäure schwer hochmoleculares Indulin lösen, das Tartrin sie sehr leicht löst, ferner dafs sein Lösungsvermögen (35 pCt.) bedeutend gröfser ist als das der Acetine (25 pCt.) und das der Lävulinsäure (25 pCt.) für rothstichige Induline.
Zu analogen technischen Effecten gelangt ' man, wenn man das aus 300 Theilen Weinsäure und 400 Theilen Glycerin durch 24stündiges Erhitzen auf 160° bereitete Tartrin 24 Stunden lang mit 600 Theilen Eisessig kocht und den Ueberschufs an Essigsäure abdestillirt. Man erhält so das Tartrylacetylglycerin, welches wieder ein Lösungsmittel ersten Ranges ist. Dasselbe löst viel leichter als Acetin und Lävulinsäure die hochmolecularen Induline, und man bringt leicht Pasten von rothstichigen niedermolecularen Indulinen auf 35 pCf. Trockengehalt, während in den D. R. P. Nr. 34515 und 37064 ein Maximum von blos 25 pCt. erreicht wird. Die erhaltenen Pasten können mit Essigsäure verdünnt werden und daher von den Consumenten selbst, denen Essigsäure stets zur Hand ist, auf niederen Gehalt gestellt werden.
Wenn man Lävulinsäureglycerid 24 Stunden lang mit Eisessig erhitzt und den überschüssigen Eisessig abdestillirt, so bildet sich der Essigsäurelävulinsäureester des Glycerins (Lävulinsäureessigsäüreglycerid). Derselbe ist ein etwas schwächeres Lösungsmittel als die vorgenannten, eignet sich jedoch gegenüber den Acetinen und der Lävulinsäure viel besser zur Lösung der höhermolecularen Induline, und mit rothstichigen Indulinen erhält man mit ihm viel concentrirtere Pasten (mit Leichtigkeit von 30 pGt. Trockengehalt), während die durch D. R. P. Nr. 34515 und 37064 geschützten Lösungsmittel nur ungefähr 25 pCt. lösen.
Das Gleiche wie von den Indulinen gilt für eine Menge anderer Farbstoffe, welche mit Tannin aufgedruckt werden können. Zur Lösung hochmolecularer Induline in Lävulinsäureglycerin rührt man beispielsweise 30 Theile Induline in 70 Theilen Lävulinsäureglycerid bei 130 bis 150° ein und läfst nach Lösung die Paste unter Rühren erkalten; die Paste kann als solche oder mit Essigsäure verdünnt im Druck angewendet werden.
Zur Herstellung einer 4oprocentigen Paste mit Tartrin als Lösungsmittel trägt man 40 Theile Indulin oder sonstiges Pigment in 60 Theile auf 1500 erwärmtes Tartrin ein und rührt, bis Lösung eingetreten ist und läfst erkalten; man erhält so eine feste Paste, welche man mittelst Eisessig oder mitfeist Essigsäure auf einen beliebigen Titer stellen kann.
Ebenso werden die Lösungen mittelst des Weinsäureessigsäureglycerids und Lävulinsäureessigsäureglycerids erhalten. Zum Druck dienen folgende Vorschriften:
ι. Man giebt zur fertigen Druckfarbe das Lösungsmittel hinzu, druckt auf, dämpft und fixirt mit Brechweinstein. Die Druckfarbe enthält das'Verdickungsmittel, Tannin und Farbstoff.
2. Man erhält ein schönes Blau, wenn man 12,5 kg 2Oprocentige Paste, 3 kg Tannin, gelöst in 3 kg Wasser und 3 kg gewöhnlicher Essigsäure, und γγ kg Weizenstärkeverdickung aufdruckt. Man dämpft und zieht nach 'dem Waschen durch Brechweinstein. Die 12,5 kg 20procentige Paste können ersetzt werden: durch 10 kg 25 procentige Paste, welche mit 2,5 kg Essigsäure in der Wärme angerührt ist, durch 8,3 kg 30 procentige Paste, welche mit 2,7 kg Essigsäure angerührt ist, durch 6,3 kg 40 procentige Paste, welche in 6,2 kg gewöhnlicher Essigsäure gelöst ist. Es ist hier einerlei,. welches Lösungsmittel angewendet worden ist; die Resultate bleiben dieselben.
Die D. R. P. Nr. 34515 und 37064 verfolgen den Zweck, niedermoleculare blaue Induline zu lösen. Wir haben nicht nur blauviolette Pasten aus niedermolecularen Indulinen, sondern auch rothe Pigmente dargestellt, wobei es sich herausstellt, dafs man bei Anwendung der durch diese Patente geschützten Lösungsmittel stets nur niedrigprocentige (höchstens 12 bis 15 procentige) Phenylrosindulin-Pasten erhält; wendet man hingegen das Weinsäureessigsäureglycerid bezw. unsere Lösungsmittel auf Phenylrosindulin
bezvv. Rosindulin an, so erhält man leicht 2oprocentige Pasten, welche sich ausgezeichnet fixiren. Auf dieselbe Weise erha'lt man mit Hülfe von Naphtacridin, dem schwerlöslichen Condensationsproduct von ß-Naphtylamin mit Formaldehyd, in Essigsäure oder in unserem Lösungsmittel Pasten, welche, mit Tannin aufgedruckt, sehr echte gelbe Lacke liefern. Das mittelst Phenylrosindulin-Pasten unserer Erfindung mit Tannin auf Baumwolle fixiite Roth ist aufserordenflich schön und echt. Ebenso verhält sich das mit Naphtacridin erhaltene Gelb. Zum Drucke des Roth verfahrt man auf folgende Weise:
io kg 2oprocentige Phenylrosindiilin-Paste, 70 bis 100 kg Weizensüirkeverdickung, 5 kg Tannin, gelöst in 10 kg Wasser, werden auf Baumwolle (geölt oder nicht geölt) aufgedruckt, getrocknet und s/4 Stunden gedämpft, durch Brechweinsteinbad gezogen und getrocknet. Wendet man 2 5procentige Paste in Weinsäureglycerid an, so ändert man die Druckfarbe in dem Sinne, dafs man 8 kg 25 procentige Paste mit 2 1 Wasser zunächst anteigt und wie sonst verfährt.
Die Pastenbildung ist wie üblich durch Zusammenrühren der Bestandteile bei etwa 1200 auszuführen.
Die Gelbbildung verläuft sehr gut in essigsaurer Lösung, jedoch ist es besser, ß-Naphtylamin in der vom fraglichen Procenfgehalt abhängigen Menge unserer Lösungsmittel zu lösen, den Formaldehyd zuzusetzen und einige Stunden auf 80 bis ioo° zu erhitzen.
Man löst beispielsweise 28,8 kg 8-Naphlylamin in 109,2 kg Weinsäureessigsjurcglycerid und setzt hierzu nacli Lösung 10 kg 41 procentige Formaldehyd-Lösung hinzu. Das Gemisch erwärmt sich von selbst und wird 2 bis
3 Stunden lang auf 80 bis ioo° gehalten. Man läfst unter Rühren erkalten. Die Anwendung dieser gelben Paste geschieht in der Weise, dafs man in obiger Vorschrift folgende Druckfarbe einsetzt: 10 kg 2oprocentige Naphtacridin-Paste, 90 kg Weizenstärkeverdickung,
4 kg Tannin, gelöst in 8 kg Wasser.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von sehr farbreichen Zeugdruckfarben aus basischen Theerfarbstoffen, darin bestehend, dafs man in dem aus der Patentschrift Nr. 34515 bekannten bezw. durch Patent Nr. 37064 geschützten Verfahren die Lävulinsäure bezw. die Essigsäureglyceride durch Weinsä'ureglycerid, Weinsäureessigsäureglycerid, Läyulinsäureglycerid, Lävulinsäureessigsüureglycerid ersetzt.
DENDAT83060D Active DE83060C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE83060C true DE83060C (de)

Family

ID=355416

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT83060D Active DE83060C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE83060C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE83060C (de)
DE907409C (de) Verfahren zum Drucken
DE2165164B2 (de) Verfahren zum Bedrucken von seidenähnlichem Fasermaterial aus linearem hochmolekularem Polyamid
DE533871C (de) Verfahren zur Herstellung von gefaerbten Massen oder Loesungen dieser
DE557340C (de) Verfahren zur Herstellung konzentrierter Loesungen von Farblacken
AT105342B (de) Gefärbte Massen aus Zelluloid oder zelluloidartigen Stoffen aus Nitro- und Azetylzellulosen, deren Lösungen und Verfahren zu ihrer Herstellung.
DE118206C (de)
DE666085C (de) Verfahren zum Faerben organischer Massen
DE413239C (de) Verfahren zum Schwarzfaerben von Faserstoffen aller Art, Pelzen usw
DE930168C (de) Aufschlussmittel fuer Farbbasen und Fixiermittel fuer basische Farbstoffe
DE95828C (de)
DE144104C (de)
DE626862C (de) Verfahren zum Drucken von pflanzlichen Fasern
AT166437B (de) Verfahren zum Bedrucken von Textilgeweben aus animalischen und vegetabilischen Fasern mit basischen Farbstoffen
DE2249533C3 (de) Verfahren zum Bedrucken von cellulosehaltigen! Textilmaterial
DE552243C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstleder- und wachstuchartigen Produkten bzw. eines Zwischendinges zwischen Wachstuch und Kunstleder
DE716432C (de) Verfahren zum Drucken von Geweben mit Pigmenten
DE571447C (de) Mittel fuer die Behandlung von pflanzlichen, tierischen oder anderen Werkstoffen
AT150610B (de) Verfahren zur Herstellung von wasserunlöslichen Indulinen.
AT124742B (de) Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckfarben.
DE98842C (de)
DE812069C (de) Verfahren zur Herstellung von echten Drucken
DE626626C (de) Verfahren zum Drucken von Textilprodukten
DE101862C (de)
DE1546777A1 (de) Durckfarbenbindemittel bzw. -firnisse und Druckfarben