DE83049C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 57: Photographs.
GEORG JACOB JUNK in BERLIN.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. Oktober 1893 ab.
Die bisher zur Herstellung von lichtempfindlicher Malleinwand, Papier u. s. w. angewendeten
Verfahren (ausschliefslich der ganz veralteten Verfahren, welche schon ihrer ganz
enormen Lichtunempfindlichkeit wegen längst bei Seite gestellt sind) bestehen darin, dafs man
gewöhnliches Leinen, nicht das bekannte richtige Malleinen (Kreideleinen), Papier u. s. w. mit
einer Bromsilber-Gelatine-Emulsion überzieht.
Da sich nun auf einer mit einer derartigen Gelatine-Emulsion überzogenen Leinwand oder
Papier eine vollständige Leimschicht befindet, so ist eine spätere Uebermalung der Leinwand
mit Oelfarben nicht absolut sicher, weil sich die Oelfarbe durch eine zwischenliegende dicke
Leimschicht nicht mit der Leinwand verbinden kann, und ebenfalls die Retouche auf solchem
Gelatinepapier besonders mit Wasserfarben (Aquarelliren) sich nur schlecht ausführen
läfst.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren, um Malleinwand, Papier u. s: w.
lichtempfindlich zu machen, vornehmlich zu dem Zwecke, um auf dieser Malleinwand erzeugte
photographische Reproductionen, Vergröfserungen oder Verkleinerungen in Oelfarben
auszuführen oder auf derartigem Papier zu aquarelliren.
Das Verfahren besteht darin, dafs nicht, wie bei den bisher bekannten Verfahren, als Träger
des Bromsilbers Gelatine angewendet wird, sondern eine Stärkeart (als Arrowroot, Kartoffelstärke,
Reisstärke, Weizenstärke). Halogensilber-Stä'rke-Emulsionen sind bereits bekannt (Photographische
Correspondenz 187g, S. 182 u. 183). Das. Stärkemehl bietet jedoch für den vorliegenden
Zweck den besonderen Vortheil, dafs, wenn es in Verbindung mit einer Bromsilber-Emulsion,
welche nur so viel Gelatine enthält, als nöthig ist, um das Bromsilber in Suspension zu erhalten, angewendet wird, ein
mit dieser Emulsion überzogenes Malleinen oder Papier u. s. w. hergestellt werden kann,
welches fast keine hinderliche Schicht bildet, so dafs man auf demselben ebenso leicht und
haltbar sowohl mit dem Stift als mit Wasserfarben malen kann, als auf dem Papier selbst.
Aus beifolgendem Beispiel ist die Darstellung der Bromsilber-Stärke-Emulsion durch Gewichtsmengen der anzuwendenden Substanzen zu
ersehen:
Man löst einerseits 20 g Silbernitrat in 120 g destillirtem Wasser, andererseits löst
man 12Y2 g Bromammonium, 1 g Gelatine,
33 Tropfen einer ioproc. Jodkalilösung, 20 g Weingeist in 120 g destillirtem Wasser in
einem Wasserbad von 28 ° R. Wenn alles gelöst ist, giefst man die Silberlösung in kleinen
Mengen, jedesmal tüchtig schüttelnd, der Bromsalzlösung zu und fügt schliefslich noch
90 Tropfen Ammoniak (0,960) hinzu. Jetzt läfst man diese Emulsion im Dunkeln bei
28 ° R. im Wasserbad eine Stunde digeriren, worauf das gebildete Bromsilber gleichmä'fsig
fein vertheilt ist und die Emulsion die nöthige Empfindlichkeit erreicht hat.
("2. Auflage, ausgegeben am 75. Februar !■
In diesem Zustande hat die Emulsion keine Erstarrungsfähigkeit und ist zu directen photographischen
Zwecken nicht verwendbar; man kann aus ihr eine zu besagtem Zwecke verwendbare Emulsion nur herstellen, wenn man
statt Gelatine eine gekochte, aber wieder kalt gewordene Stärkelösung mit derselben vermischt,
unter Zusatz von Citronensäure. Nach vorliegender Methode bildet man eine Bromsilber-Stärke-Emulsion,
indem man die dünne Bromsilber-Emulsion in eine bereit gehaltene gekochte, aber wieder kalt gewordene Arrowroot-
oder Stärkelösung giefst, welche letztere aus 12Y2 g Arrowroot oder Kartoffelstärke oder
einer bekannten Stärkeart, 8/10 g Citronensäure
und 140 g destillirtem Wasser besteht. Es wird ausdrücklich erwähnt, dafs Arrowroot
die besten Resultate giebt. Nach der Vermischung des Bromsilbers mit der durch Citronensäure angesäuerten Stärkelösung wird
diese Emulsion tüchtig geschüttelt, damit sich alles gut verbindet, und stehen gelassen, bis
der Schaum fort ist, worauf die Emulsion zum Auftragen auf Papier, Leinwand u. s. w.
fertig ist.
Das Auftragen der Emulsion auf Papier, Leinwand u. s. w. geschieht bei rothem Licht
mittelst eines weichen Schwammes, worauf man das Präparat trocknet, eine Stunde wässert,
um die überschüssigen Substanzen zu entfernen , und nochmals gut trocknet. Um das
Waschen des fertigen Präparates zu umgehen, kann man auch vor Zusatz der Arrowrootbezw.
Stärkelösung durch Centrifugen oder Osmose-Verfahren die Emulsion reinigen.
Das nach diesem Verfahren hergestellte, völlig trocken gewordene, im Dunkeln gut
aufbewahrte Papier und Leinwand u. s. w. ist unbegrenzt haltbar. Die Lichtempfindlichkeit
des Präparates ist so grofs, dafs man bei Petroleumlicht in ganz kurzer Belichtungszeit
nach kleinen Negativen selbst 1Y2 m grofse
Bilder herstellen kann.
Alle Hindernisse, welche die undurchlässige Gelatineschicht bisher dem Aquarelliren der
Bromsilber-Papiere in den Weg legte, sind bei Anwendung eines mit solcher Stärke-Emulsion
präparirten Papieres beseitigt.
Das Belichten, Entwickeln und Fixiren dieser Bilder geschieht für alle Stoffe in der bekannten Weise, wie bei den Bromsilber-Gelatine-Papieren.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Verfahren zur Herstellung lichtempfindlicher Stoffe (Leinwand, Malleinwand, Kreideleinen, Schirting, Seide und ähnlicher Gewebe, sowie Papier), gekennzeichnet durch Behandlung dieser Stoffe mit einer Bromsilber-Stärke-Emulsion, welche gewonnen wird durch Eintragen einer wenig gelatinehaltigen Bromsilber-Emulsion in' eine aus einer Stärkeart (Arrowroot, Kartoffelstärke, Reisstärke, Weizenstä'rke u. s. w.) hergestellte Kleistermasse, zwecks Herstellung später zu bemalender Photographien.
- 2. Eine Ausführungsform des in Anspruch 1 gekennzeichneten Verfahrens unter Benutzung einer Bromsilber-Stärke-Emulsion, hergestellt durch Lösen von Bromkalium oder Bromammonium unter Zusatz einer geringen Menge von Jodkalium und etwas Gelatine in Alkohol und Wasser bei ungefähr 280 R., Hinzufügen einer Lösung von Silbernitrat zu dieser Bromsalzlösung und geringem Zusatz von Ammoniak, Digeriren bei ungefähr 28 ° R. während einer Stunde und Eintragen dieser Mischung in eine erkaltete, durch Kochen von Arrowroot in Citronensäure und Wasser hergestellte Arrowrootlösung.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE83049C true DE83049C (de) |
Family
ID=355406
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT83049D Active DE83049C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE83049C (de) |
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