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Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen von Fadenresten an Spindeln
von Spinn- und Webmaschinen
13ei den sogenannten Nothrop-Spinn- und -Wehautomaten
fallen in großer Zahl Spindeln an, auf denen noch Fadenreste in mehreren Windungen
aufgespult sind. Bekanntlich darf die Wicklung derartiger Spulen nicht bis zum letzten
Rest aufgearbeitet werden, da sonst der Faden abreißt.
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Diese Spindeln sind deshalb in der Nähe des Kopfendes mit einer dünnen
Metallhülse umgeben, die in Verbindung mit einem Kontaktstift die Spindel stillsetzt,
wenn die Wicklung so weit aufgearbeitet ist, daß der Kontaktstift die Metallhülse
der Spindel berührt und dadurch einen den Spindelantrieb) aufhebenden Stromkreis
schließt. Die nach dem Stillsetzen der Spindeln auf diesen noch verbleibenden Fadenreste
müssen entfernt werden, ehe die Spindeln neu bespult werden.
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Bekannt sind Einrichtungen zum Entfernen dieser Fadenreste, die mit
Hilfe von Messern und messerartigen Zangen arbeiten, durch welche die Fadenreste
von den Spindeln abgeschnitten und abgezogen werden. Diese Einrichtungen sind kostspielig
und haben den großen Nachteil, daß die scharfen Werkzeuge die Oberfläche derMetallhülse
stark angreifen, so daß die Spindeln schon nach verhältnismäßig kurzer Betriebszeit
aus der Fabrikation herausgenommen werden müssen.
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Nach der Erfindung wird die Befreiung der Spindeln von den Fadenresten
dadurch 1wirkt,
daß die die Fadenreste tragenden Spindeln einem
entgegen dem Wicklungssinn des Fadenrestes mit großer Geschwindigkeit in Schraubenlinienform
geführten Luftstrom ausgesetzt werden. Der Luftstrom wird vorzugsweise an der Spindel
entlanggesaugt. Es wäre aber auch denkbar, den Luftstrom an der Spindel entlangzublasen.
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Die Vorrichtung zur Durchführung dieses neuen Verfahrens besteht
aus einer zum Einstecken der Spindeln eingerichteten hülsenförmigen Düse mit an
der Innenseite angeordnetenDrallführungen, die mit dem dem Einsteckende abgegekehrten
Ende an eine Absaugvorrichtung angeschlossen ist. Von der durch die Düse gesaugten
und durch die Drallführungen um die eingesteckte Spindel mit großer Geschwindigkeit
in Schraul>enlinienform entgegen demWindungssinn des Fadenrestes kreisenden Luft
wird der Fadenrest sofort abgewickelt und über das freie Spindelende abgezogen.
Zwischen der Düse und der Saugpumpe wird ein Behälter vorgesehen, der durch ein
Sieb in einen großen Sammelraum für die Fadenreste und einen an die Saugpumpe angeschlossenen
kleinen Absaugraum unterteilt ist.
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Das neue Verfahren kann also mit einfachen Mitteln durchgeführt werden.
Infolge des völligen Wegfalls mechanisch bewegter Bauteile sind die Einrichtungen
betriebssicher. Da an den Spindeln nur Luft vorbeigeführt wird, ist mit keinerlei
Verl schleiß der Spindeln zu rechnen. Das Entfernen des Fadenrestes geht derart
schnell vor sich, daß Leistungen pro Vorrichtung von über 2000 Stück in der Stunde
durch eine einzige weibliche Hilfskraft oder einen Kriegsbeschädigten erreicht werden
können. Besondere Voraussetzungen sind nicht notwendig, da die Arbeitsweise, die
lediglich darin besteht, jede Spindel in die Düse einzustecken und wieder herauszuziehen,
denkbar einfach ist. Die Grenzen der Leistung liegen nur in der physischen Höchstleistung
der Bedienung.
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Das Verfahren läßt sich auch auf die sogenannten Fleyerspindeln anwenden,
wobei lediglich geringfügige, durch die Gestalt und die größeren Abmessungen dieser
Spindeln bedingte Abänderungen der die Spindeln aufnehmenden und den kreisrunden
Luftstrom führenden Düse notwendig werden.
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An Hand der Zeichnung,ist die Erfindung näher erläutert, es zeigt
Fig. I den Längsschnitt einer für Nothrop-Spindeln bestimmten Düse, Fig. 2 eine
Stirnansicht derselben von der Einsteckseite, Fig. 3 die Anordnung dieser Düse an
dem im Längsschnitt gezeigten Absaugbehälter, Fig. 4 den Längsschnitt einer für
Fleyerspindeln bestimmten Düse, Fig. 5 eine Stirnansicht derselben von der Einsteckseite
und Fig. 6 und 7 eine Vorder- und Seitenansicht eines Apparates einer weiteren Ausführungsform.
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Die in den Fig. I und 2 dargestellte, für die Behandlung der Nothrop-Spindeln
bestimmte Düse hat einen im Innern von der Eintrittsseite nach der Austrittsseite
verjüngten, hülsenförmigen Körper 1.
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An der Eintrittsseite ist in die Hülse I ein Kopfstück 2 eingeschraubt,
mit dem gleichzeitig eine in die Hülse passende Büchse 3 festgelegt wird. Die letztere
ist an der Innenseite mit einer Drallführung versehen, die z. B. als fünfgängiges
Trapezgewinde 4 ausgebildet ist, dessen Steigung etwa der Länge der Büchse 3 entspricht.
Das Kopfstück2 bildet über der Drallbüchse 3 eine Glocke, die oben eine Öffnung
5 hat, durch welche die mit den Fadenresten behafteten Spindeln 5 in der in der
Fig. 1 strichpunktiert angedeuteten Weise eingesteckt werden. An die Öffnung 5 schließen
in dem Kopfstück Schlitzausnehmungen 6 an, die nach Lage und Zahl den am Anfang
der Dralll>üchse 3 auslaufenden Drallnuten entsprechen. Im vorliegenden Beispiel
sind es also fünf Schlitze 6.
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Das andere Ende der Hülse I trägt ein Schraubstück 7, welches zum
Anschluß derAbsaugleitung8 benutzt wird. Dieses Schraubstück hält in der Hülse I
eine zweite Drallbüchse g fest, die ähnlich ausgebildet ist wie die Drallbüchse
3 und nur etwas kleinere Abmessungen hat. Die Anordnung der Drallführungen in den
Büchsen 3 und 9 ist so gewählt, daß ihre Gänge entgegengesetzt dem Windungssinn
des auf der eingesteckten Spindel sitzenden Fadenrestes verlaufen.
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Durch die Düse wird mittels einer weiter unten näher beschriebenen,
an den Rohrstutzen 8 angeschlossenen Absaugvorrichtung Luft gesaugt. Die Saugleitung
der Pumpe ist so I>emessen, daß im Rohrstutzen 8 mit einem Vakuum von 65 bis
80 0/U gerechnet werden kann. Die hierzu erforderliche große Luftmenge strömt durch
die Schlitzausnehmungen 6 des Kopfstückes 2 etwa in radialer Richtung ein und wird
bei ihrem Durchgang durch die die eingesetzte Spindel umgebende Drallführung 3 in
eine schraubenlinienförmige Bewegung gezwungen. Die um die Spindel entgegen dem
Windungssinn des Fadenrestes mit großer Geschwindigkeit kreisende Luft faßt das
Fadenende und wickelt den Fadenrest in einem Bruchteil einer Sekunde von der Spindel
ab. Der abgewickelte Faden wird von dem Saugluftstrom durch den Rohrstutzen 8 abgeführt.
Die zweite Drailführung 9 bewirkt, daß der Drall der Saugluft durch die ganze Düse
hindurch aufrechterhalten bleibt.
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Wie die Fig. 3 zeigt, ist zwischen die hier mit D bezeichnete Düse
und die Absaugleitung der Saugpumpe ein Behälter II eingeschaltet. Die Düse ist
mit ihrem Rohrstutzen 8 an die eine Stirnseite des Behälters II angeschlossen, die
als um ein Scharnie 12 aufklappbarer Deckel 13 ausgebildet ist, welcher mittels
einer Druckschraul,e I4 dicht auf den Rand des Behälters aufgepreßt werden kann.
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Am anderen Ende ist der Behälter 1 1 durch ein Einsatzstück 15 abgeschlossen,
das den zum Anschluß der Pumpe dienenden Stutzen I6 hat und einen Hohlraum I7 bildet,
der von dem großen Behälterraum I8 durch ein beispielsweise aus Filzplatten und
Metallgittern bestehendes Sieb I9 abgetrennt ist. Dieses Sieb 19 heilt die angesaugten
Fadenreste
von der Pumpe fern, und sie werden in dem Behälterraum I8 gesammelt. Durch die Anordnung
des Deckels I3 ist die von Zeit zu Zeit notwendige Abführung der im Behälterraum
I8 gesammelten Fadenreste erleichtert.
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Die Fig. 4 und 5 zeigen eine Ausfuhrungsform der Düse, die für das
Reinigen der sogenannten Fleyerspindeln geeignet ist. Die Düse hat einen Rohrmantel
20, der an den beiden Enden Schraubstücke 21 und 22 trägt. Das Schraubstück 21 ist
das Kopfstück; es ist im wesentlichen zylindrisch untl hat einen Flansch 23. Zwischen
dem Rand des Rohrmantels 20 und einem Absatz des Schraubstückes 21 ist eine Büchse
24 eingespannt, die an ihrer Innenseite in gleicher Weise wie die Drall-I>iichse3
nach Fig. 1 mit schraubenlinienförmig entgegen dem NVindungssinn des Fadenrestes
der Spindel verlaufenden Drallführungen 25 versehen ist. Auf dem Flansch 23 des
Schraubstückes 21 ist ein diesen iibergreifender Ring 26 drehbar gelagert. Die Führung
des Ringes 26 auf dem Flansch 23 erfolgt mittels in dem Ring 26 angeordneter Stiftschrauben
27, die in eine Ringnut 28 des Flansches 23 eingreifen. Zwischen dem Flansch 23
und dem Ring 26 sind flache Backen 29 radial verschiebbar angeordnet, die je mit
einem Führungsstift 30 in einem exzentrisch zur Achse der Düse verlaufenden Kurvenschlitz
31 des Ringes 26 geführt sind.
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Infolge dieser Anordnung können die Backen 29 durch I)rehen des Ringes
26 unter Benutzung des hierzu vorgesehenen Handgriffes 32 radial verschonen werden.
Die Backen 29 dienen zum Unterfassen des Kopfes der in die Düse eingeführten SpiiidelS
uiid werden entsprechend den Abmessungen der Spindel eingestellt. Dicht vor dem
Flansch 23 hat der Mantel des Schraubstückes 21 Bohrungeii 33, die als zusätzliche
Lufteinziehöffiiungen dieiien und in einem spitzen Winkel zur radialen Richtung
geführt sind. Durch die Lage dieser Bohrungen erhält die Luft bereits l>eim Eintritt
in die Oüse einen Drall.
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Das Schraubstück 22 entspricht dem Schraubstiick 7 in Fig. I. Es
dient zum Anschluß an die Shsaugvorrichtung. AuBerdem ist das Schraubstiick 22 nach
dem Austritt hin auf einen kleineren l)urchmesser verjiingt und nimmt in dem reduzierten
Teil eine zweite Drallbüchse 34 auf. l)ie Wirkungsweise der Düse und ihre Anordnung
ist die gleiche, wie die der Düse nach Fig. I.
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I>ie Drallführungen erzeugen um die Spindel herum einen schraulenl
inienförmig verlaufenden Luftstrom, der infolge seines entgegen dem Wicklungssinn
des Fadens gerichteten Drehsinnes den Faden rasch von der Spindel abwickelt und
ihn in den Sammelraum I8 trägt.
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Die Fig. 6 und 7 zeigen eine weitere Ausführungsform mit zwei nebeneinander
angeordneten hülsenförmigen Körpern I, die oben die Kopfstiicke 2 mit den Saugöffnungen
6 tragen. Unten ist der hülsenförmige Körper 1 durch Schraubstück 7 mit der Absaugleitung
8 verbunden, die mit dem Saugbehälter 34 in Verbindung steht. Der Hohlkörper I mit
der Absaugleitung 8 ist auf dem Deckel befestigt, der um Scharnier 12 gedreht und
zum Entfernen der Fadenreste geöffnet werden kann. Durch Schraube 14 kann der Deckel
13 ge schlossen und geöffnet werden. Der Saugbehälter 34 ist mit einem Motor 35
zum Antrieb der im Behälter 34 angeordneten Saugpumpe in Verbindung.
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In dem Behälter34 ist eine ähnliche Siebanordnung wie im Behälter
II (Fig.3), um die Fadenreste aufzufangen. Auf dem Behälter 34 ist eine nach vorn
schräg zulaufende Tischplatte 36 mit Umfassungsrändern. Auf diese Tischplatte werden
die noch mit Fadenresten versehenen Spindeln selbsttätig zugeführt, welche infolge
der schrägen Tischplatte nach unten rollen, wo sie von der Person, die den Apparat
bedient, abgenommen und in den hülsenförmigen Körper I zurri Entfernen der Fadenreste
eingesteckt werden. Die beiden Saugkörper I können von einer Person bedient werden.
Die leergesaugten Spindeln werden der weiteren Benutzung wieder zugeführt.