DE818341C - Loseblattheftung - Google Patents
LoseblattheftungInfo
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Classifications
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 25. OKTOBER 1951
T 542 XlIliie
Loseblattheftung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur sicheren, praktischen und wirtschaftlichen Einbindung
bzw. Heftung aller Arten von Schriftstücken o. dgl. nach der Art der sog. Loseblattheftung,
beispielsweise von einzelnen Blättern, Schulheften, Notizbüchern, Vervielfältigungen, Notizblocks,
Veröffentlichungen u. dgl., mit dem Vorzug, daß jedes beliebige Blatt leicht aus der Bindung
gelöst und später wieder in diese eingeheftet werden kann.
Der kennzeichnendste Bestandteil dieser Bindeanordnung besteht in seiner grundsätzlichsten Form
aus einem Zylinderkörper, der an seinen Enden beiderseits ein kleines Näpfchen bildet, deren Böden
einander berühren oder in Abstand voneinander liegen. Diese Blatthalter wirken zwecks Bindung
mehrerer loser Blätter zusammen mit Aussparungen in diesen Blättern, deren Umrisse dem halben
Längsschnitt eines derartigen Körpers entsprechen.
Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar in mehreren Ausführungsmöglichkeiten
bzw. Anwendungsmöglichkeiten.
Unter diesen Ausführungsmöglichkeiten 'besteht eine der einfachsten aus einer runden Scheibe mit
beiderseitigem Ringkragen, d. h. einer runden Scheibe, die in der Mitte eines Ringes oder Zylinders
liegt, so daß sie in diesem eine Querwand bildet, auf deren beiden Seiten der Ring zwei entgegengesetzt
gerichtete Näpfchen umschließt. Die Dicke dieser Scheibe lcann selbstverständlich entsprechend
dem Verwendungszweck der damit erzielbaren Bindungen in weiten Grenzen schwanken.
Fig. ι zeigt einen Längsschnitt durch die Ringkragenscheibe,
und
Fig. 2 zeigt diese in schaubildlicher Ansicht; Fig. 3, 4 und 5, von denen die erste einen schematischen'Längsschnitt
und die beiden anderen schaubildliche Darstellungen verkörpern, zeigen die An-Wendung
dieser Ringkragenscheiben für die Bindung loser Blätter;
Fig. 6 bis 16 zeigen abgeänderte Ausführungen der Erfindung.
In diesen Figuren bezeichnet 1 die eigentliche Scheibe, 2 den Ringkragen, der jeweils zwei entgegengesetzt
liegende Näpfchen 3 begrenzt, die den gleichen Boden besitzen und wobei im allgemeinen,
jedoch nicht unbedingt erforderlich, Ringkragen, Scheibe und Näpfchen aus einem Stück
bestehen und z. B. durch Guß, durch Abstechen, Ziehen hergestellt sein können. In Betracht kommen
aber auch die verschiedensten Metalle, vor allem Aluminium, alle plastisch verformbaren Werkstoffe,
z. B. Kautschuk, und sonstige verwendungsao fähige Stoffe sowie gebräuchliche Herstellungsmethoden.
Der Blatthalter 1, 2 wirkt mit vorher angebrachten Aussparungen am Heftrand 4 o. dgl. des aus
einzelnen losen Blättern 5 bestehenden Heftes so zusammen, daß eine lösbare Zusammenfassung entsteht.
Die erwähnten Aussparungen haben, wie oben erwähnt, eine dem halben Längsschnitt der
Ringkragenscheibe entsprechende Form, sie zeigen also einen Aussparungsteil 6, der im allgemeinen
dem Rand des Heftrands 4 parallel läuft und in die Kante mit einem dazu rechtwinkligen Abschnitt 7
ausläuft.
Die fertige Heftung wird durch eine Anzahl, mindestens zweier nebeneinander entlang der Heftkante
4 der Blätter in gleichmäßigen oder ungleichmäßigen Abständen angeordneter Ringkragenscheiben,
wie Fig. 3 zeigt, gebildet.
Das Einsetzen der Körper in die Aussparungen ist auf Grund einer gewissen Nachgiebigkeit der
Lappen 8 möglich, die durch das Einschneiden der Aussparungen gebildet sind und die sich in die
Näpfchen 3 einsetzen, in denen sie eine rechtwinklige Stellung zum Näpfchenboden einnehmen, wie
dies ι in Fig. 3 veranschaulicht. Die so durch die Reihe der Ringkragenscheibe in Lage gebrachten
Blätter werden auf diese Weise vollkommen sicher zusammengehalten, während andererseits ihre Lösung
aus dem Verband jederzeit durch eine umgekehrte Handlungsweise erfolgen kann. Die Lappen
8 der Aussparungen müssen zu diesem Zweck natürlich eine genügende Biegsamkeit besitzen, damit
die Heftkörper leicht in den Block der losen Blätter eingesteckt werden können, ohne daß aber
auf der anderen Seite diese Nachgiebigkeit die Möglichkeit einer Lösung der einwandfreien Bindung
zur Folge hat. Zur Vermeidung der Nachteile einer übergroßen Nachgiebigkeit kann man deshalb
auch die nächste Umgebung der Aussparungen gegebenenfalls fester ausbilden oder zusätzlich versteifen,
wozu sich die verschiedensten physikalischen und chemischen oder sonstigen Bearbeitungsverfahren
anwenden lassen, wie sie zur Verstärkung und zur Erhöhung der Festigkeit von Blättern bekannt sind, damit die gehefteten Schriftstücke
vor Zerstörung geschützt werden, auf der anderen Seite aber auch gleichzeitig eine größere
Sicherheit für die Bewegung der Blätter beim Umwenden gegeben ist. Als eigentliches Mittel für
diesen Zweck kommen z. B. Gummierungen oder Leimüberzüge des Papiers, Tauchen in Gummi usw.
in Betracht, durch die die Ränder der Aussparungen verfestigt werden. Ein ganz besonderer Vorteil der
Bindung nach der Erfindung liegt in der vollständigen Umwendbarkeit der Blätter, sowohl dank der
Drehung der Lappen 8 in den Näpfchen als auch außen um den Ring, d. h. diese Drehung vollzieht
sich um einen vollen Kreis um die Achse x-y, wobei die Befestigungskörper einwandfreie Führungen
dieser freien Drehungen um 3600 für die einzelnen Blätter oder Gruppen solcher oder des gesamten
Bandes bilden.
Diese Führung findet übrigens genau so auch statt angesichts der seitlich versetzten Blattlage,
wie der Wirikelverschiebung um die Achse x-y, macht aber dabei alle Verschiebungen unmöglich,
die sich aus dem Zusammentreffen der beiden vorhergehenden ergeben. Infolge der Anordnung mehrerer
Näpfchen, die in gewisser Weise Zapfenlager bilden, in denen sich die Lappen 8 wie Stifte drehen
können, vollzieht sich auch die Drehbewegung der Blätter reibungslos, in ähnlicher Weise wie bei der
Drehung mechanischer Teile um die für alle Teile gemeinsame Achse x-y, wie bei einem Scharnier.
Sowohl das Innen- als auch das Außenprofil der Ringabschnitte 2 können selbstverständlich die verschiedensten
Formen besitzen, ohne daß hierdurch der Rahmen der Erfindung überschritten wird.
Für das Innenprofil dürfte die zweckmäßigste Form die zylindrische, durch 9 in den Fig. 1 bis 9 veranschaulichte
sein. Das Außenprofil 11 kann die verschiedensten Gestalten haben, um beispielsweise
dem Wunsch nach besonderer Schmuckform zu entsprechen. Die Fig. 6 bis 10 geben hierfür einige
Beispiele.
Bei allen diesen Anwendungen müssen die äuße- i°5 ren Profile 11 sich auf Rotationskörper beziehen,
damit die Umwendung der Blätter in oben beschriebenem Umfang nicht beeinträchtigt wird.
Die Böden der Näpfchen 3, d.h. die Flächen der Querwand 1, können im Rahmen der Erfindung die no
verschiedensten Querschnittsformen besitzen, z. B. aber konvex oder konkav sein oder sonstige Formen
haben, denen selbstverständlich die Kante des Teiles 7 der Aussparung entsprechen muß.
Für den praktischen Gebrauch besteht eine andere Ausführungsform der Anordnung darin, in
den Ringkragenkörper einen Schlitz 12 geeigneter Breite einzubringen, der vom Außenumfang des
Ringes 2 bis an den Mittelpunkt der Scheibe 1 (Fig. 11) führen kann oder auch nur einen Teil
dieser Länge einnehmen kann.
Dieser Schlitz dient dazu, einen Verbindungsstab 13, der flach (Fig. 12) oder rund (Fig. 13) oder von
irgendwelchem beliebigem Querschnitt sein kann, aufzunehmen; dieser Verbindungsstab trägt zur
Versteifung der Heftung bei, da er unmittelbar die
verschiedenen, die Heftung bildenden Ringkörper vereinigt und damit dem ganzen Verschluß eine erhöhte
Festigkeit gibt. Es ist einleuchtend, daß die Zahl und die relative Lage der einzelnen Blatthalter
auf dem Verbindungsstab verschieden sein können. Durch die Verwendung dieses Stabes läßt sich eine
besonders ausgeprägte Nachgiebigkeit ausgleichen, wie sie etwa ein Dokumentenband oder ein Einband
aus besonders weichem Material zur Folge haben ίο müßte; in anderen Fällen kann er ebensogut die
Einführung von Blättern erleichtern von mehr oder weniger geringer Nachgiebigkeit, wie z. B. von
Deckeln aus besonders starrem Karton, von metallischen Deckeln oder solchen aus sehr starkem oder
sprödem oder leicht zerreibbarem Material. Der Schlitz erleichtert ebenso die Einführung wie auch
die Einordnung der Blätter in die Heftung unter Vermeidung starker Beschädigungen während dieser
Handlung. Der Schlitz kann hierauf durch Einbringung eines Teiles geeigneter Gestalt, dessen
Einsetzung und Festlegung durch alle hierfür geeigneten Mittel geschehen kann, abgeschlossen
werden.
Eine weitere Ausführungsform besteht darin, den Radialschlitz durch eine Aussparung 14 beliebigen
Querschnittes, z. B. Rundquerschnitt, zu ersetzen, die im Boden der Näpfchen angebracht ist, und
zwar, wie Fig. 13 und 14 zeigen, in der Mitte desselben,
aber auch an jedem anderen Punkt angebracht sein kann. Die in der Reihe der Befestigungsringkörper
einander folgenden Aussparungen bilden einen Durchlaß zur Einführung eines Stiftes
13, der auch als Verbindungsmittel, wie oben t>eschriel>en, dienen kann. Im übrigen kann außer
dieser Durchbrechung die Scheibe 1 auch noch andere Aussparungen, insbesondere zum Zwecke
der leichteren Ausbildung besitzen.
Wie schon oben ausgeführt, können die Befestigungselemente
auch aus mehreren Teilen bestehen, wie z. B. in einem Axialschnitt, die Abb. 15 und 16
zeigen.
Bei diesen Ausführungsformen, die selbstverständlich nur Beispiele verkörpern, sind zwei kleine
Näpfchen 3" und 3* aus gegossenem, plastischem Material angeordnet und in einem hohlen Ring oder
einem Tubenkörper o. dgl. 2 derart angebracht, daß ihre Böden i° und i* einander gegenüberliegen und
sich nicht berühren (Fig. 15) oder in Abstand liegen (Fig. 16). Man kann auch noch die Wände ia und ift
durch Ausformung mit dem Tubenkörper 2 erzeugen.
Man kann auch den Verbindungskörper aus der Vereinigung des Tubenkörpers mit einem Vollzylinder,
der geringere Länge als der Tufoenkörper aufweist, herstellen, wobei der Vollzylinder in das
Innere des Tubenkörpers eingebracht wird, um damit an jeder Seite des Teiles 2 Näpfchen zu bilden,
deren Böden durch die entgegengesetzten Flächen des innenliegenden Vollzylinders gebildet
werden.
Die Erfindung umfaßt alle diese Ausführungsmöglichkeiten sowie alle weiteren, die sich der
grundsätzlichen Merkmale bedienen, d. h. des ; eigentlichen Blatthalters eines im wesentlichen vollzylindrischen Körpers, dessen beide Seiten je eine
näpfchenförmige Einformung aufweisen, wobei die Böden dieser Einbuchtung einander berühren oder
in Abstand voneinanderliegen.
Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Einführung in den praktischen Gebrauch lediglich
eine einfache Ausstanzvorrichtung erforderlich macht, um die Rundaussparungen in den zu heftenden
Blättern anzubringen; besonders angetriebene Maschinen sind hierzu nicht erforderlich, wie
sie mitunter für ähnliche Zwecke benötigt wurden. Auch sind weiterhin die Ringkragenscheiben oder
sonstigen, entsprechend nach der Erfindung ausgebildeten Körper nicht empfindlich gegen Deformation,
und zwar vor allem durch die im Innern des Körpers vorhandene Querversteifung der Böden
wie auch infolge der massiven und einheitlichen Gestaltung, insgesamt Eigenheiten, die Heftung
von überlegenen Eigenschaften gegenüber den gebräuchlichen Heftungen ergeben, welche z. B. einfache
Ringe verwenden ohne die versteifenden Querwände. Diese offenen oder geschlossenen Ringe
sind im Gebrauch starken Beanspruchungen ausgesetzt, selbst sogar schon vor dem Gebrauch. Bei
diesen bekannten Anordnungen haben die Druckkräfte, welche die einzelnen Blatthalter aufnehmen
müssen, und zwar sowohl als Querkräfte als auch als Tangentialkräfte, das Bestreben, die Ringe zu öffnen,
so daß die gehefteten Papiere häufig Beschädigungen erleiden und der Einband schneller unbrauchbar
wird. Diese Nachteile werden vollkommen vermieden durch die scheibenverstärkten Ringe oder
entsprechenden Abwandlungen, denn diese sind in sich geschlossen und praktisch unverformbar. Es
ist noch zu erwähnen, daß das Befestigungssystem nach der Erfindung u. a. aus wirtschaftlichen Gründen
angewendet werden kann. Es erfordert nur ein einfaches Werkzeug für die Herstellung der Ringscheiben
selbst und für deren Einsetzung in die zu bindenden Dokumente.
Claims (6)
1. Loseblattheftung für Schriftstücke o. dgl. in Gestalt einzelner und einzeln herausnehmbarer
Blätter oder Hefte, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einer Reihe zylinderförmiger
Blatthalter besteht, deren jeder an beiden Seiten ein Näpfchen bildet mit gemeinsamem oder
getrenntem Boden und welche zusammenwirken mit Ausnehmungen am Rande des Blätterpacks,
Blocks u. dgl., mit der Maßgabe, daß diese Aussparungen eine den Umrissen und Abmessungen
der erwähnten Näpfchen angepaßte Form besitzen. 1
2. Heftung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Blatthalter durch Ringkragenscheiben
gebildet werden, insbesondere in Form von Ringen oder Zylinderabschnitten mit an denselben gelagerten Querwänden den jeweiligen
Verhältnissen angepaßter Stärke, die jeweils mit der Ringinnenfläche zwei Näpfchen
mit gegeneinander gewendetem Boden einschließen.
3. Heftung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Blatthalter einen Einschnitt
aufweisen, der beispielsweise vom Außenumfang bis zum Mittelpunkt der Scheibe in radialer Richtung verläuft und einen für
alle zu einer Heftung gehörigen Befestigungsteile gemeinsamen Verbindungsstab o. dgl. einzusetzen
gestattet.
4. Heftung nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Radialeinschnitt nicht
bis zum Außenumfang durchgeführt ist, sondern beispielsweise eine Aussparung im Boden
der Näpfchen darstellt, und als Lager für einen Verbindungsstab dient.
5. Heftung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Blatthalter durch zwei
kleine Näpfchen gebildet wird, die in einem hohlen Ring oder Tubenabschnitt untergebracht
sind, derart, daß die Böden der Näpfchen einander berührend oder in Abstand liegen.
6. Heftung nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Blatthalter durch Vereinigung
eines Hohlzylinders mit einem Vollzylinder geringerer Länge gebildet sind, der sich in dem Hohlzylinder größerer Länge befindet.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
1975 10.51
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