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Sparrendach Die Erfindung bezieht sich auf ein Sparrendach, das insbesondere
für Wohnhäuser u. dgl. bestimmt ist, aber auch für andere Bauten Verwendung finden
kann. Die bisher gebräuchlichen Sparrendachkonstruktionen haben den Nachteil, daß
sie verhältnismäßig viel Holz erfordern. Bei der außerordentlichen Holzverknappung
scheitert daher die Wiederherstellung der während des Krieges teilweise zerstörten
Häuser vielfach an dem Fehlen der für die Errichtung des Dachstuhls erforderlichen
Holzmengen, insbesondere der stärkeren Dachgeschoßbalken und Sparren. Es sind zwar
schon verschiedene Holzsparbauweisen bekanntgeworden, jedoch muß bei diesen Konstruktionen
die verhältnismäßig geringfügige Holzersparnis durch eine bedeutend kompliziertere
Konstruktion und damit erhöhtem Arbeitsaufwand erkauft werden. Aus diesem Grunde
haben sich diese Holzsparkonstruktionen auch nicht durchgesetzt. Die Erfindung bringt
auf diesem Gebiet einen erheblichen technischen Fortschritt; sie besteht im wesentlichen
darin, daß zwischen den Sparren und der Dachgeschoßbalkenlage etwa in halber Dachgeschoßhöhe
ein durch Bretter oder Bohlen gebildeter Vollwand- oder Gitterträger angeordnet
ist, der ein Zwischenauflager für die Sparren bildet und somit deren Biegungsspannweite
erheblich verkürzt. Dadurch ist es ermöglicht, die Sparren erheblich schwächer zu
dimensionieren und für diesen Zweck starke Brater oder Bohlen zu verwenden. Ferner
kann der neue Träger auch als Zwischenauflager für die Dachgeschoßbalkendienen,
indem man letztere unter dem Träger befestigt. Dadurch wird auch die Spannweite
der Dachgeschoßbalken erheblich verkürzt, so daß auch diese nunmehr erheblich schwächer
dimensioniert werden können. Die die Zwischenauflager bildenden Träger selbst werden
ebenfalls durch Bretter
oder Bohlen gebildet und erfordern daher
nur wenig Holz. Insgesamt wird durch diese neue Sparrendachkonstruktion gegenüber
den bisher bekannten und statisch berechneten Sparrendächern eine Holzersparnis
von SoOlo erzielt. Da jedoch die meisten Wohnhausdächer bisher nach Gefühl dimensioniert,
d. h. die Hölzer durchweg zu stark bemessen wurden, ist die tatsächlich erzielte
Holzersparnis noch weit höher als 50%. Das bedeutet, daß etwa die früher für die
Dachbalkenlage allein erforderliche Holzmenge nunmehr für das ganze Dach mit Balkenlage
ausreicht. Dabei läßt sich bei der neuen Konstruktion die an sich bekannte Nagelbauweise
hervorragend anwenden. Dadurch ist einmal der Eisenverbrauch erheblich niedriger
als hei den handwerksüblichen Konstruktionen, und anderseits können zur Herstellung
der Konstruktion auch weitgehend angelernte Arbeitskräfte herangezogen werden. Die
nach der Erfindung ausgebildeten Dächer sind also auch erheblich billiger als die
bisherigen Konstruktionen.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
Es zeigt Abb. i eine teilweise Vorderansicht des neuen Sparrendaches, Abb. 2 eine
Ansicht in Richtung des Pfeiles A (Abb. i), Abb.3 einen waagerechten Schnitt nach
der Linie C-D (Abb. 2).
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Nach der Erfindung ist zwischen den Sparren a und den Dachgeschoßbalken
b etwa in halber Dachgeschoßhöhe auf beiden Dachseiten ein durch Bretter oder Bohlen
gebildeter Vollwand- oder Gitterträger angeordnet, der die Biegungsspannweite der
Sparren a erheblich verkürzt, so daß letztere aus starken Brettern oder Bohlen hergestellt
werden können. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein als Vollwandträger
ausgebildetes Zwischenauflager dargestellt, und zwar wird dasselbe durch die einerseits
mit den Sparren a und anderseits mit den Dachgeschoßbalken b verbundenen senkrechten
Bretter oder Bohlen c und die unmittelbar Unterhall> der Sparren a an den senkrechten
Bohlen c befestigten Längshölzer cl sowie die oberhalb der Dachgeschoßbalken b an
den Bohlen c befestigten Längshölzer f gebildet, die sämtlich durch Diagonalhölzer
g miteinander verbunden sind, also zusammen einen außerordentlich tragfähigen Querschnitt
ergeben. Zur besseren Befestigung der Diagonalbretter g an den senkrechten Bohlen
c sind auf letztere zwischen den Längshölzern d und f noch die Bretter
h aufgenagelt, die dieselbe Stärke besitzen wie die Hölzer d und
f. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die senkrechten Bohlen c
an eine Seitenfläche der Sparren a angenagelt und reichen unten bis auf die aus
je zwei Bohlen bestehenden Dachbalken b. Zur Verbindung zwischen den Dachbalken
b und den Bohlen c sind die Verbindungslaschen i vorgesehen, die zwischen den Bohlen
der Balken b befestigt sind und bis hinter die senkrechten Bohlen c reichen, so
daß letztere daran festgenagelt werden können. Die Sparren a sind am unteren Ende
durch Nägel zwischen den Bohlen der Dachgeschoßbalken b befestigt.
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Oberhalb des Dachgeschosses sind die am First zusammenstoßenden Sparren
a in an sich bekannter Weise durch Spannriegel k und unterhalb der Dachfirst in
ebenfalls bekannter Weise durch Hahnenbalken in miteinander verbunden, die ebeneo
wie die übrigen Konstruktionselemente aus Bohlen oder Brettern bestehen und. vorzugsweise
festgenagelt werden. In der Längsrichtung sind die hintereinander angeordneten Sparren
a in bekannter Weise durch je eine in Höhe der Spannriegel k angeordnete
Pfette st und am First vorteilhaft durch eine weitere Pfette o (Firstpfette) untereinander
verbunden. Für die Firstpfette o können ebenfalls Bretter oder Bohlen Verwendung
finden.
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Zur Stabilisierung der Sparrenverbindung am Dachfirst sind in dem
dargestellten Ausführungsbeispiel besondere Laschen p vorgesehen, die L- oder U-förmigen
Querschnitt besitzen und mit ihren abgewinkelten Längskanten in Nuten der Sparren
a liegen, in welcher Lage sie durch Nägel o. dgl. befestigt werden.
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In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist durch die dicht nebeneinander
angeordneten Diagonalbretter g des Zwischenauflagers eine glatte Wandfläche geschaffen,
die vorteilhaft als Scheindrempelwand benutzt werden kann. Es ist jedoch auch möglich,
den das Zwischenauflager bildenden Träger als Gitterträger auszubilden, in dem man
nur in bestimmten Abständen voneinander Diagonalstreben anordnet. Bei größeren Spannweiten
läßt sich in halber Höhe des oberhalb des Dachgeschosses liegenden Spitzbodens ein
zweites Zwischenauflager c, d, f, g für die Sparren a anordnen und dadurch
die Biegungsspannweite auch in diesem Teil des Daches erheblich verkürzen.