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Elektrische Lüftungsbremse für elektrische Hebezeugmotoren Bei elektrischen
Antrieben mit aussetzendem Betrieb, beispielsweise bei Hebezeugmotoren, macht die
Belüftung der Motoren Schwierigkeiten. Da die Fienbelüfning wegen des nur kurzzeitigen
Betriebs nur geringe Wirkung hat, muß entweder der Motor reichlich bemessen oder
ein besonderer Lüftermotor zum dauernden Anblasen des Hauptmotors vorgesehen werden.
Bei Hebezeugmotoren wird außerdem zum Bedienen der mechanischen Bremse für die Seiltrommel
ein weiterer Hilfsmotor, der Brem-slüftermotor, vorgesehen, so daß unter tJinständen
drei Klotoren erforderlich sind. Da der Bremslüftermotor nach Lüftung der Bremse
unter vollem Strom stehen bleibt, muß er reichlich bemessen werden.
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Bei einer bekannten Einrichtung hat man das Gehäuse des Hebezeugmotors
drehbar gelagert und (las beim Einschalten des Motors am Motorgehäuse auftretende
Drehmoment zum Lüften der mechanischen Bremse benutzt. Dadurch entfällt wohl einerseits
der besondere Bremslüftermotor, andererseits wird aber der Aufbau des verhältnismäßig
großen Hebezeugmotors durch das verdrehbar gelagerte Gehäuse ziemlich 'kompliziert,
so d'aß eine Verbilligung der Gesamtanlageko.sten nicht erreicht ist. Um den Bremslüftermotor
mit dauerndumlaufendemLäufer betreiben und damit kleiner bemessen zu können, hat
man bei einer anderen bekannten Einrichtung den Motor über Bein Differeintialgetriebe
mit einem mechanischen Hemmwerik gekuppelt und die Bewegung des dritten. Teils des
Differentialgetriebes zur Betätigung der mechanischen Bremse benutzt. Damit ist
wohl ein wirtschaftlicherer Betrieb des Bremslüftermotors erzielt, aber man braucht
ein besonderes; Hemmwerk, das nutzlos Energie verzehrt.
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Die Erfindung hat die Aufgabe, derartige Hebezeugantriebe zu vereinfachen
und damit zu verbilligen. Sie macht dabei ebenfalls Gebrauch von einem elektrischen
Bremslüftermotor, der mit einem mechanischen
Hemmwerk über ein
Differentialgetriebe gekuppelt ist, dessen dritter Teil zur Betätigung der mechanischen
Bremse des Hebezeugmotors benutzt wird. Sie besteht darin, daß das mechanische Hemmwerk
durch einen Lüfter gebildet ist; der gleichzeitig zum Belüften des Hebezeugmotors
dient. Als Differentialgetriebe kann ein mechanisches,-Differentialgetriebe, wie
Planetenrad- oder Schraubengetriel>e oder auch ein elektrisches Differentialgetriebe
vorgesehen werden.
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Die Erfindung soll an Hand der in der Zeichnung in den Fig. i bis
3 dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert werden: Fig. i zeigt in schematischer
Darstellung einen Hebezeugmotorantrieb mit Bremslüftermotor, bei dem der Bremslüftermotor
über ein mechanisches Differential mit der mechanischen Bremse der Seiltrommel gekuppelt
ist. Die Fig. 2 stellt eine Seitenansicht der Einrichtung nach Fig. i dar, wid Fig.
3 zeigt die gleiche Einrichtung mit einem elektrischen Differentialgetriebe. Gleiche
Teile sind in den drei Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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In Fig. i und 2 ist der Hebezeugmotor i mit der Seiltrommel 2 über
ein Stirnradgetriebe 3 gekuppelt. Der Bremslüftermotor 4 treibt überein Differentialgetriel>e
3 den in beiden Drehrichtungen wirksamen Axiallüfter 6 an. Die Seiltrommel 2 ist
an dem einen Ende als Bremsscheibe 7 ausgebildet, auf der ein Bremsband 8 aufliegt.
Das Bremsband 8 ist mit seinen beiden Einelen an einem Bremshebel 9 befestigt, der
zugleich die Achse des Planetenrades io des Differentialgetriebes 5 bildet. An dem
äußeren Ende des Bremshebels 9 ist ein Gewicht i i befestigt, durch dessen Wirkung
das Bremsband 8 fest angezogen und somit eine Bremswirkung auf die Trommel 2 ausgeübt
wird. Der Bremshebel 9 ist auf der Welle 12 des Bremslüftermotors 4 mittels eins
Armes 13 drehbar gelagert.
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In Fig. 3 ist das mechanische Differentialgetriebe ersetzt durch ein
elektrisches Differentialgetriebe. Dieses ist gebildet durch verdrelhbare Lagerung
des Ständers 14 des Bremslüftermotors 15. Mit dem Ständer 14 ist der Bremshebel
16 verbunden, an dem in gleicher Weise wie an dem Bremshebel 9 der Einrichtung nach
Fig. i und 2 das Bremsband 8 befestigt ist.
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Die Einrichtung nach Fig. i und 2 arbeitet folgendermaßen: Bei Rechtslauf
des Bremslüftermotors 4 trimmt der Bremshebel 9 die durch das Bremsgewicht i i bedingte
Bremslage ein. Das durch das Bremsgewicht ausgeübte Moment wird verstärkt durch
das 11i1 gleichen Sinne wirkende, durch die Hemmwirkung des Lüfters hervorgerufene
Moment am Differentialgetriebe. Soll nun dieBremsegelüftetwerden, so wird die Drehrichtung
des Bremslüftermotors umgeschaltet. Nun wirken die genannten beiden Drehmomente
nicht mehr im gleichen, sondern im entgegengesetzten Sinne. Das .vom Lüfter herrührende
Moment wird zunächst durch die, Drehrichtungsumkehr einen @höheren und dann, wieder
einen konstanten Wert annehmün. Die vom Lüfter und dem Bremsgewicht hervorgerufenen
Momente müssen durch entsprechende Bemessung dieser Teile so aufeinander abgestimmt
sein, daß der Bremshebe1 bei Drehrichtunigsumkehr zunächst entgegen der Wirkung
des Bremsgewichts um die Welle 12 im Uhrzeigersinn gedreht und dann in einer bestimmten
Lage festgehalten wird. Das Bremsband 8 ist dann entlastet und die Bremse gelüftet.
Soll schwach gebremst werden, dann wird die Motordrehzahl soweit herabgesetzt, bis
das Moment des Bremsgewichts das Lüftermoment überwiegt. Soll stark gebremst werden,
so wird die Drehrichtung des Bremslüftermotors wieder umgelehrt, wodurch sich das
infolge der Hemmwirkung des Lüfters über das Differentialgetriebe auf den Bremshebel
ausgeübte Moment mit dem vom Bremsgewicht bewirkten Moment addiert, so daß sich
der Bremshebel senkt un,d das Bremsband angezogen wird.
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In ähnlicher Weise arbeitet die Einrichtung nach Fig. 3. Bei Linkslauf
des Bremslüftermotors wird der Ständer in gegenläufigem Sinne gedreht, so dai3 auf
den an. dem Gehäuse befestigten Brremshebel 16 ein Drehmoment im Sinne des vom Bremsgewicht
hervorgerufenen Moments wirkt und das Bremsband angezogen wird. Durch Umschaltung
der Drehrichtung des Läufers des Bremslüftermotors wird auch die Drehrichtung des
Ständers umgekehrt, so daß der Bremshebel entgegen der Wirkung des Bremsgewichts
gedreht und das Bremsband entlastet wird. Auch hier müssen das durch die Hemmwirkung
,des Lüfters beeinflußte Drehmoment des Ständers und das durch das Bremsgewicht
hervorgerufene Moment so aufeinander abgestimmt sein, daß der Bremshebel in der
das Bremsband entlastenden Lage festgehalten wird.
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Die Erfindung bietet den Vorteil, daß der Brems. lüftermotor sowohl
zum Lüftent der Bremse, als auch zum dauernden Entlüften des Hebezeugmotors herangezogen
wird und somit ein besonderer Lüftermotor eingespart werden kann.