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Verstellbarer Zweibackenschraubenschlüssel Es gibt bereits eine Unmenge
von verstellbaren Schraubenschlüsseln, die aber alle derartige Nachteile aufweisen,
daß sie nur behelfsmäßig Verwendung finden, weil sie infolge Unhandlichkeit oder
Unsicherheit im Griff oder Nachgiebigkeit bei Kraftanwendung usw. zu dauernder Verwendung,
insbesondere in Schlosserwerkstätten, nicht geeignet sind. Alle bekannten verstellbaren
Schraubenschlüssel haben drei wesentliche Nachteile i. Man kann die Schlüssel vor
der Verwendung nicht auf eine bestimmte Schlüsselweite einstellen, sondern diese
Einstellung kann erst nach dem Ansetzen des Schlüssels an der zu drehenden Schraube
oder Mutter vorgenommen werden.
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2. Man muß beim Umsetzen des Schlüssels den Handgriff sowohl beim
Wegnehmen als auch beim Wiederansetzen des Schlüssels, also zweimal drehen.
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3. Es sind alle bekannten Schlüssel derartig nachgiebig in ihrer Bauart,
daß sie vor stärkerer Kraftanwendung sehr fest an die Schraubenmutter gepreßt werden
müssen, damit sie nicht über die Kanten gleiten. Diese Arbeit erfordert viel Zeit
und Kraft.
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Gegenstand der Erfindung ist, die vorstehend angeführten Nachteile
dadurch zu vermeiden, daß i. jede gewünschte Schlüsselweite einfach, schnell und
sicher ohne Zuhilfenahme der zu fassenden Schraubenmutter eingestellt werden kann,
daß 2. beim Aufhören der Handkraft sich der auf eine bestimmte Maulweite eingestellte
Schlüssel selbsttätig ein wenig öffnet, so daß er leicht von der Schraubenmutter
abgezogen werden kann und umzusetzen ist, wobei er sich bei neuerlicher Kraftanwendung
mit großer Kraft schließt und dabei die Mutter fest faßt, und daß 3. alle elastischen
Nachgiebigkeiten dadurch unschädlich gemacht werden, daß mit zunehmender Handkraft
auch die Schließkraft des Schlüssels immer größer wird.
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Zu diesem Zweck wird der Schlüssel (Fig. i) aus zwei Backen
a und b hergestellt, welche mit einer
Querschraube
c verbunden sind. Diese,Querschraube c ist in der Backe a um den Bolzen
d leicht schwenkbar gelagert, während sie in die Backe b eingeschraubt
ist. Die Schraube c wird mit der Backe a gedreht. Jede volle Umdrehung der Querschraube
c vergrößert oder verkleinert die Schlüsselweite um eine Ganghöhe des Gewindes.
Selbstverständlich sind nur volle Umdrehungen möglich, damit die Backen immer sich
gegenüber- , liegen. Praktisch macht man die Ganghöhe der Querschraube bei kleinen
Schlüsseln i mm, bei größeren Schlüsseln 2 rum, so daß sich die Maulweite bei jeder
Umdrehung um genau i mm bzw. 2 mm ändert. Eine auf der Querschraube angebrachte
Markierung gestattet, die Schlüsselweite abzulesen. Erfindungsgemäß wird ferner
die Querschraube c so lang gemacht, daß sie mit ihrem Gewindeende bei einer bestimmten
Schlüsselweite mit der Rückenfläche der Backe b gerade fluchtet. Dadurch kann man
diese Schlüsselweite durch Abtasten mit der Fingerspitze auch bei Dunkelheit leicht
feststellen und alle anderen Schlüsselweiten durch Zählen der Umdrehungen der Querschraube
einstellen.
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Damit sich der Schlüssel auf die zu betätigende Schraubenmutter leicht
auf- und abschieben läßt, auch wenn dieselbe etwas ungleich in der Schlüsselweite
oder deformiert ist, und damit der Schlüssel immer fest sitzt, ist derselbe erfindungsgemäß
weiter so ausgebildet, daß er sich beim Naqhlassen der Handkraft selbsttätig ein
wenig öffnet. Zu diesem Zweck ist die Backe a um den Bolzen d der Querschraube c
leicht schwenkbar gelagert, wodurch sich beim Schwenken der Backe a die Maulweite
des Schlüssels ändert. Das Schwenken der Backe a um die Achse d
erfolgt
mit dem Handgriff al, zu dem sie hebelartig nach hinten verlängert ist. Auch die
Backe b ist zu einem Griff verlängert. Diese beiden Handgriffe kreuzen sich, so
daß beim Zusammendrücken derselben die Maulweite des Schlüssels verkleinert wird.
Das selbsttätige Öffnen des Schlüssels beim Nachlassen der Handkraft erfolgt durch
eine Feder k, welche im Handgriff a1 eingebaut ist und sich auf den Anschlag cl
der Querschraube c abstützt. Die Schraube e dient sowohl zur Blockierung einer bestimmten
Maulweite als auch zur Fixierung der richtigen Gegenüberstellung der beiden Backen.
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Fig. 2 zeigt eine Ausführung, bei welcher zur Erhöhung der Backenkräfte
das Schließen der Backe a mit zweifacher Hebelübersetzung erfolgt. Der Hebel f ist
mittels Bolzen g gelenkig mit der Backe a verbunden und stützt sich mit der Nocke
f 1 oder mit dem Bolzen n auf die Stellschraube h derartig ab, daß beim Niederdrücken
des Hebelgriffes die Schlüsselweite kleiner wird.
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Fig. 3 zeigt eine ähnliche Ausführung, bei welcher jedoch der Hebel
i mit dem Bolzen j auf den Backenteil b gelagert ist. Die Bewegung des Handgriffes
i wird durch den Bolzen 1 über die Stellschraube m auf die Backe a übertragen, und
zwar wieder so, daß sich beim Zusammendrücken der Griffe die Maulweite verkleinert.
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Infolge der doppelten Hebelübersetzung läßt sich in beiden Ausführungen
leicht eine Übersetzung von i : 3o bis i : 4o erzielen. Bei 4o mm Weg des Handgriffes
hat diese große Hebelübersetzung nur @ eine Änderung der Maulweite um etwa i mm
zur Folge, was zum leichten Lösen des Schlüssels von der Schraubenmutter hinreicht.
Sie überbrückt andererseits aber bei i mm Ganghöhe der Querschraube alle Schlüsselweiten,
so daß tatsächlich jede Mutter fest angefaßt werden kann. Setzt man den Schlüssel
dabei so an, daß die Kraft zur Erzeugung des Drehmoments am schwenkbaren Handgriff
angreift, so wird die Schließkraft des Schlüssels um so größer, je stärker man die
Schraube anzieht. Elastische Deformationen und Spiel in den Gelenken und Führungen
bleiben ohne Einfluß auf die Maulweite.
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Das Öffnen des Schlüssels erfolgt wieder wie in Fig. i selbsttätig
durch im Handgriff eingebaute Federn k, welche sich auf das rückwärtige Ende der
Backe stützen und die Handgriffe bis zu einem Anschlag anheben, und zwar in Fig.
2 bis zum Bolzen n, in Fig. 3 bis zum Bolzen 1.
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Jede Verstellung der Maulweite mittels der Querschraube c erfordert
auch eine Einstellung der Stellschraube h bzw. m. Wie insbesondere
aus Fig. 3 leicht zu erkennen ist, kann die Einstellschraube m als Handhabe beim
Drehen der Backe a mit Querschraube c benutzt werden, wobei beide Schrauben bei
gleicher Steigung gleichzeitig und gleichmäßig verstellt werden.
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Fig. 4 und 5 zeigen Beispiele, bei denen diese Einstellschrauben durch
Keil bzw. Zahnstange ersetzt sind. In Fig. 4 stützt sich der Hebel f auf einen Stufenkeil
c, der in einer Nut des Backenteiles b verschiebbar gelagert ist und der Maulweite
entsprechend eingestellt wird.
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In Fig. 5 besitzt der Hebel f eine kleine Zahnstange p, die sich auf
eine Gegenverzahnung in der Backe b abstützt. ,Der jeweiligen Maulweite entsprechend
erfolgt der Zahneingriff weiter oben oder unten, wobei die Zahnstange federnd drehbar
gelagert ist.
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Fig. 6 entspricht im Prinzip wieder der Ausführung nach Fig. i. Die
Querschraube q ist in der Backe b wie bisher eingeschraubt, geht jedoch
durch einen konischen Schlitz der Backe a hindurch und hat einen Kopf mit kugelkallotförmiger
Unterseite, gegen die sich die analog geformte Backe a anlegt. Eine Feder
r hält die beiden Backen auseinander, die nach hinten wiederum zu sich kreuzenden
Handgriffen verlängert sind. Beim Zusammendrücken derselben schwingt die bewegliche
Backe a um die Engstelle s des konischen Schlitzes. Die Schraube t dient zum Fixieren
einer beliebigen Einstellung. An ihrem Durchgang sind die Griffe wegen der Parallelverstellung
der Backen geschlitzt.
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Fig. 7 und 8 zeigen Schlüssel in vereinfachter Ausführung, bei denen
das Gewindespiel zu einer geringfügigen Neigung der Backen ausgenutzt wird. ' In
Fig. 7 ist die Querschraube u mit der einen Backe a fest verbunden und in
die zweite Backe b wie bisher eingeschraubt. Die Einstellung der Schlüsselweite
erfolgt durch Ein- bzw. Ausschrauben der Querschraube in die Backe. Die Backen sind
nach hinten zu Handgriffen verlängert. Durch Zusammendrücken derselben wird, soweit
es das Gewindespiel erlaubt, die Maulweite etwas vergrößert, so daß der
Schlüssel
leicht angesetzt werden kann. Eine Verkleinerung der Maulweite kann durch die Stellschraube
v erfolgen.
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Fig. 8 zeigt die gleiche Ausführungsart, jedoch mit einer Querschraube
w, die mit Gewinde in beiden Backen eingeschraubt ist. Die verschieden langen Handgriffe
ermöglichen bei dieser Ausführung einerseits durch Zusammendrücken ein leichtes
Aufsetzen, andererseits aber auch eine Verkleinerung der Maulweite beim Schraubenanziehen,
wenn dabei nur der zu diesem Zweck längere Hebel im richtigen Drehsinn angefaßt
wird.