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Druckluftflüssigkeitsheber Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zur Förderurig von Flüssigkeit, wie beispielsweise Wasser für Gebrauchs- und Trinkzwecke
aus Brunnenanlagen.
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Bei den normalen Pumpanlagen beträgt die Saughöhe etwa 7 m. Diese
Förderhöhe reicht aber in sehr vielen Fällen nicht aus, so daß es erforderlich ist,
zwecks Überwindung größerer Saughöhen außerordentlich umständliche und auch kostspielige
Mittel, z. B. mehrere hintereinandergeschaltete Saugpumpen usw., in Anspruch zu
nehmen und die Wasserförderung damit zu betreiben. Zweck der Erfindung ist nun,
die Förderung von Flüssigkeit auf möglichst einfache und billige, aber auch absolut
sichere Art und Weise zu erreichen, und zwar durch eine Vorrichtung, mit deren Hilfe
die Förderung der Flüssigkeit aus Brunnenanlagen beliebiger Tiefe zweckmäßig mittels
Druckluft geschieht.
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Ein Ausführungsbeispiel einer im Vertikalschnitt gezeichnetenVorrichtung
ist ausderZeichnung ersichtlich. Nach der Erfindung soll die Förderung von Flüssigkeit
durch Druckluft bewirkt werden, und zwar mittels einer Vorrichtung, die zweckmäßig
gebildet wird aus einem Bodenbehälter a, einem Sammelbehälter b, einem Durchlaßventil
c, einer Steigleitung d für die Flüssigkeit, einer Druckluftleitung e, einer Entlüftungsleitung
f sowie einem ein Abschlußventil g betätigenden Schwimmer h.
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Der Bodenbehälter ist nach oben offen. In demselben ist der Sammelbehälter
so eingelagert, daß die Flüssigkeit nur von oben seitlich kommend durch das im Bereich
des Sammelbehälterbodens befindliche Durchlaßventil in das Innere des Sammelbehälters
einzuströmen vermag.
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Bei dem Durchlaßventil kann es sich um ein einfaches Tellerventil,
für das keinerlei Federn erforderlich sind, handeln, da es ausschließlich durch
die unterschiedliche Druckwirkung des Wassers gesteuert
wird, wobei
für die Sitzfläche des Ventils zweckmäßig eine Dichtung vorgesehen ist.
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Der Sammelbehälter ist mittels eines Deckels b' verschlossen, welcher
unter Zwischenfügung einer entsprechenden Dichtung auf dem nach der Zeichnung flanschförmigen
oberen Rand des Sammelbehälter befestigt ist.
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Durch den Deckel von oben hindurchgeführt sind die fast bis auf den
Boden des Sammelbehälters reichende Flüssigkeitsleitung, an welche in clen verschiedenen
Stockwerken die Hähne d' angeschlossen sind, und die kurz unter dem Verschlußdeckel
endende, mit einem Druckluftbehälter oder einem in an sich bekannter Weise selbsttätig
steuernden Kompressor in Verbindung stehende, mit Manometer e' ausgestattete Druckluftleitung.
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Diesen Leitungen gegenüber ist aus Zweckmäßigkeitsgründen die Entlüftungsleitung
oben seitlich am Sammelbehälter angeschlossen und steht unmittelbar mit einem Abschlußventil
im Sammelbehälter im Zusammenhang.
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Das Abschlußventil wird über einen am Ventilgehäuse angelenkten, um
den Punkt g' verschwenkbaren Kniehebel g" von einem mit dem letzteren verbundenen
Schwimmer gesteuert, und zwar infolge Steigens oder Fallens der jeweils in den Sammelbehälter
einströmenden bzw. demselben entströmenden Flüssigkeit, wobei der Kniehebel sich
beispielsweise innerhalb von entsprechend begrenzenden Anschlagorganen i bewegt.
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Nach der Zeichnung befindet sich der Schwimmer in seiner Tiefstellung,
d. h. das Entlüftungsventil in der Offenstellung, so daß der Schwimmer zwecks Schließens
des Ventils zunächst bei einströmender Flüssigkeit einen Weg, wie durch strichdoppelpunktierte
Pfeilrichtung angedeutet, zurücklegen muß, wobei dann der mit dem kurzen Kniehebelschenkel
im Eingriff stehende bzw. zu bewegende Ventilkolben die Luftaustrittsöffnungen abschließt.
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Die Vorrichtung wird so in einen Brunnen k eingebaut, daß sie unterhalb
des Wasserspiegels sich befindet und der Bodenbehälter auf der Sohle des Brunnens
ruht.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist kurz wie folgt: Das Wasser bzw.
die zu fördernde Flüssigkeit kann aus dem Brunnenschacht stets nur über den Rand
des Bodenbehälters in diesen und von ihm aus durch das Tellerventil in das Innere
des Sammelbehälters gelangen (s. Pfeilrichtungen). Hier steigt das Wasser hoch und
hebt den Schwimmer an bzw. verschwenkt den mit ihm verbundenen Kniehebel so, daß
bei einer gewissen Steighöhe des Wassers das Entlüftungsventil geschlossen wird.
Die nun zugeleitete Druckluft von etwa 3 Atm. sammelt sich in dem zwischen Deckel
des Sammelbehälters und Wasserspiegel noch vorhandenen Raum und bewirkt nicht nur
eine Schließung des Tellerventils, sondern bei Offnen von Abzapfstellen bzw. der
Hähne d' auch das Emporsteigen des Wassers durch die Steigleitung außerhalb der
Brunnenanlage. Sobald der Wasserspiegel und mit ihm der Schwimmer so weit nach unten
gesunken sind, daß der Kniehebel zwangsläufig das Ventil wieder geöffnet hat, erfolgt
eine Entlüftung des Sammelbehälters durch die Leitung f, und infolge des hierdurch
entstehenden Druckausgleichs strömt in gleicher Weise, wie vorher geschildert, wieder
Wasser in den Sammelbehälter ein. Die Erfindung bietet den Vorteil, daß jetzt erhebliche
Fördertiefen überwunden werden können und es ohne weiteres möglich ist, beispielsweise
Förderhöhen von 15 bis 20 m zu erreichen.
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Vorrichtungen im Sinne der Erfindung sind nicht nur einfach und übersichtlich
in ihrem Aufbau sowie billig in der Herstellung, sondern vor allem auch unbedingt
zuverlässig in ihrer Wirkungsweise.
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Mit j sind in der Zeichnung sowohl in der Steigleitung für die Flüssigkeit
als auch in der Druckluftleitung jeweils im Bereich des unteren Endes beider Leitungen
eingebaute Rückschlagventile bezeichnet.