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Ab- und Aussteifung von Schalungen, insbesondere für Massivdecken
Bei der Herstellung der meisten Massivdecken war es bisher üblich und erforderlich,
daß die dazugehörige Schalung auf Holzriegel, «-elche auf Holzsteifen ruhten, gelegt
wurde. Da die Räume nie oder doch nur äußerst selten gleich sind, ist mit dieser
Abstützung ein sehr großer Holzverschnitt und damit Holzverlust unvermeidlich. Dieser
Verlust vergrößert sich außerdem noch durch Entwendung zii Heizzwecken. Die Holzsteifen
müssen aus Konstruktionsgründen sehr eng gestellt werden. Daher ist es unmöglich,
während der 14 bis 18 Tage dauernden Abbindezeit der Massivdecken die Barunterliegenden
Räume zu benutzen. Weiter erfordert die bisherige Abstützungsart Fachkräfte, was
von der Berufsgenossenschaft auch vorgeschrieben ist.
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Es ist auch bereits ein Baugerüst bekannt, bei welchem die einzelnen
Elemente aus vorzugsweise metallischen Hohlbalken von eckigem, insbesondere rechteckigem
Querschnitt bestehen und jeder Hohlbalken über seine ganze Länge oder einen Teil
seiner Länge mindestens auf zwei Gegenflächen mit einander gegenüberliegenden Reihen
von Bohrungen versehen ist. Die hierfür verwendeten Hohleisenprofile sind von verschiedenen
Längen und müssen besonders angefertigt werden, wodurch sie sich recht teuer stellen.
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Da sie nur durch Ziehen lierstellbar sind, fallen sie dünnwandig aus,
besitzen relativ geringe Tragfähigkeit und sind leicht Beschädigungen ausgesetzt.
Ferner können die bei ihrem Zusammenbau verwendeten Krampen sich leicht lockern
und Unfälle veranlassen. Montage und Demontage sind umständlich und zeitraubend.
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Diese Nachteile werden durch die Erfindung überwunden. Nach der Erfindung
erfolgt die Abstützung der Schalbretter ganz oder zum Teil durch eine Vielzahl einander
gleicher, starr miteinander verbundener gewalzter Eisenprofile, vorzugsweise von
U-Querschnitt. In der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird für den gesamten
Aufbau der Abstützung nur ein einziges Einheitselement verwendet, obwohl selbstverständlich
auch zwei oder noch mehr Tvpen benutzt «-erden können. `licht nur die Querriegel,
sondern
auch Unterzüge und Steifen bestehen aus dem Einheitselement. Das verwendete Einheitselement
aus Profileisenstücken besitzt einen für statische Beanspruchungen günstigen Querschnitt.
Wenn auch vorzugsweise U-Eisenstücke benutzt werden, so können doch auch Profile
mit anderen Querschnitten verwendet werden. Wesentlich ist, daß die ganze Abstützungskonstruktion
aus einem gleichen Stück aufgebaut ist.
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Das Einheitselement ist mit einer Mehrzahl von gleich weit voneinander
entfernten Bohrungen versehen. Die Verbindung der einzelnen Stücke miteinander erfolgt
mittels Schrauben, kann also leicht hergestellt und wieder gelöst werden. Selbstverständlich
sind auch andere Befestigungsarten denkbar.
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In der bevorzugten Ausführungsform besteht demnach die ganze Abstützung
einer Decke oder auch sonstiger Ab- und Aussteifung aus der erforderlichen Zahl
von den statischen Erfordernissen entsprechenden gleichen Profileisenstücken, welche
eine Vielzahl runder oder geschlitzter Bohrungen in gleichen Abständen besitzen.
Sie sind mit einer den statischen Erfordernissen entsprechenden Verbindung, z. B.
Maschinenschrauben mit Kopf und Mutter, miteinander verbunden. Durch die Verwendung
eines oder mehrerer solcher Profileisen können Räume bis zu einer Spannweite, welche
den statischen Eigenschaften des Eisenstücks entspricht, eingeschalt werden. Hierzu
werden die Profileisen der Raumweite entsprechend nebeneinandergeschoben und durch
eine ausreichende Zahl von Schrauben miteinander . verbunden. Durch Legen von Unterzügen
aus denselben Profileisen nud Aufstellen von Steifen, ebenfalls aus denselben Profileisen,
können Spannweiten von jeder Größe erfaßt werden. Um bei größeren Spannweiten das
Kippen der Profileisen zu verhindern, kommt je Schalfeld zu zwei Profileisen ein
Bolzen mit Langgewinde bzw. mehrere, auf dem je zwei Muttern sitzen, welche den
Steg des Profileisens fassen. Durch Anziehen der Muttern wird ein Kippen der Eisen
verhindert und gleichzeitig eine Längsversteifung der Unterkonstruktion erreicht.
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Es ist also zur Herstellung der Abstützung einer Deckenschalung oder
einer anderen Ab- bzw. Aussteifung nur das Vielfache eines und desselben Profileisenstücks,
welche untereinander in geeigneter Weise, vorzugsweise durch Schrauben, verbunden
sind, erforderlich, um jede Spannweite einschalen zu können.
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Durch die Erfindung werden viele Vorteile erzielt. Durch den Wegfall
der hölzernen Steifen und Querriegel ist jede Holzverwendung für die Abstützung
vermieden. Dieser Wegfall bedeutet aber außer der erheblichen Holzersparung auch
noch eine etwa 8o0/@ge Arbeitsersparnis. Bei der Holzersparung ist noch zu berücksichtigen,
daß erfahrungsgemäß das für die Abstützung der Schalung verwendete Holz nach dreimaliger
Benutzung als völlig verbraucht anzusehen ist. Von großem Vorteil ist ferner der
Umstand, daß bei Anwendung der neuen Abstützung in jedem zu überdeckenden Raum weitergearbeitet
werden kann, da ja keine Behinderung durch zahlreiche Holzsteifen besteht. Auch
bei großen Spannweiten kommen nämlich nur wenige Eisensteifen in größeren Abständen
in Frage. Daher können Räume sogar bei voller Aufrechterhaltung des Betriebs überdeckt
werden. Wie schon erwähnt, kommen für Riegel, Unterzug und Steifen immer nur die
gleichen Profileisenstücke zur Anwendung. Daher sind auch keine Fachkräfte für das
Einschalen erforderlich, sondern diese Arbeit kann bei Anwendung der Abstützung
nach der Erfindung von ungelernten Arbeitern ausgeführt werden.
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Im Gegensatz zu den bekannten metallischen Hohlbalken sind die gewalzten
Eisenprofile, insbesondere aus U-Eisen, preiswerte handelsübliche Artikel. Sie besitzen
eine sehr hohe Tragfähigkeit und sind ungemein robust. Montage und Demontage mit
Schrauben als Verbindungsmittel geht schnell und einfach vonstatten, und die mittels
Schrauben bewirkten Verbindungen sind unbedingt zuverlässig.
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An den Zeichnungen soll die Erfindung noch beispielsweise näher erläutert
werden. Es stellt dar Fig. i die bisherige Abstützung mit Holz, Fig.2 Ansicht eines
Einheitselements in Form eines U-Eisenstücks sowie Schnitt und vergrößerte Befestigungsschraube,
Fig. 3 Grundriß und Querschnitt durch zwei mit Schrauben verbundene Einheitselemente,
Fig. 4 schematische Ansicht der gleichzeitigen Verwendung des neuen Einheitselements
als Riegel, Unterzug und Steife, Fig. 5 Verankerung zweier Riegel miteinander durch
Bolzen mit Langgewinde, Fig. 6 Anordnung mehrerer Riegel nebeneinander, Fig. 7 Abstützung
einer Decke mit Riegeln aus dem Einheitselement.
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Fig. i zeigt die alte Ausführung einer Deckenabstützung mit Steifen
a und Riegeln b aus Holz. An deren Stelle wird das in Fig. 2 in Ansicht
wiedergegebene Einheitselement verwendet, welches in der hier dargestellten bevorzugten
Ausführungsform aus einem U-Eisenstück besteht, dessen Quersteg mit in gleichmäßigen
Abständen angebrachten Bohrungen versehen ist. Fig. 2 rechts, c, zeigt den Schnitt
durch das Element an einer mit Verbindungsschraube versehenen Bohrung. Die Schraube
selbst ist vergrößert darunter dargestellt. Fig. 3 gibt den Grundriß von zwei durch
zwei Schrauben miteinander verbundenen Elementen wieder, und rechts ist bei d der
senkrechte Schnitt durch eine Verbindungsstelle mit Schraube gezeigt. Aus Fig. 4
ist zu ersehen, wie alle für eine Abstützung erforderlichen Teile, nämlich Querriegel,
Unterzug und Strebe f, aus dem gleichen Element aufgebaut werden können. In Fig.
5 sind die Stege i der Querriegel durch mit Langgewinde versehene Bolzen h miteinander
verankert, um ein Kippen der Elemente auszuschließen. Fig. 6 zeigt schematisch die
Anordnung mehrerer Querriegel nebeneinander. Fig. 7 ist die Ansicht einer mit Querriegeln
aus dem Einheitselement abgestützten Decke.