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In der Höhe verstellbare Sitzvorrichtung Zusatz zum Patent 800 885
Die Zusatzerfindung betrifft eine weitere Verbesserung der in dem Patent 8oo 885
beschriebenen, in der Höhe verstellbaren Sitzvorrichtung gegen Ermüdungserscheinungen
für `'Werkstatt-, Büro- und sonstige Zwecke, durch die eine leichte und bequeme
Einstellung der Neigung der sattelförmigen Sitzfläche während des Gebrauches ermöglicht
wird.
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Die in dem Hauptpatent beschriebene Erfindung besteht im wesentlichen
darin, daß am oberen Ende einer in einem Dreibein drehbar gelagerten senkrechten
Gewindespindel eine sattelförmige Sitzfläche um eine Achse nach vorn und nach rückwärts
schwenkbar bzw. neigbar gelagert ist. Diese senkrechte Gewindespindel kann durch
Drehen nach oben oder nach unten bewegt werden. Sie ist einerseits in einer am oberen
Ende des Dreibeins befestigten, mit Innengewinde versehenen Muffe drehbar gelagert
und andererseits in einem Rohr geführt, das mit den einzelnen Beinen des Dreibeins
fest verbunden ist. Eine Kontermutter mit einer seitlich an ihr befestigten Handhabe
dient zur Feststellung der gewünschten Höhe der eigentlichen Sitzfläche.
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Diese im Hauptpatent beschriebene Anordnung hat sich in der Praxis
gut bewährt und wesentlich zur Leistungssteigerung des arbeitenden Menschen unter
weitgehender Schonung seiner Arbeitskraft beigetragen.
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Es hat sich jedoch gezeigt, daß es häufig wünschenswert ist, die jeweils
erwünschte Neigung der Sattelfläche auch während des Gebrauches der Sitzvorrichtung
ohne Unterbrechung der Arbeit verändern zu können. Bei den normalen sattelförmigen
Sitzflächen
mußte mittels eines Schlüssels oder einer Zange die
Befestigung der Fundamentschienen des Sattels gelöst werden, damit dieser in seiner
Neigung nach vorn oder nach rückwärts neu eingestellt werden konnte. Sodann mußte
die Sattelbefestigung wiederum mittels eines Werkzeuges wieder fest angezogen werden.
Unter Umständen war dann die neu eingestellte Neigang des Sattels für den Arbeitenden
nicht bequem genug, so daß eine erneute Einstellung der richtigen Sattelneigung
notwendig wurde. Hierdurch ging wertvolle Arbeitszeit verloren, auch war ein geeignetes
Werkzeug zum Lösen und Wiederanziehen der Sattelbefestigung nicht immer griffbereit.
Hier setzt nun der dein Zusatzpatent gehörende Erfindungsgedanke ein, durch den
eine leichte und bequeme Einstellung der Neigung der sattelförmigen Sitzfläche während
des Gebrauches und ohne Unterbrechung der sArbeit gewährleistet wird.
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Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß die Fundamentschienen
des Sattelgestelles zusammen mit einem U-förmig gebogenen, die Fundamentschienen
umfassenden Kreissegment aus Blech um eine gemeinsame, im oberen Teil der senkrechten
Gewindespindel vorgesehene Achse schwenkbar gelagert sind und daß in der Nähe des
Umfanges dieses Kreissegmentes zwei einander gegenüberstehende, kreisbogenförmige
Schlitze vorgesehen sind, durch welche ein in der senkrechten Gewindespindel gelagerter
Klemmbolzen hindurchgreift.
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Dieser Klemmbolzen weist an seinem Ende einen Handgriff, z. B. in
Form eines kleinen Handrades, zur leichten Feststellbarkeit und Lösbarkeit der Klemmvorrichtung
auf. Der die Sitzvorrichtung Benutzende kann somit, ohne die Sitzvorrichtung zu
verlassen oder seine Arbeit zu unterbrechen, durch Drehen des Handgriffes die Satteleinstellung
lösen und ihr die jeweils erwünschte Neigung erteilen. Ist die gewünschte Neigung
der Sattelfläche erreicht, so wird der Handgriff wieder festgedreht.
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Zweckmäßigerweise besitzt dieser drehbare Handgriff, der gewissermaßen
die Funktion einer Befestigungsmutter hat, eine längere, mit ihm fest verbundene
hohle Achse mit Innengewinde, die mit dem Gewinde des Klemmbolzens, im Eingriff
steht.
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Jedoch kann die Anordnung auch so getroffen werden, daß eine über
den Klenunbolzen geschobene Klemmhülse beim Anziehen des Handgriffes gegen das Kreissegment
geprellt und somit die jeweils gewünschte Neigung des Sattels gegen die Horizontale
gesichert wird.
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Der in der senkrechten Gewindespindel gelagerte Klemmbolzen ist in
üblicher Weise, z. B. durch ein Vierkant oder mittels Nut und Keil, gegen Verdrehung
gesichert.
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In der Zeichnung ist eine der möglichen Ausführungsformen der Erfindung
zur Erläuterung ihrer Wirkungsweise dargestellt, und es bedeutet Fig. i die erfindungsgemäße
Anordnung in Seitenansicht, Fig. 2 einen Querschnitt, Fig. 3 eine Draufsicht.
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Wie aus Fig. i ersichtlich, ist, wie auch bei dem Gegenstand dc.3
Hauptpatentes, die senkrechte Gewindespindel 3 in der am oberen Ende des Dreibeins
io befestigten Muffe 9 drehbar gelagert. Die Kontermutter ii mit Handhabe 12 dient
zur Feststellung der gewünschten Höhe der eigentlichen, in der Zeichnung nicht dargestellten
Sitzfläche, welche die Form eines Fahrrad- oder Motorradsattels aufweist.
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Am oberen Ende der Gewindespindel 3 ist um die Achse 4 ein Kreissegment
2 aus Blech schwenkbar gelagert. Dieses Kreissegment ist, wie aus Fig. 2 hervorgeht,
U-förmig gebogen und umfallt die beiden Fundumentschienen i des Sattelgestelles,
die ebenfalls um die gleiche Achse 4 schwenkbar angeordnet sind (vgl. hierzu auch
die in Fig. 3 gezeigte Draufsicht). Die Achse 4 ist zweckmäßig als Schraubenbolzen
ausgebildet, der durch eine Mutter oder einen Splint gesichert ist. Das Segment
2 weist auf jeder der beiden U-förmig abgebogenen Lappen einen kreisbogenförmigen
Schlitz 5 auf. Beide Schlitze sind so angeordnet, daß sie genau einander gegenüberstehen
und daß ein die Gewindespindel 3 durchsetzender Klemmbolzen 6 durch diese beiden
Schlitze hindurchgreift. Der Klemmbolzen 6 weist an seinem einen Ende einen gestauchten
Nietkopf auf. Gegen Verdrehung ist dieser Klemmbolzen in an sich bekannter Weise
durch ein Vierkant oder z. B. mittels Nut und Keil gesichert. Auf das längere, über
die Gewindespindel 3 hinausragende Ende des Klemmbolzens ist ein drehbarer Handgriff
7 aufgeschraubt, der eine mit ihm fest verbundene hohle Achse 8 mit Innengewinde
aufweist. Wird nun der Handgriff 7 fest angezogen, so werden die beiden U-förmig
abgebogenen Lappen des Segmentes 2 fest gegen die Spindel 3 geprellt und somit die
Sitzfläche bzw. die Fundamentschienen der Sitzfläche in der gewünschten Neigung
gesichert. Die hohle Achse 8 kann aber auch ohne feste Verbindung mit dem Handgriff
7 als Hülse ohne Innengewinde über den Klemmbolzen 6 geschoben sein. In diesem Falle
wird diese Klemmhülse 8 durch eine Rechtsdrehung des Handgriffes 7 fest gegen das
Segment 2 geprellt, so daß beide U-förmig abgebogenen Lappen des Segmentes 2 fest
gegen die senkrechte Gewindespindel 3 geprellt werden. Durch eine geringe Linksdrehung
des Handgriffes 7 wird die Klemmvorrichtung gelöst, so daß die sattelförmige Sitzfläche
in ihrer Neigung nach vorn oder nach rückwärts erneut eingestellt werden kann. Die
Länge und die Lage der kreisbogenförmigen Schlitze g kann beliebig gewählt werden,
so daß jede mögliche und erwünschte Neigung der sattelförmigen Sitzfläche eingestellt
werden kann. Die beiden U-förmig abgebogenen Lappen des Segmentes 2 brauchen nicht
unbedingt die Form eines Kreissegmentes aufzuweisen. Sie können z. B. auch von trapezförmiger
oder einer anderen zweckmäßigen Gestaltung sein.
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Wie ohne weiteres erkennbar ist, kann die Einstellung der Neigung#der
sattelförmigen Sitzfläche in bequemer Weise während ihrer Benutzung erfolgen, ohne
daß der Benutzer gezwungen ist, sich von der Sitzfläche zu erheben und seine Arbeit
zu unterbrechen.