DE79178C - Vorrichtung zum Schleifen, Abrunden und Poliren von Gläsern - Google Patents
Vorrichtung zum Schleifen, Abrunden und Poliren von GläsernInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 67: Schleifen und Poliren.
Zusatz zum Patente Ju 74576 vom 23. Juni 1893.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. März 1894 ab.
Längste Dauer: 22. Juni 1908.
, Die Erfindung bezieht sich im wesentlichen auf die in den Fig. 1 und 2 des Patentes
Nr. 74576 dargestellten Anordnungen zum Schleifen von Gläsern.
Jene Einrichtung leidet an verschiedenen Mangeln. Die federnden Lamellen q q1, welche
sich vom Mittelpunkt nach aufsen hin erstrecken, gestatten es nicht, die Schleifplatte in
wagerechter Richtung zu erhalten, so dafs sie einen ungleichmä'fsigen Druck auf das zu
schleifende Glas ausübt.
Die hierdurch auftretenden Erschütterungen haben ein ungleiches Abschleifen entweder des
Glasrandes oder der Schleifscheibe oder ein Zerbrechen des Glases oder der Scheibe zur
Folge. Aufserdem üben die Federn, da dieselben ziemlich rasch erschlaffen, mit der Zeit
nur einen ungenügend starken Druck der Schleifplatte auf das zu behandelnde Glas aus.
Aus der Gesammtanordnung der Federn und der Schleifplatten V ergab sich der Uebelstand,
dafs auf ein und demselben Apparat gleichzeitig stets nur Gläser ein und derselben Art
bearbeitet werden konnten. Infolge der Gestaltung der Stützen für die Gläser, welche aus
Holzbehältern bestanden, von denen man stets einen grofsen Vorrath in allen Gestaltungen
und Gröfsen auf Lager haben mufste, war es fast unmöglich, mit Füfsen versehene Gläser
zu bearbeiten. Die Auswechselung dieser Behälter war umständlich und erforderte gröfsere
Unterhaltungskosten, dieandererseits noch durch das Vorhandensein einer Menge sehr empfindlicher
Organe erhöht wurden.
Durch die nachstehend beschriebene Neuerung werden diese Uebelstände beseitigt.
Die Schleifscheibe V wird, in einem Träger angeordnet, dessen Eigengewicht die Wirkung
der Federn q q1 ersetzt und welcher sehr leicht angehoben werden kann. Als Stütze für das
Glas wird eine Trommel benutzt, welche eine auswechselbare Tragplatte trägt, wobei diese
beiden Träger excentrisch zu einander angeordnet sind, so dafs man durch Drehung des
Trägers der Schleifscheibe um seine Achse eine Veränderung der Lage der Schleiffläche zu
dem zu schleifenden Glasrande erhält, wodurch, wie im Patent Nr. 74576, die Abnutzung der
Schleifscheibe auf eine gröfsere Fläche vertheilt wird.
In der Zeichnung ist die Schleifvorrichtung gemäfs vorliegender Erfindung in Fig. 1 in
Seitenansicht und theilweise im Schnitt dargestellt. Fig. 2 ist eine Unteransicht des Trägers
für die Schleifscheibe und Fig. 3 eine Oberansicht des Trägers für das zu schleifende
Glas. Der senkrechte Träger C, der Cylinder L, die Federn qql, die Rahmen FF sowie die
Sectoren S, S1 und S2 nach Patent Nr. 74576
fallen weg. Anstatt dafs die Schleifvorrichtungen spiralförmig um die Hauptachse B angeordnet
sind, können sie bei der Einrichtung gemäfs vorliegender Anordnung concentrisch zu derselben
angeordnet werden.
Die senkrechte Achse A einer jeden Schleifvorrichtung
ruht in einem Fufslager c, welches an der Platte P befestigt ist, und trägt eine
runde Platte A\ Auf Platte Al ist mittelst
Sä'ulchen α ein mit Führungen al für Preisschrauben
versehener wagerechter Ring Ä1 angeordnet, welcher eine auswechselbare Holzplatte
A3 trägt, die bei A4, wie in Fig. 3 dargestellt,
auf geeignete Weise ausgeschnitten ist, um das Glas G einführen zu können. Eine
Stütze wie A1A^ kann auch bei den übrigen
Operationen nach dem Verfahren des Patentes Nr. 74576 mit Vortheil als Träger der zu behandelnden
Gläser verwendet werden. Der Träger für die Schleifscheibe besteht aus einer vierkantigen, in einer Säule / geführten, also
nicht drehbaren Stange H, welche einen an ihrem unteren Ende drehbaren Kreuzarm K
trägt (s. Fig. ι und 2), dessen vier abwärts gebogene
Arrhe mittelst elastischer Streben k (s.Fig. ι
und 2) aus zusammenhängenden Kautschukbändern oder dergleichen entweder unmittelbar
die Schleifscheibe V oder aber einen Holzring tragen, in welchen diese Schleifscheibe eingesetzt
wird. Am oberen Ende der Stange H ist eine Schnur h befestigt, welche über eine
Rolle h1 hinwegführt und am Ende einen Ring fr2 trägt, an welchen man ein Gegengewicht
anhängen kann, um den Träger der Schleifscheibe hochzuheben. Der Kreuzarm K
dieses Trägers kann auf der Stange H verstellt und mittelst Preisschraube A1, wie in
Fig. ι und 2 veranschaulicht, festgestellt werden. Der Träger if if der Schleifscheibe V ist mit
Bezug auf die Stütze A1 A^ As des Glases G
excentrisch angeordnet, wie dies in der Fig. 1 durch die Achsen χ χ und yy angedeutet ist.
Will man die Stellung der Schleifscheibe zu dem zu schleifenden Glase verändern, um eine
andere Reibungsfläche der Scheibe auszunutzen, oder mit anderen Worten, um eine andere
Fläche derselben mit dem Glasrande in Berührung zu bringen, so dreht man den Kreuzarm K um ein Geringes um die Stange H und
stellt ihn darauf mittelst der Schraube kl fest.
Die Schleifvorrichtung gemäfs vorliegender Anordnung wird auf folgende Weise benutzt:
Der Arbeiter hängt ein Gegengewicht in den Ring /?2 ein, um den Träger HK anzuheben,
und hat dadurch beide Hände zur Vornahme anderer nothwendiger Handgriffe frei,
wie das vorher geschliffene Glas herauszunehmen, die Platte bezw. Stütze A3 durch eine andere
zu ersetzen, ein anderes abzuschleifendes Glas in diese Stütze einzusetzen u. s. w. Sollen
Fufsgläser geschliffen werden, so wird die Stützplatte A3 in der in Fig. 3 dargestellten
Weise ausgeschnitten sein.' Man führt alsdann solche Gläser seitlich in den Ausschnitt der
Stützplatte ein und prefst sie leicht in das konische centrale Loch hinein. Hierauf nimmt
man das Gegengewicht ab, der Träger HK sinkt herab, wodurch die Platte V auf dem zu
schleifenden Glase mit einem genügenden Gewicht aufruht, um auf die Ränder des durch
die Scheibe ρ in Umdrehung versetzten Glases einen gleichmäfsig starken Druck auszuüben,
wodurch der Rand des Glases sich gleichmäfsig abschleift. Infolge der durch die Streben k geschaffenen Elasticität besitzt die
Schleifplatte V eine gewisse Nachgiebigkeit, wodurch Unachtsamkeiten des Arbeiters oder
Fehler im Glase ausgeglichen werden, wenn letzteres mit der. Schleifplatte nicht in vollkommen
wagerechter Ebene in Berührung kommt, was erfolgen kann, wenn das Glas
nicht richtig in den Ausschnitt Ai eingesetzt ist oder seine Lage in demselben verändert
hat. Wenn nach Verlauf einer gewissen Zeit sich in der Schleifplatte ein Ring eingeschliffen
hat, so kann man den Kreuzarm K mit Bezug auf die vierkantige Stange H verstellen, wodurch
die Berührungsfläche der Schleifplatte mit dem Glase verändert wird.
Wie aus Vorstehendem ersichtlich ist, kann man mit derselben Einrichtung Gläser ganz
verschiedener Höhe schleifen, wie es auch durch Auswechselung der Platte A3 möglich
wird, Gläser jeden Durchmessers und von jeder Form zu schleifen. Aufserdem können bei
demselben Apparat auf den verschiedenen Schleifvorrichtungen gleichzeitig Gläser ganz
verschiedener Art geschliffen werden.
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Schleifen, Abrunden und Poliren von Gläsern nach Anspruch 2. des
Patentes Nr. 74576, bei welcher die Stütze (r) durch eine Trommel (A1 A2J mit auswechselbarer
Tragplatte (A3J ersetzt ist, welche entweder nur mit einer geeigneten
centralen Aussparung (A*) oder aber gleichzeitig
mit einer seitlichen Einführungsöffnung versehen ist, zum Zweck, sowohl Fufsgläser
wie auch solche jeder Gestaltung und Gröfse behandeln zu können.
2. Ausfuhrungsform der in Anspruch 1. gekennzeichneten
Einrichtung, bei welcher die Federn (q) der Schleifvorrichtung durch einen in einer Führung (J) auf- und abbeweglichen,
mit Bezug auf den Glashalter (A1 A2) excentrisch angeordneten
Träger (HK) ersetzt sind, welcher die Schleifscheibe (V) mittelst elastischer Streben
(k) trägt, zum Zweck, durch das Eigengewicht des Trägers (H K) im Verein mit
der Elasticität der Streben (U) einen stärkeren und gleichmäfsigeren Druck der Schleifscheibe
(V) auf das zu schleifende, Glas auszuüben und das Schleifen und Poliren
von Gläsern verschiedener Höhe zu ermöglichen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE79178C true DE79178C (de) |
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| DENDAT79178D Expired - Lifetime DE79178C (de) | Vorrichtung zum Schleifen, Abrunden und Poliren von Gläsern |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE79178C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1577329B1 (de) * | 1965-10-04 | 1970-12-23 | Biebuyck Sa Ets | Vorrichtung zum Planschleifen des Mundrandes von Hohlglaesern |
-
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE1577329B1 (de) * | 1965-10-04 | 1970-12-23 | Biebuyck Sa Ets | Vorrichtung zum Planschleifen des Mundrandes von Hohlglaesern |
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