DE767540C - Verfahren zum Erschmelzen der reinen Leichtmetalle aus mit metall-oxydhaltigen Farbanstrichen versehenen Leichtmetallabfaellen - Google Patents
Verfahren zum Erschmelzen der reinen Leichtmetalle aus mit metall-oxydhaltigen Farbanstrichen versehenen LeichtmetallabfaellenInfo
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Description
- Verfahren zum Erschmelzen der reinen Leichtmetalle aus mit metalloxydhaltigen Farbanstrichen versehenen Leichtmetallabfällen Es ist schon immer bedauert worden, daß mit Farbanstrichen versehene Leichtmetallabfälle, im besonderen: beispielsweise Bleche aus Al-Cu-Mgoder ähnlichenKnetlegierungen, wie sie beim Flugzeugbau oder Flugzeugabwracken entstehen,, praktisch nicht wieder zu vollwertigen Erzeugnissen umgearbeitet werden können, da bei den bisher üblichen Schmelzverfahren das Leichtmetall nach dem Flüssigwerden die Metalloxyde des Farbanstriches reduziert und mit den so gewonnenen Metallen eine Legierung eingeht. Bei den Metalloxyden der Farb- bzw. Lackanstriche handelt es sich im besonderen um solche von Zink und Blei, die als Beilegierun-% gen bekanntlich bei den Knetlegierungen im besonderen Maße unerwünscht sind. So sind für die Aluminium-Kupfer-Magnesium- und Aluminium-Magnesium-Silicium-Knetlegierungen nur Zinkgehalte bi,s zu o, z °/o und. Bleigehalte nur höchstens in Spuren zulässig.
- Bisher hat man versucht, durch chemische Bäder die Farbanstriche zu entfernen, was jedoch umständlich ist, sehr große Apparaturen erfordert und daher sehr teuer ist. Ein anderes Verfahren geht dahin, durch Knittern des Materials die Farbe zu entfernen. Das läßt sich jedoch höchstens bei dünnen Blechen ausführen. ist sehr zeitraubend und für die Praxis viel zu teuer, auch ermöglicht es vor allem nicht eine völlige Entfernung des Farbanstriches. Dieses Verfahren ist aber bei zusammengesetzten Konstruktionsteilen, wie sie beispielsweise beim --%-bwraclzen von Flugzeugen entfallen, überhaupt nicht anwendbar.
- Wegen der Schwierigkeit der vorherigen Entfernung der Farbanstriche hat man sich bisher damit begnügt, den Flugzeugschrott zu minderwertigen zink- und bleihaltigen Legierungen umzuschmelzen.
- Durch eingehende Untersuchung wurde nun festgestellt, daß die Reduzierung der lMetalloxvde aus dem Farbanstrich durch das flüssige Aluminium in starkem -Maße von der Temperatur und der Einwirkungsdauer des flüssigen Aluminiums auf den Farbanstrich abhängt. So wurde von Flugzeugblechen aus Al-Cu-1Ig-Legierungen mit einem Zinkgehalt von 0.07 °/o der übliche zinkhaltige Farbanstrich sorgfältig entfernt. Die gesäuberten Leichtmetallbleche wurden für sich allein eingeschmolzen und jeweils auf Temperaturen zwischen 700 und 9;o= gebracht. In dieses flüssige Leichtmetallbad wurde alsdann der vorher entfernte Farbanstrich eingerührt. Zach einer bestimmten Zeit, und zwar jeweils nach iaund 6o Minuten. wurde die Schmelze durch plötzliche Abkühlung zur Erstarrung gebracht. Das flüssige Aluminium wirkte also bei verschiedener Temperatur und Dauer auf die metalloxydhaltigen Farbanstriche ein und bewirkte eine Reduktion der Oxyde.- in verschieden hohem Maße. Die Höhe der Reduktion ergab sich aus den Zinkgehalten des erschmolzenen Leichtmetalls. DieVersuche ergaben folgendeWerte:
ähnliche Werte ergaben sich für Bleche mit bleihaltigem Farbanstrich.Ein«irkungs- Zinkgehalt Temperatur lauer des erschmolzenen Leichtmetalls ° C Minuten ° - 700 10 0,08 700 60 0,10 850 10 0,11 850 6o 0,35 950 io 0,14 950 6o 045 - Die Versuche zeigen also. daß die Reduktion der 1letalloxvde aus den Farbanstrichen durch das flüssige Leichtmetall verhindert werden kann, wenn man die Erschmelzung solcher Leichtmetallabfälle bei möglichst niedriger Eigentemperatur und möglichst kurzem Zusammensein des Farbanstriches mit dem flüssigen Leichtmetall vornimmt. Es wurde also in überraschender `'eise festgestellt, daß es entgegen der bisher allgemein geltenden Annahme, nach der eine Wiedergewinnung von Leichtmetall aus mit Farbanstrichen versehenen Leichtmetallabfällen in der Ursprungszusammensetzung ohne vorherige Entfernung der Farbanstriche unmöglich sein soll, doch ausführbar ist, wenn man bei deren Einschmelzen die vorerwähnten Bedingungen einhält.
- Die praktische Einhaltung dieser Schmelzbedingungen läßt sich in Ofen durchführen, wie sie an sich schon zum Trennen zweier Metalle verschiedenen Schmelzpunktes bekannt sind und bei denen die Einrichtung so getroffen ist, daß das -Metall geringeren Schmelzpunktes bei seinem Übergang in den flüssigen Zustand unter Zurückhaltung des anderen -Metalls beispielsweise durch Verwendung eines Rostes oder Siebes abgeführt wird. Die Verwendung derartiger Öfen hat man neben der Trennung verschiedener 'Metalle auch bereits für das -Niederschmelzen von metallhaltigen Rückständen vorgeschlagen. Hier handelt es sich aber um Rückstände, die keine -Metalloxyde, enthalten, zumindest keine solchen Metalloxyde, bei denen eine Reduzierung durch das erschmolzene 'Metall eintritt. da solche in der Praxis überhaupt nicht vorkommen. -Man hat überhaupt bisher nicht daran gedacht. in derartigen Ofen mit Farbanstrichen versehene Leichtmetalle zu erschmelzen, weil man, wie oben erwähnt, von vornherein ein Einschmelzen derartiger Leichtmetalle ohne Reduzierung von Metalloxyden nicht für möglich hielt, so daß man solche Leichtmetalle unter vorheriger Entfernung der Farbanstriche in den üblichen Ofen einschmolz. 'Man wurde in dieser Stellungnahme bestärkt durch Schmelzungen unter Verwendung eines Salzbades, wobei die Farbanstriche auf dem Salzbad schwimmen und das flüssige Leichtmetall absinkt, also zwischen den 'Metalloxyden des Farbanstriches und dem erschmolzenen Leichtmetall das Salzbad liegt. Aber selbst bei dieser offensichtlich weitgehenden Trennung des Leichtmetalls von den Metalloxyden ließ sich eine Reduktion der Metalloxyde durch das flüssige Leichtmetall nicht vermeiden: Um so überraschender, und hierin liegt die Erfindung, ist die Erkenntnis, daß die Trennung der Farbanstriche von dem flüssigen Leichtmetall in Form des vorgeschlagenen Verfahrens gelingt, ohne daß hierbei die gefürchtete Reduktion eintritt, und somit das Einschmelzen in weit einfacherer Weise als bisher durchgeführt werden kann. Die Leichtmetalle können nunmehr ohne vorherige Entfernung der metalloxydhaltigen Farbanstriche eingeschmolzen werden, wobei eine Reduktion der 'Metalloxyde verhindert wird, so daß ein Rückgewinnen des Leichtmetalls in seiner ursprünglichen Zusammensetzung erfolgt.
- Ein besonderer Vorteil des vorgeschlagenen Verfahrens liegt noch darin, daß die Leichtmetallabfälle nur gering über ihren Schmelzpunkt erwärmt werden, so daß ein Materialverlust durch Abbrand praktisch nicht eintritt und eine Gasaufnahme seitens des Metalls nicht erfolgt. Letztere steigt sehr stark mit zunehmender Temperatur des Metallbades an.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Die Verwendung von Öfen, in denen auf einem Rost aus einem Gemisch von Metallen verschiedener Schmelzpunkte das schwerer schmelzbare Metall durch Verflüssigung des leichter schmelzenden abgetrennt wird, für das Abtrennen der Farbanstriche beim Einschmelzen von mit metalloxydhaltigen Farbanstrichen versehenen Leichtmetallen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV36722D DE767540C (de) | 1940-05-23 | 1940-05-23 | Verfahren zum Erschmelzen der reinen Leichtmetalle aus mit metall-oxydhaltigen Farbanstrichen versehenen Leichtmetallabfaellen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEV36722D DE767540C (de) | 1940-05-23 | 1940-05-23 | Verfahren zum Erschmelzen der reinen Leichtmetalle aus mit metall-oxydhaltigen Farbanstrichen versehenen Leichtmetallabfaellen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE767540C true DE767540C (de) | 1952-10-06 |
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ID=7590203
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|---|---|---|---|
| DEV36722D Expired DE767540C (de) | 1940-05-23 | 1940-05-23 | Verfahren zum Erschmelzen der reinen Leichtmetalle aus mit metall-oxydhaltigen Farbanstrichen versehenen Leichtmetallabfaellen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE767540C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE915506C (de) * | 1943-03-06 | 1954-07-22 | Karl Schmidt Metallschmelzwerk | Herdofen zum Trennen von Metallen |
-
1940
- 1940-05-23 DE DEV36722D patent/DE767540C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE915506C (de) * | 1943-03-06 | 1954-07-22 | Karl Schmidt Metallschmelzwerk | Herdofen zum Trennen von Metallen |
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