-
Kiesbagger Bis jetzt ist die Kiesgewinnung beim Abbaggern von tonhaltigen:
Kieslagerstätten nicht sehr wirtschaftlich, gleichgültig ob der Lagerkies den Ton
in Schichten oder in Klumpen enthält oder ob er von einer Tonschicht überlagert
ist. Gewöhnlich wird der Betrieb so geführt, daß das aus Kies und Ton bestehende
Baggergut durch eine erste Rinne mit Rechen geführt und dabei mit einem kräftigen
Wasserstrahl gespült wird, wobei die- groben Steine mit großen Tonklumpen, Schollen
usw. über den Rechen abrutschen, und inUnterläscher geladen werden, während das,
durch den Rechen durchfließende Gut (Kies, Sand, Ton und Wasser) in einer darunter
befindlichen zweiten Rinne mit feinerem. Rechen nochmals gespült wird, wodurch sich
der Sand mit den feineren Tonteilchen und dem Wasser abscheiden und durch .eine
dritte Rinne abgeführt werden, entweder gleichfalls in einen Unterlöscher oder in
den Wasserlauf.
-
Mit dem aus der zweiten Rinne kommenden Gut, welches im wesentlichen
ein Gemisch von Kies und mittelgroßen Tonstücken darstellt, wird ein Unterlöscher
geladen, worin, es mit viel Wasser gewaschen wird, wonach man die Ladung an geeigneter
Stelle
löscht. Hat sich eine genügende Kiesmenge aus den Unterlöschern angesammelt, so
wird dieser Kies wieder gehoben und gewaschen. In vielen Fällen aber ist der Kies
dann noch mit ziemlich viel Ton vermischt. so daß man gezwungen ist, den beschriebenen
Vorgang gegebenenfalls mehrere Male zu wiederholen. Dadurch gestaltet sich der Betrieb
zeitraubend und kostspielig, so daß man bisweilen sogar reiche Lagerstätten nicht
ausbeutet.
-
Die Erfindung bezweckt, die Übelstände des bekannten Verfahrens zu
vermeiden und die Gewinnung von Kies aus derartigen Lagerstätten wirtschaftlicher
zu gestalten. Sie beruht auf der Erkenntnis, daß die Nachteile des jetzt allgemein
benutzten Verfahrens im wesentlichen dadurch bedingt werden. daß der Kies mit einer
größeren Tonmenge v ermischt in die Unterlöscher gelangt, und weiter. daß man überhaupt
Unterlöscher benutzt.
-
Bei dem Kiesbagger nach der Erfindung. der zur Kiesgewinnung an tonhaltigen
Lagerstätten geeignet ist. schließt an den geschlossenen Bodenteil einer Schüttrinne,
auf den das Baggergut ausgekippt wird, ein nicht bewässerter Rechen an. In der unterhalb
dieses Rechens liegenden Rinne ist ein zur Aussonderung von Sand und kleinen Tonteilen
dienender bewässerter Rechen angeordnet, der das durch den ersten Rechen hindurchfallende,
von den größeren, im wesentlichen unzerkleinerten Tonklumpen befreite taut aufnimmt.
An diese zweite Rinne schließt sich eine trichterförmige Rinne an, die in eine mit
einem Anschluß an eineDruckwasserleitung versehene Förderrinne übergeht.
-
Dadurch, daß der Rechen in der ersten Rinne nicht bewässert ist, wird
die Zerkleinerung der Tonklumpen und folglich die Beimischung von Tonteilen bei
dem durch den Rechen fallenden Kies nach Möglichkeit vermieden. Der Ton gleitet
zum größeren Teil über den Rechen ab, während der Kies mit Sand und die kleineren
Tonstücke durch den Rechen hindurch in die zweite Rinne gelangen, wo der Sand durch
einen bespritzten Rechen ausgewaschen wird. Das über diesen Rechen gleitende Gemisch
von Kies und kleineren Tonteilen gelangt durch die anschließende trichterförmige
Rinne in die Förderrinne, in der Kies und Tonteile voneinander getrennt werden.
-
Um die Trennung zwischen Kies undTon zu fördern, kann man das Rinneninnere
mit Vorsprüngen, z. B. Prallwänden od. dgl., versehen, welche die festen Bestandteile
des Stromes nach Möglichkeit voneinander lösen.
-
Aus der Förderrinne werden Kies und Tonteile in den Wasserlauf abgeführt.
Der Kies sinkt infolge seines verhältnismäßig großen spezifischen Gewichtes im Wasserlauf
schnell zu Boden, wo er sich allmählich zu einem großen, Haufen ansammelt. Der mitgeführte
Ton und die sonstigen, weniger schnell sinkenden Fremdkörper werden durch den sinkenden
Kies nach außen gedrückt und rollen auf der Böschung des Kieshaufens nach unten,
so daß sie an dessen Fuß zu liegen kommen. In dieser Weise läßt sich der Kies im
Haufen praktisch vollkommen rein gewinnen. Wird der Haufen wieder gehoben, so findet
man nur an seinem Fuß Ton und sonstige Bestandteile, die dann aber bequem und vollständig
ausgewaschen werden können.
-
Die lange Waschrinne und gegebenenfalls auch eine besondere Pumpe
für das Waschwasser kann man auf dem Bagger selbst aufstellen. Vorzugsweise aber
werden sie gemäß der Erfindung auf einem mit dem Baggerschift gekuppelten Kahn angeordnet,
wie es bei der in der mehr oder weniger schematischen Zeichnung als Beispiel dargestellten
Anordnung der Fall ist.
-
In einem für den normalen Kiesbaggerbetrieb dienenden Bagger ist es
bekannt, das Baggergut aus den Eimern auf einen nicht bewässerten Rechen auszuschütten,
um die schweren Steine auszuscheiden. Für die Kiesgewinnung aus tonhaltigen Lagerstätten
wäre ein solcher Bagger nicht brauchbar, die Tonklumpen würden zum Teil durch den
Rechen hindurchfallen, zumTeil sich darin festsetzen.
-
Das Baggerschiff i nach der Zeichnung ist mit einem Lagerbock -2 versehen,
worin der Turas 3 für ein Becherwerlk 4 drehbar gelagert ist. Unter der Entleerungsstelle
der Eimer befindet sich eineWechselklappe 5, die das Baggergut nach der Backbordseite
in eine Schüttrinne 6 mit Rechen oder Horden 7 abführt. Die Stäbe des Rechens sind
vorzugsweise drehbar gelagert. Die darüber angeordneten Spritzdüsen S bleiben außer
Wirkung, wenn der Betrieb entsprechend der Erfindung geführt wird. Die groben, über
den Rechen 7 abrutschenden Teile werden in einen Unterlöscher oder in besonderen
Fällen durch Führungswände neben dem Schiff in den Wasserlauf abgeführt.
-
Das den Rechen 7 passierende Gut wird durch die Rinne g mit Sandhorde
io und Spritzdüsen i i abgeführt, wobei diese beim Betrieb nach der Erfindung benutzt
werden. Sand. Wasser und kleinere Tonteilchen fließen durch die Horde io hindurch
und werden durch eine Schüttrinne 12 in der Längsrichtung des Baggers in den Wasserlauf
zurückgeführt, so daß sich dieser Teil des gebaggerten Gutes hinter dem Bagger wieder
ablagert. Ein Gemisch von Kies, Tonstücken und Wasser rutscht durch die Rinne g,
einen Trichter 13 und ein Anschlußstück
14 in eine lange Rinne
f5, die an einem Flaschenzug 16 eines. Auslegers 17 des Mastes 18 eines Kahns
ig hängt. Dieser am Bagger befestigte Kahn ist mit einer Handwinde 20 zum Heben
und Senken der Rinne 15 ausgerüstet, weiter mit einer Pumpe 21, deren Druckleitung
22 durch eine Schlauchkupplung 23 mit einem in die Rinne 15 mündenden Rohr 24 verbunden
ist, und mit einer nicht dargestellten Winde, mittels der die Rinne 15 durch ein
Kabel in der Längsrichtung des Baggers verschwenkt werden kann, welches über Rollen
am vorderen und am hinteren Ende des Kahns geführt und am Ende der Rinne 15 befestigt
ist. Dazu ist am Anschlußstück 14 der Rinne ein Zapfen 25 angeordnet, der in einem
Stuhl des Trichtersi 13 drehbar ist. Auf diese Weise ist die Möglichkeit gegeben,
beim Verholen des Baggers das Ende der Rinne 15 in etwa unveränderter Lage zu halten,
was zum Erreichen einer großen Höhe des Kieshaufens und mit Rücksicht auf das Ansammeln
der fremden Bestandteile am Fuß des Haufens erwünscht ist.
-
Dadurch, daß die Rinne 15 mit Zubehör auf einem besonderen Kahn angebracht
ist, kann der Bagger dem jeweils gewünschten Betrieb, nämlich entweder mit oder
ohne Anwendung der Erfindung, schnell angepaßt werden.