DE762265C - Verfahren zur Herstellung von gleichmaessig verdrillten elektrischen Leitern - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gleichmaessig verdrillten elektrischen LeiternInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 16. MÄRZ 1953
/ 60932 VIIIb j'21 c
D ie Erfindung richtet sieb auf ein Verfahren zur Herstellung von Mehrleiterfernmeldekabeln,
insbesondere von solchen Kabeln, bei denen die Leitereinheiten, wie z. B. Paareoder
Vierer, verdrillt oder gekreuzt werden, um Störungen durch andere Leiter innerhalb
des Kabels oder von äußeren Störquellen zu verringern.
Zweck der Erfindung ist die Herstellung eines Mehrleiterkabels für Telephonie- oder
andere Fernmeldezwecke, bei dem die Leiter einheiten so ausgebildet sind, daß sie hohe
Frequenzen mit verringerter Störwirkung übertragen können.
Ferner. soll durch den Erfindungsgegenstand eine Leitereinheit, wie z. B. ein Paar
oder ein Vierer, hergestellt werden, die für ein Vielleiterfernmeldekabel geeignet ist, in
dem die Leiter der Einheit mit großer Gleichmäßigkeit gekreuzt werden.
Außerdem sollen bei der erfindungsgemäß hergestellten verdrillten Leitereinheit
periodisch wiederkehrende Ungenauigkeiten in der Verdrillung wesentlich verringert
werden.
Es ist bekannt, die beiden Leitungen eines Paares oder eines Phanitomkreises in Kabeln
für Fernmeldezwecke zur Verringerung der
Störwirkungen von anderen Paaren oder Phantomkreisen innerhalb des gleichen Kabels
oder von äußeren Störquellen zu verdrillen oder zu kreuzen. Es gibt verschiedenartige
Formen der Kopplung1 zwischen derartigen Leitereinheiten., die zu Störungen führen
können. Eine Art der Kopplung, die als Längskopplung bezeichnet werden soll, wird
durch Unregelmäßigkeiten in der Verdrillung ίο einer Einheit über die ganze Kabellänge hervorgerufen.
Es hat sich gezeigt, daß bei den bisher gebräuchlichen Verdrillungsverfahren
die einzelnen Verdrillungsschläge über die ganze Kabellänge einander identisch sein
können, daß jedoch die beiden Hälften jedes Schlages in geringem Maße voneinander verschieden:
sein können, indem jeweils die erste Hälfte des Schlages entweder langer oder
kürzer ist als die zweite Hälfte. Es ist klar, daß bei einer derartigen Anordnung die Leiter
gegenüber dem Störfeld ungeeignet gekreuzt sind, und daß ferner, obgleich der Unterschied
zwischen den aufeinanderfolgenden ■ Halbschlägen klein sein kann, die kontinuierliehe
Wiederholung* dieses Unterschiedes zu einem Betrag anwachsen kann, der starkes
Nebensprechen oder eine andere Störung verursacht. Der Gegenstand der Erfindung beschäftigt
sich insbesondere mit dieser durch Unregelmäßigkeiten in der Verdrillung hervorgerufenen
Längskopplung.
Die zufällig bei einer Kabellänge auftretenden Unregelmäßigkeiten besitzen eine
verhältnismäßig kleine Einwirkung, da diese nur mit der Quadratwurzel der Länge des
Kabels zunimmt. Die Wirkung der regelmäßig auftretenden Ungenauigkeit nimmt dagegen
direkt mit der Länge des Kabels zu, und es hat sich gezeigt, daß die periodisch in der Längsrichtung auftretenden Ungenauigkeiten
in Paaren oder Vierern ein sehr erheblicher Grund für das Nebensprechen sind. Es j
hat sich: ferner gezeigt, daß diese Wirkung j besonders bei den höheren Trägerfrequenzen
stark ist.
Die Verseilmaschinen zum Verdrillen der Paare oder Vierer sind gewöhnlich so ausgebildet,
daß sie in dichter Aufeinanderfolge ! jeweils nur eine \rerdrillung ausführen. Dies I
wird dadurch erreicht, daß die zu verdrillende j Einheit unmittelbar nach einer Verdrillung
oder nach einem Bruchteil einer Verdrillung auf die Abzugtrommel geführt wird. Da die
Verdrillung der Leitereinheit praktisch von dem Moment an festgehalten wird, an dem
die Einheit auf die Abzugtrommel aufläuft, besteht bei einer derartigen Anordnung wenig
Möglichkeit, die Verdrillungen einander anzugleichen, und die Unregelmäßigkeiten, die
durch die Maschine oder auf andere Weise während der Verdrillung hervorgerufen werden,
bleiben dauernd bestehen. Es bestand in den letzten Jahren das Bestreben, den Abstand
zwischen dem Verseilpunkt und der Abzugtrommel auf ein Minimum zu verkleinern,
d. h. auf die Länge eines halben Schlages oder noch weniger, um den durch
die Maschine erzeugten Drall so schnell wie möglich festzulegen. Es ergab sich jedoch,
daß dieses Verfahren, insbesondere bei Leitereinheiten für höhere Frequenzen, nicht
genügend gleichmäßige Ergebnisse lieferte. Bei dem heutigen Bestreben, die Frequenzen
für Trägerfrequenzübertragung zu erhöhen, ist dieses Problem der Unregelmäßigkeiten in
der Längsrichtung mehr in den Vordergrund gerückt.
Die Erfindung baut sich auf der Erkenntnis auf, die Verdrillung von Leitereinheiten,
wie z. B. Paaren oder Vierern, in der Art durchzuführen, daß der geringe LTnterschied
zwischen der Länge des einen Teils eines vollständigen Verseilschlages und der des anderen
Teils desselben Schlages automatisch ausgeglichen wird, bevor die Leitereinheit durch
Auflaufen auf die Abzugtrommel oder durch Umwicklung nach der Bildung der Verdrillung
befestigt wird. Die Erfindung bez,ieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung
von gleichmäßig verdrillten elektrischen Leitern im intermittierenden Betrieb und besteht
darin, daß die Leiter dicht beieinander und parallel zueinander liegend von einem stillstehenden
Verseilkorb einer Abzugtrommel über eine Ausgleichslänge zugeführt werden, die das Fünf- bis über Hundertfache einer
Drallänge beträgt, dann in der Längsrichtung zum Stillstand gebracht und verdrillt werden,
danach die verdrillte Länge auf die Aufwickeltrommel aufgewickelt wird und daß
hieran anschließend die Verfahrensschritte wiederholt werden. Zu diesem Zweck wird
die Abzugtrommel, die dazu dient, die Leiter durch die Maschine zu ziehen, in einem Abstand
vom Verseilkopf angeordnet, der weit über die Länge eines Verseilschlages und
infolgedessen weit über die bisher bei derartigen Maschinen verwendeten Abstände
hinausgeht. Entsprechend der Gleichmäßigkeit der herzustellenden Verseilung kann der
Abstand der Trommel vom Verseilkopf zwischen fünf und mehr als hundert Schlaglängen
liegen gegenüber einer halben bis einer Schlaglänge bei den bisher bekannten Maschinen.
Beim Verfahren gemäß der Erfindung werden die eine Leitereinheit, wie z. B. ein Paar
oder ein Vierer, bildenden Leiter durch die Abzugtrommel im wesentlichen parallel zueinander
durch den Verseilkopf bis zu der Abzugtrommel gezogen, d. h. ohne eine Verdrehungsbewegung
zwischen dem Verseilkopf
und der Trommel. Die Längsbewegung wird dann unterbrochen, und die gesamte abgezogene Länge der Leiter wird so viele Male
verdrillt, bis die gewünschte Steigung vorhanden ist. Die Verdrillungen im verseilten
Teil zwischen dem Verseilkopf und der Trommel können gegebenenfalls durch Aufbringen
einer Papierumwicklung befestigt werden. Dann wird die verseilte Länge über die
ίο Trommel gezogen· und aufgespult und eine
neue Länge der unverseilten Leiter durch den Verseilkopf gezogen, worauf das, Verfahren
für die neue Leiterlänge wiederholt wird. Es hat sich gezeigt, daß' durch, dieses intermattierende
Verfahren eine große Gleichmäßigkeit in der Verdrillung erzielt wird, und daß, da Mittel zur Verringerung der
anderen Kopplungsarten zwischen den Sprechkreisen bekannt sind, sich auf diese Weise ein Kabel herstellen läßt, das im
wesentlichen frei von Nebensprechen und anderen Störwirkungen ist.
Der Erfindungsgedanke und seine praktische Anwendung sollen nun an Hand der
Abbildungen für ein Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Die Anordnung nach. Abb. ι besteht aus
einer Verseilmaschine, deren Antrieb durch die Elektromotoren 211, 212' und 2113 bewirkt
wird, die durch die Schalter 216 und 217 eingeschaltet
werden. Der Motor 212 treibt die Abzugtrommel 241 und die Umwickelvorrichtung'
245 an. Die Aufwickeltrommel 250 nimmt die von der Maschine ablaufenden verseilten
Leiter auf. Der Motor 21 n treibt den Verseilkorb 221 mit den Trommeln 225 und
226 und den Versefilkopf 227 an. Der Motor 211 und die von ihm angetriebenen Teile sind
auf einem Gestell' 261 angeordnet, das auf einer Führung 262 liegt und mittels des
Armes 263 und der Spindel 264, welche über ein geeignetes Wendegetriebe 265 durch den
Motor 213 angetrieben wird, längs dieser Führung verschiebbar ist.
Während die Maschine mach Abb. 1 zur Verdrillung von blanken Leitern benutzt
wird, können natürlich in ähnlicher Weise auch isolierte Leiter verdrillt werden. Die
Leiter 231 und 232 sollen blanke Leiter sein, die in der verdrillten Leitereinheit durch
Isolierscheiben, wie in Abb. ζ gezeugt, voneinander
getrennt gehalten werden. Die Scheiben 237 besitzen zwei Schlitze 236 zur Einführung der Leiter. Die Schlitze sind so
geformt, daß sie einen leichten Druck auf die Leiter ausüben, die sie in der richtigen
Lage halten.
Nimmt man nun an, daß die Leiter 235 in die in Abb. 1 dargestellte Lage gekommen
sind und daß die unverdrillten Leiter 231 und 232 mit Abstandshaltern 237 versehen
sind, während alle Motoren« stillstehen, so wird der Schalter 216 zuerst nach links gelegt,
wodurch der Motor 211 in Betrieb gesetzt wird und den Verseilkorb 2121\ in Umdrehungen
versetzt, deren Anzahl gleich der Anzahl der den abgezogenem Leitern zu erteilenden
Verdrillungen ist. Nach Beendigung der Verdrillung wird der Schalter 216 nach
rechts gelegt, so daß der Motor 213 angetrieben
wird, während der Verseilmotor 211 angehalten wird. Dann wird der Schalter 217
für den Motor 212 geschlossen und ferner das Wendegetriebe 265 in Betrieb gesetzt, so daß
das Gestell 261 nach rechts gleitet. Die Trommel 241 zieht nun die verdrillten Leiter 231
und 232 nach rechts, und die Spindel 264 läßt das Gestell 261 mit der gleichen Geschwindigkeit
nach rechts gleiten. Gleichzeitig wird über die sich fortbewegenden
Leiter das Band 247 gewickelt. Wenn das Gestell 261 die äußerste rechte Stellung erreicht
hat, wird der Schalter 217 geöffnet und das Wendegetriebe 265 umgeschaltet. Die
Leiter werden jetzt von der Trommel 2411 festgehalten,
während sich das Gestell 261 in seine linke Stellung· bewegt und einen neuen
Teil der Leiter 231 und 2321 freigibt.
Mit dem Gestell 261 kann eine automatische Einrichtung zur Aufbringung der Abstandshalter
237 auf die parallelen Leiter kombiniert sein, welche die Scheiben unmittelbar vor
dem Verseilkopf 227, während das Gestell die Leiter bei seiner Bewegung nach links freigibt,
auf die Leiter aufbringt. Diese Anorduung kann in bekannter Weise ausgebildet sein. Selbstverständlich'1 können die Abstandshalter
auch von Hand aufgebracht werden. Wenn das Gestell die in der Abbildung dargestellte
Lage erreicht hat, wird der Schalter 216 geöffnet, und alle Teile sind in der Anfangsstellumg
für die Wiederholung der beschriebenen Operationen.
Natürlich können die verschiedenen Schaltvorgänge
oder entsprechende Kupplungsvorgänge in einem vollmechanischen Antriebssystem
für die in Abb. 1 dargestellte Maschine in ihrer richtigen Reihenfolge und in den
richtigen Zeitabständen mit Hilfe automatischer Einrichtungen ausgeführt werden, no
Derartige Anordnungen sind dem Fachmann wohlbekannt und brauchen deshalb nicht näher beschrieben, zu werden.
Aus Abb. 2 ist zu ersehen, daß dadurch, daß das Band 247 über den Isolierscheiben "5
aufgebracht wird, die Scheiben in der richtigen Lage gehalten werden und der Drall der
Leiter 231 und 232 festgelegt wird.
Der Abstand zwischen dem Verseilkorb'221
und der Umwicklungsvorrichtung 245 kann sehr beträchtlich sein, beispielsweise 30 bis
50 m. Die Leiter werden zwischen der Ab-
zugtrommel 241 und dem Verseilkorb 221 ausgestreckt.
Die Trommeln 225 und 226 in dem Verseilkorb können dabei mit Bremsen irgendeiner
beliebigen Art ausgerüstet sein. Um eine unnötige Senkung zwischen den beiden festen Punkten zu verhüten, können die Leiter
durch Rollen gestützt werden, welche automatisch entfernt werden können, wenn das
Gestell 261 sich nach rechts bewegt.
Es ist klar, daß mit der beschriebenen Maschine und dem Verseilverfahren die beiden
Hälften einer Schlaglänge nicht wesentlich verschieden, sein können, da beispielsweise
bei einer Unregelmäßigkeit in der Geschwindigkeit des Verseilkorbs die Verdrillung
keinesfalls die eine halbe Schlaglänge jedes Dralls in verschiedener Weise
beeinflussen kann als die andere halbe Schlaglänge. Die Maschine nach Abb. 1 kann selbstverständlich
auch so ausgebildet sein, daß sie im nichtintermittierenden Betrieb arbeitet.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von gleichmäßig verdrillten elektrischen Leitern im intermittierenden Betrieb, dadurch gekennzeichnet, daß die Leiter dicht beieinander und parallel zueinander liegend von einem stillstehenden Verseilkorb einer Abzugtrommel über eine Ausgleichslänge zugeführt werden, die das Fünf- bis über Hundertfache einer Drallänge beträgt, dann in der Längsrichtung zum Stillstand gebracht und verdrillt werden, danach die verdrillte Länge auf die Aufwickeltrommel aufgewickelt wird, und daß hieran anschließend die Verfahrensschritte wiederholt werden.
- 2. Verfahren nach x\nspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Verdrillen Abstandshalter zwischen den. Leitern angebracht werden, um diese im richtigen Abstand voneinander zu halten, und daß nach dem Verdrillen eine Umwicklung auf den verdrillten Teil aufgebracht wird, um den Drall festzulegen.
- 3. Maschine zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung zur Verdrillung der Leiter von den Mitteln zur Festlegung des Dralls mindestens um mehrere Schlaglängen entfernt ist. so daß ein Ausgleichsabs-tand gebildet wird, in dem die Ungleichmäßigkeiten der Verdrillung ausgeglichen werden können.
- 4. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verseilkorb auf einem Gestell angeordnet ist, welches in Richtung· auf dieAbzugtrommel verschiebbar ist.
- 5. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsmotor des Verseilkorbs während des Stillstandes der Abzugtrommel einschaltbar ist, daß Mittel vorgesehen sind, um die Leiter nach der Verdrillung gleichzeitig mit dem Verseilkorb vorwärts zu bewegen, und daß Mittel zur Zurückführung de» Trommelkopfes in seine Anfangslage zwecks Freigabe eines unverdrillten Leiterteils für den Ausgleichsabstand vorgesehen sind.
- 6. Maschine nach den Ansprüchen 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Anordnung vorgesehen ist, die während der Rückwärtsbewegung des Trommelkopfes die Isolierscheiben auf die Leiter aufbringt.Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik ist im Erteilungsverfahren folgende Druckschrift in Betracht gezogen worden:Deutsche Patentschrift Nr. 631 928.Hierzu 1 Blatt ZeichnungenQ 5776 3.53
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| US135353A US2188755A (en) | 1937-04-06 | 1937-04-06 | Method of producing multiconductor signaling cables |
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Family Applications (1)
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