DE76183C - Verfahren und Vorrichtung zum Ueberziehen von Draht mit einem Metall - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Ueberziehen von Draht mit einem MetallInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Ueberziehen von Metalldraht mit einem anderen Metalle, namentlich Eisen- und Stahldraht
mit Zinn, Zink oder Blei u. s. w. wird bisher bekanntlich so bewirkt, dafs der zuvor
gereinigte Draht durch ein Bad des Ueberzugsmetalles geleitet wird, wo sich das flüssige
Metall ansetzt. Um überschüssiges Metall zu entfernen, passirt der Draht, aus dem Bade
kommend, eine Sandschicht, oft auch eine um ihn gelegte Packung aus Asbest oder anderem
widerstandsfähigen Material. Bei diesem Verfahren ist es nicht zu vermeiden, dafs die
Ueberzugsschicht nach der einen oder anderen Seite des aus dem Bade tretenden Drahtes bald
mehr oder weniger dick wird; auch sonstige Ungleichmäfsigkeiten sind dabei unvermeidlich,
z. B. hin und wieder anhängende Tröpfchen.
Durch vorliegende Erfindung kommt man nicht nur in die Lage, absolute Gleichtnäfsigkeit
eines Metallüberzuges zu erzielen, sondern auch möglichst sparsam zu arbeiten; auch kann
man dem Ueberzuge nach Belieben einen erhöhten Glanz ertheilen.
Das neue Verfahren ist folgendes:
Wie beim alten Verfahren leitet man den zu bearbeitenden Draht durch ein Metallbad,
das ebenfalls, wie früher, mit einer schützenden Sand- oder anderen Schicht bedeckt sein
kann, um nebenbei den gröfseren Theil des dem Draht anhaftenden überschüssigen Metalles
abstreifen zu können. Zu diesem speciellen Zwecke dient das neue Verfahren und die dazu
geschaffene Vorrichtung. Der Draht wird durch eine mit einstellbaren und zusammendrückbaren
Futtern versehene Büchse geführt — es können Metall- oder andere Futter sein —
ähnlich wie die Lagerfutter bei Achslagern. Die Weite der Oeffnung der Futter entspricht
genau der Dicke des Drahtes mit dem Metallüberzug. Diese Futter mit der Büchse kreisen
während des Durchganges des Drahtes um diesen herum. Hierdurch kann die Dicke der
Metallschicht nicht nur beliebig dick oder dünn gemacht, sondern auch ganz gleichmäfsig
dick rings um den Draht herum erhalten werden.
Während des Durchganges des Drahtes durch die kreisende Büchse läfst man, wenn
höherer Glanz erwünscht ist, einen Wasseroder anderen Flüssigkeitsstrahl auf denselben
einwirken, so dafs man es auch in der Hand hat, dem Metallüberzug wesentlich anderes
Ansehen zu geben als sonst, wozu die durch die kreisende Büchse erhaltene glatte und
gleichmäfsige Oberfläche wesentlich beiträgt.
Zur Ausübung des neuen Verfahrens dient die auf beiliegender Zeichnung dargestellte
Vorrichtung.
Fig. ι ist eine Ansicht von oben auf eine vollständige Einrichtung für gleichzeitige Behandlung
vieler Drähte,
Fig. 2 eine Seitenansicht von Fig. 1,
Fig. 3 a eine Ansicht von vorn gesehen und
Fig. 3 b eine ebensolche Ansicht von hinten gesehen..
Die Fig. 4, 5 und 6 sind Einzeldarstellungen in gröfserem Mafsstabe.
In den mit Seitenfeuern geheizten Metallbadkessel α wird der Draht B an einem Ende in
das flüssige Metall geführt, wo er am Boden um eine Leitstange C geht, um dann in
schräger Richtung quer durch das Bad hindurchzugehen und, aus ihm heraustretend,
in die Büchse D geleitet zu werden. Diese, eine Art hohle Welle bildend, ist am vorderen
Ende, das nahezu in das Metallbad hineinragt, mit nachstellbaren Futtern E versehen, die nur
so grofse Bohrung haben, als es der Drahtdicke und der gewollten Dicke des Metallüberzuges
entspricht. Mit ihrem hinteren Ende ruht jede der Hohlwellen in einem Lager F,
während sie selbst an der vorderen Seite von einer sie umgebenden Büchse G getragen ist,
die selbst im Lager H liegt. Das Schneckenrad J ist mit der Büchse G zusammengegossen.
Die Büchse oder Nabe G des Schneckenrades sitzt lose auf der Büchse Z), so dafs jenes sich
um die letztere drehen kann, wenn es durch die Schnecke K in Drehung versetzt wird.
Die rechte Seite der Nabe G des Schraubenrades J ist zu einer halben Klauenkuppelung
ausgebildet, mit der die andere, auf D axial verschiebbare Kuppelhülse L in oder aufser
Eingriff gebracht werden kann, je nach der Lage, die dem Ausrückhebel T gegeben wird.
Hierdurch kann bei stetiger Umdrehung des Schneckenrades die Büchse nach Belieben stillgesetzt
werden. Es ist das z. B. erforderlich, wenn ein Drahtende vor die Büchse kommt, das gewöhnlich mit dem nachfolgenden Strang
durch einen angebogenen Haken verbunden ist, so dafs ein continuirliches Durchziehen des
Drahtes durch die Vorrichtung ermöglicht ist. Wenn ein solches hakenförmiges Ende vor die
Büchse D kommt, mufs diese stillgesetzt werden, der Haken wird abgezwickt und das
gerade Schlufsende vollends hindurchgezogen. Dasselbe geschieht mit dem vorderen Ende des
folgenden Drahtringes; von diesem wird ebenfalls der Haken abgezwickt und der Draht
durch die Büchse D gezogen; an der rechten Seite werden dann die Drähte wieder mit einander
verbunden und die Arbeit geht ihren Gang weiter. Die Umdrehung der Schnecke K
erfolgt mittelst ihrer Achse M von irgend einer Transmission aus.
In der zur Darstellung gebrachten Ausführung ist eine Reihe Büchsen D Z)1 D2.. .
neben einander gelegt; alle sind von der beschriebenen Einrichtung. Sie weichen äufserlich
nur dadurch von einander ab, dafs deren Schraubenräder mit Zubehör gegen einander
versetzt sind, wie aus Fig. ι zu ersehen, um an Raum zu sparen und thunlichst viel Büchsen
an einem Apparat unterzubringen. Es ist deshalb neben die erste Antriebswelle M eine
zweite N gelegt, die von ersterer durch das Zahngetriebe O umgedreht wird.
Am hinteren, rechten Ende der Büchsen läuft quer zu ihnen ein Leitungsrohr P, an
welchem jeder Büchse gegenüber ein Hähnchen Q angebracht ist, mittelst dessen der
Flüssigkeitsstrahl auf den Draht geleitet werden kann, um einen höheren Glanz des Ueberzuges
zu erhalten.
Claims (2)
1. Ein Verfahren zum Ueberziehen von Draht mit einem anderen Metall, bei welchem
zum Zweck der Erzielung beliebiger gleichmäfsiger Dicke der Ueberzugsschicht und
genauer Rundung des überzogenen Drahtes der aus dem Metallbad kommende Draht durch eine um ihn kreisende Hohlachse
geführt wird, die am Eintrittsende mit nachstellbaren Futtern versehen ist, durch
welche der Draht von dem überflüssigen Metall befreit wird.
2. Zur Ausführung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens eine Vorrichtung, bestehend
aus einer mehrfach angeordneten Hohlspindel (DJ, die am Eintrittsende mit
dem nachstellbaren Futter (E) versehen ist und, in Lagern (F bezw. H) (mittelbar)
ruhend, durch ein Schneckengetriebe (J K) oder gleichartige Maschinentheile in Drehung
versetzt oder bei ausgerückter Kuppelhülse (L) stillgesetzt werden kann.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE76183C true DE76183C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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