DE76103C - Verfahren und Apparat zur Herstellung von trockenen sterilen Filterkuchen aus Faserstoff - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Herstellung von trockenen sterilen Filterkuchen aus FaserstoffInfo
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- Filtering Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES /
PATENTAMT.
Zur Filtration von gas- und alkoholhaltigen Flüssigkeiten bedient man sich gegenwärtig
fast ausschliefslich der Cellulose, entweder allein oder im Gemenge mit Holzstoff, Halbzeug
aus Leinen oder Baumwollengeweben, Asbestfasern u. dergl. Derartige Mischungen
werden in Wasser fein vertheilt und dann in den Filtrirapparaten selbst durch Ablaufenlassen
des Wassers zu Schichten geformt, welche zwischen zwei Siebplatten oder dergleichen
eingeschlossen werden. Ist die Filtrirfähigkeit der Schicht erschöpft, so wird die Filtermasse
in einem Waschapparat mittest Wasser und Laugen gereinigt; sie kann dann von neuem
verwendet werden. Obschon diese Filtrirmasse gegenüber sonstigen Filtrirmitteln, wie Thon,
Kohle, Papier u. dergl., ganz erhebliche Vortheile besitzt, so sind mit ihrer Verwendung
doch auch schwerwiegende Uebelstä'nde verbunden, deren Beseitigung Zweck des vorliegenden
Verfahrens ist.
Zunächst ist es praktisch unmöglich, die Filtrirmasse bis zur beendeten Schichtbildung
in vollkommen sterilem Zustand zu erhalten. Die feuchte Masse wird, selbst wenn sie auch
durch Laugen sterilisirt war, in dem Zeitraum zwischen der Reinigung und Verwendung mit
atmosphärischer Luft in Berührung kommen und behufs Einbringung in die Filtrirapparate
mit Wasser zu einem Brei angerührt werden müssen, und hierbei, sowie durch das meist
nicht völlig reine Wasser tritt, unbedingt eine Verunreinigung durch Bakterien u. dergl. ein,
welche auf das Filtrat nachtheilig wirkt. Ein weiterer weit erheblicherer Uebelstand besteht
darin, dafs die in dem Filtrirapparat gebildete Schicht eine grofse Menge Wasser enthält,
welches sich mit dem Filtrat vermischt und daher den ersten Theil desselben mehr oder
minder entwerthet. Wenn trotzdem dieser nicht unerhebliche wirthschaftliche Nachtheil
bei Benutzung der fraglichen Apparate mit in Kauf genommen ist, so spricht dies nur für
die sonstigen Vorzüge der Filtrirmasse aus Cellulose gegenüber den Filtrirkörpern aus
Thon, Kieseiguhr u. dergl.
Zur Beseitigung dieser Uebelstände werden nach vorliegendem Verfahren vollkommen
trockene, poröse, sterilisirte Filterkuchen in den erforderlichen Abmessungen so hergestellt,
dafs sie ohne weitere Anfeuchtung und ohne . dafs sie Bakterien oder dergleichen aufnehmen,
unmittelbar in die Filtrirapparate eingesetzt und verwendet werden können. Diese alsFiltrirschicht
dienenden Kuchen können ferner infolge des eigenthümlichen Verfahrens ihrer Herstellung,
nachdem sie erschöpft sind, ohne mechanische Zerkleinerungsapparate in Wasser wieder aufgelöst,
gereinigt und von neuem zu trockenen, sterilen Kuchen geformt werden. Die bei der
praktischen Ausbildung dieses Verfahrens hauptsächlich zu überwindende technische Schwierigkeit
bestand darin, die Kuchen genügend porös zu machen. . Erfahrungsgemäfs mufs
eine zum Filtriren dienende poröse Schicht aus Faserstoff eine gewisse Dicke, etwa 1 bis
3 cm, erhalten, um nicht nur mit Sicherheit alle auszuscheidenden Stoffe aufzunehmen,
sondern auch genügend lange filtrirfähig zu bleiben. So zeigte sich z. B., dafs das Verfahren
zur Herstellung von Tafeln aus Filtrirmasse zum Zweck des bequemen Versandes
derselben absolut ungeeignet für die Herstellung von Filterkuchen zum Filtriren ist.
Ganz abgesehen davon, dafs jene Tafeln nicht die Form besitzen, um unmittelbar in den
Filtrirapparat eingelegt zu werden, vielmehr lediglich dazu bestimmt sind, in Wasser mechanisch
gelöst und in der bekannten, eingangs geschilderten Weise in den Apparaten zu feuchten Kuchen umgebildet zu werden, sind
dieselben viel zu dicht, um in den gebräuchlichen Apparaten als Filtermittel benutzbar zu
sein. Man hat daher auch bisher noch nicht daran gedacht oder versucht bezw. es sind
keine Versuche oder Vorschläge bekannt geworden, unmittelbar mit trockenen, in die
Filtrirapparate einsetzbaren Filterkuchen zu arbeiten, weil man es wohl nicht für ausführbar
hielt, vollkommen trockene Kuchen herzustellen, die so porös sind, dafs sie bei einer
Dicke von 20 mm z. B. noch mit geringem Druck durchlässig und gleichzeitig filtrationsfä'hig
sind. Jene bisher in den Handel gebrachten Tafeln aus Filtermasse sind aus feuchter Masse auf meist ca. 50 pCt. Trockengehalt
geprefst, in freier Luft getrocknet, haben bei der Trocknung viele Bakterien etc.
in sich aufgenommen und ertheilen deshalb dem Filtrat einen unangenehmen Geschmack,
wie dies z. B. bei Anwendung von Papier oder getrockneten Filtersäcken als Filtermittel
der Fall ist. Die Trocknung mit erhitzter Luft bewirkt aber die Sterilisirung und den
Fortfall jedes unangenehmen Geschmackes, den Trocknung feuchter Stoffe in freier Luft bewirkt.
Behufs Erzielung genügend poröser und elastischer, trockener Filterkuchen zur unmittelbaren
Einlegung in den Apparat wird nun nach vorliegendem Verfahren nur gerade
so viel Wasser mechanisch aus der Filtrirmasse bei deren Formung in einem entsprechend
eingerichteten Apparat entfernt, als nothwendig ist, um dem Kuchen einen genügenden Halt
zu geben. Das in dem Kuchen verbleibende Wasser wird dann lediglich durch Verdunstung
und scharfe Trocknung mittelst erhitzter sterilisirter Luft entfernt. Es hat sich ergeben, dafs,
wenn die Kuchen mechanisch so weit verdichtet waren, dafs sie noch etwa 80 pCt. Wasser enthielten,
sie genügend porös ' und elastisch werden und sich nach dem Trocknen mittelst
erhitzter Luft für die Filtration wie feucht, eingelegte Filterschichten, also ohne Anwendung
höheren Druckes im Filtrirapparat verwenden lassen.
Wollte man die Kuchen durch mechanischen Druck etwa so weit verdichten, dafs sie wie
die bekannten Tafeln aus Filtrirmasse noch 50 pCt. Wasser enthalten, so würden sie nach
der Trocknung so dicht werden, dafs man zwei bis drei Atmosphären Ueberdruck anwenden
müfste, um die Flüssigkeit durch das Filter zu treiben. Es bedarf keiner weiteren
Auseinandersetzung, dafs solche Filterkuchen vollkommen unverwerthbar wären, da sie eine
sachgemäfse Filtration nicht ermöglichen. Sie enthalten auch erheblich mehr Wasser, trotz
ihrer Trocknung, da die zu weit getriebene mechanische Entwässerung die nachherige Trocknung
erschwert. Da die zur Trocknung verwendete Luft so stark erhitzt werden kann, dafs sie als
vollkommen sterilisirt anzusehen ist, so folgt, dafs die Filterschicht frei von Bakterien u. dergl.
ist, und bei sorgsamer, von der Luft abgeschlossener Aufbewahrung auch dauernd sterilisirt
bleibt, da trockener Stoff Inficirungen nicht in dem Mafse wie der feuchte Stoff ausgesetzt
ist. Ebensowenig tritt eine Verdünnung des Filtrats mit Wasser bei Benutzung solcher
trockener Filterkuchen nicht ein, was ein grofser wirthschaftlicher Vortheil ist.
Behufs Herstellung solcher Filterkuchen wird trockener Filterstoff mit etwa der 40 fachen
Menge Wasser in einem geeigneten Apparat zu einem gleichmäfsigen Brei angerührt. Zur
Formung der Kuchen dient der in der Zeichnung im Grundrifs, Fig. 1, und in den Verticalschnitten
nach A-B und C-D, Fig. 2 und 3, dargestellte Apparat. Derselbe ist zweckmäfsig
behufs Ersparung besonderer Abmefsvorrichtungen so eingerichtet, dafs die Form, in welcher
der Kuchen gebildet wird, eine bestimmte Menge des gleichförmigen Breies aufnehmen
kann, so dafs also die Form gleichzeitig als Mefsgefä'fs dient; ferner ist Vorsorge getragen,
dafs der Kuchen nur bis zu einem bestimmten Grad mechanisch entwässert werden kann.
Beides ist unbedingt nöthig, um die Entwässerung auf mechanischem Wege nur so weit zu treiben, dafs der durch Hitze getrocknete
Kuchen genügend porös verbleibt.
Die Form selbst besteht aus ~ einem mit losem Siebboden α versehenen Ring b, dessen
Form dem Querschnitt des Filtrirapparar.es entspricht (rund, viereckig oder dergleichen). Der
Ring b wird mittelst geeigneter Vorrichtungen, beispielsweise Schrauben d unter Einschaltung
einer Dichtung e oberhalb einer Vertiefung / des Arbeitstisches g befestigt, die mit einer
durch Ventil oder Hahn h absperrbaren Abflufsleitung / versehen ist. Die Höhe des
Ringes b ist so gewählt, dafs derselbe genau die zur Bildung des Kuchens erforderliche
Menge des Breies fafst. Der Brei wird bei geschlossenem Ventil h in die Form gebracht.
Nach Füllung derselben öffnet man das· Ventil h durch Abwärtsbewegung des Hebels m
und läfst das Wasser aus dem Brei abfliefsen.
Unter der Einwirkung des Fallrohres / senkt sich dann der Flüssigkeitsspiegel so tief, dafs
in dem Ring b sich ein weicher Kuchen bildet. Um die mechanische Entwässerung
noch weiter zu treiben, wird eine Siebplatte ο, Fig. 3, auf den so gebildeten Kuchen gelegt
und der Ring b mit seinem Inhalt unter die Druckplatte ρ gebracht, die mittelst des Hebels
r nach abwärts bewegt werden kann. Diese Platte ist mit einem Rand s oder mit
Anschlägen derart versehen, dafs der Rand oder die Anschläge den Rand des Ringes b
treffen, sobald der Kuchen genügend zusammengeprefst ist. Auf diese Weise wird nicht nur
jede nachtheilige Verdichtung des Filterkuchens vermieden, sondern auch auf mechanischem
Wege vollkommene Gleichmäfsigkeit der Filterkuchen in Bezug auf Gröfse und Porosität erzielt, so dafs man bezüglich dieser gewünschten
Eigenschaften der Kuchen" nicht von der Geschicklichkeit oder Willkür des Arbeiters abhängig
ist. Der auf diese Weise · gebildete feuchte Filterkuchen wird mittelst der Platte t
durch Abwärtsbewegung des Hebels ν aus dem Ring b herausgehoben. und in einem geeigneten
Trockenapparat mittelst heifser Luft getrocknet und sterilisirt. Die Fig. 4 und 5
zeigen beispielsweise einen solchen Apparat, in welchem der feuchte Kuchen i in geneigter
Lage auf Horden ruht. ^-
Um eine Deformirung des sehr feuchten Kuchens bei dessen Entfernung aus der Form
(dem Ring b) zu vermeiden, empfiehlt es sich, an Stelle eines einzigen Siebbodens α eine
starke gelochte Platte und darüber ein dünneres, mit gröfseren Durchlochungen versehenes Blech
in den Ring b einzulegen. Beide Platten oder Bleche werden zusammen mit dem entwässerten
Kuchen aus der Form mittelst der Platte t, Fig. 3,. ausgestofsen, und man fährt nun mit
einem falzbeinartigen Instrument zwischen die beiden gelochten Platten, hebt so die dünnere
Platte mit dem feuchten Filterkuchen ab, ohne den letzteren mit den Fingern zu berühren,
bringt den Kuchen mittelst der Platte auf die Horde und dann in den Trockenkasten. Da
der Kuchen aufser durch, die Horde durch die dünne Platte gestützt wird, so behält derselbe
bei dieser Handhabung vollkommen seine Form bei. Die auf diese Weise hergestellten trockenen
sterilisirten Filterkuchen müssen natürlich in dem Filtrirapparat ebenso wie die nach dem
gewöhnlichen Verfahren hergestellten Filterschichten zwischen Siebplatten eingespannt
werden, da sie sonst infolge ihrer Lockerheit nach der Tränkung mit der zu filtrirenden
Flüssigkeit zerfallen bezw. nicht den nöthigen Widerstand leisten würden.
Um an dem Umfang der Kuchen eine zuverlässige Dichtung zu erreichen, empfiehlt es
sich, einen Dichtungsring 11, Fig. 6, aus Gummi
von U-förmigem Querschnitt anzuwenden, der um den Rand des fertigen Kuchens gelegt
wird. Die beiden Schenkel des Ringes und der Rücken desselben sind so bemessen, dafs
beim Anziehen des Deckels (Fig. 7) des Filtrirapparates der Gummiring u durch die Siebböden
zusammengeprefst wird. Hierbei wird auch der Filterkuchen an seinem Rand zusammengeprefst,
wie Fig. 7 deutlich erkennen läfst, während der stärker gehaltene Rücken
des Dichtungsringes aufquillt und den Raum um den Kuchen herum völlig ausfüllt. Auf
diese Weise werden gleichzeitig kleine Abweichungen in der Form des Gehäuses des
Filtrirapparates, die besonders leicht bei kupfernen Trommeln eintreten können, ausgeglichen,
und es findet am Rand des Kuchens eine ganz zuverlässige Dichtung statt, die noch
besonders dadurch begünstigt wird, dafs die Filterkuchen bei der Tränkung mit der zu
filtrirenden Flüssigkeit aufquellen. Es hat sich gezeigt, dafs bei dieser Verwendung des
Gummis die dichtende Wirkung desselben erheblich zuverlässiger ist, als wenn man wie
bisher die Siebböden mit Gummiringen von flachem oder U-förmigem Querschnitt bekleidet,
denn die Ringe drücken sich beim Zusammenpressen der feuchten Masse einfach in dieselbe
ein. Die trockenen Kuchen gewähren indessen bei genügender Stärke und Weichheit des
Gummis demselben so viel Widerstand, dafs, wenn sie sich auch zusammenpressen, der
Gummiring doch viel besser abdichtet als bei der feuchten Masse. Es wird also auf diese
Weise gegenüber dem alten Verfahren eine erhebliche Verbesserung erzielt, denn bei den
alten Filtern mit feucht eingesetzter Masse bildeten sich gerade an den Rändern im Verlauf
des Filtrirens leicht Kanäle, welche die Wirkung des Filtrirens erheblich beeinträchtigten. Dieser
Nachtheil kann bei der neuen Abdichtungsweise nicht eintreten, die Flüssigkeit wird vielmehr
gezwungen, unter allen Umständen durch die Filterkuchen zu filtriren.
Dieselbe Dichtungsweise mit U-förmigen, die Ränder der Kuchen umgebenden Dichtungsringen
läfst sich auch verwenden, wenn man für gröfsere Filterapparate den Filterkuchen
aus einzelnen Theilen oder Segmenten beliebiger Form herstellt. Fig. 8 und 9 zeigen
z. B., wie auf dem Siebboden \ eines solchen Apparates ein Kreuz w befestigt ist, das vier
Felder bildet, welche mit einzelnen, von Dichtungsringen u umgebenen Filterkuchen in Form
von Quadranten ausgefüllt werden. Die zur Formung dieser Kuchen erforderlichen Ringe u
müssen natürlich entsprechend gestaltet sein. Das Gleiche gilt für die übrigen Theile des in
Fig. ι bis 3 dargestellten Apparates.
Durch die Versuche hat sich gezeigt, dafs man selbst bei 1 bis 2 cm starken Filterkuchen
die Porosität derselben doch so grofs wählen kann, dafs beim Filtriren gashaltiger Flüssigkeiten,
wie z. B. Bier, die störende Gasausscheidung infolge zu grofsen Drückunterschiedes
vor und hinter der Filterschicht fast ganz vermieden wird. Beim Einsetzen feuchter Filtermasse
kommt es häufig bei nicht sorgfältiger Bedienung vor, dafs die Filterschicht zu dicht
wird. Der Ueberdruck zum Durchleiten der Flüssigkeit mufs dann so grofs sein, dafs der
starke Druckabfall eine erhebliche Ausscheidung von Gas herbeiführt, die sich durch Schäumen
bemerkbar macht. Durch das vorliegende Verfahren hat man es ganz in der Hand, diesen
Nachtheil vollkommen und mit Sicherheit zu vermeiden.
Bei der Anwendung derartiger dicker, aber lockerer, hochporöser Filterkuchen ergiebt die
in Fig. 6 und 7 dargestellte Anordnungsweise des Dichtungsringes 11 indessen den Uebelstand,
dafs die Ränder des Filterkuchens beim Zusammenpressen zu viel nachgeben und die
Abdichtung durch den Gummiring unvollkommen wird. In solchen Fällen ist es vorzuziehen,
den Ring ti, wie die Fig. 10 bis 12
zeigen, über die dünnen Siebböden χ greifen zu lassen, welche den Filterkuchen zwischen
sich fassen. Diese Siebe halten dann den ■ Kuchen so fest umspannt und umschlossen,
dafs einerseits die erstrebte Abdichtung des Gummis an den Rändern im vollsten Umfang
erzielt wird, andererseits die Flachseiten des Kuchens i beständig in derjenigen Verdichtung
gehalten werden, welche bis zur Ausnutzung und Erschöpfung der Kuchen die vollkommenste
Filtration zu erreichen gestattet. Auch in der Handhabung erweist sich diese Dichtungsart
insofern bequemer, als man die Kuchen mit Sieben und Dichtung als Ganzes in den Apparat
einlegen kann.
Die Dicke des trockenen, porösen Filterkuchens ist bei dessen Herstellung so zu bemessen,
dafs der Kuchen nach erfolgtem Einlegen keine weitere Verdichtung erleidet und so seine Porosität und leichte Durchlässigkeit
mit geringer Druckbeanspruchung bewahrt bleibt, während an den abdichtenden Rändern
eine kräftige Verdichtung erzielt und der Kuchen hier von der Flüssigkeit nicht aufgeweicht
oder in seiner Form verändert werden kann.
Auch bei der Herstellung der Filterfläche aus einzelnen Theilen kann die gleiche Dichtungsart
Verwendung finden, wie die Fig. 13 und 14 zeigen. Wie die Fig. 15 bis 17 erkennen
lassen, können die Stege w der starken Siebböden \ und demgemäfs die einzelnen
Felder der Filterfläche auch andere Gestalt, als in Fig. 14 gezeigt, erhalten. Die dargestellten
Fälle sollen eben nur als Beispiele dienen, wie eine runde, viereckige oder anders gestaltete
Filterfläche durch Stege w, welche Sterne, Gitter oder dergleichen bilden, in Felder getheilt
werden kann.
Die Höhe dieser Stege n> wird zweckmäfsiger
etwas niedriger gewählt als die Dicke des Kuchens i, Fig. 13.
Ist der Filtrirapparat etwa nach Patent Nr. 60617 aus einzelnen Mantelringen mit daran
sitzenden Siebböden zusammengesetzt, so können diese gewissermafsen eine Schale bildenden
Mantelringe unmittelbar an Stelle des Formringes b mit Siebboden α. als Form benutzt
werden.
Man setzt dieselben dann einfach in den Apparat (Fig. 1 bis 3) ein, benutzt gebotenenfalls einen
Aufsetzring, um den Inhalt des Ringes so grofs zu gestalten, dafs der Kuchen die nöthige
Stärke erhält, und trocknet dann den mechanisch, wie beschrieben, entwässerten Filterkuchen
direct in der Schale, indem man denselben in den Trockenapparat bringt. Auch ganze Filtertrommeln nach Patent Nr. 44040
lassen sich leicht so abändern, dafs sie in derselben Weise zur Formung der Kuchen benutzt
werden können, und das Verfahren läfst sich demnach leicht auf alle in Gebrauch befindlichen
Filtrirapparate anwenden.
Ist die Filtrirfähigkeit der Kuchen erschöpft, so bringt man dieselben wieder in Wasser;
sich selbst überlassen, zerfallen die Kuchen dann infolge ihrer Porosität, so dafs sie
wieder gereinigt und von neuem verwendet werden können.
Ganz besonders vortheilhaft erweisen sich solche trockenen Filterkuchen bei Anwendung
von zwei Filterschichten, von denen die erste gewissermafsen zum Vorfiltriren, die zweite
zum Nachfiltriren dient. Wird feuchte Masse nach dem alten Verfahren in den Filtrirapparat
eingelegt, so ist es nicht möglich, eine Schicht für sich auszuwechseln, also beispielsweise die
stets früher erschöpfte Schicht zum Vorfiltriren besonders einzusetzen, denn hierbei würde das
Wasser des frisch eingetragenen Breies sich mit der noch in der benutzten Schicht enthaltenen
Flüssigkeit vermengen und letztere verloren gehen. Dieser Uebelstand fällt ganz fort bei Anwendung der beschriebenen trockenen
Filterkuchen. Hier kann man zu jeder Zeit den als Vorfilter dienenden Kuchen auswechseln,
ohne dafs der andere Kuchen aus dem Filter herausgenommen zu werden braucht.
Derartige poröse Filterkuchen können sowohl für verticale, als auch für horizontale
Filtrirapparate jeder Construction verwendet werden.
Der zur Herstellung des Kuchens dienende Faserstoff kann aus Cellulose, Holzstoff, Halbzeug
aus Leinen, Baumwolle oder dergleichen oder aus Mischungen dieser Stoffe mit einander,
gebotenenfalls unter Zusatz von Kohle, Asbest oder dergleichen bestehen.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:
Verfahren zur Herstellung trockener sterilisirter, poröser und in Wasser wieder lösbarer Filterkuchen aus Faserstoff für Filtrirapparate, dadurch gekennzeichnet, dafs man eine abgemessene Menge der mit Wasser zu einem Brei angerührten Filtermasse in einer dem Filtrirapparat entsprechenden Form oder in einer Filterschale unmittelbar mechanisch nur so weit entwässert, dafs der Kuchen den nöthigen Zusammenhang erhält, den so erhaltenen Kuchen mittelst heifser Luft trocknet und sterilisirt und zur unmittelbaren Benutzung in Filtrirapparaten geeignet macht.
Apparat zur Herstellung von entwässerten, zur Trocknung mittelst heifser Luft geeigneten Filterkuchen, gekennzeichnet durch einen Ring (b) mit losem Siebboden (a), der, über eine mit absperrbarem Ablaufrohr (I) versehene Vertiefung (f) gebracht, den raschen Ablauf des Wassers aus der Masse ermöglicht, eine Druckplatte (p) mit Rand oder Anschlägen (s), welche das Zusammenpressen des feuchten Kuchens nur bis zu einem gewissen Grade ermöglicht, und. eine Platte (t) zum Herausheben des entwässerten Kuchens aus dem Ring (b).3. Die Abdichtung der trockenen Filterkuchen an ihren Rändern zwischen den Siebplatten mittelst eines Gummiringes von U-förmigem Querschnitt, der um den Rand des Filterkuchens gelegt wird und beim Schliefsen des Apparates den Rand des Kuchens zusammenprefst und den Raum aufserhalb des Randes dicht ausfüllt.4. Die Abänderung der zu 3. angegebenen Abdichtung der trockenen Filterkuchen oder deren Theile an ihren Rändern, darin bebestehend, dafs die Schenkel der Gummiringe von U-förmigem Querschnitt auch die dünnen Siebboden (x) zu beiden Seiten des Filterkuchens (i) umfassen (Fig. 10 bis 14), zu dem Zweck, ein nachtheiliges Zusammenpressen der Ränder des Kuchens zu vermeiden.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE76103C true DE76103C (de) |
Family
ID=349017
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT76103D Expired - Lifetime DE76103C (de) | Verfahren und Apparat zur Herstellung von trockenen sterilen Filterkuchen aus Faserstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE76103C (de) |
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- DE DENDAT76103D patent/DE76103C/de not_active Expired - Lifetime
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