DE75282C - Tastenapparat mit einer den Spieler elektrisirenden Vorrichtung - Google Patents

Tastenapparat mit einer den Spieler elektrisirenden Vorrichtung

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DE75282C
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DENDAT75282D
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W. WILLERING-HAUS in London, 13 Hamsell Street
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61NELECTROTHERAPY; MAGNETOTHERAPY; RADIATION THERAPY; ULTRASOUND THERAPY
    • A61N1/00Electrotherapy; Circuits therefor

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Mai 1893 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft Tasteninstrumente oder Apparate jeder Art, wie Klaviere, Orgeln, Harmonien, Schreibmaschinen u. dergl. m., durch deren Spielen oder deren Bethä'tignng dem Spieler oder der ausübenden Person ein elektrischer Strom zugeführt wird.
Die Erfindung kann in verschiedener Weise zur Ausführung gebracht werden. Wird dieselbe beispielsweise an einem Klavier angewendet, so ordnet man an einer geeigneten Stelle des Instrumentes eine elektrische Batterie an, deren Leitungsdrähte mit den Oberflächen der Tasten in leitende Verbindung gebracht werden. Angenommen, der eine Pol der Batterie sei mit der einen Hälfte der Tasten verbunden und der andere Pol mit der anderen Hälfte, so wird der Strom durch den Körper des Spielenden geschlossen werden, sobald derselbe mit den Händen die Tasten beider. Hälften gleichzeitig berührt. Es können auch sämmtliche Tasten mit einem Pol verbunden sein und der andere Pol mit irgend einem geeigneten Theil der Person in leitende Verbindung gebracht werden.
Fig. ι der Zeichnung zeigt den Grundrifs einer Klaviertastenanordnung, woran der Gegenstand der Erfindung angebracht ist.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt nach der Linie 2-2 und Fig. 3 einen solchen nach der Linie 3-3 der Fig. 1 und Fig. 4 zeigt eine Einzelheit.
In dem Instrumentenkasten α sind die unteren Tasten b und oberen Tasten c in gewöhnlicher Weise auf der Leiste d angeordnet. Die Stifte e sitzen jedoch nicht fest auf der Leiste d, wie es bisher üblich war, sondern sind auf zwei Metallstreifen f und/1 unterhalb der Leiste d befestigt, wobei die Stifte e durch Löcher in der Leiste d durchragen, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist. Die Stifte derjenigen Tasten, welche gewöhnlich mit der rechten Hand gespielt werden, sitzen auf dem Streifen/ und diejenigen, deren Tasten mit der linken Hand gespielt werden, auf dem Streifen f1, wobei die Streifen/ und/1 nicht mit einander in leitender Verbindung stehen.
Die unteren Tasten sind nicht, wie es bisher üblich war, mit Elfenbein belegt, sondern mit einem guten Elektricitätsleiter, wie z. B. Nickel, welches zweckmäfsig versilbert sein kann, oder es können, falls es wünschenswerth erscheint, die Tasten auch theilweise mit Elfenbein und theilweise nur mit Streifen von Metall derart belegt werden, dafs die Finger, sobald sie die Tasten anschlagen, unter allen Umständen auch mit den Metallstreifen in Berührung kommen. Die oberen oder sogenannten schwarzen Tasten c können gleichfalls ganz mit Metall bedeckt sein, jedoch erscheint es vortheilhafter, auch hier nur Metallstreifen einzulegen, wie aus Fig. ι und 4 ersichtlich ist. Die Metallflächen oder Streifen stehen durch Drähte g mit den Stiften, welche die Tasten tragen, in leitender Verbindung.
Die Elemente h der Batterie, von denen in der Zeichnung 12 gezeigt sind, sind zweckmäfsig Trockenelemente und können in geeigneter Stelle, beispielsweise zwischen den Verstärkungsstreben des Instrumentengestelles, wie in der Zeichnung gezeigt, untergebracht sein'.
Die Elemente stehen in üblicher Weise derart mit einander in Verbindung, dafs die Zink-
elektrode des einen Elementes mit der Kohlenelektrode des anderen Elementes verbunden ist. Der positive Pol des linker Hand stehenden Elementes ist durch einen Leitungsdraht i mit dem Metallstreifen f1 verbunden, während die negativen Pole des dritten, sechsten, neunten und zwölften Elementes durch besondere Drähte Jj1J2J3 mit den in entsprechender Reihenfolge zugehörigen Stromschlüssen k kl k"1 und k3 eines Vierfachschalters verbunden sind.
Der Schalthebel / steht mit dem Metallstreifen/ durch einen Draht m in Verbindung, so dafs, wenn der Hebel / den Stromschlufs k berührt, drei Elemente eingeschaltet sind. Wenn der Hebel I den Stromschlufs k1 berührt, so sind sechs Elemente, wenn er den Stromschlufs k2 berührt, neun Elemente, und wenn er den Stromschlufs k3 berührt, so sind zwölf Elemente in die Leitung eingeschaltet. Durch Drehen des genannten Hebels, so dafs er den einen oder anderen Stromschlufs berührt, wird die Stromstärke vermehrt oder vermindert.
Setzt der Spielende nun die Finger gleichzeitig auf die Tasten, welche mit dem Streifen/ und dem Streifen fl in leitender Verbindung stehen, so wird der Strom durch den Körper des Spielenden geschlossen. Soll der elektrische Strom nicht zur Anwendung kommen, so wird der Hebel / so gedreht, dafs er keinen der Stromschlüsse berührt.
Die Erfindung ist hier an einem. Klavier veranschaulicht, jedoch ist es ohne weitere Erklärung einleuchtend, dafs und wie dieselbe auch an anderen Tasteninstrumenten, und zwar ebenso vortheilhaft an Musikinstrumenten, wie an anderen, beispielsweise Schreibmaschinen, angewendet werden kann.
Die praktische Verwerthbarkeit des Gegenstandes vorliegender Erfindung ist eine recht ausgedehnte. Insbesondere aber macht sich das Bedürfnifs nach demselben bei Personen fühlbar, welche sehr viel auf Klavieren üben. Diese zeigen sehr bald eine unverkennbare Geneigtheit zur Nervosität und Reizbarkeit. Auch Personen, welche viel an der Schreibmaschine arbeiten," haben vielfach unter dem nervenzerrüttenden Klappern der schnell hinter einander bewegten Tasten zu leiden. Derartige Uebel können nach Ansicht des Erfinders durch Elektrisiren bedeutend vermindert, oft sogar ganz gehoben werden. Abgesehen jedoch von dem Zeitverlust, welcher durch das besondere Elektrisiren bedingt wird, giebt es viele Personen, welche sich schwer entschliefsen können, sich einer derartigen Kur zu unterziehen. Für letztere wird es von hohem Werth sein, falls dieselben musikalisch sind, sich des Gegenstandes der Erfindung an einem Musikinstrument oder, wenn dieselben unmusikalisch sind, an einem anderen Tasteninstrument zu bedienen, welches irgend eine die Gedanken ablenkende Beschäftigung erfordert.
Vornehmlich aber ist es für die das Klavierspiel erlernenden Personen von Wichtigkeit, schon während der Uebung gleichzeitig elektrische Ströme in geeigneter Stärke zu empfangen, wodurch die Nervenanstrengungen gemildert und unschädlich gemacht werden.
Das unausgesetzte Ueben wirkt schon nach Ablauf einer Stunde bei Vielen erschlaffend oder gar erlahmend, während bei Zuhülfenahme vorliegender Einrichtung nach Ansicht des Erfinders das Ueben, ohne Ermüdungen hervorzurufen, mehrere Stunden hinter einander fortgesetzt werden kann.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Tasteninstrument oder Apparat, dadurch gekennzeichnet, dafs die Tasten derart mittelst geeigneter Leitungen mit einem Elektricitätserzeuger in Verbindung stehen, dafs beim Spielen oder Handhaben des Instrumentes bezw. des Apparates ein elektrischer Strom dem Spielenden oder der handhabenden
    . Person zugeführt wird.
  2. 2. Bei einem Tastenapparat oder Instrument der unter Anspruch i. gekennzeichneten Art leitende Flächen auf den Tasten, beispielsweise Metallbeläge oder Einlagen, welche mit dem Elektricitätserzeuger in leitender Verbindung stehen, wobei die Tasten, welche für gewöhnlich von der einen Hand bethätigt werden, mit dem einen Pol, während die von der anderen Hand bethä'tigten Tasten mit dem anderen Pol des Elektricitätserzeugers in Verbindung stehen können.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
DENDAT75282D Tastenapparat mit einer den Spieler elektrisirenden Vorrichtung Expired - Lifetime DE75282C (de)

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