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Gummiertes Papier Es ist bekannt, daß .gummierte Papiere dazu neigen,
sich zu rollen. Man hat schon versucht, diese Neigung der gummierten Papiere zum
Rollen durch besondere Maßnahmen zu bekämpfen.
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So ist bereits vorgeschlagen worden, das Rollen derartiger Papiere
dadurch zu verhindern, daß die aufgetragene Schicht nach dem Trocknen in mehreren
Richtungen, beispielsweise in Richtung,der beiden Diagonalen, gebrochen wird. Nach
einer solchen Behandlung des Papiers verhindern die zahlreichen in dem Klebstoffauftrag
befindlichen-Bruchlinien, daß die Spannungen sich über große Flächenteile auswirken
und somit ein Einrollen des Papiers hervorrufen. Das Brechen der getrockneten Klebstoffschicht
wird bei dem bekännten Verfahren vorzugsweise dadurch bewirkt, daß das Papier über
mehrere schräg zu seiner Laufrichtung angeordnete Kanten: oder Walzen von geringem
Durchmesser gezogen wird. Das Brechen der getrockneten Klebstoffschicht ist stets
mit einer Beanspruchung des Papiers verknüpft, die besonders in den Fällen unerwünscht
ist, in deneh es sich um .dünne oder empfindliche Papiere handelt.
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Es ist ferner vorgeschlagen worden, das Einrollen des gummierten Papiers
dadurch zu verhüten,- daß der Klebstoffauftrag in kleinen Feldern, die überhaupt
nicht miteinander verbunden sind, angeordnet wird. Die in einem solchen Klebstoffauftrag
entstehenden Spannungen können sich nicht oder nicht wesentlich über den Bereich
eines einzelnen Feldes hinaus auswirken. -Wenn die einzelnen Felder klein genug
sind, so kann in dieser Weise ein Einrollen des Papiers verhütet werden, was allerdings
durch Nachteile erkauft wird, denn das Aufbringen des Klebstoffauftrages in vielen
einzelnen kleinen Feldern bietet erhebliche Schwierigkeiten. Eine solche Unterteilung
des Klebstoffauftrages in einzelne kleine Felder ist häufig nicht zulässig, z. B.
kann eine solche Unterteilung des Klebstoff-auftrages in einzelne kleine Felder
meist dann nicht zugelassen werden, wenn die nicht gummierte Seite nachträglich
bedruckt
wird: es besteht nämlich die Gefahr, daß in dem Druck die einzelnen Felder des Klebstoffauftrages
sich in störender Weise markieren.
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Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß die Neigung der gummierten
Papiere zum Rollen durch Spannungen hervorgerufen Qvird, die in dein getrockneten
Kleb stoffauftrag auftreten und unter dem Einfluß der Feuchtigkeit sich leicht ändern,
und daß derartige Spannungsänderungen unterbleiben, wenn zier getrocknete Klebstofauftrag
nicht hygroskopisch ist. Gemäß der Erfindung wird (las Papier mit einem auf ihm
getrockneten, aus wasserlöslichen Celluloseverbindungen, wie Ccfluloseätliern, Celluloseestern,
oder deren Salzen bestehenden Klebstoffatifträg versehen. Ein solcher Klebstoffauftrag
ist nicht hygroskopisch, so daß also durch einen Wechsel der Luftfeuchtigkeit keine
Spannungen auftreten und datier auch kein Einrollern des gummierten Papiers verursacht
wird. Besonders gut ist z. h. Methylcelluloseäther geeignet. An Stelle der Methylgruppe
können auch die Ätliyl-, .@minoüthyl-, Sulfoätliyl-, Oxy:i.thvl- und ähnliche Gruppen
treten. Ebenso können auch wasserlösliche Celluloseester, z. B. solche der Bernstein.süttre,
verwendet werden. Eine entsprechende 1?ignung weisen auch Salze dieser Celltiloseverbindungen
auf.
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Die Verwendung der vorerwähnten wasserlöslichen Celluloseverbirrdungen
als Klebstoff ist an sich bekannt. Die erfindungsgemäße _'-,nwendtuig dieser wasserlöslichen-Celluloseverbindungen
als getrockneter, durch Anfeuchten wieder lösbarer Klebstoffauftrag eines gummierten
Papiers unterscheidet sich von den bekannten Fällen der Verwendung . der aus wasserlöslichen
Cellulosever'bindungen bestehenden Klebstoffe dadurch, daß das gummierte Papier
einen freiliegenden, getrockneten Klebstoffauftrag aufweist, der durch Anfeuchten
wieder klebefähig wird. Bei den üblichen Klebungen, für welche bisher die Verwendung
der wasserlöslichen Celluloseverbindungen bekannt gewesen ist, liegt die Klebstoffschicht
nicht frei, sondern ist zwischen den zwei zusammenklebenden Werkstücken eingeschlossen
und im wesentlichen den klimatischen Einflüssen entzogen. Es tritt also auch bei
solchen Klubstoffen, die hygroslzopiscli sind, durch einen Wechsel der Luftfeuclitigleit
o. d-gl. keine Änderung des Spannungszustandes der Klebstoffschicht ein; außerdem
könnte ein solcher Wechsel der Spannungen in der Klebstoffschicht, wenn er tatsächlich
eintreten würde, trotzdem nicht zum Rollen der miteinander verklebten Papier-, Kartonstücke
u. dgl. führen, weil die miteinander verklebten zwei Stücke sich gegenseitig versteifen.
Ganz andere Verhältnisse liegen bei dem gummierten Papier vor. Bei dem gummierten
Papier ist der Klebstofauftrag einseitig auf dein Papier angebracht;- seine ganze
Oberfläche ist Miniatischen Einwirkungen ausgesetzt. Wenn der Klebstoffauftrag aus
einem hygroskopischen Klebstoff besteht, so ruft ein Wechsel der 1_uftfeuchtigkeit
eine Änderung des Spannungszustandes dieser Klebstoffschicht hervor, was wiederum
cin Rollen des Papiers zur Wirkung hat. Dieses Rollen wird jedoch erfindungsgemäß
dadurch vermieden, (laß ein nicht hygroskopischer Klebstoff verwendet wird.
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Die Kosten eines solchen Klebstoffauftrages können dadurch verringert
werden, daß den erwähnten wasserlöslichen organischen, nicht livgroskopischen Klebstoffen
etwas Stärke, Dextrin u.. dgl. zugesetzt wird. Diese Zusätze wirken nicht nur lediglich
als Streckniittel, sondern üben noch insofern eine besOndere Wirkung aus, weil sie
gleichsam die Poren des zu guininierenden Werkstoffes schließen und somit eine allzu
reichliche Aufnahnie des teuren organischen, nicht liygroskopischen Klebstoffes,
also der erwähnten «-a:ssrlösliclien Celltiloseverbindungen, verhüten. Diese Wirkung
kann auch dadurch erreicht werd(n, daß vor dein Auftragen der wasserlöslichen Celluloseverbindungen
auf (las zu gummierende Papier zunächst eine schwache Grundierung von löslicher
Stärke, Stärkekleister u. dgl. aufgestrichen wird, wie es z. 11. bei der Herstellung
von Abziehpapier vor dem Aufbringen des Auftrages aus Gummi arabicum und in anderen
ähnlichen Füllen üblich ist.
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Beispiele i. Auf ein mittelstarkes gelehntes Papier finit glatter
Oberfläche, also z. B. Schreibpapier, wird eine Lösung von Methylcelluloseäther
mit den Einrichtungen, welche zur Herstellung der gummierten Papiere bisher in bekannter
Weise verwendet wurden, aufgetragen, so daß 5 g aufgetragene Trockensubstanz auf
i qm Papier kommen. Der Auftrag wird sodann in bekannter Weise getrocknet. Der erwähnte
Methvlcelluloseätlier kann z. B. in bekannter Weiser dadurch hergestellt werden,
daß aufgeschlossenes, fein verteiltes Nadelholz mit 15prozentiger Natronlauge aufgeschlossen
und mit Dimetlivlsulfat verätliert und schließlich von den überschüssigen Reaktionsmitteln
befreit wird.
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2. Auf ein ungeleimtes oder wenig geleimtes, nicht satiniertes Cellulosepapier
wird eine wäßrige Stärkelösung aufgetragen, so daß auf i qm Papier 4 g Trockenstärke
kommen. Nach teilweiser oder vollständiger T rockriung dieses Stärkeauftrages, durch
welchen
den Cellulosefasern des Papiers die 1Neigung, allzu viel
lösliche Cellulosederivate aufzunehmen, genommen wird, erfolgt das Auftragen der
wäBrigen Lösung von Celluloseverbindungen, also, z. B. eines Aminoäthylcelluloseäthers.
Infolge der Vorbehandlung des Papiers mit der Stärkelösung genügt es, wenn auf i
qm Papier nur etwa .4 g der Trockensubstanz der wasserlöslichen Celluloseverbindung
aufgetragen werden.
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Bei Auftragmengen von 3 bis 5 g Trockensubstanz je Quadratmeter
Papier wird bereits eine ausreichende Klebkraft des Klebstoffauftrabges erreicht.
Bei besonders locker gearbeiteten saugfähigen Papieren sowie bei weichem oder starkem
Karton werden etwas stärkere Aufträge benötigt. Die Menge des aufzutragenden wasserlöslichen,
nicht hygroskopischen organischen Klebstoffes, also der Celluloseverbindungen,-kann
jedoch in vielen Fällen durch vorheriges Grundieren mit Dextrinlösungen, mit Ouellstärke
u. dgl. vermindert werden. Die Gummierung kann sowohl als Vollgummierung wie auch
als Fassonz' angewendet werden.