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Achsgestell für Plattformwagen o. dgl. Im Wagenbau setzt sich
immer mehr die Erkenntnis durch, daß nicht nur für schnellfahrende und schwere Fahrzeuge,
sondern gerade auch für die einfachen, langsam laufenden Fahrzeuge, wie Plattformwagen,
Ackerwagen usw., die bisher nach primitiven handwerklichen. Grundsätzen durchgebildet
waren, eine sorgfältige konstruktive Durchbildung des gesamten Wagens, also auch
seiner Zubehörteile, notwendig ist, um diese Wagenarten leistungsfähig zu machen
und ihre Herstellung möglichst zu verbilligen, wobei gleichzeitig der Werkstoffaufwand
so gering als möglich zu halten ist.
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So ist man z. B. bereits dazu übergegangen, auch bei einfachen Ackerwagen
für die Verbindung der schwenkbaren Vorderachse mit dem Wagengestell besonders durchgebildete
Drehverbindungen zu verwenden, die in Anlehnung an die bekannten Drehverbindungen
für Lastfahrzeuganhänger z. B. aus zwei Lagerringen bestehen, zwischen denen Stahlkugeln
und Preßstoffsegmente als Lagerk5rper eingeschaltet sind. Es sind auch schon Ansätze
vorhanden, die grundlegenden Prinzipfen des Leichtbaues für solche einfacheren Fahrzeuge
anzuwenden, um das Wagengewicht herabzusetzen und damit Werkstoff zu sparen.
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Bei der Durchbildung der Einzelteile sind nun besondere Forderungen
zu erfüllen, die sich aus der besonderen Beanspruchung dieser Fahrzeuge z. B. im
landwirtschaftlichen Betrieb daraus ergeben, daß die Fahrzeuge auf vollkommen unebenem
Gelände benutzt werden, was beispielsweise eine gegenseitige Schrägstellung von
Vorder- und Hinterachse mit einer Höhendifferenz von 1J2 m und mehr zwischen dem
Vorderrad der einen Wagenseite und dem diagonal hierzu liegenden Hinterrad auf der
andern Wagenseite bedingt. Gerade diese Verwindung bedingt eine besondere Ausbildung
insbesondere der Achsgestelle.
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Hinzu kommt noch die Forderung nach einer wesentlichen Vereinheitlichung
der Achsgestelle und ihrer Einzelteile, um einmal überhaupt mit möglichst wenig
Teilen auszukommen und um den Schwierigkeiten der Ersatzbeschaffung gerade in ländlichen
Gegenden zu begegnen, wo nur selten gut ausgerüstete Reparaturwerkstätten zur Verfügung
stehen, vielmehr der Dorfschmied mit verhältnismäßig primitiven Mitteln Instandsetzungsarbeiten
durchführen muß. So muß z. B. angestrebt werden, daß die Fahrzeugteile, die für
die schwenkbare Vorderachse vorgesehen sind, also zum Tragen des Lenkkranzes dienen,
der seinerseits reit der Wagenplattform in Verbindung steht, gleichzeitig auch für
die Hinterachse verwendet werden können. Während nun bei der Hinterachse
gewisse
Verbiegungen bei Schrägstellung des Fahrzeuges nicht oder nur. wenig zu beachten
sind, mulä dagegeü bei der Vorderachse, die die Drehverbindung trägt, eine Verwindung
unbedingt vermieden werden, da sonst die Schwenkbarkeit der Drehverbindung und damit
der Achse beeinträchtigt wird.
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Atil)ereleni müssen die Teile so leicht wie möglich seih, um das tote
Gewicht klein zti halten. Dies darf aber nicht zu einer Beeinträchtigung der Festigkeit
führen.
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Auch auf die Art der Herstellung ist Rücksicht zu nehmen; die Teile
müssen einfach sein, damit wirtschaftliche Herstelluilgsverfahren angewendet werden
können. Die Erfindung bezieht sich auf Achsgestelle von Plattformwagen o. dbl.,
die erfindungsgemäß entsprechend den vorstehend aufgeführten Gesichtspunkten auszubilden
sind.
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-;ach der Erfindung bestehen die Achsgestelle aus einer Lagerplatte
mit zwei Achshaltern. Die vorzugsweise im Ziehverfahren aus einem Blech hergestellte
Lagerplatte hat die Form eines in zwei Stufen gezogeüen Topfes mit nach unten gerichteter
Öffnung. Durch das zweistufige Ziehen über verschiedene Durchmesser wird eine äußere
Ringfläche geschaffen, die zur Auflage der Drehverbindung bei Verwendung der Lagerplatte
für die schwenkbare Vorderachse dient. Der mittlere Bodeilteil wird in der zweiten
Ziehstufe gegenüber der Ringfläche um ein von fier Dreliverhindung abhängiges Maß
weit-,-r durchgezpgen. Der Abstand der parallelen Oberflächen von Auflagering und
Bodenteil wird uin einige Millimeter kleiner gehalten als die Bauhöhe der Drehverbindung,
damit sich die Drehverbindung, die niit dein Unterring auf der Plattforen und mit
dein Oberring unmittelbar an der Wagenplattform befestigt ist, frei bewegen kann.
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Die Bodenfläche dient bei Verwendung der Lagerplatte für die Hinterachse
als Aufk gefläche für die Plattform. Zwecl:inäii- erhält die Bodenfläche einen kreisförmigen
Ausschnitt, so daß eine. ringförmige Auflagefläche für die Plattform stehenbleibt,
wodurch das Gewicht der Lagerplatte vermindert wird; gleichzeiti ;- wird der Rand
des Ausschnitt; s nach innen umgebördelt, uni den Plattenboden zu versteifen.
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Die Achshalter, die in der gleichen Ausführung für Vorderachse und
Hinterachse Verwendung finden, werden ebenfalls aus Blech gezogen oder gepreßt.
In ihrem unteren, die Achse oder den Achsstummel tragenden Teil haben sie eine U-förmige
Gestalt, wobei der nach außen liegende Steg vertikal steht. Der U-förmige Teil der
Achshalter ist geg;u Llie verbiegenden und verwindenden Kräfte durch seine Flanschen
widerstandsfähig; er kann daher verhältnismäßig schmal ausgebildet sein.
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Um fluch im mittleren, die Verbindung mit der Lagerplatte herstellenden
Teil der Achslialter genügende Widerstandsfähigkeit zu erhalten und um Verwindungen
der Auflageplatte und damit der Drehverbindung zu v erz#.
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wird der mittlere Teil der Achshalter sich nach oben verbreiternd
ausgebildet, so daßl der obere flanschartige Befestigungsrand jedes Achshalters
etwa 1(i des Umfanges des Randes der Lagerplatte umfaßt. Zugleich wird, um den Unterschied
.zwischen Außendurchmesser der Lagerplatte utid Spurweite auszugleichen, der mittlere
Teil der Achshalter kegelmantelförmig ausgebildet. Zur Gewichtsverringerung werden
ini mittleren Teil Aussparungen vorgesehen, deren Ränder zur Versteifung umgebördelt
sind.
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"Zechmäßig werden zur Lagerung des Bremsgestänges nasenförmige Ausbuchtungen
niit vertikal stehender Außenwand vorgesehen, durch die gleichzeitig die Kegelfläche
versteift wird.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt Abb. r eine Gesamtansicht desselben in Wagenlängsrichtung
gesehen, Abb. a einen Grundriß hierzu, Abb.3 einen Achshalter senkrecht zur Wagenachse
gesehen, Abb. d. eine Seitenansicht des Achshalters, :?bb. 5 eine Draufsicht auf
den Achshalter, Abl). 6 einen Schnitt nach der Linie A-ß in Abb. 3, Abb. 7 einen
Schnitt nach der Linie C-h der Abb. 3 und Abb. 8 einen Schnitt durch die nasenförinige
Ausdrückung zur Aufnahme, des Bremsgestä nges.
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In den Abbildungen ist r die Lagerplattform, :2 sind die Achshalter,
und 3 ist die Drehverbindung zwischen Lagerplatte r und Wagenplattform d..
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Die Lagerplatte z ist aus Blech gezogen in Form eines zweistufigen
Topfes. Durch die stufenförmige Ausbildung wird eine ringförmige Auflagefläche 5
fier die Drelwer- 1 Bindung 3 geschaffen. Der mittlere Bodenteil 6 der Lagerplatte
ist entsprechend dem Innendurchmesser der Drehverbindung 3 aus-,#ebildet; er erhält
einen kreisförmigen Ausschnitt, so daß an seinem Rand eine Ringfläche stehenbleibt,
die als Auflage der Wagenplattform bei Verwendung der Lagerplatte an der Hinterachse
dient. Der Ausschnittsrand 8 ist zur Versteifung der Lagerplatte umgebördelt. Die
beiden ringförmigen Auflageflächen 5 und 7 haben einen Abstand !i voneinander, der
nur wenige Millimeter
kleiner ist als die Bauhöhe H der Drehverbindung.
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An dem nach unten weisenden Rand 9 der Lagerplatte sind -die beiden
Achshalter :2 durch Verschrauben, Nieten oder Schweißen befestigt.
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Die Achshalter sind in ihrem unteren Teil To, der die Achse oder auch,
wie in dem dargestellten Ausführungsbeispiel, die Achsstummel trägt, U-förmig gestaltet,
wobei der Stegteil i i vertikal stehend und die Flanschen 12 nach innen gerichtet
mit der Längsachse von oben nach unten verlaufend angeordnet ist.
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Der mittlere Teil 13 -des Achshalters bildet einen Teil eines Kegelmantels,
dessen Spitze oberhalb der Lagerplatte liegt. Von der verhältnismäßig geringen Breite
b des U-förmigen Teiles io ist der Achshalter nach seinem oberen Rand, dem Befestigungsflansch
14, zu stark verbreitert, so daß der Befestigungsflansch etwa 1/4 des Umfangs des
Randes 9 der Lagerplatte umfaßt.
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Diese Verbreiterung ist vorgenommen, um eine einwandfreie Aufnahme
der verblegenden Momente, die sich bei Schräglage des Wagens infolge von Geländeunebenheiten
ergeben und die mit zunehmender Entfernung von der Achse größer werden, zu erreichen.
Durch die verhältnismäßig weite Umfassung des Lagerplattenrandes 9 durch den Befestigungsflansch
14 der Achshalter wird ein Verwinden der Lagerplatte, insbesondere ein Ovalziehen
derselben, vollkommen ausgeschaltet. Eine Verhinderung der Drehbeweglichkeit der
Drehverbindung, die selbst wegen ihres verhältnismäßig großen Durchmessers nur wenig
verwindungssteif ist, wird also durch die Auflage auf der gegen ein Verwinden gesicherten
Lagerplatte unterbunden.
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Der kegelförmige Teil 13 der Achshalter erhält gewichtsverringerudeAussparungen
15, deren Ränder 16 zur Versteifung, wie in Abb.8 dargestellt, umgebördelt sind.
Versteifend wirkt auch das Durchziehen der Flanschen 12- des U-förmigen Teiles bis
etwa zur Mitte des mittleren Teiles 13.
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Zur Lagerung des Bremsgestänges dienen nasenartige Ausdrückungen 21,
deren Außenwandung 17 vertikal angeordnet ist. Zur Führung ist in das Loch 18 der
Außenwandung ein Rohrstück i9 mit Bordflansch 2o eingesetzt und durch Schweißung
befestigt.