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Nachttresoranlage Die Erfindung bezieht sich auf eine Nachttresoranlage,
bei welcher die in ein Büchsenbeförderungsgehäuse eingelegten Büchsen durch Verschließen
der Einwurfsklappe oder der Tür bzw. durch Hebelbetätigung in einen Sammelschrank
abgeworfen werden.
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Zweck der Erfindung ist es, die bisher nur für eine verhältnismäßig
beträchtliche Größe von Tresorbüchsen bestimmten Nachttresoranlagen derart auszubilden,
daß sie nicht nur von den üblichen großen Bankkunden, sondern auch von kleinen Sparern
benutzt werden können. Hierbei werden ,dann zweckmäßig nicht nur die gebräuchlichen
langen Tresorbüchsen verwendet, sondern anan teilt den kleinen Sparern bedeutend
kürzere Büchsen, sogenannte Tresorbüchsen, zu.
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Nun ist aber bei einer solchen Tresoranlage eine größere Sicherheit,
als sie durch die bisherigen Tresoreinrichtungen geboten wird, deshalb erforderlich,
weil die Ausgestaltung der Nachttresoranlagen für Sparbüchsen und damit für die
Benutzung durch alle 'Sparer eine erhöhte Gefahr nach verschiedenen Riciitungen
mit sich bringt.
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Eine Gefahrerhöhung liegt insbesondere darin, daß bei der .größeren
Zahl von Be.-nutzern, die sich nicht mehr nur aus gewandten und in Geldangelegenheiten
vorsichtigen Kaufleuten zusammensetzen, häufiger finit Büchsenverlusten zu rechnen
ist. Um die '\Tachttresoreinrichtungen zur Verhütung von Raubüberfällen und zur
Schaffung jederzeitiger Einzahlungs- und Spargelegenheit bzw. der Ausdehnung des
Kassenverkehrs für Einzahlungen über täglich 2q. Stunden möglichst allen Sparkassen-
und Bankkunden zur Verfügung stellen zu können, muß man auf die Innensicherungen
der Anlage ein größeres Augenmerk legen als .bisher, auch schon deswegen, weil die
bekannten umständlichen Sicherheitsschlösser für die Nachttresortüren ihres Preises
und ihrer schwierigen Handhabung wegen keine Verwendung mehr finden können, wenn
der Nachttresor die gewünschte und notwendige Verbreitung und Benutzung in allen
Volksschichten erfahren soll. Diese Innensicherungen gestatten aber auch unbedenklich
das Anbringen einfacherer Tresortürschlösser, weil jede mißbräuchliche Benutzung
sofort festzustellen ist. Ganz unbrauchbar sind von diesem Gesichtspunkt aus die
Nachttresoranlagen, bei denen jeder unbemerkt einen beliebigen Gegenstand in den
Nachttresorkopf oder -hals einführen kann, wenn er sich in den Besitz eines Tresorschlüssels
gesetzt
hat. In der :Möglichkeit des unbemerkten Einbringens von unerwünschten Gegenständen
allein bei Besitz des Nachttresorschlüssels liegt fast die gleiche Gefahr wie in
der Eilibringung von schädigenden Sachen (Säuren. Explosivstoffen o. dgl.) eil den
Tresor selbst, und es wird durch diese Möglichkeit auch der nächste Benutzer des
Nachttresors in Gefahr, mindestens aber in Unannehmlichkeiten gebracht der diesen
Gegenstand an sich nehmen bzw. herausnehmen muß, um seine Büchse einwerfen zu können.
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Die Erfindung bestellt also in der Ausgestaltung der Inneneinrichtung
finit bestimmten Sicherungsmaßnahmen. wobei die Sicherheit der Anlage durch das
Abhandenkommen voll Tresorschlüsseln außerdem nicht in dem Maße beeinträchtigt wird,
wie dies jetzt der Fall ist.
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Erfindungsgemäß werden zwei Sicherungsvorrichtungen vorgesehen, die
je einer kurzen und einer langen paßrechten Büchse zugeordnet sind und das Abwerfen
der Büchse in den Sammelschrank nur gestatten, wenn durch das Einbringen einer solchen
Büchse ihre Sperrung aufgehoben ist. Zweckmäßig ist an dein l-üclisenl>eförderiingsgeliäuse
:noch eine weitere Sicherungsvorrichtung angebracht. welche den Fallboden erst freigibt,
wenn die beiden anderen Sicherungsvorrichtungen, die aus zwei ztvangsläufig miteinander
verbundenen Doppelhebeln bestellen und einerseits in das Büchsenbeförderungsgehäuse,
andererseits in die ortsfeste Wandung der 7.'resoröffnung eingreifen, die Sperrung
des Büchsenbeförderungsgehätises gegenüber dieser Wandung nach Einbringen einer
kurzen bzw. einer langen paßrechten Büchse aufgehoben haben.
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Eine weitere Sicherung bestellt noch darin, daß vorn in die Öffnung
des Biichsenbeförderungsgehäuses ein unter Federwirkung stelic:nder Schnappriegel
eingreift, der beim Ein->chieben der paßrechten Büchse nach oben gedrückt wird,
wobei eine zusätzliche Sperrung des Biichsenbeförderungsgehäuses so lange eintritt,
bis nach vollständigem Einschieben der Büchse sich der Riegel in seine Ruhes s tellung
begibt, und daß ferner in Verbindun- finit diesem Riegel ein in das Gehäuse hineinragender,
den Bewegungen des Riegels folgender Zapfen vorgesehen ist, der als P-grenztingsanschlag
des Einschubweges einer kurzen -Büchse dient.
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Es empfiehlt sich ferner, die zur Betätigung der Sicherungshebel dienenden
Klinken in den obersten Ecken und all den äußersten Enden der Einschubräulne für
die kurze und die lange Büchse vorzusehen, uni die Betätigung der Einrichtung durch
nicht paßrechte Körper auszuschließen. Die lange Büchse ist auf ihrem Umweg derart
ausgespart, daß ihr Einbringen durch den zur kurzen Büchse gehörigere Anschlagzapfen
bzw. die vorderen klinken nicht gestört wird.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung Ix!-stellt noch darin, daß der
Fallboden cles Biichsenbeförderungsgehäuses in einen zur kurzen Biiclise und einen
zur langen Biichse geli@irigen Borten unterteilt ist. Hierbei sind die Sichertingsliebel
vorteilhaft derart ausgel>i1-clet, daß beim Einbringen einer kurzen Büchs; der zur
langen Büchse gehörige Boden lilit Hilfe des eitlen Hebels gesperrt wird und da1;,
beim Einbringen einer langen Büchse beide: Böden freigegeben werden.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstan<I beispielsweise veranschaulicht.
Es zeigen Abb. i eine Seitenansicht der Büchsenbeförderungseinrichtung ini Schnitt,
A11). a einen Grundriß im Schnitt nach der Linie II-II der Abb. I, _1b1. 3 eine
Stirnansicht im Schnitt nach der Linie -111-11I der Abb. i, Abb. d. eine Einzelheit
der Abb. 3 in gröllerer Darstellung, Abb. 5 eine abgewandelte Ausführung der Sicherungsliebelanordnung
all einem 1-')iiclisetibeförderungsgehäuse iliit doppeltem Fallbndea ini Schnitt
und Abb. E eilte Ansicht gemäß Abb. 3 von unten.
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Abb. 7 erläutert die Wirkungsweise der Sicherungslieben nach Abb.
3 beim Einbringen einer kurzen Büchse, Abb.8 zeigt hierzu eine Stirnansicht im Schnitt
nach der Linie VIII-VIII der Abb. ;. Abb. 9 entspricht der Abb.;, jedoch beine Einbringen
eine langen Biielise. und Abb. io zeigt hierzu eine Stirnansicht ini Schnitt nach
der Linie 1-1 der Abb. <g.
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Der ortsfeste Einwurfkopf i der \aclittresoranlage ist durch die Tür
= verschließbar, die in bekannter Weise beine Öffnen und Schliefien das Büchsenbeförderungsgehäuse
,; vor- und zurückbe-,vegt. Die hierfür üblichen Verbindungsgestänge sind der Einfachheit
wegen in der Zeichnung nicht dargestellt.
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Das Büchsenbeförderungsgehäuse 3 bestellt im wesentlichen aus einem
vorn und hinten offenen Kasten von rechteckigem Querschnitt, dessen Boden .I um
die Achse ; nach unten klappbar ist. Das Gehäuse 3 hat oben Rollen h. die auf Schienen
7 laufen. Der Boden .4 ruht auf weiteren Rollen 8, die in Schienen 9 geführt sind.
Die Spurweite der Schienen 9 ist so gewählt, daß die Rollen 8 in der gezeichneten
Stellung der Einrichtung den Boden 4 stützen, ihn aber infolge der Vergrößerung
der Spurweite .bei io während des Hineinschiebons des Büchsenbeförderungsgehäuse=
freigeben. Zu diesem Zweck sind die Rollen 8
gemiiß Abb. 4 derart
ausgebildet, daß sie sich axial verschieben können, um der Änderung der Spurweite
zu folgen.
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In das Büchsenbeförderungsgehäuse können kurze oder lange Büchsen
eingeführt werden. Die Größe der Büchsen ist strichpunktiert dargestellt. Die kurze
Büchse i i reicht von der Linie 12 bis zur Linie 13, die lange Büchse 14 v an der
Linie i2 bis zur Linie i 5. Beim Einschieben einer 'kurzen Büchse i i wird ein Schnappriegel16
angehoben, der im Ruhezustand auf einem Anschlag 17 aufsitzt und um die Achse 18
schwenkbar ist. Der Riegel 16 steht unter der Wirkung der Blattfeder ic, die bestrebt
ist, ihn stets abwärts zu drücken. Beim Anheberf des Riegels 16 tritt eine Sperrung
des Büchsenbeförderungsgehäuses 3 ein, indem sich ein an dem Riegel 16 befestigter
Ansatz 2o hinter eine ortsfest angebrachte Nase 21 legt. Diese Sperrung wird erst
dann aufgehoben, wenn die kurze Büchse i i v ollständig eingebracht ist und gegen
den ihr zugeordneten Anschlag 22. der ebenfalls an dem Riegel 16 befestigt ist,
stößt. Der Abstand zwischen dem Anschlag 22 und der Falle des Riegels 16 entspricht
der Länge der kurzen Büchse i i.
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Eine weitere Sperre für diese Bewegung des Gehäuses 3 besteht in dem
Sicherung-3-hebel 23, dessen Betätigungsklinke 24 im Bereich des OOuerschnitts der
kurzen Büchse 11 liegt. An dem der Klinke 24 entgegengesetzten Ende des Doppelhebels
23 ist ein Ansatz 25 vorgesehen, der mit einer Öffnung 26 des Einführungskopfes
i zusammenwirkt. Die Feder 27 ist hierbei :bestrebt, den Ansatz 25 in Eingriff mit
der Öffnung 26 zu halten. Erst wenn die kurze Büchse i i .die Klinke 24 nach außen
bewegt, wird di.eVerbringung zwischen dein Ansatz 25 und der Öffnung 26, d. h. mit
anderen Worten die Sperrung des Büchsenbeförderungsgehäuses 3 gegenüber dem Einführungskopf
i, aufgehoben.
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Ähnliche Vorgänge spielen sich beim Einschieben einer langen Büchse
14 ab. Diese lange Büchse hat auf ihrer Oberfläche eine Rille 28, welche den Abmessungen
des Anschlags 22 entspricht und eine Behinderung der Einschubbewegung der langen
Büchse durch den Anschlag 22 verhindern soll. Außerdem ist die lange Büchse an der
Oberkante einer Seitenfläche mit einer weiteren Attssparung 29 versehen, welche.
die Abmessungen der in das Büchsenbeförderungsgehäuse 3 hineinragenden Klinke 24
berücksichtigt. Es kann auch die lange Büchse im Profil kleiner bzw. anders ausgebildet
werden, so daß sie beim Einführen nicht durch den Anschla22 g oder die Klinke 24
behindert wird. Im übrigen wirkt die lange Büchse 14 in gleicher Weise auf den Schnappriegel
16 und auf einen Doppellieb-el 3o, der an dem einen Ende mit der Klinke 3 i und
an dem anderen Ende mit einem Ansatz 32,. der mit einer entsprechenden Öffnung in
dem Einführungskopf i zusammenwirkt, versehen ist. Die Klinke 3 i ragt entsprechend
der Aussparung 29 etwas weiter in das Büchsenbeförderungsa hä use 3 hinein als die
Klinke 24.
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Beide Doppelhebel 23, 30 sind auf der Welle 33 derart befestigt,
daß sie sich gemeinsam bewegen; die Welle 33 dreht sich hierbei in dem Lager 34.
Die Klinken 24, 31 sind in den obersten Ecken und an den äußersten Enden der Einschubräume
für die kurze und die lange Büchse angeordnet.
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Damit die Bewegung des Büchsenbeförderungsgehäuses 3 in der tiefsten
Lage des Riegels 16 durch die ortsfeste Nase 21 nicht behindert wird, ist die Oberseite
des Gehäuses 3 vorn mit e.inein Schlitz 35 versehen, der den Abmessungen der Nase
21 entspricht. Bei geschlossener Tür 2, also bei ein- bzw. nach hinten geschobenem
Büchsenbeförderungsgehäuse 3, ist der Fallboden 4 heruntergeklappt, und die Büchse
gleitet über die schräge Fläche 36 (Auswurfkanal) in den Büchsensammelrauin.
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In den Abb. 5 bis io ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
an einer Einrichtung dargestellt, bei welcher der Fallboden des Büchsenbeförd.erungsgeliäuses
3 in einen kleinen Boden 37, welcher der kurzen Büchse i i entspricht, und in einen
der langen Büchse 14 zugehörigen großen Boden 38 unterteilt ist. Beide Böden sind
um die gleiche Achse 39 schwenkbar.
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Der Doppelhebel 4o, der zur kurzen Büchse i i gehört und dem Doppelhebel
23 (A.bb. i bis 4) entspricht, ist hierbei über den Ansatz 41 hinaus zu einem Haken
42 verlängert, der sich beim Einschieben der kurzen Büchse i i und der hierdurch
bewirkten Betätigung der Kl.inl:e 43 nur unter den großen Boden 38 legt und ihn
auf diese Weise am Herabklappen hindert (vgl. Abb. 8).
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Beim Einschieben einer langen Büchse 14 wird der hintere Doppelhebel
44 mit der Klinke 45 geschwenkt; jedoch sind die Abmessungen der Klinken 43 und
45 so gewählt, daß beim Einschieben der langen Büchse 14 eine geringere Schwenkbewegung
der Doppelhebel 4o, 44 ausgeführt wird als beim Einschieben der kurzen Büchse i
i. Die Folge hiervon ist, daß der Haken 42 in diesem Falle nicht unter den großen
Boden 38 greift, so daß beide Böden 37, 38 zum Herabklappen freigegeben sind.
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. Die lange Büchse 14 ist mit einer Aussparung 46 versehen, welche
das Einführen dieser Büchse in das Gehäuse 3 gestattet, ohne daß die Klinke 43 beeinflußt
wird. Die Klinke
45 befindet sich hierbei etwa in Höhe der Aussparung
46 der Büchse 14 und wird durch die Seitenfläche dieser Aussparung betätigt. In
dem Falle, in dem die lange Büchse in ihrem Gesamtquerschnitt gegenüber der kurzen
Büchse derart verkleinert ist, daß sie die Klinke 43 bzw. den Anschlag 22 nicht
berührt, kann die Klinke 45 in der Höhenrichtung auch so stark ausgebildet sein,
daß sie von der niedrigeren Seitenwandung der langen Büchse betätigt wird.
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Durch die Ausbildung gemäß Abb. 5 bis io wird demnach erreicht, daß
nach dem Einführen einer kurzen Büchse i i nur der klein; Boden 37 herabgeklappt
-wird und daß beim Einführen einer langen Büchse 14 beide Böden 37, 38 zum Herabklappen
freigegeben werden.
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Die Erfindung ist nicht auf Tresoranlagen beschränkt, die mit Schlittentransport
gemäll den Ausführungsbeispielen arbeiten; sie kann ebenfalls bei Tresoranlagen
mit Kipp-, Schwenkhebeltransporten o. dgl. zur Anwendung gelangen.