-
Verfahren und Vorrichtung zur Destillation- unter Vakuum stehender,
insbesondere alkoholhältiger Flüssigkeiten Verfahren zur Herstellung alkoholfreier,
die Aromastaffe von.' Naturwein enthaltender Getränke aus Wein in luftverdlünn@tem
Ramm, wie überhaupt die Destillation unter Vakuum stehender, insbesondere alkoholhaltiger
Flüssigkeiten sind bereits bekanntgeworden.
-
Bei den bisherigen Verfahren ist es üblich, den aus der dem Kühler
nachgesch,altetein-Vorla,ge abfließenden Alkohol in Zwischensammeläefäßen aufzufangen,
.die während des Betriebsvorganges unter Vakuum gehalten und nach Beendigung des
Betriebs in größere Sammelgefäße unter. amtlichem Zellversch@luß entleert werden
müssen. Diese Verfahrensweise hat u. a. den wesentlichen Nachteil im Gefolge, daß
der gewonnene Alkohol erst nach Abnahme und Alkoholfeststellung durch die Zollverwaltung
und nur unter Einhaltung bestimmter längerer Abnahmefristen zur Verfügung steht.
-
Es isst weiter ein Destillations- und: Verdampfungsapparat bekanntgeworden,
«#obei die Destillation und Verdampfung von Flüssigkeiten in üblicher Wise unter
verminderbem geschieht und die Vorrichtung infolge gesonderter Absaugung der Destillate
aus den einzelnen Retorten die Trennung verschieden flüchtiger Körper ermöglicht.
Hierbei, sind Vakua von verschiedener Spannung in .den einzelnwl Retorten notwendig.
Die Erzeugung derselben ist eine Folge der besonderen Anordnung, nämlich der Übereinanäerschaltung
der Retorten bzw. des s@elbsttätigen Absaugens .der Flüssigkeit nach dem Heberprinzip.
Diese Einrichtung bezweokt somit, die in bestimmter Höhe angeordneten Retorten ,in
ein dier jeweiligen Saughöhe des Hebers :entsprechendes Vakuum zu verset'rren, um
dadurch eine fraktionierte Destillatien ztt ermöglichen. Für di.e Arbeitsweise der
betreffenden Apparatur ist wesentlich, daß ein Absaugen -der Luft nur Tu Beginn
des Arbeitsvorganges und nur bis zu einem gewißsen Grade, hauptsächlich zu dem Zwecke
erfolgt, die nach dem physikalischen Gesetz des Heberprinzips vorgeschriebene Fließwirkung
ab.-erbeizuführen.
Für die Entgeistung von Flüssidkeiten, bei denen eine Abscheidung von verdampfharen
Stoffen im Wege der fraktionierten Dephlegma.tion unter bestimmten Wärme- und Druckverhältnissen
angestrebt wird, isst das Verfahren umgeeignet. da eine Verflüssigung der flüchtigeren
Aromastoffe sich durch fraktianierte Destillation nur in sehr unvollkommener Weise
durchführen läßt. Dazu kommt, daß die Destillation z. B. von Alkohol und Aromabestandtei.len
.aus vegetabilischen Gärungsstoffen ein hohes Vakuum erfordert, um die bei Entwicklung
höherer Wärmegrade etitst,ehetiden Schädigungen des Brennguts und Destillats zu
vermeiden. Die Apparatur liefert nur Vakua, deren Wirkungsgrad einerseits durch
die stufemvvise angesetzte Saugkraft der Heberwi,rkung und andererseits durch die
schädlichen Einflüsse bedingt wird, die auf gel-egentliche Undichtigkeit der Appara.tu.r
und des während der Destillation auftretenden Kohlensäure-, Luft- und Dampfdrucks
beruhen. Unter Berücksichtigung aller dieser Be"-#leitums,tänd-e stellt die Apparatur
lediglich eine Vorrichtung zur Erzielung einer fraktionierten Destillation dar,
die durch Anwendung des Heberprinzi;ps selbsttätig und kontinuierlich gestaltet
ist.
-
Vom Bekannten unterscheidet sich das Verfahren nach der Erfindung
dadurch, daß durch fortlaufende Einwirkung der Luftpumpe in gleichmäßig hohes Vakuum
in der gesamten Apparatur erzeugt wird, das die in entsprechend angeordnetten Abfallrohren
abfliieße;tide Flüssigkeit auf einer bestimmten Druekh@öhre erhält, während eine
durch ständiigiti Zuflul.1 hervorgerufene Überbclastuntg der Flüssigkeitssäule durch
einen ebensolchen Abfluli in die freie Atmosphäre ausgeglichen wird.
-
Die unter Einwirkung des Vakuumas verursachte barometrische Saughöhe
beruht auf einem allbekanntieti physii:kalischen Gesetz und ist daher nichts Neues.
Neu ist lediglich, daß die durch das Vakuum bestimmten statischen Druckverhältnisse
in den Abfallrohren so gestaltet sind, daß unter Zuhilfenahme eines Siphons ein
Abfließen der unter hohem Vakuum stehenden Flüssiglc,eitssäule in die freie Atmosphäre
ermögl@i.cht wird. Diese Arbeitslveise b:ed-eu:tet imi Anwendung auf im Vakuum verdampfbare
Flüssigkeiten einen technischen Fortschritt insofern, als sie bekäninte Verfahren,
nämlich fraktioniterte Destillation. unter Eintvir.kun g der Saugkraft des Hebers,
dadurch erweitert, daß sie an Stelle des unzulänglichün Vakuums der Hebertvirkung
die konstante Luftleere des künstlich ,e-rze-ttgten Hochvakuums setzt. Dadurch ist
es möglich geworden, die fraktionierte Destillation durch die technisch leistungsfähigere.
fraktionierte Depflegmation nach Patent 204 595
zu ersetzen und diese unter
Hochvakuum ohne Beeinträchtigung durch den Druck der äußeren. Atmosphäre I;ont.inu.ierlicli
zu gestalten, derart, daß die durch andauernden fiberdruck belastete Flüssi.gkei,tssäule
in den Abfallrohren die Flüssiglkeitstnetrgett in die freie Atmosphäre erntläßt,
auf deren soforti-c @-crtcendbarlceit zu Meß-, Prüf- und Verarbeitungszwecken besonderer
Wert gelegt u-ird. Eine solche Einrichtung ist für den Hersteller z. B. al:ko-holischer
@esti.llatiansprodukte ttnd im Vakuum cntgeateter Flüssigkeiten .insofern von großem
Nutzen, als snwohl die durch die Branntweintnonopolbestiaiitnungen vorgeschriebene
Kontrolle des Al'koliol,ge!halts als auch der 1)estillationst-organg selbst auf
einfachste Weise sofort und unmittelbar durchgeführt werden können. Sofern für die
Herstellung ent-eisteter alkoholfreier Getränke die- bei der Vakuumdestillation
frei werdenden Gärungsaromastofie der alkoholbefreiten Flüssigkeit wieder zugeführt
werden, ist in weiterer Folge die Mi:schkolanne ebenfalls mit einet' entsprechend
tief gelagerten Meßah r mit Siphon und Sammelgefäß verbunden, in welches die mit
den AromastO,lien des Ausgangsmaterials verschnittene Mischflüssigkeit ständig abfließt.
-
Bei der Gewinnung solcher entgeisteter alkoholfreier Getränke sind
die erreichten Vorteile noch weit größer. Nach der bisherigen Arbeitsweise mußte
die Mischflüssigkeit in einem unter Vakuum stehende-ti Hilfssammel@gefäß aufgefangen
und nach beendigtem Abtrieb in einen zollsicher rersclilossene-n Lagerraum überführt
werden. Die in dem Lagerraum angesammelte Mischtlf.issigkeit konnte nur in bestimmten
Perioden durch die Zollbehörde abgefertigt und nach rorlieriger chemischer Untersuchung
in de» freien Verkehr übergeleitet werden. Die längere Lagerung der Flüssigkeit
in. Gefäßen, die nur zeitweise bzw. s.tikresa:ire befüllt werden, bedingt eine wesentliche
Erschuerung der Reinhaltung deT betreffenden Gefäße. und damit eine besondere Gefahr
für die Haltbarkeit der Mischflüssigkeit. Durch die neue Anordnung erhält der Hersteller
die sofortige Verfügung über die Mischflüssigkeit, so dalt er jederzeit in der Lage
ist, dieselbe sofort zu verarbeiten bzw. sachgemäß zu lagern und damit vor dem Verderben
zu sichern. Auch in dieser Anordnung wird demnach Apparatur, Lagergerät und umständliche
und kostspielige Lagerhaltung erspart, was von einer nicht gering zu schätzenden
wirtschaftlichen Bedeutung ist, zumal. das heue Verfahren und die Apparatur eine
Kontrolle über die lrer7este.llteti A1lkoliolmengen während des Betriebsvorganges
zulasPsen.
Das neue Verfahren findet sinngemäß bei der Destillation
anderer Flüssigkeiten im luftverdünnte:n Raum Anwendung.
-
Inder Zeichnung ist in schematischer Dars-telliuig eine Vorrichtung
zur Ausübung des Verfahrens dargestellt.
-
Die #l'aluumblase 2 wird mit Wein od r einer anderen destillierbaren
Flüssigkeit gefüllt. Die ständig tätige Luftpumpe 3 erzeugt die notwendige Luftverdünntmg
innerhalb der ganzen Anlage, und wird die Verdampfung des Alkohols bei niedriger
Siedetemperatur ermöglicht. Die Kühlschlange q. führt zu einer Vorlage 5, an deren
tiefstem Punkt ,eilnie Abfalleitung 6 zu einer etwa. i o m tiefer ge-
lagerten
Meßuhr mit Siphon 7 anschließt. Von hier aus ist ein ständiges Abfließen des Alkohols
in das Sammelgefäß 8 unter normalem Luftdruck und unter Kontrolle ermöglicht. Die
im Kühler 4. nicht kondensierten Aromadämpfe gelangen über die Vorlage 5 tmd Leitung
9 zur Mischkolonn ie i z, wo sie sich aL#eders-chlagen und mit der aus dem Behälter
13 angesaugten Mischflüssigkeit verb:indien. Von der Mischkolonne 12 führt dann
gleichfalls eine Ableitung 6a zu einer etwa i o m tiefer gelagerten Meßtihr mit
Siphon 7a, von wo aus wiederum ein ständiges Abffließen dier Mischflüssigkeit unter
normalem Luftdruck und Kontrolle in das Sammelgefäß 8a ermöglicht ist. Die in den
Gefäßen 8 und 8a anfallenden- Flüssigkeiten können sogleich weiterverarbeitet weiden.