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Flache Kulierwirkmaschine mit Vorrichtung zum selbsttätigen Abnehmen
und Wiederaufhängen von Maschen auf die Stuhlnadeln, insbesondere zum Umhängen des
Doppelrandes Die Erfindung betrifft eine flache Kulierwirkmaschine mit Vorrichtung
zum selbsttätigen Abnehmen" und Wiederaufhängen von Maschen auf die Stuhlnadeln,
insbesondere zum selbsttätigen Umhängen des Doppelrandes, wobei Doppelrandhakennadeln
beim Aufnehmen der ersten Schleifenreihe des Doppelrandes hinter die Stuhlnadeln
treten, und mit einer Vorrichtung zur Bildung von Langschleifen- bzw. -xnaschenreihen.
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Das Hauptziel der Erfindung besteht darin, sicherzustellen, daß die
für die Anfangsreihe der Doppelrandware notwendige Langinaschenreihe zwangsläufig
dann gebildet wird, wenn die Doppelrandhakennadeln während des Beginns des Doppelrandes
.mit den Stuhlnadeln zum Eingriff gebracht werden.
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Dieses Ziel wird dadurch erreicht, daß die von der Musterkette gesteuerte
Doppelrandvorrichtung zur Zeit der Ausbildung der Anfangsreihe zwangsläufig mit
der Regelvorrichtung zur Veränderung der Kuliertiefe zusammenarbeitet. Als Regelvorrichtung
wird dabei vorteilhaft die Langreiheneinrichtung verwendet, die gleichzeitig mit
der Doppelrandsteuervorrichtung von der Mustervorrichtung beeinflußt wird.
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Es sind zwar bereits flache Kulierwirkmaschinen mit Doppelrandvorrichtung
bekannt, bei denen eine besondere Vorrichtung v örhanden ist, die die Stuhlnadeln
für das freie Arbeiten der Nadeln der Doppelrandrechen über das gewöhnliche Maß
hinaus bew eggt und wobei die die Stuhlnadeln über das gewöhnliche Maß hinaus bewegende
Vorrichtung von der Mustervorrichtung aus gesteuert wird. Bei diesen bekannten Maschinen
kommen jedoch die verschiedenen Hakennadeln der Doppelrandbarre beim Anfangen der
1Vare nicht mit den Stuhlnadeln in Eingriff, denn die Hakennadeln liegen zu dieser
Zeit waagerecht nach vorn und zwischen den Stuhlnadeln, während die Stuhlnadeln
die Anfangsreihe in die Hakennadeln bei ihrer Bewegung gegen die Abschlagstelle
einlegen.
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Bei der Erfindung steht die Langreiheneinrichtung mit der Regelvorrichtung
zur Änderung der Grundmaschenkuliertiefe derart in Wirkungsverbindung, daß die Nadelbarre
nach dein Kulieren der Anfangsreihe weiter
als üblich von der Preßkante
der Maschine entfernt werden kann.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
veranschaulicht.
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Abb. i ist eine Vorderansicht der Kettensteuerung für die Langreihenvorrichtung
und des die Arbeit der Doppelrandvorrichtung einleitenden Steuerteils.
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Abb. 2 ist ein Ouerschnitt nach der Linie 6o-6o der Abb. i und zeigt
die Regelvorrichtung zur Veränderung der Kuliertiefe und die Langreilienvorrichtung.
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Abb. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie 61-6i der Abb. i. -Die Bewegung
der Hakennadeln des Döppelrandrechens beim Abnehmen und Zurückbringen der Anfangsreihe
des Doppelrandes sind aus den Abb. d. bis i i erkenntlich.
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Abb. .[ zeigt die Hakennadeln 283 in Eingriff mit der Anfangsreihe.
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Abb. 5 zeigt die Hakennadeln 283 in Eingriff mit der Anfangsreihe
und die Verteilplatinen 322 in ihrer vorderen Lage, wobei die Stuhlnadeln nach vorn
von den Hakennadeln weg bewegt sind.
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Abb.6 ;zeigt eine Stellung, wo die Stuhlnadeln in einer Lage gerade
vor ihrer Rückbewegung in Richtung gegen die Presse 5o3 sind.
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Abb.7 zeigt die Stuhlnadeln noch weiter gegen die Preßkante bewegt,
während die Hakennadeln 283 in Eingriff mit der Anfangsreihe sind und vor den Stuhlnadeln
stehen.
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Abb. 8 zeigt die Teile mit einem größeren Abschnitt gewirkter Doppelware,
wobei die Hakennadeln 283 in fester Mittellage sind und der Doppelrandstab selbsttätig
eingesetzt wurde, der nunmehr als Warenabzug wirkt.
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Abb. 9 -zeigt die letzte vor der Übertragung gearbeitete Maschenreihe
durch die Abschlagplatinen zu Maschen ausgebildet, nachdem die Hakennadeln 283 an
den Stuhlnadeln bei ihrer Be«-egting auf die Preßkante 3o2 der Maschine zu vorbeigegangen
sind.
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Abb. io zeigt die Hakennadeln 283 noch In Anlage gegen die Preßkante
und die Stuhlnadeln in Hochlage, wobei diese durch die von den Hakennadeln gehaltene
Anfangsreihe liindurcligegangen sind: Abb. i i zeigt die Stuhlnadeln nach oben bewegt
und von der Presse entfernt, während die Hakennadeln 283 in einer Stellung nach
dem Beginn ihrer Aufwärtsbewegung dargestellt sind.
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Gemäß der Zeichnung ist bei einer flachen Kulierwirkmaschine mit selbsttätiger
Doppelrandvorrichtung die übliche Vorrichtung zur Veränderung der Kuliertiefe vorgesehen,
die eine Schwingwelle 386 aufweist, die sich im wesentlichen über die volle Länge
der ' Ma-:chine erstreckt. An der Schwingwelle sind eine Anzahl gleicher
Hebel 379 angeordnet, die das nach unten ragende Ende der üblichen Nockenhebel
381 erfassen, um den Stuhlnadeln die Bewegungen gegen die Presse und von ihr weg
zu erteilen.
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Die Veränderung der Kuliertiefe und damit der Maschenlänge wird mittels
eines Nockens 40o auf der Hauptnockenwelle rot und durch diesen Nocken betätigter
Verbindungsmittel erzielt. Die Verbindungsmittel enthalten einen auf der Schwingwelle
386 lose drehbaren Nockenhebel 402, der mit einer Nockenrolle 398 versehen ist,
die am Umfang des Nockens 4oo aufliegt. Eine Zugfeder 383 ist am Hebel 402 befestigt,
uni die Rolle 398 jederzeit in Eingriff mit dem Kokken 400 zu halten. An der Schwingwelle
386 ist in der Nähe des Hebels 402 ein Triebliebel 4o6 befestigt, der eine einstellbare
Beriihrungsschraube404 für einen Eingriff mit dem Nockenhebel4o2 trägt, so daß,
wenn die Rolle 398 auf dem hohen Teil des Nockens 4oo gleitet, die im Uhrzeigers.inn
(Abb. 2 ) erfolgende Bewegung des Hebels d.o6 und damit der Schwingwelle 386 eine
entsprechend", Einstellung der Nadelbarre veranlaßt. Eine Feder 385, die an einem
starr an der Schwingwelle 386 angeordneten Haken 38,~ befestigt ist, sucht die Welle
386 im Gegenuhrzeigersinn zu drehen, uni die Hebel in Eingriff mit ihren Nocken
zu halten. Die Lage der Nadelbarre während des Kulierens des Garnes kann leicht
durch einfache Verstellung der Berührungsschraube 4o4 zwecks Erzielung der erforderlichen
1@faschenlänge eingestellt werden. -Die bisher beschriebene Anordnung und deren
Arbeitsweise ist bekannt.
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' Die Maschine weist ferner eine Einrichtung auf, die selbsttätig
von der Musterkette der Maschine gesteuert wird, um beim Arbeiten des Doppelrandanfanges
die Nadeln relativ dicht an die Preßkante zwecks Wirkens einer ersten losen oder
Langreihe zu bewegen. Diese Einrichtung weist einen Langreihennocken 378 (Abb. i)
auf, der auf der Hauptnockenwelle 1o2 befestigt .ist und auf dein während des betreffenden
Arbeitsvorganges eine Nockenrolle 380 läuft, die auf einem Stift
382 verschiebbar ist, der an einem auf derSchwin.gwelle386 angeordnetenTriebhebel
384 für die Langreihe angeordnet ist. Ein bei 389 am Maschinengestell angelenkter
Hebel 388 ist getrieblich an die Musterkette angeschlossen, um die Rolle
380 in und außer den Bereich des Nockens 378 zu steuern. Eine am Hebel 388
befestigte Feder 391 sucht diesen Hebel und die Rolle 380 gewöhnlich in unwirksamer
Lage zu halten. Zwecks Bewegung
des Hebels 388 urid der Rolle
380
nach rechts (Abb. i) in die Arbeitslage ist ein Hebel 392 schwenkbar an
der vorderen Schiene 122 .der Maschine angeordnet, der mit seinem oberen Ende einen
Stift 390 des Hebels 388 erfaßt. Das untere Ende des Hebels 392 ist mittels
eines langen Lenkers 394 mit einem durch die Musterkette betätigten Hebels 396 verbunden,
der lose drehbar auf dem Drehzapfen 172 sitzt. Eine am unteren Ende des Hebels 392
befestigte Feder igi sucht den Hebel 392 in zurückgezogener Lage zu halten und den
Musterkettenhebel 396 in dichter Nähe der Musterkette.
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Für das richtige Arbeiten der Hakennadeln der Doppelrandyorrichtung
beim Abnehmen der ersten Maschenreihe ist Voraussetzung, daß eine Langreihe vorhanden
ist. Jedes Versagen der Langreihenvorrichtung zu dieser Zeit muß unvermeidlich zu
einer Verklemmung und möglicherweise zu einer beträchtlichen Beschädigung der Maschine
führen.
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Um die Arbeit der Langreihenvorrichtung während des betreffenden Arbeitsvorganges
unter allen Umständen sicherzustellen, wird ein einziger Musterkettenknopf verwendet,
,der selbsttätig und zur gleichen Zeit die Vorrichtung zum Bewegen der Hakennadeln
zwecks Abnahme der ersten Schleifenreihe der Doppelrandware sowie `die Vorrichtung
zum Bewegen der Stuhlnadeln gegen die Presse zwecks Herstellung einer Langreihe
in Tätigkeit setzt. Der verwendete kettenknopf 178 ist von geeigneter Höhe, um die
Hebel 168 und 17o der Doppelrandvorrichtung zur Einleitung der Arbeit dieser Vorrichtung
zu bewegen, und ist auch breit genung, um gleichzeitig die Hebel 176 und 396 zu
berühren und zu verstellen und so die ihnen zugeordneten Vorrichtungen zu betätigen.
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Für die Horizontalbewegung der Stuhlnadeln sind demnach drei Nocken
vorhanden, nämlich i. .der Nocken 60o für die Grundbewegung der Nadelbarre; 2. der
Nocken 40o, der über die Schwingwelle 386 und Hebel 379 der Nadelbarre zusätzliche
Bewegungen erteilt, deren Größe durch Verstellen der Berührungsschraubeq.04 verändert
werden kann, um auf diese Weise die Maschenlänge verändern zu können; und 3. der
Nocken 378, für a die Langreihe und b die Bewegung der Stuhlnadeln von der Presse
weg, um das Maschenübertragen zu erleichtern.
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Gemäß der Erfindung arbeitet die von der Musterkette gesteuerte Doppelrandsteuervorrichtung
zur Zeit der Ausbildung der Anfangsreihe zwangsläufig mit -der Regelvorrichtung
zur Veränderung der Kul.iertiefe zusammen. Aus Abb. 2 ist ersichtlich, daß die Lage
der Schwingwelle 386 zur Festlegung der Stellung der Stuhlnadeln während des Arbeitsbeginnes
sowohl durch den Nocken 400 als auch durch .den Nocken 378 für die Langreihe geregelt
wird, wobei der Eingriff der Rolle 380 mit dem Nocken 378 der Schwingwelle
386 eine übergewöhnliche Bewegung in Uhrzeigerrichtung während der betreffenden
Arbeitsfolge verleiht. Zu dieser Zeit ist die Berührungsschraube 40-i aus der Arbeitsbeziehung
zum Nockenhebel -o2 zurückgezogen. Damit sich die Stuhlnadeln von den Kulierplatinen
kurz nach dem Legen und Kulieren der ersten Langreihe genügend weit nach vorn bewegen
können, ist der Nocken 378 für die Langreihe .bei 4o8 in Abb. 2 scharf weggeschnitten.
Infolgedessen erteilt die Rolle 38o für die Langreihe der Sch-,vingwelle 386 die
notwendige Bewegung, und zwar dadurch, daß die Rolle ein"värts gegen die Nockenwelle
io2 fällt. Der entsprechende Teil des Nockens 400, der während des gewöhnlichen
Wirkens auf der Maschine eine bestimmte Aufgabe durchzuführen hat, kann an dieser
Stelle nicht weggeschnitten werden.
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Um eine übermäßige Bewegung der Schwingwelle 386 im Gegenuhrzeigersinne
zwecks Wegbewegung der Nadelbarre von der Preßkante um eine größere Strecke als
üblich zu gestatten, ist eine einstellbare Verbindung in, der Regelvorrichtung vorgesehen,
die einen Hebel 414 aufweist, der auf dem Zapfen 389 sitzt und dessen eins Ende
gewöhnlich zwischen dem Hebel 4o2 und dem Ende der Berührungsschraube 4o4 lagert.
Der Hebel 414 ist auch mit einem aufragenden Arm versehen, der hinter den Hebel
388 faßt und gewöhnlich in Eingriff mit ihm durch eine kleine Zugfeder a120 gehalten
wird. Wenn der Hebel 388 für die Langreihe beim Anlassen der Maschine durch die
Arbeit des Musterhebels 396, Lenkers 394 und Hebels 392 nach rechts bewegt wird,
wird der Hebel 414 itm seinen Zapfen 389 unter dem Einfluß der Feder 42o zu schwingen
suchen, wird aber für den Augenblick in seiner gewöhnlichen Lage zwischen dem Hebel
402 und der Schraube 404 durch .den Reibeingriff mit diesen Elementen gehalten.
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Wenn jedoch die Rolle 38o auf den hohen Teil ihres Nockens 378 gleitet,
um die Regelwelle 386 und den Hebel 4o6 vom Hebel 4o2 wegzuschwenken, dann kann
sich der Hebel 414 aus der Lage zwischen dein Stift 404 und dem Hebel 402 unter
dem Einfluß seiner Feder 420 wegbewegen, so daß die Welle 386 und der Hebel 4o6_
um eine entsprechend große Strecke in Gegenuhrzeigerrichtung (Abb.2) sich drehen
können, wenn die Nockenrolle 380 für die Langreihe auf der
Fläche
do8 gleich nach dein Kulieren einwärtsgleitet. Das Ende des Hebels 414 kann danach
wieder in die Stellung zwischen der Schraube 404 und dem Hebel 402 der Regelvorrichtung
fallen, wenn die Nockenrolle 380
für die Langreihe wieder nach links unter
dem Einfluß der Feder 391 am Ende des ersten Wirkvorganges bewegt wird.