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Gestrickte oder gewirkte Reifendecke Die Erfindung bezieht sich auf
eine gestrickte oder gewirkte Reifendecke mit quer zum Reifenumfang verlaufenden
Maschenreihen, bei der die faltenlose Ringform dadurch erreicht wird, daß die Maschen
in der Maschenreihe von ider Lauffläche aus nach den Wülsten stetig kleiner werden.
Durch diese gleichmäßige Verringerung der Maschengrößen wird nicht nur eine allmähliche
Verkürzung der Maschenstäbchen nach beiden Seiten und somit die faltenlose Ringform
der Decke erzielt, sondern es wird dadurch auch erreicht, daß idie Decke nach den
Wülsten zu geringere Dehnungsmöglichkeiten aufweist als in der Lauffläche.
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Es ist bekanntgeworden, faltenlose Ringform bei Reifendecken aus Maschenware
mit quer zum Reifenumfang verlaufenden Maschenreihen durch Einarbeiten von Teilreihen
zu erzielen, !die so gearbeitet sind, daß der längsten Teilreihe ohne Übergang immer
die kürzeste Teilreihe folgt. Weiterhin ist vorgeschlagen worden, die größere Widerstandsfähigkeit
der Seiten solcher Reifendecken dadurch zu erreichen, daß .die Reifendecke an den
beiden Seiten verstärkt gearbeitet ist.
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Nach der Erfindung wird ,die faltenlose Ringform und die nach den
Wülsten zu sich steigernde Widerstandsfähigkeit auf einfachste Weise erreicht, ohne
daß eine besondere Seitenverstärkung gearbeitet werden muß und ohne daß besondere
Einkehrreihen zu arbeiten sind, was natürlich nicht ausschließt, daß bei der erfindungsgemäß
gearbeiteten Reifendecke in regelmäßigen Abständen Teilreihen (Einkehre eihen) angeordnet
sind, und zwar vorteilhaft derart, .daß die Länge der Teilreihen, in der Reifenachsrichtung
gesehen, von der kürzesten Maschenreihe jeweils symmetrisch zunimmt.
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Es ist auch schon vorgeschlagen worden (britische Patentschrift 15
944/igi2), bei Reifendecken aus Maschenware die Größe der Maschen von der Lauffläche
nach den Wül-s sten zu gleichmäßig zu verkleinern. Bei diesen Reifendecken verlaufen
aber die Maschenreihen in Richtung des Reifenumfanges, im Gegenteil zur Reifendecke
nach der Erfindung, bei der sie quer zum Umfang verlaufen. Da sich gewirkte oder
gestrickte Stoffe in Richtung der Maschenreihen stärker dehnen. lassen als quer
dazu, besteht bei dieser bekannten Reifenlecke die Gefahr, .daß bei aufgepumptem
Reifen ein starker Zug in Richtung der Umfangslinien auf dem Gummi ausgeübt wird,
wodurch er Umfang des Reifens
vergrößert wird, so daß die Verwendungsfähigkeit
solcher Reifen in Frage gestellt ist. Bei der Reifendecke nach der Erfindung erfolgt
beim Aufblähen des Reifens eine Dehnung quer zum Umfang und damit eine Verkürzung
des Umfangs, wodurch der Reifen straff auf die Felge gezogen wird.
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Die Reifendecke nach der Erfindung wird als geschlossener Schlauch,
also in Richtung der Umfangslinien, gestrickt, wobei die die Wülste des Reifens
bildenden beiden Ränder der Maschenware durch flottliegende Fäden verbunden sind.
Diese flottlieg`nden Fäden verbinden also die an den Rändern der Reifendecke liegenden
kleinsten Maschen.
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Zur vorteilhaften Herstellung der Reifendecke aus Maschennvare nach
der Erfindung wird eine Rundstrickmaschine vorgeschlagen, bei der zum stufenweisen
Kleinarbeiten der -Taschen innerhalb der Maschenreihen entsprechend der Stufeneinteilung
Nadelgruppen mit verschieden langen Füßen vorgesehen sind, wobei auf die Nadeln
einer Gruppe mit gleich langen Füßen je ein besonderes Schloß wirkt, das in der
Kulierrichtung so verstellbar ist, daß je nach der zu erzielenden Ringform die Maschengröße
geändert werden kann.
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Wenn Teilreihen gearbeitet «-erden sollen, dann sind gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung bestimmte Nadelgruppen eingeteilt, die zusätzlich unter sich
verschieden lange Fülle besitzen, um vorübergehend zum Weglassen eines Teiles der
Maschenreihe auf beiden Seiten der Reifendecke die bestimmten Nadelgruppen von einem
hierzu bestimmten besonderen Schloß außer Arbeitsstellung zu bringen.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Reifendecke nach der
Erfindung in schematischer Darstellung sowie das Beispiel einer Vorrichtung zur
Herstellung solcher Reifendecken aus -Maschenware versinnbildlicht.
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Abb. i zeigt die Seitenansicht eines Ausschnittes aus einem Reifendeckenring
mit von der -litte der Decke nach den beiden Seiten (Wülsten) zunehmender Maschenverkleinerung.
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Abb.2 zeigt einen Ausschnitt aus einer Reifendecke nach Abb. i mit
zusätzlich eingearbeiteten Teilreihen.
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Abb.3 zeigt die von der Mitte aus nach der Seite -zunehmende Maschenverkleinerung
unter Zugrundelegung einer hinterlegten Wirkware.
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Abb..I zeigt eine Teilreihe in der Ware nach Abb.3.
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Abb. 3 und 6 zeigen je einen Reifenquerschnitt mit Guniniibelag rin
Betriebszustand nach der Erfindung und bei den bisher bekannten gewirkten Reifeneinlagen.
Abb. i zeigt einen C>tiersclinitt durch den Nadelring einer Rundstrickmaschine finit
der Vorrichtung nach der Erfindung zur Herstellung einer Reifendecke nach Abb. i,
in der 1l aschenbindung nach Abb. 3.
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Abb. 8 und 9 zeigen die Seiten- bzw. Vorderansicht von Nadeln mit
verschieden hohen Füßen.
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Abb. io zeigt eine schematisch dargestellte Draufsicht auf den Nadelring,
aus der die Anordnung der Nadelgruppen mit verschieden langen Füßen ersichtlich
ist.
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Abb. i i zeigt schematisch eine Draufsicht auf den Nadelring finit
der V ersinnbildlichung des Fadenlegens beim Einkehrreihenarbeiten.
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Die Abb. i und 2 zeigen je einen Ausschnitt aus einem Reifendeckenring
von der Seite gesehen mit elf Maschenitäbchengruppen von verschiedenen Maschenlängen
(Maschenstäbchengruppe i" bis i f). Die Maschenstäbchengruppe i, hat die größten
-Maschen. Die Maschenstäbchengruppen ib bis 11, die auf der unsichtbaren
Seite in gleicher Anordnung wiederkehren, haben von ib nach if zu immer kleiner
«-erdende Maschen. Um die Biegung zur Erzielung des geschlossenen Reifenringes zti
vergrößern, sind im Beispiel nach Abb. 2 Teilreihen 2 eingearbeitet, deren Länge
von der kürzesten Maschenreihe aus nach beiden Seiten symmetrisch zunimmt.
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Abb.3 zeigt eine besonders vorteilhafte Bindung zur Herstellung von
Reifendecken nach der Erfindung. Die strichpunktierte Linie umrandet die einzelnen
Felder gleich großer Maschen. Das Mittelfeld ia finit den größten Maschen ist weggelassen.
Die dargestellte Maschenware ist eine hinterlegte Ware, bei der über jeder Masche
je ein hinterlegter Henkel angeordnet ist, und die Maschen schachbrettartig angeordnet
sind. Diese Bindung ist deshalb so vorteilhaft für Reifendecken, weil weniger Fadenverschlingungen
vorhanden sind als bei anderer 1Mascllenware.
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Abb. d. zeigt eine Teilreibe 2, wie sie im Sinne der Abb.2 in die
Reifendecke eingearbeitet ist. Beim Arbeiten der Teilreihe ist die in Abb. d. wie
in Abb. 3 versinnbildlichte Ware vorteilhaft, weil bei dieser Ware in zwei 1laschenbildungsvorgängen
eine volle Reihe gebildet ist. Beim Arbeiten von Teilreihen muß auf jeden Fall einmal
hin und her gestrickt «-erden, wodurch bei dem Teil der Ware, wo keine Haschen weggelassen
werden, zwei Reihen entstehen. Bei der Ware nach den Abb. d. und 2 entsteht bei
einmal Hinundherstricken nur eine volle Reihe, d. h. wenn bei dieser Reihe eine
Teilreihe gearbeitet wird, ist dort, wo -Maschen gebildet werden, nur eine volle
Reihe vorhanden, während bei anderen Warenbindungen zwei volle Reihen vorhanden
sind. Daraus ergibt
sich bei der dargestellten Ware der Vorteil,
daß dort, wo die Teilreihe in der Ware endet, keine Anstauchung -entsteht, die knotenartig
oder blasenförmig wirkt. Das zeigt Abb.4 mit besonderer Deutlichkeit. Die Stelle,
wo die Einkehrreihe in .der Ware endet, ist mit x bezeichnet. Bei .der Reifendecke
nach der Erfindung nimmt die Dehnbarkeit von der Reifendeckenmitte 3 nach den beiden
Seiten 4 ab, weil die Maschen nach den Seiten zu kleiner werden. Dadurch wird bewirkt,
daß beim aufgeblasenen Reifen, dort, wo der Gummi am schwächsten aufgetragen ist,
also an den Seitenteilen ¢ (Abb. 5), dem Luftdruck größerer Widerstand entgegengebracht
wird, d. h., der Zugbeanspruchung innerhalb des Gewirkes wird dort der ;größte Widerstand
entgegengesetzt, wo der Gummibelag am dünnsten ist. Diese Widerstandsfähigkeit im
Gewirke fällt allmählich bei gleichzeitig zunehmender Stärke des Gummis bis zur
Lauffläche 3.
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Abb. 6 hingegen zeigt eine bekannte Reifendecke, bei der die Dehnungsverhältnisse
über den ganzen Querschnitt der Reifendecke die gleichen sind. An der Stelle der
größten Zugbeanspruchung während des Fahrens, an den Stellen .[ (Abb. 6), setzen
die gewöhnlichen Reifendecken keinen größeren Widerstand in der Beanspruchung des
Gummis entgegen als an den Stellen bei 3 (Abb.6), wo die Beanspruchung des Gummis
am geringsten ist. Das übermäßige seitliche Aufblähen des Reifens wird bei den bekannten
Strickreifendecken nicht gehindert.
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Die Abb.7 und io zeigen' einen Querschnitt bnv. eine Draufsicht auf
den Nadelring einer Rundstrickmaschine, bestehend aus dem Nadelzylinder 5 mit den
oben aufsitzenden Abschlagplatinen 6 und den im Nadelzylinder geführten Nadeln 7.
Die Nadeln sind, um die in Abb. i bis 3 angenommenen sechs in ihrer Maschengröße
verschiedenen Maschengruppen zu erzeugen, in sechs Gruppen mit verschieden langen
Nadelfüßen 7" bis 71 eingeteilt. Für Jede Gruppe: ist ein besonderesSchloß8dbis8fvorgesehen.
jedes dieser Schlösser ist unabhängig von den anderen in der Achsrichtung der Nadeln
verstellbar eingerichtet, so daß von -den Nadeln 7 verschieden große Maschen mit
jedem zweckmäßig gewünschten Unterschied iii der Größe koliert werden können. Diese
Gruppenzahl kann natürlich je nach :der Größe der Reifendecke oder je nach der Feinheit
der gewünschten Abstufung größer oder kleiner sein. Für die Verstellung der Schlösser
zur Änderung der Kuliertiefe sind die Schrauben io vorgesehen.
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Um die Ware nach den Abb. 3 und ¢ herzustellen, muß eine nochmalige
Unterteilung der Nadeln erfolgen. Es wechselt dann immer eine Nadel 7 mit einer
Nadel g mit größerer Schaftlänge ('ebb. 7) ab. In der Draufsicht (Abb. io) ist die
verschiedene Schaftlänge durch die radiale Länge des am Schaftquerschnitt eingezeichneten
Hakens 9h bzw. 7x versinnbildlicht. jede dieser beiden Nadelgruppen 7 und 9 ist
1,viederuni in die Gruppen ahis f eingeteilt, so daß aueh die Nadeln g verschieden
lange Füße 9abis 9t haben. Natürlich muß die Gruppe a der Nadeln 9 im Bereich der
Gruppe a der Nadeln 7 liegen. Damit eine gleichmäßige Ringform zustande kommt, müssen
auch bei den Nadeln 9 von dort aus, wo die Reifendeckenmitte gearbeitet ist (in
Abb. io mit 3 bezeichnet), bis dorthin, wo :die Reifendeckenränder entstehen (mit
4 bezeichnet), die einzelnen Gruppen in gleicher Nadelzahl und mit gleicher Schloßanordnung
zur Erzeugung gleicher Maschengrößen vorgesehen sein wie die Nadeln 7. Es muß also
auch für die Gruppen a bis f der Nadeln 9 je ein Schloß, ähnlich den
Schlössern 8a bis 8f vorgesehen sein, das jeweils auf die Füße 9" bis 9f wirkt.
Wie Abb. io weiter zeigt, sind zwischen den Nadeln, :die die beiden Randstellen
4 arbeiten, die Nadeln weggelassen. Dort bilden sich flottliegende Fadenteile, die,
auch in Abb. 3 sichtbar, mit i i bezeichnet sind und die beim offenen Teil des Schlauches
in der Mitte durchgeschnitten sind. Die Schnittstelle ist mit y in Alb. io bezeichnet.
Diese gleichmäßige, vor- 3 ausgehende Zunahme der Nadelfußlänge ist in Abb. io durch
die zunehmende Länge des zum Nadelkreis tangentialen Teiles des Hakens g. b@zw.
7" versinnbildlicht, der von jedem Schaftquerschnitt ausgeht.
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Um die verschiedene Maschenlänge mit einem gewöhnlichen Schloß herstellen
zu können, können die einzelnen Nadelgruppen a bis f durch verschieden hohe
Nadelfüße a, b, c, d usw. (Abb.8 und 9) erzielt werden. Diese Vorrichtung
hat allerdings gegenüber der vorangehend beschriebenen den Nachteil, daß zur Verstellung
der Maschengröße die Nadeln ausgewechselt werden müssen.
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Abb. i i 'zeigt einen Querschnitt durch den Nadelkreis mit den Nadeln
7 und g. Die Randnadeln liegen bei den Stellen 4. Es sei vorgesehen, daß eine Teilreihe
von der Stelle 4 bis zur Stelle v nach der einen Seite und bis zur Stelle z nach
der anderen Seite .gearbeitet werden soll, dann geht die Fadenlegung wie folgt vor
sich.
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Von z aus läuft der Faden im Rundgang in der Pfeilrichtung R nach
4 über v bis z. Während dieses letzteren Rundganges sind die Nadeln von
z über 4 bis v in die höchste Außerarbeitsstellung gebracht worden,
und zwar durch ein Schloß 12- (Abb. 7 und io).
Von v aus geht die
Fadenlegung und Maschenbildung in Richtung R weiter nach z. Von w in Richtung S
wieder zurück nach v und von v in Richtung 12 wieder zurück nach z, dann
folgt das normale Weiterarbeiten iin Rundlauf. Diese Teilreihen werden ohne Verwendung
der bei Rundstrickmaschinen bekannten Minderfinger erzeugt, und zwar dadurch, daß
das Hochschaffen derjenigen bestimmten Nadeln (.--.4 und 4-zr, Abb. i i) zum Nichtmaschenbilden
in der Höchststellung durch das Schloß 12 bewirkt wird, das durch einen zweiten
Fuß an jeder Nadel 7 oder 9 diese Nadeln beeinflußt, während das Nachuntenziehen
der Nadeln, wie bekannt, durch das Nadelabzugschloß bewirkt wird. Dieser zweite
Fuß ist mit 1d. bezeichnet. je nachdem über wieviel Nadeln die Teilreihe in die
Ware eingearbeitet werden soll, sind diese Füße 14 länger oder kürzer. Es sind,
um z. E. die Einkehrreihen nach Abb. 2 einzuarbeiten, die Nadeln nochmals in Gruppen
g-k unterteilt. Die dementsprechend verschieden langen Füße sind mit 14, bis i q.k
bezeichnet und die entsprechenden Einkehrreihen in der Abb. -2 mit 2s bis 2k.
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Diese Arbeitsweisen zur Herstellung der erfindungsgemäßen Reifendecke
sind auch bei Flachstrickmaschinen anwendbar.