DE734076C - Verfahren zur Herstellung von Ammoniumcarbonat aus Gaswasser - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Ammoniumcarbonat aus Gaswasser

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DE734076C
DE734076C DEG103211D DEG0103211D DE734076C DE 734076 C DE734076 C DE 734076C DE G103211 D DEG103211 D DE G103211D DE G0103211 D DEG0103211 D DE G0103211D DE 734076 C DE734076 C DE 734076C
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ammonia
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DEG103211D
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Dr-Ing Dr Phil Klaus Koeppel
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Gutehoffnungshutte Oberhausen AG
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Gutehoffnungshutte Oberhausen AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/26Carbonates or bicarbonates of ammonium

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von AmmoniumcarbAWat aus Gaswesseri Ammoniakstarkwasser, d. h. verdichtetes Ammoniakwasser, ist ein Roherzeugnis der Kokereien, Gasanstalten, Schwelereien oder Benzingewinnungsanlagen, das durch Niederschlagen der beim Abtreiben von verdünnten Gaswaschfiüssigkeiten oder von Kondensaten der Rohgase entweichenden Dämpfe gewonnen wird. Seine Zusammensetzung schwankt je nach der Art und dem Betrieb der vorhandenen Verdichtungsanlagen zwischen 18 bis 22% Ammoniak, 6 bis 200/0 Kohlensäure, 3 bis q.% Schwefelwasserstoff.
  • Dem Charakter des Amrnoniakstarkwassiers, als Roherzeugnis entsprechend enthält dieses außerdem noch geringe Mengen organischerVerunreinigungen. Will man das Ammoniakstarkwasser durch Druckdestillation zu Ammoniumcarbamat verarbeiten, so zeigt sich, daß in diesem Wasser zur restlosen Bindung des Ammoniaks nicht genügend Kohlensäure zur Verfügung steht. Zur Bildung von Ammo.niumcarbamat müßten 34 Gewichtsteile Ammoniak und q.¢ Gewichtsteile Kohlensäure verfügbar sein, die im gewöhnlichen Ammoniakstarkwasser jedoch nicht vorhanden sind.
  • Die Druckdestillation des Ammoniakstarkwassers zur Herstellung von Ammoniumcarbam:at kann: in bekannter Weise z. B. dadurch erfolgen, daß -mittels einer Pumpe in einem Vorwärmer vorerhitztes Ammoniakstarkwasser auf eine Abtreihekolonne aufgegeben wird, deren Betriebsdruck je nach Zusammensetzung des Ammoniakstarkwassers dann zwischen 12 und 2 5 atü liegt. Als Däm@pfegemisch entweichen aus dem Abtreiber praktisch die gesamte Kohlensäure, Ammoniak, soweit es zur Bindung der Kohlensäure zu Ammoniumcarb:amat benötigt wird, etwas Feuchtigkeit und, gegebenenfalls Schwefelwasserstoff. Im: erschöpften Kolonnenablauf des Starkwasserabtreibers bleiben bei der Verarbeitung von gewöhnlichem Ammoniakstarkwasser in der Regel Restmengen von Ammoniak zurück, da dieses meist im überschuß, bezogen auf die Zusammensetzung des Ammoniumcarbamats, vorhanden ist. "Außerdem besitzt Ammoniak einen niedrigeren Sättigungsdruck als Kohlensäure und Schwefehvasserstolt, und les ist daher schwerer abtreibbar. Es ergibt sich in der Stoffbilanz des Starkwasserabtreibers infolgedessen ein Unterschuß an Kohlensäure.
  • Der einfachste Weg zur Deckung dieses Unterschusses an Kohlensäure ist der, einen Teilstrom des Rohgases mit Aminoniakwasser zu waschen, das -mit Kohlensäure angereicherte Ammoniakwass:er bei Temperaturen zwischen 9o und 95- zu entsäuern und die so erhaltene Kohlensäure dein Ammoniakstarkwasser nachträglich zuzusetzen. In der praktischen Durchbildung dieses Verfahrens treten jedoch Schwierigkeiten auf, die mit der Aufrechterhaltung der Konzentration des zur Kohlensäurewäsche dienenden Ammoniakwassers zusammenhängen.
  • Der günstigste Gehalt des Waschmittels an NH3 liegt zwischen 3 und 60,'o. Auf diesen Gehalt ist das Verfahren in seiner technischen Ausgestaltung einzustellen. Durch die enge Berührung des Ammoniakwassers mit dem Rohgas beim Auswaschen tritt jedoch ein Teil des Ammoniaks aus dem Waschmittel in das Rohgas über, was zu einer Abnahme der Konzentration des Waschmittels am Ammoniak führt. In der gleichen Richtung wirken sich Feuchtigkeitsübertritte aus dein Gase in die Ammoniaklösung sowie die beim Austreiben der Kohlensäure aus dein kohlensäuregesättigten Ammoniakwasser entstehenden Ammoniakverluste aus. Um einen fortlaufenden Waschprozeß aufrechtzuerhalten, ist also die ständige Zufuhr von frischem Ammoniak erforderlich. Diese Schwierigkeiten lassen sich nun leicht überwinden.
  • Der Kolonnenablauf des unter einem Druck von etwa 12 bis 25.atü stehenden Starkwasserabtreibers enthält, wie bereits :erwähnt, meist noch i bis 20,`o Ammoniak. Dieser Kolonnenablauf kann nun erfindungsgemäß nach vorangegangener Kühlung, die zweckmäßig im Wärmeaustausch mit dem auf die Kolonne auflaufenden Ammoniakstarkwassererfolgt, in sehr einfacher Weise dadurch als Auswaschmittel für Kohlensäure aus dem Rohgas benutzt werden, daß der Abtrieb im Starkwasserabtreiber etwas schwächer, und zwar nur bis zu derjenigen Ammoniakkonzentration durchgeführt wird, die für die Kohlensäurew:äsche erwünscht ist und etwa 3 bis 60,'o beträgt. Dabei wird dem auf den Starkwasserabtreiber auflaufenden Starkwasser nür so viel Kohlensäure zugegeben, als zur Bindung des abzutreibenden Ammoniaks erforderlich ist. Wenn das Starkwasser also beispielsweise 2o4-o N H", enthält und der Kolonnenablauf auf 4010 N H.- eingestellt werden soll, so wären dem Starkwasser 20 -- a= 16. -,4 34 =.
  • rund 20,70o Kohlensäure insgesamt zuzufügen. Bei einem Kohlensäuregehalt des Ammoniakstarlwassers von 1700 wären dem Abtreiber in diesem Fall also 2o ,; - i; 0'o = 3,@ 0'(-) Kohlensäure aus dem Rohgas hinzuzufügen.
  • Es erübrigen sich bei dieser Arbeitsweise alle sonst erforderlichen Maßnahmen zur Gleichhaltung der Konzentration des Waschmittels; da das einmal zur Auswaschung der Kohlensäure aus dem Gase benutzte Ammoniakwasser aus dem Waschprozeß entfernt und durch neues :-#mmoniak"t-asser ersetzt wird. :yuf diese Weise wird die Herstellung von Ammoniumcarbamat durch Druckdestillation von Ammoniakstarkwasser nwangsläui-ig mit der Koblensäuregecvimiting gekuppelt, indem bei schwankender Erzeugung zwangsläufig immer genau diejenige Waschmittelmenge zur Kohlensäurewäsche in Umlauf gesetzt wird, die der verarbeiteten Starkwassermenge .entspricht und so eine wirtscbaftliche Betriebsweise gewährleistet ist.
  • Die Entsätterung des mit Kohlensäure angereicherten Ammoniakwassers kann nun entwede:r gemeinsam mit der des Aminoniakschivachwassers vor seiner Verdichtung zu Ammoniakstarkwasser erfolgen, oder aber in einem besonderen Entsäurer, von dem aus die Kohlensäure getrennt dem Carbamatprozeß zugeführt wird. Diese Arbeitsweise bringt den Vorteil mit sich, daß dadurch die in den Vorratsbehältern stets auftretenden und lästigen Ausscheidungen von Ammoniumcarbonat verringert oder ganz vermieden werden.
  • Aus der getrennten Entsäuerting des kohlensäureangereicherten Ammoniakwaschtwassers ergibt sich ztvangsläui-ig die weitere Maßnahme, die zur Carbamatbildung notwendige zusätzliche Kohlensäure dem Ammoniakstarkwasser erst hinter der Pumpe 7uzusetzen, welche das Ammoniakstarkwasser auf den Abtreiber der Carbamatanlage aufpumpt. Der Kohlensäurezusatz erfolgt also in das schon unter Abtreiberdruck stehende Ammoniakwasser, und zwar entweder auf dem Wege zwischen Pumpe und Abtreiber oder noch zweckmäßiger in der Bodentasse des Abtreibers selbst. Durch die letztere Arbeitsweise wird ferner erreicht, daß die Destillationstemperatur des Ammoniaks, den veränderten Teildruckverhältnissen entsprechend, erniedrigt und der Ammoniakabtreb daher beschleunigt wird.
  • Zur Erläuterung des Verfahrens ist in der beiliegenden Zeichnung eine beispielsweise Anlage schematisch dargestellt. Der vom Abtreiber a für das Ammoniakstarkwasser ablaufende Kolonnenabtrieb gelangt mit einem Gehalt von mehr als 3 0,'o Ammoniak durch die Leitung b über den Wärmeaustauscher c in den Iiohlensä.urewäscher d. Als koh lensäuregesättigter Kolonnenabtrieb gelangt @er anschließend über das Syphon e und die Leitung/ in den Entsäurer ä . - Von diesem wird die Kohlensäure durch die Leitung lt über den Gasometer i entweder in die Pumpendruckleitung bei k oder besser noch durch die Leitung L unmittelbar in den Sumpf m der Kolonne a .aufgegeben, während das im- Entsäurer g von seinem Gehalt an CO. und H. S weitgehend befreite Ammoniakwasser einem in der Zeichnung nicht dargestellten Abtreiber zugeführt wird, in welchem die Verdichtung des Ammoniak. schwachwassers zu Ammoniakstarkwasser erfolgt. Das Ammoniakstarkwasser schließlich nimmt den Weg über die Pumpe it durch die Leitung o in den Wärmeaustauscher c, von diesem zurück über die Leitung p in den Vorwärmer g wieder in den Abtr Biber a, @ :aus dem über. den Rückflußkühler r das Dämpfegemisch von Kohlensäure und Ammoniak austritt, das in den Carbamatkühlern s zu Ammoniumcarbamat niedergeschlagen wird. Anwendungsbeispiel Das durch die Pumpe tt über den Wärmeaustauscher c und den Erhitzer c7 auf dien Abtreiber a aufgegebene Ammoniakst.arkvasser möge folgende Zusammensetzung haben: i 8 % Ammoniak und i 4, 5 @'o Kohlensäure. Der Schw efehvasserstofigehalt ist unberücktigt geblieben, da er lediglich Verschiebungen im Ammoniakbedarf bewirkt, die den Gegenstand der Erfindung nicht grundsätzlich berühren.
  • Die Erwärmung des Ammoniakstarkwassers im Erhitzer q erfolgt beispielsweise auf :eine Temperatur vorn etwa 117'. Mit dieser Temperatur läuft das Ammoniakstarkwasser auf den Abtreiber a, der unter einem Betriebsdruck von beispielsweise 17 atü steht. Während Kohlensäure und das zur Bindung der Kohlensäure zu Ammoniumcarbamat benötigte Ammoniak, gegebenenfalls Schwefelwasserstoff, und geringe Mengen Wasserdampf in Dampfform den Abtreiber verlassen, bleibt das Ammoniak, das nicht zur Bindung an Kohlensäure gelangte, im Kolonnenablauf des Abtreibers zurück.
  • Zur Beschaffung von zusätzlicher Kohlensäure mit Hilfe des Waschers d wird der Ammoniakabtrieb im Abtreiber a bei einem Ammoniakgehalt von 3,5 o ',o im Kolonnenablauf abgebrochen. Die Kohlensäure dagegen wird praktisch restlos abgetrieben. Insgesamt würden, der Zusammensetzung des Ammoniumcarbamats aus 34 Teilen Ammoniak und 4¢ Teilen Kohlensäure entsprechend, für 18 - 3,5 = 14,5 Teile Ammoniak also 14,5 - 44 : 34 = etwa 18" Teile Kohlensäure erforderlich sein. Die Fehlmenge von 18,7 - 14,5 = 4,z Teilen Kohlensäure wird unter Benutzung des noch 3,50,'o tNH3 enthaltenden Kolonnenablaufs vom Abtreiber a im Wascherd aus dem Rohgas gewonnen. Die Entsäuerung des aus dem Wascher d und e ablaufenden und bei / in den Entsäurer ä eintretenden kohlensäuregesättigten Waschwassers erfolgt vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen 96 und I oo'. Die bei 7t aus dem Entsäurer .austretende Kohlensäure gelangt schließlich über den, Behälter i in der geschilderten Weise auf - den Starkwasserabtreiber a.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Ammoniumcarbamat aus Gastwasser durch Druckdestillation, dadurch gekennzeichnet, daß man den Abtrieb des an Kohlensäure unterschüssigen Ammoniakstarkwassers bei einem Ammoniakgehalt des Ablaufs von etwa 3% abbricht, den im wesentlichen kohlensäurefreien Ablauf des Starkwasserabtreibers nach vorangegangener Kühlung zur Auswaschung von Kohlensäure aus dem Rohgas verwendet, den nun an Kohlensäure angereicherten Ablauf entsäuert und die so abgetriebene, dem Ammoniak-. starkwasser zur Carbamatherstellung fehlende Kohlensäure dem Starkwasserabtreiber zuführt.
DEG103211D 1941-03-20 1941-03-20 Verfahren zur Herstellung von Ammoniumcarbonat aus Gaswasser Expired DE734076C (de)

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