DE610840C - Verfahren zur Gewinnung von Reinschwefel aus schwefelwasserstoffhaltigen Gasen - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Reinschwefel aus schwefelwasserstoffhaltigen GasenInfo
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Description
- Verfahren zur Gewinnung von Reinschwefel aus schwefelwasserstoffhaltigen Gasen Gegenstand der Erfindung ist -ein Verfahren zur Gewinnung von Reinschwefel aus schwefelwasserstoff-, ammoniak- und cyanhaltigen Gasen (Kohlendestillationsgasen), bei denen zuerst das Cyan in bekannter Weise durch Waschen mit einer Schwefel enthaltenden Flüssigkeit in Form von Rhodanammoniumlösung gewonnen wird. Diese Rhodanammoniumlösung wird nach vorheriger Entfernung des Ammoniaks aus dem Gase unter Zufuhr von Schwefeldioxyd zur Entfernung des Schwefelwasserstoffes benutzt, der damit nach der bekannten Gleichung 2H,S + S02-3S -f- 2H20 in Schwefel übergeht. Hierbei tritt aus verschiedenen Ursachen eine allmähliche Versäuerungder rhodanammoniumhaltigenWaschflüssigkeit ein, die die Bildung von Zersetzungsprodukten des Rhodanammoniums, vorwiegend Isopersulfocyansäure N2 C2 N2 S3, zur Folge hat. Hierdurch entsteht einerseits ein merklicher Verbrauch an Rhodanammonium, andererseits wird der anfallende Schwefel verunreinigt. Die Vermengung des in fein verteiltem Zustande abgeschiedenen Schwefels mit den erwähnten Stoffen ist so innig, daß eine Trennung des Schwefels davon durch physikalische Mittel sich als unmöglich erwiesen hat.
- Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß sich die bei der Zersetzung des Rhodanammoniums entstehenden, vorzugsweise aus Isopersulfocyansäure U,C,N,S3 bestehenden Produkte durch Behandeln mit Ammoniumsulfidlösungen bereits bei gewöhnlicher Temperatur wieder in Rhodanammonium und Schwefel zurückverwandeln lassen nach der Gleichung H2C2N2S3 -I- (NH3)2S - 2NH4CNS -f- S + H,S. Man kann- also mit einer kleinen Menge Ammoniumsulfid fast beliebige Mengen von Isöpersulfocyansäure in der angegebenen Weise aufarbeiten, weil entsprechend der Gleichung hierbei lediglich das Ammoniak des Schwefelammoniums verbraucht wird. Nach Maßgabe der erfolgten Umsetzung bedarf es daher nur eines entsprechenden Zusatzes von Ammoniak, wodurch der entstehende Schwefelwasserstoff immer wieder in das wirksame Schwefelammonium zurückverwandelt wird.
- Es ist bereits angegeben worden, Isopersulfocyansäure durch Alkalien in Rhodani.d und Schwefel zu zerlegen. Eine solche Umsetzung gelingt aber nur bei erhöhter Temperatur und ist außerdem für den Fall der vorliegenden Erfindung, die die Reinigung eines mit Isopersulfocyansäure durchsetzten Schwefels zur Aufgabe hat, nicht anwendbar, da der Schwefel nach erfolgter Umsetzung von den Alkaliverbindungen durch Destillation oder andere einfache Maßnahmen nicht abgetrennt werden kann.
- Da sich ferner auch die Alkalisulfide für die Zersetzung der Isopersulfocyansäure als unbrauchbar erwiesen haben, so ist die Wirkung des bereits in der Kälte augenblicklich reagierenden Schwefelammoniums eine ganz spezifische.
- Es gelingt also ohne weiteres, den bei dem Waschverfahren anfallenden, mit Isopersulfocyansäure usw. verunreinigten Schwefel auf reinen Schwefel zu verarbeiten, indem man ihn durch eine Schwefelammoniumlösung umlöst, wobei nach und nach eine dem Gehalt an Isopersulfocyansäure entsprechende Ammoniakmenge zugegeben wird. 1, Hierbei geht einerseits der Schwefel als slcher in Lösung, und andererseits wird die darin enthaltene, in Wasser nur sehr wenig lösliche Isopersulfocyansäure in Rhodanammonium und Schwefel zurückverwandelt. Nach Abdestillieren des Schwefelammoniums bleibt dann eine Rhodanammoniumlösung'zurück, in der der Schwefel in fein verteilter Form enthalten ist. Der Schwefel kann hieraus durch Abschleudern und nachfolgendes .Abdecken mit Wasser in vollkommen reinem Zustande gewonnen werden. Das abdestillierte Schwefelammonium kann wieder verwendet werden, während die Rhodanammoniumlösung in das Waschverfahren zurückgelangt: - -Es wird also für die Verarbeitung der Isopersulfocyansäure nur Ammoniak verbraucht, während auf der anderen Seite dafür wertvolle Stoffe, nämlich Schwefel und Rhodanammonium, anfallen. Beispiel. Aus einem Kokereigas mit einem Gehalt von 10,3 g Schwefelwasserstoff je Kubikmeter wurde durch Behandeln des Gases mit einer schwefeldioxydhaltigen Waschflüssigkeit ein Gemisch erhalten, das zu 8o °/o aus elementarem Schwefel und zu 2o °lo aus Isopersulfocyansäure bestand. 25 kg dieses Gemisches wurden mit einer wäßrigen Lösung von Schwefelammonium in Reaktion gebracht, die 88o gfl Schwefelammonium enthielt. Nachdem sich die in den Gemisch enthaltenen 5 kg dieser Isopersulfocyansäure in dieser Flüssigkeit gelöst hatten, wurde die Flüssigkeit bei etwa 9o0 C destilliert. Die Destillation wurde so lange fortgesetzt, bis in den übergehenden Dämpfen kein Schwefelwasserstoff mehr nachzuweisen war; sodann wurde in das Destillat frisches Ammoniak in entsprechenden Mengen hinzugegeben, um den Schwefelwasserstoff wieder zu Schwefelammonium abzusättigen. Der Destillationsrückstand wurde aus dem Destillationsgefäß in eine Schleuder abgezogen. Nach dem Abschleudern blieben in der Schleuder 22,o6 kg Schwefel zurück, der nach Abdecken mit Wasser eine Reinheit von 99 0/0 aufwies. In der abgeschleuderten Flüssigkeit waren 5,o5 kg Rhodanammonium enthalten:
Claims (1)
- PATRNTANSPRTTCH' Verfahren zur Gewinnung von Beinschwefel aus schwefelwasserstoffhaltigen Gasen, die mit einer Schwefeldioxyd- und rhodanhaltigen Flüssigkeit behandelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Schwefel anfallende Isopersulfocyansäure durch Behandlung mit einer wäßrigen Schwefelammoniumlösung zu Schwefel und Rhodanammönium zersetzt wird.
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