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Anordnung zur Beleuchtung von Räumen Wird der Stromkreis einer elektrischen
Beleuchtungsvorrichtung, z. B. einer Glühlampe, geschlossen, so brennt die Lampe
fast augenblicklich mit ihrer vollen Lichtstärke. Die plötzlich auftretende Helligkeit
blendet ein vorher an Dunkelheit. gewohntes Auge, was ganz besonders unangenehm
in Schlafzimmern, Krankenhäusern, Kinos u. dgl. empfunden wird. Zur Vermeidung dieser
Blendung ist es bekannt, die Lichtstärke dadurch allmählich ansteigen zu lassen,
daß. der Lampenstrom durch Regelwiderstände zunächst geschwächt wird und die Widerstände
dann langsam verringert und schließlich abgeschaltet werden. Bei Wechselstrom ist
durch Verwendung eines Zwischentransformators veränderlichen übersetzungsv erhältnisses
die gleiche Wirkung zu erzielen. Alle diese Vorrichtungen besitzen den Nachteil,
daß die Bedienung eines zusätzlichen Organs erforderlich wird, was umständlich ist,
oder daß ein Regelmechanismus vorgesehen sein muß, der die Anlage verteuert. Besonders
,gilt dies, wenn es sich um Einzelbeleuchtung handelt.
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Die Erfindung betrifft gleichfalls .eine Anordnung zur Vermeidung
.der Blendung durch plötzlich auftretende Helligkeit von Raumbeleuchtungen. Erfindungsgemäß
werden zur Erzielung eines langsamen Anwachsens der Lichtstärke an sich bekannte
elektrische Glühlampen mit eingebautem Widerstand mit negativem Temperaturkoeffizienten
verwendet Durch passende Wahl des anfänglichen Wertes des temperaturabhängigen Widerstandes
wird erreicht, daß sofort eine zur ersten Orientierung bereits ausreichende, aber
noch blendungsfreie Helligkeit erzielt wird, tind durch Wahl der Zeitkonstante (Erwärmungsgeschwindigkeit)
des temperaturabhängigen
Widerstandes; dar die Helligkeitszunahme
nicht rascher erfolgt, als es dem Auge zuträglich ist: Die Verwendung einer derard'..
gen Anordnung als blendungsfrei wirkende Außenbeleuchtung ist ebenfalls möglich.
Die Erfindung gestattet, die Wirkung der bekariti#.; ten Anordnungen in wesentlich
bequemeref-# und wirtschaftlicherer Weise zu erreichen, so daß eine Verwendung auch
bei Einzelbeleuchtung in Frage kommt.
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Zwar sind bereits Beleuchtungsvorrichtungen bekanntgeworden, bei denen
ein Widerstandskörper, dessen Widerstandswert durch Erwärmung stark abnimmt, selbst
als Leuchtorgan wirkt. Durch eine hier unbeabsichtigte, aber meist unvermeidliche
größere Zeitkonstante der Erwärmung nimmt die Helligkeit ebenfalls verzögert zu,
jedoch erfordert eine derartige Beleuchtungsvorrichtung einen verwickelten Aufbau,
und die bisher bekannt-(Yewordenen Ausführungen sind durch hohen Leistungsverbrauch
unwirtschaftlich. Auch besitzen die bekanntgewordenen Anordnungen die Eigenschaft,
daß nach Einschalten des Stromes eine gewisse Zeit vergeht, bis die Erzeugung sichtbaren
Lichtes überhaupt beginnt.
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Es ist ferner bereits die Verwendung von elektrischen Widerständen
mit negativer) Temperaturkoeffizienten zum selbsttätigen Anlassen von Stromverbrauchern
bekanntgeivorden. Hierbei soll verhindert werden, daß die sonst auftretenden erhöhten
Anfangsströme den Verbraucher schädigen oder den Netzbetrieb stören. Bisweilen ist
es auch erforderlich, die Stromstärke beispielsweise im Anodenkreis von Glühkathodenröhren
verzögert zum Endwert ansteigen zu lassen, wozu ebenfalls ein derartiger Widerstand
in Reihe geschaltet wurde. Alle derartigere Anordn tuigen besitzen den ausschließlichen
Zweck, Netz oder Verbraucher vor schädlichen Auswirkungen eines zu raschen oder
zu hohen Stromanstieges zu schützen. Ein derartiges Bedürfnis liegt jedoch bei der
erfindungsgemäßen Verwendung für Beleuchtungszwecke nicht vor. Vielmehr wird die
Vermeidung von Blendung. d. h. eine psychologische Wirkung, angestrebt. Sollte es
dennoch einmal wünschenswert erscheinen, die Einschaltstromstöße etwa von Metalldrahtlampen
auf gleiche Weise abzudämpfen, so genügen hierfür Widerstände mit derartig kleinen
Zeitkonstanten. daß die von der Erfindung bezweckte psycholische Wirkung nicht einzutreten
braucht.
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Weiterhin sind Einrichtungen zur Verdunkelung von Straßenbeleuchtungen
durch Spannungssenkung des Netzes vorgeschlagen worden, bei denen die unwirksam
zu machenden Glühlampen durch vorgeschaltete, auch in die Lampe selbst eingebaute
Widerstände mit negativen Temperaturkoeffizienten versehen sind. Die Erfindung unterscheidet
sich hiervon sowohl durch Zweck als auch durch Wirkungsweise. Bei der bekannten
Anordnung wird eine Verdunkelungsmaßnahme erstrebt. Die Wirkung ist an eine Spannungssenkung
des Netzes gebunden und soll deren Einfluh auf die Helligkeitsabnahme verstärken.
Im vorliegenden Fall wird dagegen dit bereits erwähnte psychologische Wirkung erreicht.
auch wenn die Lampen nach der Inbetriebnahme an gleichbleibender Spannung liegen.
Zwar wird bei der bekannten Anordnung bei plötzlichem Einschalten der vollen Spannung
der Helligkeitsanstieg auch etwas verzögert, jedoch ist dies weder erstrebt noch.
erkannt und kann hier eher als Nachteil aufgefaßt werden. Es liegt vielmehr im Sinne
dieser bekannten Anordnung, stromabhängige Widerstände mit möglichst kleiner Zeitkonstante
zu verwenden, damit die zur Verdunkelung erforderliche Widerstandserhöhung bei Spannungssenkung
möglichst rasch eintritt. Für den durch die Erfindung angestrebten Zweck ist dagegen
ein gewisser Mindestwert der Zeitkonstante Vorbedingung.
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Für die praktische Ausführung der Erfindung sind die betreffenden
Vorividerstände in die Lampe eingebaut. Eine derartige Lampe kann in einer fertig
verlegten Anlage beliebig an die Stelle einer gewöhnlichen Lampe gesetzt werden.