-
In Abhängigkeit von Zustandsänderungen physikalischer Größen selbsttätig
auf Konstanz der Größe regelnde Vorrichtung Die Erfindung betrifft eine selbsttätige
Regelungsvorrichtung, welche dazu dient, physikalische Größen, Druck, Temperatur,
Menge des Energiemittels, Stromstärke usw., konstant zu halten, indem bei Abweichungen
des lvleßwertes vom Sollwert der normale oder gewünschte Zustand durch Verstellung
eines Regelorgans hergestellt und gleichzeitig die Verstellung des Regelorgans in
Abhängigkeit von der Größe der Abweichung bewirkt wird.
-
Die bekannten Einrichtungen dieser Art bestehen im wesentlichen aus
einem Meßinstrument, durch welches die Abweichungen vom Normalzustande angezeigt
und beim Überschreiten desselben ein Stromkreis geschlossen wird, und aus einem
Regelorgan, dessen Antrieb in diesen Stromkreis eingeschaltet ist, so daß eine unmittelbare
und stetige Beeinflussung des letzteren erfolgt, bis bei Wiederherstellung des Normalzustandes
der Stromkreis durch das Meßinstrument wieder unterbrochen wird. Hierbei ist es
bereits bekannt, durch das Meßinstrument gleichzeitig eine Änderung der Stromstärke
vornehmen zu lassen, z. B. durch Zu- oder Abschalten von Widerständen, so daß die
Verstellung des Regelorgans in Abhängigkeit von der Größe der Abweichung erfolgt.
-
Die bisher zur Verwendung gelangten Meßinstrumente, wie z. B. Geschwindigkeitsn@esser,
Manometer, Volt-, Ampere-, Wattmeter o. dgl., waren als reine Kontaktapparate ausgebildet
und zu diesem Zwecke mit einem Schieber, Zeiger o. dgl. versehen, der bei seiner
Berührung mit einem Kontakt einen Stromkreis schloß und dadurch den eingeschalteten
Steuerantrieb in Tätigkeit sttzte.
-
Die Verwendung von Kontaktinstrumenten, bei denen zu Regelzwecken
meist größere Stromstärken gesteuert werden müssen, hat jedoch den Nachteil, daß
die Kontakte verbrennen, wenn der Zeiger lose am Kontakt anliegt. Andererseits wird
die Anzeigegenauigkeit beeinflußt, wenn der Zeiger sich fest gegen den Kontakt legt.
Hieraus ergibt sich meist eine unerwünschte Überregelung und damit Pendelungserscheinungen,
die zu unwirtschaftlicher Arbeitsweise und leicht zu Betriebsstörungen führen. Bei
Vorrichtungen mit nur geringer Verstellkraft ist dagegen die Verwendung reiner Kontaktinstrumente
ohne Einschaltung einer besonderen Hilfskraft, die den Zeiger zu Kontaktschlüssen
veranlaßt, überhaupt nicht möglich.
-
Dieses liegt mit daran, daß bei Kontaktinstrumenten durch die Kontaktgabe
am Meßinstrument selbst der Strom in voller erfor--derlicher Höhe aus- und eingeschaltet-
werden muß.
-
Man hat daher bereits vorgeschlagen, in dem die Regelaufgabe bewirkenden
Stromkreis Relais vorzusehen, durch die zwar "in bestimmten Fällen eine Herabminderung
der Störungen erreicht wurde, ohne jedoch dieselben restlos beseitigen zu können.
Außerdem
sind Einrichtungen bekannt, bei denen ein Meßgerät mit Kontakten vorgesehen ist,
und bei denen ein Zusatzapparat mit Kontakten vorgesehen ist, der die Zeit der Kontaktgabe
vergrößert, wenn die Ahweichung vom Sollwert groß ist. Bei dieser Einrichtung wird
außer den erforderlichen Kontakten für den Steuerstrom je- eine zusätzliche Kontaktanordnung
am Meßgerät mit den entsprechenden Kontakten des Zusatzapparates verbunden. Dies
erfordert eine sehr große Zahl von Leitungen. Da aber die Zahl der Kontakte am Meßgerät
selbst nicht beliebig erhöht werden kann, wenn man nicht auf außerordentliche Schwierigkeiten
stoßen will, ist eine Feinregelung, die ja nahezu stetig verlaufen muß, nicht möglich.
Deshalb ist bei dieser Anordnung auch nur eine Regelung mit einer einzigen zusätzlichen
Stufe vorgesehen. Die große Zahl der Verbindungsleitungen ist besonders hinderlich,
wenn das Meßgerät und der Zusatzapparat an verschiedenen Stellen angeordnet werden
müssen, besonders wenn an einem Zusatzapparat mehrere Meßgeräte angeschlossen werden
sollen, die entfernt voneinander stehen. Die Schaltung würde in einem solchen Fall
so umständlich, daß sie eventuell gar nicht durchzuführen wäre, ohne die Betriebssicherheit
zu beeinflussen und die Kosten sehr hoch ansteigen zu lassen. Die Schaltung der
Steuerströme durch das Meßgerät selbst mittels Kontakte hat auch die bereits obenerwähnte
Schwierigkeit mit -der auftretenden Funkenbildung. Eine unstetige Regelung ist aber
grob und neigt zu Überregelungen und zu Pendelungen.
-
Alle diese Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt, die einen
selbsttätigen Regler zum Gegenstand hat, der ein schnelles und sicheres Regeln gewährleistet
und infolge seiner besonders zweckmäßigen Ausgestaltung nicht nur eine allgemeine
Verwendungsmöglichl<eit besitzt, sondern auch gleichzeitig zum Regeln mehrerer
voneinander unabhängiger Vorrichtungen benutzt werden kann.
-
Dies wird :der Erfindung gemäß dadurch erreicht, daß normale Meßinstrumente
mit an sich bekannter Kontakt- oder Fernübertragungseinrichtung zurVerwendung kommen
und die Regulierung durch eine Zusatzvorrichtung erfolgt. die die vom Meßinstrument
unabhängigen Regelaufgaben übernimmt und bei geringer Abweichung des Meßwertes vom
Sollwert wenige bzw. kurze oder schwache Steuerimpulse dem Antrieb des Steuerorgans
zuführt, dagegen bei größerer Abweichung die Zahl der Impulse bzw. ihre Zeitdäuer
oder ihre Stärke entsprechend vergrößert.
-
An Stelle der bisher üblichen Dauerkontakte wird mit Hilfe des den
elektrischen Strom ständig ein- und ausschaltenden Zusatzapparates eine stufenweise
Regelung bewirkt, und zwar derart, daß sich nach einer kleinen Änderung des Meßwertes
durch den Regler erst der neueingeregelte Zustand auswirken kann, bevor eine weitere
Regelung stattfindet. Auf diese Weise wird das lästige Pendeln bzw. ein Unter- oder
Überregeln mit Sicherheit vermieden.
-
Es besteht aber auch der Vorteil, daß die Steuerung nur bewirkt wird
durch Änderung des Widerstandes (Wirk- und Blindwiderstand im Zusatzapparat. Es
kann also eine Funkenbildung im allgemeinen nicht eintreten, auch wenn das Meßinstrument
mit Kontakteinrichtungen versehen ist. Nur in seltenen Ausnahmefällen kann es einmal
vorkommen, daß der Stromschluß am Kontakt des Meßinstrumentes stattfindet, nämlich
dann, wenn zufällig das INIeßgerät den Kontakt gerade öffnet oder schließt, wenn
die Steuerstromstärke am Zusatzapparat erreicht ist. Da aber die Kontakte im Meßinstrument
außerhalb des Sollwertes liegen, kann nur .in ganz seltenen Fällen zufällig dies
eintreten. Ganz vermieden wird dies, wenn statt des Meßgerätes mit Kontakten ein
solches mit Fernübertragungswiderstand verwendet wird. In diesem I#alle kann nur
eine allmähliche Änderung des Stromverlaufes eintreten, und es sind keinerlei Stellen
vorhanden, wo Funken auftreten. Es wird damit eine stetige Regelung erreicht. Unter
stetig ist zu v erstehen, daß z. B. ein gewickelter Schleifwiderstand verwendet
wird, auf dein eine Bürste gleitet. Entsprechend den Betriebsverhältnissen kann
die Windungszahl mehr oder weniger groß gemacht «-erden, so daß die Wirkung einer
sehr großen Zahl von Kontakten erreicht wird. Eine absolute Stetigkeit wird erreicht,
wenn statt des gewickelten Widerstandes ein Draht z. B. vorn hohem Widerstand vorgesehen
wird, -auf dein die Bürste des Kontaktapparates schleift.
-
Im allgemeinen wird man bei der Erfindung möglichst nur dann mit Meßgeräten
mit Kontakten arbeiten, wenn diese bequem und in genügend großer Anzahl angeordnet
werden können. Dies ist der Fall z. B. bei i1leßgeräten mit Kontaktgabe durch eine
Flüssigkeitssäule. Es besteht aber auch hier noch der Vorteil gegenüber den bekannten
Ausführungen mit Zusatzapparat, da die Zahl der Leitungen, die zu dem Zusatzapparat
geführt werden müssen, nur ganz gering ist, da der Zusatzapparat ja nicht mit Kontakten,
sondern mit stetiger Änderung eines Widerstandes arbeitet. Im allgemeinen dürften
zwei Verbindungsleitungen genügen, auch wenn das Meßgerät eine große Anzahl von
Kontakten aufweist.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die
Drehzahl des Zusatzapparates den Betriebsv erhältnissen angepaßt werden kann, so
daß man den Regler für die verschiedensten Betriebsverhältnisse auf den günstigsten
Wert der Regelgeschwindigkeit einstellen kann.
-
Als Meßinstrumente werden zweckmäßig neben solchen mit angebautem
Fernsender mit Quecksilber gefüllte Röhrchen in Stab-, U- oder S-Form verwandt,
bei welchen in an sich bekannter Weise durch die Verschiebung der Quecksilbersäule
entweder eingebaute Kontakte stromschlüssig miteinander verbunden oder bei Verwendung
einer Widerstandsspule oder eines Widerstandsdrahtes in den Röhrchen selbst Widerstand
zu bzw. abgeschaltet wird.
-
Bei Verwendung eines Regelthermometers als Meßinstrument lassen sich
besonders gute Ergebnisse erzielen, wenn die leitende Flüssigkeit, z. B. Quecksilber,
zwischen eine nichtleitende Flüssigkeit, wie z. B. Creosot, welches das Quecksilber
nicht anfeuchtet, gelagert wird, so daß bei sich ändernder Temperatur durch die
zwischen den Nichtleitern befindliche leitende Flüssigkeit die eingebauten Kontakte
geschlossen bzw. geöffnet oder ein vorgesehener Widerstand zu- bzw. abgeschaltet
wird.
-
Der Zusatzapparat, an den der Erfindung gemäß eine größere Zahl von
Regeleinrichtungen angeschlossen werden können, besteht beispielsweise aus einem
Widerstand, welcher durch Berührung mit einem ständig rotierenden oder pendelnden
Kontaktstift dem Antriebsorgan, z. B. einem Elektromagneten, in der Zeiteinheit
mehr oder weniger zahlreiche bzw. länge Stromstöße zuführt, wobei durch Verstellung
der Drehzahl usw. leicht der Betriebszustand berücksichtigt werden kann.
-
Die Erfindung ist in den Abbildungen in mehreren Ausführungsbeispielen
schematisch dargestellt, und zwar zeigt Ab b. i -bis 3 je ein Ausführungsbeispiel
des Erfindungsgegenstandes, Abb. q. und 5 je ein Anwendungsbeispiel mit weiteren
Abänderungen, Abb.6 einen senkrechten Querschnitt durch ein mit dem "Antrieb verbundenes
Steuerorgan, Abb.7 einen senkrechten Querschnitt durch das Steuerventil nach Abb.6.
Abb.8 eine Ausführung des Regelthermometers.
-
In Abb. i ist als Meßinstrument ein U-Rohr mit Quecksilberfüllung
vorgesehen, welches als Druckmesser dient. Dieses U-Rohr i ist mit Kontakten 2 bis
7 versehen. Zwischen den Kontakten 2, 3 und 3, ,4 bzw. 5, 6 und 6, 7 sind noch Widerstände
29 und 3o angeordnet. Die äußersten Kontakte 2 und 5 sind mit einem Zusatzapparat
8 elektrisch verbunden. Auf dem Widerstand 9 des Zusatzapparates 8 schleift der
mit obigen Kontakten 2 und 5 verbundene Kontaktarm 1-2, der durch eine Antriebsvorrichtung
in schwingende oder drehende Bewegung versetzt wird. Im Meßinstrument i sind noch
zwei Kontakte 13 und 14 so eingebaut, d-aß sie bei der Nullstellung des Meßinstrumentes,
d. h. wenn die Kontaktflüssigkeit in den kommunizierenden Schenkeln gleich hoch
steht, von dieser Flüssigkeit gerade noch unberührt bleiben. Diese zwei Kontakte
sind mit den Magnetspulen 15 und 16 verbunden, die dazu dienen, mit Hilfe des Kernes
17 eine Steuervorrichtung i9 für das Regelorgan 22, 23 anzutreiben. Mit 18 ist ein
hydraulischer Steuerkolben bezeichnet, durch den der Kraftkolben 22 und damit das
Regelorgan gesteuert wird.
-
Die Wirkungsweise ist nun folgende: Hat der einzuregelnde Druck die
gewünschte Größe, so tritt keine Bewegung des Kolbens 2z ein; da der Strom zwischen
.4 und 13 und 7 und 1:I unterbrochen ist. Bei Anwachsen des Druckes steigt die Flüssigkeit
im linken Schenkel des U-Rohres; und es tritt dann eine elektrische Verbindung zwischen
¢ und 13 ein, wodurch eine Stromverbindung vom Apparat 8 zum Elektromagnet i5 geschaffen
ist. v4renn nun der Kontaktarm 12 bei seiner dauernden Bewegung einen bestimmten
Teil des Widerstandes q abgeschaltet hat, und dadurch einen gewissen Anstieg des
Stromes im durch die Verbindung von d. und 13 eingeschalteten Teil 15 des Magnetsystems
15, 16 bewirkt, so wird der Magnet 15 den Kern 17 mit dem Steuerkolben 18 nach links
ziehen und dadurch das Druckmittel auf die linke Seite des Kraftkolbens 22 zusteuern,
der sich dadurch nach rechts bewegt. Der Kontaktarm 12 dreht sich nun weiter und
schaltet schließlich den Gesamtwiderstand 9 wieder ein. Eine nochmalige Bewegung
des Kraftkolbens tritt erst wieder ein, wenn der Kontaktarm den bestimmten obigen
Widerstand wieder abgeschaltet hat.
-
Bei weiter ansteigendem Druck wird auch der Kontakt 3 durch die Flüssigkeit
mit Kontakt 13 verbunden. Eine Bewegung des Kraftkolbens findet jetzt schon statt,
wenn der Kontaktarm 12 einen geringeren Widerstand als oben ausgeschaltet hat, da
ja jetzt der Widerstand 3o kurzgeschlossen ist, also nicht wirken kann. Bei noch
weiter steigendem Druck treten schließlich die Kontakte 2 und 13 in Verbindung,
wodurch die Geschwindigkeit und die Wirkungszeit des Kraftkolbens noch weiter erhöht
wird.
-
Das Spiel findet bei zu niedrigem Druck entsprechend statt. Es treten
dann die Kontakte 5 bis 7 mit 14 in Verbindung. Der
;Magnet 16 bewegt
in diesem Falle den Steuerkolben i8 in entgegengesetztem Sinne.
-
Auf diese Weise wird erreicht, daß entsprechend der Abweichung des
Druckes vom Sollwert eine verschieden schnelle Bewegung des Kraftkolbens stattfindet,
so daß ein Pendeln vermieden wird.
-
Werden an den Zusatzapparat mehrere Meßgeräte angeschlossen, wie es
in Abb. i angedeutet ist, so ist das Spiel bei jedem Meßgerät dasselbe.
-
Abb. 2 unterscheidet sich von den vorliergehenden Ausführungsbeispielen
dadurch, daß das Meßgerät aus einem teilweise mit Quecksilber 31 gefüllten Rohraa
mit eingebauter Widerstandsspule oder Draht 33 besteht. Hierbei wird entsprechend
der Bewegung des Quecksilbers, also der Abweichung des Meßwertes vom Sollwert, Widerstand
zu- bzw. abgeschaltet. Die Enden des Widerstandes 33 stehen mit den Magneten 15
und 16 in Verbindung, während die leitende Flüssigkeit mit dem Kontaktarm 12 verbunden
ist.
-
Hat der Meßwert die gewünschte Größe, steht also 31 in der Mittellage,
so werden beide Magnete 15 und. 16 gleichmäßig erregt, so daß eine Bewegung des
Kernes 17 nicht stattfindet. Sobald aber eine Abweichung des Meßwertes eintritt,
wird der eine Magnet mehr erregt als der andere, und es tritt eine Bewegung des
Kernes 17 ein, also auch des Kraftkolbens 22. Die Magnetspulen und der Widerstand
33 sind nun so bemessen, daß der Kontaktarm 12 bei geringer Abweichung des Quecksilbers
31 erst einen größeren Widerstand abgeschaltet haben muß, um den Kern zu bewegen.
Ist dagegen die Abweichung von 31 groß, so ist der Widerstandsunterschied auf beiden
Seiten des Widerstandes 33 größer, und es genügt eine geringere Abschaltung
von dem Widerstand 9,-um eine Bewegung zu bewirken. Die Regelung findet also länger
statt, das Regelorgan wird also länger und schneller verstellt.
-
Gemäß der Ausführung nach Abb.3 besteht der Zusatzapparat aus einem
Ringrohr 37, in welches eine Widerstandsdrahtschleife 38 eingebaut ist. Das Ringrohr
37 ist teilweise mit leitender Flüssigkeit gefüllt und wird in schwingende Bewegung
gesetzt, wodurch der Widerstand der Drahtschleife periodisch geändert wird. Auf
diese Weise wird die Spannung noch stetiger geändert als bei einem gewickelten Widerstand
und' dadurch eine sehr feine Regelung ermöglicht.
-
Eine weitete Abänderung gegenüber den vorerwähnten Ausführungsbeispielen
zeigt Abb.3 insofern, als das Mefiinstrument durch eine an sich bekannte Fernmeßeinrichtung
ersetzt wird, welche aus einem Widerstandsdraht 34. besteht, auf welchem eine oder
mehrere Bürsten 35 schleifen, die von der Meßinstrum:entenv1611e 36 verstellt «erden.
-
Abb.4 zeigt eine weitere Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes
durch die es ermöglicht wird, gleichzeitig mehrere voneinander unabhängig arbeitende
Regler zu verwenden, ohne daß hierzu eine größere Menge des Energiemittels benötigt
wird als zum Betrieb nur eines Reglers erforderlich ist.
-
Zu diesem Zwecke ist der Kontaktarm 12 mit einem Mitnehmerstift 39
versehen, durch welchen ein Kontaktrad 4o bewegt wird. Dieses hat so viele Kontakte
40a, wie Regler bzw. Reglergruppen gemeinsam betätigt werden sollen. Bei jeder Umdrehung
des Kontaktarmes 12 wird das Kontaktrad .4o um ein Stück weiter gedreht und dadurch
der nächste Regler bzw. die nächste Reglergrupp:e eingeschaltet. Die Leitungen 40b
führen zu den einzelnen Meßinstrumenten.
-
Im praktischen Betrieb ist es häufig erwünscht, die durch das Meßinstrument
eingeleitete Regelung von Hand oder durch ein weiteres Meßinstrument beeinflussen
zu können. Wie Abb.5 zeigt, ist dies in einfacher Weise dadurch ermöglicht, daß
auf den Magnetspulen 15 und 16 noch Wicklungen 4.9 und 5o angebracht werden. Durch
die Magnete 15 und 16 sei z. B. die Dampfmenge in einer Leitung eingeregelt, die
Spulen 49 und 5o stehen mit einem Druck- oder Temperaturmesser, dessen Meßwiderstand
mit 51 bezeichnet ist, in Verbindung. Dieser Widerstand ist so bemessen, daß der
Einfluß der Druckhöhe bzw. der Temperatur auf die Dampfmenge berücksichtigt wird.
-
Es empfiehlt sich, an der Regelklappe 52 bzw. am Kraftkolben noch
einen besonderen Kontaktapparat oder einen verstellbaren Widerstand anzuordnen.
Bekanntlich ändert sich der Durchgangsquerschnitt bei fast geschlossener Klappe
oder Ventil viel schneller als bei fast geöffneter. Es wird daher auf der Regelklappenwelle
52 der Widerstand 53 aufgebracht, durch den der dem Kontaktapparat 12 zufließende
Strom bei fast geschlossener Klappe verringert wird, so daß die ' Regelgeschwindigkeit
kleiner wird.
-
Abb.6 zeigt eine neue Ausbildung des hy draulichen Steuerorgans, die
eine Vereinfachung und Verbesserung des Reglers ermöglicht. Der Anker 55 des Magneten
54. ist an einem zweiarmigen Hebel angebracht, dessen freies Ende als Abschlußorgan
58 ausgebildet ist, das zum Abschließen einer seitlichen Öffnung 57 des Kolbengehäuses
dient. Auf der entgegengesetzten Seite des Gehäuses ist eine gleiche Vorrichtung
angebracht, die vom Magneten 5-' gesteuert wird.
Wird der Magnet
54 vom Strom durchflossen, so zieht er den Kern 55 an und bewegt den Hebel 56, der
dadurch die Bohrung 57 im Kolbengehäuse öffnet, und zwar entgegen einer Feder 59,
die die Bohrung 57 geschlossen hält, wenn der Magnet nicht vom Strom durchflossen
wird. Es kann noch eine Verbindungsstange zwischen den beiden Hebeln 56 vorgesehen
werden, wenn es erforderlich ist, die Differenz der magnetischen Kraft wirken zu
lassen. Diese Einrichtung ermöglicht es, mit einer sehr geringen Kraft auszukommen,
da die Reibung und die Gefahr des Festsitzens des üblichen Steuerkolbens wegfällt.
-
Es ist vorteilhaft, in die DruckmittelzufühiungsleitungzumKolbengehäuse
ein selbsttätiges Steuerventil anzuordnen, um die Kraftwirkung der Regelvorrichtung
zu erhöhen.
-
Nach Abb.7 besteht dieses Steuerventil aus einer Kugel 82,
welche auf einem Ring 83 ruht. Dieser Ring schließt nicht dicht ab, sondern .läßt
Druckmittel an der Kugel vorbeifließen. Sobald auf der linken Seite der Druck infolge
Öffnung der Bohrung 57 nachläßt, wird durch die auftretende Strömung die Kugel 82#
mitgenommen und auf die Dichtung85 gedrückt. Sobald die Bohrung 57 auf der linken
Seite wieder geschlossen ist, so daß auf der linken Seite des Kraftkolbens wieder
normaler Druck herrscht, fällt die Kugel 82 wieder auf den Ring 83 zurück. Falls
die rechte Öffnung 57 im Kraftkolbengehäuse geöffnet wird, wird die Kugel auf die
Dichtung 84 bewegt. Die Druckmittelzufuhr zur rechten Seite des Kolbens wird daher
unterbrochen, und das Druckmittel tritt nur nach links zum Kraftkolben, den es mit
voller Energie bewegt. Um das Zurückfallen der Kugel bei Druckausgleich zu ermöglichen,
wird die Dichtung zwischen Kugel 82 und Dichtungsring 84 b@zw. 85 so ausgeführt,
daß eine kleine Undichtigkeit vorhanden ist.
-
Abb. 8 zeigt ein Beispiel zur Regelung von Temperaturen. Hier ist
ein Quecksilberthermometer mit Quecksnlberfüllung 73 vorgesehen. Auf dieser Füllung
ist eine isolierende Flüssigkeit 74, darauf wieder ein Quecksilberfaden 75 und hierüber
wieder eine isolierende Flüssigkeit oder Luft vorgesehen. Ferner ist ein Widerstandsdraht
im Thermometer eingebaut, dem der Strom bei 78 und 8o zugeführt wird. Dem Quecksilberfaden
75 wird der Strom durch die Leitung 79 zugeführt.
-
Durch die Erwärmung des Thermometers wird nun z. B. der Quecksilberfaden
75 verschoben und dadurch die Widerstandsverteilung zwischen 78 und 79 bzw. 79 und
8o verändert. Die Wirkung ist nun die gleiche wie die des mit Quecksilber gefüllten
()-Rohres 32 der Abb. 2. Durch Verschiebung der Quecksilbersäule 75 wird also die
Stromverteilung geändert, der Regler tritt in Tätigkeit durch die Wirkung des Zusatzapparates
8, und zwar so lange, bis wieder die richtige Temperatur erreicht ist.
-
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt, es ist vielmehr noch eine Reihe Abänderungen möglich.
-
So können an Stelle feststehender Meßinstrumente auch bewegliche,
z. B. kippbare angeordnet werden, wie dies in Abb. i bei dem rechten Meßinstrument
durch einen eingezeichneten Dreharm angedeutet ist.
-
Es kann ferner die als Beispiel gezeigte elektrohydraulische Regelung
durch eine rein elektrische ersetzt werden, und es könnten z. B. die gezeichneten
Magnetspulen i5 und 16 als Wicklungen eines Elektromotors aufgefaßt werden, der
direkt das Steuerorgan (Klappe oder Ventil) verstellt.