-
Selbsttätiger Gestänge-, insbesondere Bremsgestängeregler mit Klemmgesperre
Die Erfindung betrifft einen selbsttätigen Gestänge-, insbesondere Bremsgestängeregler
mit Klemmgesperre mit drei verschiedenen Klemmrollengruppen, wobei die Klemmringe
der ersten. Gruppe (Halterollen) am Ende des rohrförmigen Stangenteiles befestigt
und derart gerichtet sind, daß sie sich der Verlängerung der Stange widersetzen,
während die Klemmringe der zweiten Gruppe ebenfalls am Ende des rohrförmigen Stangenteiles
befestigt, aber im umgekehrten Sinne der Klemmringe der ersten Gruppe gerichtet
sind, um sich einer Verkürzung der Stange zu widersetzen.
-
Gegenüber dieser bekannten Bauart ist der Gestängeregler gemäß der
Erfindung dadurch gekennzeichnet daß in der Ruhestellung die Klemmringe der ersten
Gruppe freiliegen und die Klemmringe der dritten Gruppe -mit der zum Ausgleich des
freien Spieles unter Federdruck stehenden Schale in Berührung stehen, wobei diese
Schale in einer Muffe angeordnet ist, die eine die von den Klemmringen der dritten
Gruppe erzeugte Bremskraft überwindende Rückholfeder .zum Ende des rohrförmigen
Stangenteiles zurückzuführen sucht, während diese Muffe fest an einer Buchse ansitzt,
die unmittelbar oder über eine zweite Buchse auf die verschiedenen Klemmringe der
ersten und zweiten Gruppe wirkt, deren Verklemmung oder Freigabe sie bewirkt.
-
Infolge dieser Ausbildung -des Reglers erübrigt sich die bei den bisher
bekannten Bauarten erforderlichen Klemmkugeln, denn die erfindungsgemäße Anordnung
der Schalen gestattet die Verklemmung der in der Ruhestellung freiliegenden Klemmringe
der ersten Gruppe sowie der Klemmringe der zweiten Gruppe, sobald auf die Bremsstange
ein Zug ausgeübt wird.
-
Auf der Zeichnung, die die Erfindung veranschaulicht, stellen dar
Fig. i einen axialen Längsschnitt des Reglers, Fig. a einen Querschnitt nach II-II
der Fig. i, Fig. 3 eine übliche Einbauart des Reglers im Bremsgestänge eines Schienenfahrzeuges.
Die
mit dein erfindungsgemäßen Regler versehene Stange besteht aus zwei gleichachsigen
Teilen, und zwar einem prismatischen Teil i von vieleckigem Querschnitt und einem
rohrförmigen Teil 2, in welchem die am Ende finit einem Bund oder Wulst 3 versehene
Stange i gleitend verschiebbar ist.
-
Das Rohr 2 ist durch ein Rohrstück d. von größerem Durchmesser verlängert,
das eine gewisse Zahl von Halteschalen 5 einschließt. Die Zahl dieser Halteschalen
hängt dabei von der Kraft ab, die der Regler auszuhalten hat. Diese Schalen enthalten
ebenso viele in einem geeigneten Winkel verlaufende Schrägflächen, wie ebene Flächen
an der prismatischen Stange i vorhanden sind. Zwischen den Schrägflächen der Schalen
5 und den ebenen Flächen der prismatischen Stange i sind Klemmringe 7 angeordnet.
-
Eine andere Schale 6, deren Schrägflächen in umgekehrtem Sinne verlaufen,
dient zur Verhinderung einer ungewollten Einschiebebewegung der prismatischen Stange
i in die rohrförmige Stange 2, beispielsweise beim Einbauen oder beim Arbeiten der
Vorrichtung, was durch die Verklemmung der Klemmringe 8 erzielt wird.
-
Eine Feder g, die sich auf einer Schulter 30 des rohrförmigen Teiles
2 abstützt, wirkt auf die Klemmringe 7 und drückt sie in die Klemmstellung in den
Halteschalen 5. Die in der Ruhestellung freiliegenden Klemmringe 7 sind voneinander
durch Abstandhalter 31 getrennt.
-
12 bezeichnet eine Steuergabel, die durch Bolzen 13 und einen Flansch
Id mit der Scheide 15 verbunden ist, welche die Vorrichtung umhüllt. Diese Scheide
15 läuft an ihrem anderen Ende in einen zweiteiligen Anschlußflansch 16 aus. Eine
starke Rückholfeder 17 ist innerhalb der Scheide 15 angeordnet.
-
Eine andere Gruppe von Klemmringen 26 kann sich in einer zum Ausgleich
des Spieles dienenden Schale 27 festklemmen. Diese im gleichen Sinne wie die Schalen
5 gerichtete Schale 27 steht unter der Einwirkung einer Feder 28 von ganz bestimmter
Spannung, die sich auf einer Schulter der den Regler umgebenden Scheide abstützt
und die Schale 27 gegen die Klemmringe 26 drückt.
-
Eine Buchse iI mit Ausnehmungen zur Lagerung der Klemmringe 26 ist
fest mit einer Muffe Io verbunden, die ihrerseits fest an der . das ganze System
umgebenden Scheide 15 ansitzt. Wenn der Regler sich in der Ruhestellung befindet,
stützt sich die Buchse i i an einer zweiten Buchse i i, ab, die auf die 1 Klemmringe
8 einwirkt.
-
Die in Fig.3 dargestellte Steuervorrichtung bekannter Bauart besteht
aus einer gabelförmigen Schubstange 12, die finit dein Flansch oder Bund Id verbunden
und an ihrem Ende 18 an einer Schubstange I9 angelenkt ist.
-
Diese Schubstange I9 ist ihrerseits bei 20 ,.gelenkig finit dem Bremshebel
2I verbunden. der einem Doppelhebel 22 gegenüberliegt, welcher seinerseits bei 23
an dem rohrförmigen Stangenteil 2 angelenkt ist.
-
Die Schubstange I9 ist derart angeordnet, daß sie in der Ruhestellung
des Bremsgestä nges mit dem Bremshebel 21 einen solchen Winkel bildet, daß der Abstand
(l zwischen dein Ende 25 des Bremshebels 21 und dem Ende 18 der Schubstange I9 annähernd
der Hubbewegung entspricht, um welche sich die Bremsklötze den Radkränzen nähern
müssen.
-
Die Arbeitsweise der beschriebenen Vorrichtung ist folgende: i. Bei
zu langem Gestänge. - Ist während eines Bremsvorganges das Spiel zwischen Bremsklötzen
und Radkränzen aus irgendeinem Grunde (Abnutzung, Abfallen eines Bremsklotzes oder
selbst einfach nach Ersatz abgenutzter Bremsklötze) zu groß geworden, so überschreitet
die Anzugbewegung des Bremskolbens den für eine normale Bremsung vorgesehenen. Hub,
was zur Folge hat daß sich die Köpfe 23 und 25 der Hebel 21 und 22 um ein größeres
Stück nähern, als einer Bremsung mit einem Gestänge von angemessener Länge entspricht.
-
Während dieser Anzugbewegung gelangt das Ende 18 der Schubstange rg
mit dein Ende 25 des Bremshebels -21 in Berührung und drückt alsdann die von der
Scheide i5, der Muffe io, der Buchse i i und der zur Beseitigung des Spieles dienenden
Schale 27 gebildete Einheit abwärts (Fig. 3), und zwar -zunächst um eine kurze Strecke,
die zur Anlegung der Klemmringe 7 an die Schrä gflächen der Halteschalen 5 erforlerlich
ist, alsdann um eine Strecke, die dem überschüssigen Spiel zwischen Bremsklötzen
und Radkränzen entspricht, und schließlich um eine weitere Strecke, die die Länge
der elastischen Verformung des Gestänges beim Anlegen der Bremskraft darstellt.
-
Beim Lösen der Bremse xücken"die Enden 23 und -25 der Hebel
21 und 22 auseinander. Die aus Scheide 15, Muffe io, Buchse i i und Schale
27 bestehende Einheit steht dabei nicht mehr unter dem Druck der Gabel 1? und verschiebt
sich allmählich nach der Oberseite der Fig. i unter dem Einfluß der großen Fedtr
17, wobei sie die prismatische Stange i, gegen welche sich die Klemmringe 26 der
Schale 27 mit einer von .der Spannung der Feder 28 abhängigen Kraft abstützen, um
die Strecke mitnimmt, die dem überschüssigen Spiel zwischen Bremsklötzen und Radkränzen
entspricht.
Während der Rückkehr dieser Einheit in die Ruhestellung
gleitet der prismatische Stangenteil i auf den Klemmringen 7 der Halteschalen 5,
da .die Verschiebung in dem der Klemmwirkung entgegengesetzten Sinne erfolgt. Ferner
gleitet alsdann der prismatische Stangenteil i unter den Klemmringen 8 der Schale
6, die in diesem Augenblick durch die Buchse IIa freigelegt sind, da letztere durch
die Feder g zurückgeschoben worden ist.
-
z. Bei angemessener Länge des Gestänges.-In diesem Falle rücken die
Gelenke 23 und 25 der Hebel ei und 22 beim Bremsen zunächst um die Strecke d zusammen,
die die Bremsklötze mit den Radkränzen in Berührung bringt. In demselben Augenblick
beginnt die Gabel 12, die von Scheide 15, Muffe Io, Buchse i i und Schale 27 gebildete
Einheit um die Strecke zurückzuschieben, die zur Herstellung der Berührung zwischen
den Klemmringen 7 und den Schrägflächen der Halteschalen 5 notwendig ist (während
dieses Vorganges dehnt sich der Regler um die Länge dieser Strecke aus), um die
erwähnte Einheit schließlich um die Strecke zurückzuführen, die der elastischen
Verformung des Gestänges beim Anlegen der Bremskraft entspricht.
-
Bei dieser Bewegung hat sich also die von Scheide 15, Muffe Io, Buchse
i 1 und Schale 27 gebildete Einheit auf dem Regler nach der Unterseite der Zeichnung
um eine Gesamtstrecke herschoben, die die Summe der zum Anlegen der Klemmringe 7
an die Schrägflächen der Halteschalen 5 erforderlichen Strecke und der der elastischen
Verformung des Gestänges beim Anlegen der Bremskraft entsprechenden Strecke darstellt.
-
Beim Lösen der Bremse spreizen sich .die Gelenke 23 und 25 zunächst
um die der elastischen Verformung des Gestänges beim Anlegen der Bremskraft entsprechende
Strecke auseinander. Während dieser Bewegung erfährt der Regler keine Verkürzung;
weil einerseits die prismatische Stange i bis zur Aufhebung der elastischen Verformung
.des Gestänges unter einer erheblichen Zugwirkung bleibt, und weil andererseits
die Spannung der großen Feder 17 ausreicht, um die Bremswirkung der Klemmringe 26
zu überwinden, die auf dem Stangenteil 1 gleiten.
-
Die Gelenke z3 und 25 rücken alsdann um die Strecke auseinander, die
der Rückkehr der Klemmringe 7 in die Ruhestellung entspricht, während welcher sich
der Regler um die gleiche Strecke verkürzt, um seine ursprüngliche Länge einzunehmen,
denn in diesem Augenblick ist die Wirkung der Klemmringe 26 auf die Stange größer
als der Leerwiderstand des Gestänges.
-
3. Bei zu kurzem Gestänge. - Beim Bremsen gelangen. die Bremsklötze
mit den Radkränzen in Berührung, bevor der Kolben seinen normalen Hub vollendet
hat, d. h. bevor das Ende der Schubstange mit dem Bremshebel 21 in Berührung gekommen
ist.
-
Da der Regler nicht unter Spannung steht und seine Stange nur durch
die Klemmringe 26 gebremst ist, wird er sich so weit ausziehen, bis der Austritt
der Kolbenstange seinen normalen Wert erreicht hat. Die Gelenke 23 und 25 werden
alsdann wieder um die Strecke d zusammengerückt, und die Bedingungen sind dieselben
wie im Falle eines Gestänges von normaler Länge geworden.
-
Soll die Stange von Hand ausgezogen werden, um beispielsweise einen
abgenutzten Bremsklotz zu ersetzen, so braucht nur diese Stange beispielsweise mittels
einer in einen. geeigneten Teil des Gestänges eingeführten Schiene angezogen zu
werden. Es genügt alsdann ein einziger Bremszug, um das Gestänge auf die gewünschte
Länge einzustellen.