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Vorrichtung zum Querteilen von Glasrohren Für die Herstellung elektrischer
Glüh- und Entladungslampen benötigt man laufend größere Mengen auf gleichmäßige
Länge abgeschnittener Glasrohrenden, die als Entlüftungsröhrchen in die Lampenfüße
eingeschmolzen werden. Um' diese einige Zentimeter langen Rohrstücke von den bei
der Glasrohrherstellung erzeugten, etwa a m oder auch mehr langen Glasröhren abzuschneiden,
werden die langen Röhren senkrecht oder auf schräger Bahn gehalten und nach jedem
Schnitt um die abzuschneidende Rohrlänge abwärts geführt. Für den Schnitt haben
sich rotierende Kreismesser bewährt, die aus einem dünnen Stahlrad bestehen.
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Die Erfindung bezweckt, das Querteilen einer größeren Anzahl von auf
schrägen Tragschienen gehaltenen und absatzweise nachgleitenden Glasrohren mittels
angedrückter rotierender Kreismesser gleichzeitig in schneller Arbeitsfolge zu bewirken.
Dies gelingt bei der neuen Vorrichtung, bei der in an sich bekannter Weise zum Festhalten
der Glasrohre gesteuerte Klemmhebel verwendet werden, nach der Erfindung dadurch,
daß zwei nebeneinandergeführte endlose Ketten mit quer auf ihnen befestigten schrägen
Tragschienen, von denen jede einen Klemmhebel aufweist, die Glasrohre von der Beschickungsstelle
aus nacheinander an einer Mehrzahl ortsfest gelagerter, hintereinandergestellter
Kreismesser heranführen, zwischen denen Leitschienenstücke angeordnet sind, die
im Zusammenwirken mit über ihnen hinweggleitenden, mit den Klemmhebeln verbundenen
Fühlhebeln die Glasrohre beim Weitergang von einem Kreismesser zum nächsten zum
Nachgleiten auf den Tragschienen kurzzeitig freigeben.
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Wenn die nach der Erfindung ausgebildete Vorrichtung mit verschieden
langen Glasröhren beschickt wird, ist es notwendig, den früher oder später anfallenden,
der gewünschten Länge nicht entsprechenden Glasrohrrest besonders aufzufangen, damit
er nicht in den für die genau auf Länge geschnittenen Rohrstücke bestimmten Sammelbehälter
fällt. Zu diesem Zweck ist der Klemmhebel an jeder
Tragschiene voll
deren unterem Endc so weit entfernt gelagert, dar er bei einem in der Tragschiene
befindlichen kurzen, unverwendbaren Glasrohrrest beim Ablauf des Fühlliebels vom
vorangegangenen Leitschienenstück bis auf die Tragschiene herabsinkt, so dar der
Fühlhebel unter dein nächsten Leitschienenstück frei vorbeiläuft, während ein an
ihm federnd gleitender Schieber den Glasrohrrest in der Tragschiene festhält. Auf
ein. am Ende -der Maschine hinter dem letzten Kreismesser sitzendes, besonders tief
tierabgreifendes Leitschienenstück läuft dann der Fühlhebel in jedem Fall auf, so
dar nunmehr durch Anheben des an ihm gleitenden Schiebers der unverwendbare Glasrohrrest
freigegeben wird und in einen Abfallbehälter fallen kann.
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Zum Auffangen der genau abgeschnittenen Rohrstücke ist es zweckmäßig,
besondere Behälter am unteren Ende jeder Tragschiene anzubringen, die von dieser
bis zum Ende der Maschine mitgenommen und beim Umwenden der Tragschienen in einen
Sarnnielbehälter entleert werden. An dieser Stelle kann ein Transliortband gelagert
sein, welches die abgeschnittenen Rohrstücke aus dem Sammelbehälter zu der nächsten
Verarbeitungsmaschine bringt.
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Da die Kreismesser bei der großen Stückzahl der zu verarbeitenden
Glasrohre einem raschen Verschleiß unterliegen, ist es zWeckmäßig, sie nachstellbar
einzurichten. Zu diesem Zweck ist jedes Kreismesser in Hölle der Obergangsstelle
zwischen Tragschiene und dem an ihr befestigten Behälter an einer unterhalb der
und parallel zur Tragschiene gelagerten, mittels Reibradgetriebes in Umdrehung versetzten
Welle befestigt, deren Lager in Richtung auf die Tragschiene und das Glasrohr verstellt
werden kann.
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Die Zeichnung -neigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, und zwar
ist Abb. i eine Vorderansicht der :Maschine, die die Beschikkungsvorrichtung und
die endlosen Ketten reit den schräg abwärts gerichteten Tragschienen und den darunter
befindlichen rotierenden Kreismessern zeigt, während die Einzelheiten zum Festhalten
und Nachgleiten der Glasrohre auf den Tragschienen der Übersicht halber weggelassen
wurden.
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Abb. 2 ist ein Querschnitt nach Linie 2-2 in Abb. i in wesentlich
größerem Marstab, wobei unwesentliche Teile der endlosen Ketten fortgelassen wurden.
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Abb. 3 zeigt schaubildlich eine einzelne Tragschiene mit der Festhaltevorrichtung
für das Glasrohr und den Anschlägen und Leitschienenstücken am Maschinenrahmen.
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Abb. .I ist ein Teilschnitt nach Linie .I-.I in Abb. 2. Am Maschinenrahmen
i sind Rollen 2 schr-h gelagert, über welche zwei endlose Ketterl3 geführt sind.
Die Rollen -2 erhalten auf einer Seite einen antrieb von dem Elektromotor über das
Getriebe 5. Quer auf den endlosen Ketten 3 sind Tragschienen 6 befestigt. so da13
diese also schräg abwärts gerichtet sind, wie in Abb. 2 zu sehen ist. Zwischen den
Rollern sind die endlosen Ketten 3 noch mittels besonderer Rollen 7 am Maschinenrahmen
i abgestüt7t. Von einem Vorratsbehälter @ am linken Ende der -Maschine werden die
Glasrohre o reit Hilfe einer Bescliickungstrornriiel io und des Leitbleches i i
einzeln auf je eine "Pragschiene 6 gelegt. Auf, jedes in einer Tragschiene
6 befindliche Glasrohr () legt sich dann ein Iileinrnliebel 12. und zwar unter Wirkung
einer um seine Welle 13 gewickelten Torsionsfeder i.I. Noch bevor diest Tragschiene
6 das erste der rotierenden Kreisrnesser 15 erreicht, läuft der mit dein Kleniniliebel
12 auf der gleichen Welle 13 befestigte Fühlhebel 16 auf ein am ()-Träger 17 de
Maschinenrahmens befestigtes Leitschienenstück 18 auf. Der Fühlhebel 16 trägt hierzu
einen Zapfen i9, auf dein auch noch eine Rolle 2o sitzen kann. Bei abgehobenem Kleinrnliebel
12 gleitet das Glasrohr 9 auf der Tragschiene 6 abwärts, bis es mit seinem unteren
Ende gegen einen ebenfalls am [)-Träger befestigten Anschlag 21 stört. Bei der Weiterbewegung
der endlosen Ketten 3 mit den Tragschienen 6 läuft der Fülilhebel 16 mit seiner
Rolle 2o wieder vom Leitschienenstück 18 herab, so daß der Klernmbebel 12 numliehr
wieder durch Wirkung der Feder 1- auf das um ein bestimmtes Stück über die Tragschiene
6 herausragende Glasrohr (1 gedrückt wird. In dieser Stellung wird das- Glasrohr
9 am ersten Kreismesser 15 vorbeigeführt und von diesem eine bestimmte Rohrlänge
abgeschnitten.
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Im vorliegenden Fall erhält jedes der Kreismesser i 5 seinen Antrieb
von einem eigenen Elektromotor 22 über ein Reibradgetriebe 23 (Abb. 2). Jedes Kreiselesser
15 ist an einer Welle 28 in solcher Hölle befestigt, dafi es an der Übergangsstelle
voll der Tragschiene 6 zu dein an ihr befestigten Behälter 2-. gegen das Glasrohr
c1 trifft. Es genügt, das Glasrohr 9 mit dein Kreismesser 15 anzuritzen, da das
Glasrohr dann auf seinem ganzen Umfang durchspringt.
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Da die Kreismesser 15 bei der großen Stückzahl der mit der -Maschine
zti verarbeitenden Glasrohre einem raschen Verschleiß unterliegen, sind sie nachstellbar
eingerichtet. Zu diesem Zweck sind die zu den Tragschienen 6 parallelen Wellen 28
nachstellbar in Lagerböcken 2o gelagert, die auf zu den Wellen 28 senkrechten Spindeln
30 sitzen.
Nach Lösen der Klemmuffen 31 mittels des Handhebels
32 .läßt sich die Spindel 30 mit Hilfe der Rändelmutter 33 etwas anheben,
worauf die Klemmuffe 31 wieder festgespannt wird. Das Reibradgetriebe 23 stellt
sich hierbei selbsttätig nach, da das große Reibrad unter Wirkung der Feder 34 steht.
In der Abb. 3 sind der Motor 22 mit dem Getriebe 23 der Übersicht halber weggelassen
und nur das Kreismesger 15 angedeutet.
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,Nach dem Abschneiden des ersten Rohrstückes läuft der Fühlhebel 16
mit seiner Rolle auf das nächste Leitschienenstück ib auf, so daß der Klemmhebel
12 das Grasrohr 9 freigibt und dieses wieder gegen den nächsten Anschlag 21 gleiten
kann (Abb..f, rechts). Dieser Vorgang wiederholt sich so oft, wie Kreismesser 15
an der Maschine vorgesehen sind, so daß das Glasrohr 9 vollkommen aufgebraucht werden
kann. Die Anschläge 21, können naturgemäß verstellbar eingerichtet sein, so daß
man die Maschine zum Schneiden * verschiedener Rohrlängen verwenden kann. Die abgeschnittenen
Rohrstücke können in einen am Maschinenrahmen befestigten Sammelbehälter fallen,
von dem sie mit der Hand zur Weiterverarbeitung entnommen werden. Zweckmäßig ist
es aber, am unteren Ende jeder Tragschiene 6 einen kleinen Behälter 2.4 anzubringen,
der die während aller Arbeitsvorgänge von einem Glasrohr g abgeschnittenen Rohrstücke
aufnimmt und bis zum Ende der Maschine trägt. Hier werden dann die Behälter 24.
beim Umwenden der Tragschienen 6, während die endlosen Ketten 3 über die Rollen
2 laufen, entleert. Die abfallenden Rohrstücke können hierbei über einen Sammelbehälter
auf ein Transportband 25 gleiten, das sie zur nächsten Verarbeitungsmaschine weiterträgt.
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Am oberen Ende eines jeden Glasrohres 9 wird je nach dessen ursprünglicher
Länge immer ein mehr oder weniger kurzer Rest bleiben, der nicht der gewünschten
Rohrlänge entspricht. Wenn dieser Rest in die Sammelbehälter für die genau geschnittenen
Rohrstücke fällt, muß er erst wieder aus diesen besonders ausgelesen werden. Es
ist deshalb an der Vorrichtung eine Möglichkeit vorgesehen, diesen ungenauen Glasrohrrest
gleich für sich, getrennt von den genau geschnittenen Rohrstücken, zu sammeln. Zu
diesem Zweck ist der Klemmhebel i2 so weit vom unteren Rande der Tragschiene 6 angeordnet,
daß er einen zu kurzen, nicht mehr verwendbaren Glasrohrrest nicht mehr erfassen
kann, also beim Ablaufen des Fühlhebels 16 von dem vorangegangenen Leitschienenstück
18 ins Leere stößt und bis auf die Tragschiene 6 herabsinkt. Durch die Torsionsfeder
14 wird also der Klemmhebel 12 und gleichzeitig mit ihm der Fühlhebel 16 so weit
abgesenkt, daß dieser unter dem nächsten Leitschienenstück 18 frei vorbeiläuft (Abo.
.I, links). Ein am 1# iihlliebel 16 gleitender und von einer Feder 2; abwärts gezogener
Schieber 26 hält jetzt noch den Glasrohrrest in der Tragschiene 6 fest. Hinter dem
letzten Kreismesser, nachdem die Tragschienen 6 über die Rollen :2 umgelenkt sind
und ihre Behälter 24 sich entleert haben, läuft der Fühlhebel 16 auf ein besonders
tief herabgreifendes Leitschienenstück auf (nicht dargestellt), welches den Fühlhebel
16 auf jeden Fall anhebt, so daß nunmehr auch der unverwendbare Glasrohrrest durch
Anheben des Schiebers 26 freigegeben wird und in einen besonderen Abfallbehälter
fallen kann. Dieses Leitschienenstück kann sich bis zum Beschickungsende der Maschine
fortsetzen, so daß der Fühlhebel 16 erst wieder freigegeben wird, unmittelbar nachdem
die Tragschiene von der Beschickungstrommel io und dem Leitblech i i her mit einem
neuen Glasrohr 9 beschickt wurde. Von hier ab wiederholt sich der Vorgang in der
beschriebenen Weise. Die beschriebene Anordnung des Klemmhebels 12 und des federnden
Schiebers 26 gestattet ein Festhalten eines unverwendbaren Glasrohrrestes an jeder
beliebigen Stelle der Maschine, auch wenn beispielsweise ein zu kurzes Glasrohr
schon an der Beschickungsstelle auf die Tragschiene 6 gelegt wurde. Selbstverständlich
ist die Abwärtsbewegung des Schiebers 26 am Fühlhebel 16 so begrenzt, daß er beim
Auflaufen des Fühlhebels auf eines der Leitschienenstücke 18 jedesmal mit angehoben
wird und das Glasrohr 9 frei bis zum Anschlag -21 abgleiten kann.