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Mit sich kreuzender Lineatur versehenes Zeichenpapier Zeichenpapiere,
die eine sich kreuzende Lineatur auf\veisen, werden ausnahmslos mit rechtwinkligem
Koordinatensystem versehen. Die vorliegende Erfindung bezweckt, derartige Papiere
durch Einführung einer Lineatur mit sich unter einem schiefen Winkel kreuzenden
Linien zur räumlichen Darstellung beliebiger Gebilde geeignet zu machen.
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Dies geschieht erfindungsgemäß dadurch, daß unter Anwendung der für
das perspektivische Zeichnen gültigen Gesetze die Lineatur der Papiere aus Scharen
von Geraden besteht, die für die Breiten- und Tiefenlinien sowie auch für die Höhenlinien
von vorzugsweise außerhalb .des Zeichenblattes liegenden Fluchtpunkten ausgehen,
einer im Zeichenfeld beliebig zu wählenden Senkrechten bzw. einer durch die Wahl
des Augenpunktes gegebenen Horizontalen zustreben.
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Durch den Vordruck eines solchen Liniennetzes wird es auch für den
Laien leicht möglich, irgendwelche Körper oder Raumgebilde ohne Kenntnis der einschlägigen
Regeln perspektivisch richtig darzustellen und saubere, wirksame Abbildungen anzufertigen,
denn der Zeichner hat es nur nötig, beispielsweise die dein Beschauer zunächst liegende
senkrechte Kante eines darzustellenden Körpers auf die Senkrechte des Zeichenpapiers
zu verlegen und von .dort aus den vorgedruckten Breiten- und Tiefenlinien des Papiers
zu folgen.
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Der Aufdruck der erfindungsgemäß zu gestaltenden Blätter kann, wie
bei Millimeterpapier üblich, so erfolgen, daß bestimmte Linien, z. B. die Fünfer-
und Zehnerlinien, hervorgehoben werden. Auch lassen sich gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung die verschiedenen Linien, beispielsweise die einzelnen
Scharen von Geraden, verschiedenfarbig drucken, um hierdurch die Orientierung im
Liniennetz zu erleichtern.
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Der Eindruck einer perspektivischen Darstellung ändert sich bekanntlich
je. nach der
Lage der Fluchtpunkte und des Augenpunktes; dementsprechend
hat inan es bei der Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Papiere in der Hand, die
Scharen der sich kreuzenden Geraden durch Wahl der Fluchtpunkte bzw. durch Anordnung
des Horizontes unter verschiedenen Winkeln laufen zu lassen. So wird man beispielsweise
für die Darstellung größerer Objekte, wie z. B. Häuser, die dem Augenpunkt entsprechende
Horizontale möglichst in die -glitte des Zeichenfeldes legen. Für mittelgroße Gegenstiinde,
etwa für die Abbildung von Möbelstücken, ergibt sich ein anschauliches Bild, wenn
der Augenpunkt und damit der Horizont verhältnismäßig hoch liegt, also das Liniennetz
des Papieres zur Darstellung des Gegenstandes aus der Vogelperspektive geeignet
ist. Bei kleinen Körpern. beispielsweise Werkstücken usw., ist es auch möglich,
die Höhenlinien als eine Schar von Geraden zu zeichnen, die auf einen ver?iältnismäßig
naheliebenden Fluchtpunkt zulaufen, w iilirend bei größeren G°-enständen diese Darstellungsweise,
so richtig sie zeichnerisch " s ein mag, einen etwas unnatürlichen Eindruck hervorruft.
-Gegenstand der Erfindung sind schließlich auch Blöcke aus Millimeterpapier, dessen
Aufdruck in der erfindungsgemäßen `eise gewählt, aber auf den Einzelblättern oder
Blattgruppen nach der Labe der Flucht- und Augenpunkte, der Mittelsenkrechten, der
:Maßstäbe, Farben o. cl-l. verschieden gewählt ist.
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Es ist naturgemäß nicht erforderlich, die Linienabstände der verschiedenen
Scliar:-ii gleich groß zti wählen. Desgleichen brauchen die Fluchtpunkte
nicht symmetrisch zur Senkrechten oder zur Horizontalen zu liegen.
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Zur Verdeutlichung der Erfindung für die verschiedensten Zwecke, L.
B. zu Lehrzwecken für alle technischen Berufe, wie -Maschinenbau, Architektur, Holzbearbeitung
usw., sind in der Zeichnung einige Ausführungsbeispiele dargestellt.
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Fig. i zeigt einen Aufdruck sich kreuzencler, entsprechend den Gesetzen
der Perspektive verlaufender Linien 5 und 6, die für die Breiten- und Tiefendimensionen
von außerhalb des Zeichenblattes auf eine Senkrechte; zulaufen. Die Höhenlinien
sind hier als parallele Senkrechte 8 dargestellt, weil dieses dein Beschauer das
natürlichste Bild einer Architektur vermittelt. Wollte man bei solchen :Motiven
sich streng an die perspektivischen Gesetze halten, dann müßten die Senkrechten
über der Horizontalen 9 nach oben, unterhalb dieser Horizontalen aber , nach einem
unterhalb dieser Horizontalen q gelegenen Fluchtpunkt zusammenlaufen; auf diese
Weise miißte die Senkrechte eine hnikkung erfahren, die uni so größer würde, je
weiter diese Senkrechte von der Senkrechten,;. entfernt ist. Eine solche zwar konstruktiv
richtige Darstellung hat z. B. die -,Malerei von jeher wegen ihrer unnatürlichen
Wirkung al)-gelehnt, und man wird deshalb zweckmäßig auch bei der vorliegenden Erfindung
diesen] Brauche folgen. Dadurch, daß die 'Mittelhorizontale 9 verhältnismäßig hochliebend
gewählt ist, eignet sich eine solche Anordnung, besonders für Architekturen und
älinliclie ,große Gebilde.
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In Fig. 2 ist die Lage der Horizontalen r i mehr in den oberen Rand
des Zeichnungsblattes gewählt, so daß sich das abgebildete Objekt 12 auf die Linienscharen
13, i I zu beiden Seiten der Horizontalen verteilt. Die Ilöhenlinien 1.5
sind auch hier als parallele Senkrechte dargestellt. Diese Anordntuig eignet sich
besonders für die Wiedergabe von cäegenatä ]den, auf welche der normale 1lMensch
mehr von oben herabsieht, wie das z. B. l)ei einem Schreibtisch der Fall ist.
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F ig. 3 zeigt schließlich ein Papier, bei welchem sowohl die Breiten-
und Tiefenlinien 10, 17 als auch die Höhenlinien i` nach perspektivischen Gesetzen
gezeichnet sind.- Der Augenpunkt ist bei diesem Aufdruck so weit über den oberen
Rand des Vordruckes gelebt, daß der abgebildete Gegenstand i9 stark von oben betrachtet
erscheint. Solche Vordrucke wird man für die Abbilching kleinerer Gegenstände wählen.
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Bei allen drei Zeichnungsbeispielen kann nian so vorgehen, daß die
verschiedenen Linien, zweckmäßig die dein gleichen Fluchtpunkt zugeordneten Geraden,
von den Geraden leg oder der anderen Fluchtpunkte durch ihre Färbung verschieden
sind, also beispielsweise derart, daß in Fig. i die Linien 5 rot. die Linien C grün
und die Linien S blau gew:ihlt werden.
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Die Ansprüche :2 und 3 sollen als reine Unteransprüche nur im Zusammenhang
niit dein Inhalt des Anspruches i unter Pa?eiitscliutz gestellt sein.