DE7223A - Neuerung an Feuerungsanlagen - Google Patents

Neuerung an Feuerungsanlagen

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DE7223A
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Original Assignee
R. PlNTSCH, Ingenieur, in Berlin, Andreasstr. 72

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Description

1879.
RICHARD PINTSCH in BERLIN. Neuerung an Feuerungsanlagen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom i. Februar 1879 ab.
Die vorliegende Feuerungsanlage bedient sich als Rost zur Verbrennung des Feuerungsmaterials des sogenannten Treppenrostes mit selbstthätiger Brennmaterialzuführung (Füllung), jedoch ist die Neigung der ganzen Rostfläche veränderlich verstellbar für die verschiedenen Brennmaterialien, ihre Gröfse und Qualität, die beabsichtigte Schnelligkeit der Verbrennung derselben bezw. die zur Verbrennung nöthige Zeit behufs gröfserer oder geringerer Dampferzeugung, indem die einzelnen Rostbalken, welche die Roststäbe tragen, mit dem einen Ende auf excentrischen Scheiben ruhen, die auf einer unterhalb des Rostes quer durchgehenden Welle aufgekeilt, durch diese vermittelst eines aufsen angebrachten Handhebels verstellt werden können, so dafs so die Rostbalken und mit ihnen die Stäbe an dieser Stelle gehoben oder gesenkt und dadurch die Neigung des Rostes verändert werden kann.
Wesentlich ist hierbei die Anordnung des am unteren Ende des Treppenrostes angeordneten Schlackenschiebers. Bisher nämlich, kam bei Anwendung des gewöhnlichen Schlackenschiebers die gesammte auf der schrägen Rostfläche befindliche Brennmaterialmasse ins Rutschen, und es entwickelten sich somit hierdurch plötzlich eine übergrofse Menge Verbrennungsgase, welche zu . fassen und fortzuführen die Züge nicht geräumig genug sind. Diese Gase schlugen demgemäfs in diesem Moment brennend aus dem Ofen heraus und beschädigten die ganze Umgebung, das Leben des Heizers in Gefahr bringend.
Aufserdem aber drang bei Anwendung der alten Schlackenschieber, bei welchen mit den Schlacken auch viel unverbranntes Material in die Aschgrube fiel und die schräge Brennmaterialschicht, ihrer unteren Stütze beraubt, plötzlich ins Rutschen kam, bei solcher Manipulation eine Menge kalte Luft durch die hierdurch frei gewordenen Roststäbe in die Feuerung und störte so lange die richtige Verbrennung, bis die nach und nach gebildete Schlacke wieder die Oeffnungen schlofs.
Die vorliegende Anordnung besteht dagegen in der Anordnung eines flachen Schiebers mit angesetztem Segment, welch letzteres sich unten der schräg liegenden Brennmaterialmasse als Stütze entgegenstellt, wenn die untere Schlackenschicht durch Benutzung des Schlackenschiebers in die Aschgrube fällt.
Der neue Schlackenschieber wird nämlich hierbei nicht gezogen, sondern gedreht. Es fällt auf diese Weise die untere Stützplatte für die ganze schräge Brennmaterialschicht, auf der sich die Schlacken ansammeln, drehend nach unten und hierbei die Schlacken in die Grube, während gleichzeitig der auf der anderen Seite des Drehpunktes befindliche kreisförmige Schiebertheil sich der schrägen Brennmaterialschicht als Stützpunkt entgegenstellt und deren Rutschen verhindert. Somit, bleibt die ganze brennende Schicht in völliger Ruhe, die Schlackenbildung wird nicht unterbrochen und die Roststäbe nicht vorzeitig frei, mithin ein übermäfsiger Luftzutritt durch dieselben vermieden.
Die zweite dazu gehörige Anordnung an dieser Anlage betrifft die Zuführung einer gewissen Quantität vorgewärmter Luft in den Verbrennungsraum in denjenigen Theil der Flamme, welche derselben am meisten behufs Erzielung einer rationellen Verbrennung bedarf, nämlich dicht vor der Feuerbrücke.
Diese Luft tritt in der vorliegenden Anordnung durch Kanäle ein, welche seitlich von der Feuerbrücke beginnend, unter derselben fortgehend, sich dann seitlich nach vorn wendend bis dicht über die glühende Gewölbekappe der Feuerung hinziehen, sich dort in einem Sammelkanal vereinend. Von dort tritt die so erhitzte Luft, durch eine Anzahl Düsen vertheilt, der Feuerbrücke geradeüber in die Feuerung ein, die Verbrennung befördernd und unterstützend.
Eine Anlage nach diesem System finden wir in der beiliegenden Zeichnung dargestellt, und zwar bezeichnet:
Fig. ι eine Vorderansicht einer solchen Feuerungsanlage.
Fig. 2 einen mittleren Längenschnitt durch die Mitte derselben.
Fig. 3 einen Verticalschnitt in der Richtung der Linien A-B von Fig. 2, und
Fig. 4 einen Verticalschnitt in der Richtung der Linie C-D von Fig. 2.
Gleiche Buchstaben bezeichnen in allen Figuren auch gleiche Theile.
Der grofse Treppenrost T in der ganzen Breite der Feuerung ruht mit den unteren, rund ausgehöhlten Enden seiner Rostbalken R auf
der Querschiene S, welche oben in einer der Aushöhlung an den unteren Rostbalkenenden Ii entsprechenden Rundung abgerundet ist. Oben ruht der Rost T ebenfalls mit den Rostbalken R auf den kreisrunden Scheiben ίίί. ., welche excentrisch auf der von aufsen durch den Griff U drehbaren Welle u aufgekeilt sind. Man kann also die oberen Rostbalkenenden durch Drehung der Welle u vermittelst des Griffes U mehr oder weniger heben oder senken, und dadurch auch die Neigung des ganzen Rostes verändern.
Wird man demnach eine gröfsere Dampferzeugung brauchen, so wird man die Neigung des Rostes vergröfsern, somit infolge schnelleren Vorrückens der Brennmaterialschicht bei weiter geöffnetemKanalschieber eine energischere, schnellere Verbrennung erzeugen und umgekehrt. Andererseits wird man aber auch bei grobkörnigerem Material die Schrägung des Rostes vergröfsern müssen, um ein entsprechendes Vorschreiten der Brennmaterialschicht zu erzielen etc.
Am unteren Ende des Rostes T, dicht bei der Querschiene S, befindet sich der Schlackenschieber O, bestehend aus dem Kreistheil <?, angesetzt an die mit der Welle ν mit Hülfe des aufsen befindlichen Hebels V drehbare, durchbrochene Platte ο'. Beim Schlacken bringt der Heizer mit Hülfe des Hebels V den Schlackenschieber O bezw. die Platte ο' an demselben in die in der Zeichnung punktirt dargestellte, fast senkrechte Stellung.
Somit fallen die Schlacken demnächst in ganzen, grofsen Stücken in die Aschgrube, während der Kreistheil ο für die schräg auf dem Roste stehende Brennmaterialschicht als Stütze bleibt und deren Rutschen verhindert. Es können dann somit nicht unverbrannte Kohlenstücke nachstürzen, wie das so vielfach früher geschah; die ganze Schicht bleibt in Ruhe, es öffnen sich die Zwischenräume zwischen den Roststäben nicht übermäfsig und der Zutritt der Luft durch dieselben bleibt ein regelmäfsiger. Von der einen Seite eintretend, sehen wir in Fig. 4 die beiden Kanäle / und K. Der eine / tritt rechts unter der Feuerbrücke F ein, geht die ganze Breite derselben entlang, dann an der anderen linken Seite nach vorn und oben, bis er in den Kanal IK mündet. Der andere Kanal K tritt ebenfalls rechts ein, mufs aber, weil er auf derselben Seite in den Kanal IK eintreten soll, erst wieder nach rechts zurückkehren, geht dann auf der rechten Seite nach vorn und oben und tritt so auf der rechten Seite in den Kanal IK ein. Aus diesem dicht über dem Feuerkanal liegenden Sammelkanal, in welchem sich die Luft mithin stark erhitzt, tritt die Luft durch die düsenförmigen Oeffnungen ti. . in den Verbrennungsraum, an einer der Feuerbrücke gegenüber stehenden Stelle, mischt sich dort mit den Verbrennungsgasen und befördert deren Verbrennung. Durch die Passage, sowohl unterhalb der Feuerbrücke, als auch oberhalb der Feuerkappe, wird diese so zugeführte Luft selbstverständlich stark erhitzt und wirkt mithin nur wohlthätig die Verbrennung befördernd.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Die Veränderlichkeit in der Neigung des Rostes, im wesentlichen wie beschrieben und dargestellt.
2. Die Gesammtconstruction der Feuerungsanlagen in ihrer ganzen Zusammensetzung, im wesentlichen wie beschrieben und dargestellt.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.

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