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Flachtrockner für schrumpfende Stoffbahnen Ein Flachtrockner für schrumpfende
Stoffbahnen nach Patent 701 317 mit mehreren übereinanderliegenden Förderern,
deren Geschwindigkeit durch im Bahnlauf zwischen diesen liegende Steuermittel elektrisch
steuerbar ist, ist dadurch gekennzeichnet, daß bei Trocknern mit die Stoffbahn in
kurzen Hängefalten tragenden Förderern als Steuermittel für die Regelung der Geschwindigkeit
des Stoffbahnabzugs und 'des jeweils folgenden -Förderers ein an einem Drehpunkt
schwenkbar aufgehängter Fühler angeordnet ist, an dem die Bahn entlang gezogen wird,
wobei der Ausschlag des Fühlers in der einen Richtung den Längungsausgleich und
der Ausschlag in der anderen den Schrumpfungsausgleich herbeiführt.
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Ein weiteres Kennzeichen dieser Anordnungsweise kann darin bestehen,
.daß als Fühler ein die nach oben ablaufende- Bahn von beiden Seiten erfassendes
Walzenpaar oder ein gleichwertiges Mittel, z. B. ein Führungsleistenpaar, angeordnet
ist, oder sie kann auch dadurch gekennzeichnet sein, daß als Fühler eine in der
Normallage entgegen der Bahnlaufrichtung schräg hängende, an der Oberseite der nach
oben ablaufenden Bahn anliegende Walze angeordnet ist.
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Diese Erfindung nach Patent 701 317 hat, da bei ihrer Stoffbahnführung
zwischen den Förderern nach oben über Leitrollen gewisse Bahnen beim Beginn der
Trocknung infolge ihrer geringen Festigkeit nur schwach zusammenhalten, durch das
Zusatzpatent 702 488 eine weitere Ausbildung in der Weise erfahren, daß der
für die Regelung der Geschwindigkeit des Stoffbahnabzuges und des jeweils folgenden
Förderers an einem Drehpunkt schwenkbar aufgehängte Fühler als Walze ausgebildet
ist, die,-um eine seitlich liegende Drehachse schwenkbar, auf die . Bahn bei waagerechtem
und ein Stück ohne Unterstützung
durch den Förderer erfolgendem
frei gespanntem Lauf derselben oben aufliegt. Diese Einrichtung kann weiter dadurch
gekennzeichnet sein, daß zum Zwecke der freien Führung der Stoffbahn ohne Unterstützung
durch den Förderer die beiden Förderketten des Förderers zu beiden Seiten der Stoffbahn
durch zwei von oben auf sie wirkende Kettenräder bogenförmig nach unten geführt
sind, wobei die Tragschienen für die Laufrollen der Ouerstäbe des Förderers dem
bogenförmigen Lauf der Förderkette angepaßt sind, oder dadurch, daß die Kettenräder.
durch andere gleichwertige Leitorgane, z. B. Führungsschienen, für einen zwangsläufigen
bogenförmigen Lauf der Kette ersetzt sind. Bei diesen Flachtrocknern kann dann außerdem
die Gestaltung so sein, daß für die gesamte Führung der Bahn im freien Bahnstück
unter der Fühlwalze die an der Fördererumkehrstelle angeordneten Stoffabzugwalzen
mit Voreilung angetrieben sind, wobei dann noch als kennzeichnend hinzukommen kann,
daß der Antrieb der Stoffabzugwalzen über ein von der Welle des tiefer liegenden
Förderers angetriebenes, regelbares Vorgelege erfolgt und ein die Fühlwalze beim
Reißen der Stoffbahn gegen .ein zu weitgehendes Ausschlagen sichernder Anschläg
angeordnet ist.
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Die Praxis hat nun gezeigt, daß ein Trockner, der nach Patent
702 488 gebaut worden ist, an sich beim Trocknen der meisten schrumpfenden
Stoffbahnen einwandfrei arbeitet. Wenn jedoch die zu trocknende Stoffbahn keine
genügende Festigkeit oder, wie man auch sagen könnte, keine genügende innere Bindung
aufweist, arbeitet auch diese Einrichtung noch nicht in zufriedenstellender Weise.
Es gibt nämlich schrumpfende`Stoffbahnen ganz besonderer Art, z. B. eine besondere
Art der sogenannten Bunafellbahnen, die bei Beginn der Trocknung nur ganz lose zusammenhängen
und erst durch die Trocknung ihre innere Bindekraft erhalten. Diese ganz besondere
Art von Bunafellbahnen macht bei der Überführung von einem Förderer des Trockners
zum nächst tiefer liegenden Förderer eine derart schonende Behandlung notwendig,
daß auch die Einrichtung nach Patent 70.2 488 noch nicht vollständig befriedigen
kann. Es hat sich nämlich gezeigt, daß bei schrumpfenden Stoffbahnen mit einer außergewöhnlich-
geringen Festigkeit oder inneren Bindekraft die Überführung nicht immer möglich
ist, weil hierbei die Förderketten durch Kettenräder bogenförmig nach unten geführt
werden, wodurch an dieser Stelle der frei gespannte Lauf der Bahn entsteht, die
Bahn somit -.n dieser Stelle ohne eine Unterstützung durch den Förderer ist.
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Ist nun die zu trocknende Stoffbahn nicht genügend fest, dann reißt
sie an der frei gespannten Stelle auch dann, wenn die Fühlerwalze kaum einen Druck
auf die Bahn ausübt, weil zur Belastung durch die Fühlerwalze auch noch die Schwere
der Bahn an sich und die hierdurch auftretende Spannkraft hinzukommt.
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Bei dieser Ausführung nach Patent 702 .188 sind an der Fördererumkehrstelle
Stoffabzugwalzen planetenartig um eine umlaufende Welle gelagert, die gegenüber
der Förderkettenumlaufgeschwindigkeit mit Voreilung angetrieben sind und die gespannte
Führung der Bahn im freien Bahnstück herbeiführen, indem sie die ankommenden Falten
in ihrer jeweils vorhandenen Größe durch Glattziehen beseitigen, wobei jedoch der
Nachteil besteht, daß nur drei dieser Stoffabzugwalzen mit der Bahn in Berührung
kommen und diese dann wiederum nur mit einem geringen Teil ihrer Umfangsfläche,
weil. die hierbei gebildeten Umschlingungswinkel sehr klein sind.
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Bei der bekannten Ausführungsart hat man somit zwei nachteilige Erscheinungen,
die ein Zerreißen bzw. Beschädigen der Stoffbahn begünstigen, nämlich zunächst das
gespannte, frei geführte Bahnstück mit der aufliegenden Fühlerwalze, wodurch an
dieser Stelle eine zu starke Beanspruchung der sehr schwachen Stoffbahn erfolgt,
und zum anderen den geringen Umschlingungswinkel, den die Stoftbahn beim Aufliegen
auf den Stoffabzugwalzen bildet.
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Die vorliegende Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, diese Nachteile
zu beseitigen, indem sie eine Einrichtung nach Patent 701 317 nun in der
Weise weiter ausbildet, daß auch diese ganz empfindlichen schrumpfenden Stoffbahnen
an den Überführungsstellen im Trockner nicht mehr reißen bzw. nicht mehr beschädigt
werden können.
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Erfindungsgemäß wird an den Umkehrstellen zum Überführen der Faltenlage
von einem Förderer zum nächst tiefer liegenden Förderer ein Förderorgan mit einer
größeren Auflagefläche für die Stoffbahn, z. B. ein kleines Förder- und Stützband,
angeordnet, welches gegenüber der Förderkettengeschwindigkeit ebenfalls mit der
bekannten Voreilung angetrieben wird. Die Fühlerwalze hängt hierbei in an sich bekannter
Weise lotrecht (sie pendelt natürlich während ihrer regulierenden Tätigkeit), jedoch
derart zwischen den beiden Förderern, daß trotz der lotrechten Fühlerw alzenaufhängung
der Trockner nicht wesentlich höher wird als bei einer waagerechten Lage der Fühlerwalzen.
Die Vorteile der lotrechten Aufhängung,, die darin bestehen, daß die Walze mit ihrem
Fühlergewicht nicht von oben auf die frei geführte Bahn drückt, bleiben hierbei
gewahrt.
Dies mit Voreilung angetriebene Förder-und Stützband kann
gegenüber den Stoffabzugwalzen eine größere Tragfläche für die Stoffbahn bieten,
wenn diese zur Zeit des Überführens von der Faltenlage zwischen den O_uerstäben
des oberen Förderers zur Faltenlage zwischen den Querstäben des tiefer liegenden
Förderers glattgezogen wird.
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In der Zeichnung -ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht.
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Abb. i zeigt die neue Einrichtung von der Seite gesehen in schaubildlicher
Darstellung. Abb. 2 zeigt eine Ausführungsart der Erfindung mit schräg gestelltem
Förder- und Stützband.
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Wie in der Zeichnung ersichtlich ist, sind in bekannter Weise zwei
Förderer a und b übereinanderggelagert, die sich in Pfeilrichtung bewegen und eine
Stoffbahn c durch den Trockner fördern. Die Stoffbahn hängt in bekannter Weise in
Falten d zwischen den Querstäben e, die in bekannter Weise zwischen den beiden Ketten
oder Bändern des Förderers fest oder drehbar gelagert sind. An der Überführungsstelle
des Förderers a ist ein kleines Förder- und Stützband angeordnet, welches zur Überführung
der Stoffbahn von einem Förderer des Trockners zum nächst tiefer liegenden Förderer
des Trockners dient, indem sich die Stoffbahn aus ihrer Faltenlage auf dem oberen
Förderer in eine gestreckte Lage auf das Stütz- und Förderband f ablegt und dann
durch das Förder-und Stützband dem nächst tiefer liegenden Förderer b derart zugeführt
wird, daß die Falten in bekannter Weise wieder in ihrer normalen Größe zwischen
den Querstäben des tiefer liegenden Förderers eingelegt werden. Das Förder- und
Stützband f ist mit dem nachfolgenden tiefer liegenden Förderer b gekuppelt und
derart angetrieben, daß seine Geschwindigkeit gegenüber dem Förderer b um so viel
größer ist, als das für die jeweilig gewünschte Schleifenlänge erforderlich wird,
die zwischen den Querstäben e des tiefer liegenden Förderers gebildet werden soll.
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Damit man .diese Schleifen je nach Wunsch schnell in verschiedenen
Längen bilden kann, wird dieses Übersetzungsverhältnis dann auch noch in bekannter
Weise regelbar ausgebildet.
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Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, hängt die Fühlerwalze k in
an sich bekannter Weise lotrecht, jedoch nicht oberhalb des Förderers a, wie es
bekannt ist, sondern unterhalb des höher .liegenden Förderers a, und oberhalb de-'s
tiefer liegenden Förderers b.
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Diese Anordnungsweise hat den Vorteil, daß das Fühlergewicht nicht
von oben auf die frei geführte Stoffbahn drückt und daß die Stoffbahn auf der größeren
Tragfläche des Förder- und Stützbandes aufliegen kann, wodurch die Stoffbahn bei
der Überführung von einem Förderer zum nächst tiefer liegenden Förderer nicht so
stark beansprucht wird, daß sie reißt bzw. beschädigt wird.
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Wie in Abb. -> der Zeichnung ersichtlich ist, kann das Förder- und
Stützband auch eine schräge Lage einnehmen. Das hat dann einen Vorteil, wenn infolge
baulicher Anordnungen die Förderbänder in einer solchen Entfernung voneinander angebracht
werden müssen, daß bei einer waagerechten Lage des Förder- und Stützbandes die Strecke
von diesem bis zum nächst tiefer liegenden Förderer sehr groß wird, so daß besonders
infolge der Schwere der Stoffbahn eine unvorteilhafte Zugspannung auftritt. Bei
der schrägen Lage des Förder- und Stützbandes ist dann eine vollständige Überbrückung
vom oberen bis zum nächst tiefer liegenden Förderer gegeben, so daß die Stoffbahn
auch hier nicht infolge ihrer Schwere reißen kann.
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Schließlich kann an Stelle des Förder- und Stützbandes auch eine Walze
mit entsprechend großer Tragfläche Verwendung finden, wenn die baulichen Anordnungen
des Trockners dieses zulassen.