DE72053C - Verfahren der Gerbung unter Anwendung von Kohlensäure und elektrischem Strom - Google Patents
Verfahren der Gerbung unter Anwendung von Kohlensäure und elektrischem StromInfo
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Classifications
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- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C15/00—Apparatus for chemical treatment or washing of hides, skins, or leather
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 28:
RBEREI.
Schon seit vielen Jahren hat man versucht, die Elektricität für die Gerberei von Fellen
und Häuten nutzbar zu machen, indem man in dem zu diesem Zweck verwendeten Tanninbad
eine Art elektrolytische Wirkung hervorrief. Diese Art der Anwendung des elektrischen
Stromes, welche meist in festliegenden Gruben ausgeführt wird, hat im Laufe der Zeit
mannigfache Abänderungen erfahren, welche sämmtlich den Zweck haben, in der in Behandlung
befindlichen Masse eine Bewegung hervorzurufen, welche die vereinigte Wirkung des Tanninbades dadurch beschleunigen soll,
dafs die Flüssigkeit des Bades an keinem Punkt in Ruhe bleibt. In dieser Weise sind die Apparate
von Worms & Bale (D. R. P. Nr. 41 5 16) und Groth eingerichtet. Bei ersterem Apparat
wird das Gerbebad von einem in Drehung versetzten Behälter gebildet, bei Apparaten der
zweiten Art dagegen von einem feststehenden Behälter, in welchem nur die eingesetzten Häute
in Drehbewegung versetzt werden.
Die in den beiden Arten von Apparaten ausgeführten Arbeitsweisen haben den Nachtheil,
dafs die an einer manchmal ziemlich raschen Drehbewegung theilnehmenden Häute sich mit
einander verwickeln und um einander legen, wodurch der Durchgang des Stromes durch
die Masse unregelmäfsig wird, was die zu vermeidenden Uebelstände nur noch vergröfsert.
Ueberdies erfolgt der Durchgang des Stromes durch die Flüssigkeit des Bades hindurch, was
die Anwendung von stärker gespannten Strömen zur Nothwendigkeit macht und die Kosten der
Ausführung dieser Verfahren nicht unwesentlich erhöht.
Vorliegende Erfindung ermöglicht, diese verschiedenen Uebelstände dadurch zu beseitigen,
dafs man wohl die Flüssigkeit in Bewegung setzt, die Häute dagegen ruhig hängen läfst,
wobei sämmtliche Fehler, welche bei Ausführung der weiter oben genannten Arbeitsweisen
sich herausstellten, vermieden werden.
Die vorliegende Erfindung besteht darin, dafs man durch das Tanninbad, in welchem
die Häute aufgehängt sind, gleichzeitig einen das Schwellen der Häute begünstigenden elektrischen
Strom und einen Kohlensäurestrom hindurchleitet. Dieser Kohlensäurestrom hält die Poren der Haut offen und macht letztere
gegen Zusammenziehen widerstandsfähig, während sich durch den elektrischen Strom in den geöffpeten
Poren Gase entwickeln, welche nach Angabe des Erfinders im wesentlichen aus Kohlensäure
und Kohlenoxyd bestehen. Die Haut selbst wird durch die in ihr sich entwickelnden Gase
aufgetrieben und geschwellt, so dafs das Tannin leichter in die aufgetriebenen Poren eindringen
kann und sich in ihnen schneller fixirt.
Zur Ausführung dieses combinirten Verfahrens werden die in einen mit Gerbflüssigkeit angefüllten
Bottich durch Einhängen eingetauchten Häute mit dem negativen Pol eines elektrischen
Stromes in Verbindung gesetzt, wobei die Temperatur des Bades durch einen durch dasselbe
hindurchgetriebenen Dampfstrahl constant erhalten wird; gleichzeitig mit dem elektrischen
Strom wird zu dem oben angegebenen Zweck ein Strom Kohlensäure hindurchgeprefst. Der
Gehalt der Flüssigkeit an Alkalien, Säuren und Gerbstoff wird je nach dem Fortschreiten in
der Behandlung durch abwechselnde Ab- und
Zuführung von Flüssigkeit allmälig verstärkt. Durch diese Behandlung wird es ermöglicht,
die Häute ohne jede andere Arbeit den verschiedenen Operationen der Gerberei zu unterwerfen, als da sind: Einsetzen der Häute,
Aufquellen, Behandeln in der Lohbrühe, »Beizen mit doppelter Lohe«, das Zubereiten
in der Grube u. a. m.
Bei dem neuen Verfahren findet aufserdem' ein beständiges Kreisen der Gerbflüssigkeit um
die ruhig hängenden Häute, sowie die Erneuerung der auf die Häute aufgebrachten Gerbbrühe statt, um die Polarisation an den
Elektroden zu verhindern und die Zersetzung und den Zerfall der stickstoffhaltigen, faulenden,
in den Hautporen eingeschlossenen Stoffe zu begünstigen, wodurch die Einwirkung des
Tannins auf das Leder rascher vor sich geht.
Dieses, combinirte Gerbverfahren ermöglicht es, eine Ochsenhaut in höchstens 250 Stunden,
eine Kuhhaut in höchstens 200 Stunden, ein Kälbfell in höchstens 120 Stunden und ein
Ziegen- oder Hammelfell in höchstens 80 Stunden in Leder zu verwandeln.
Fig. ι zeigt im Längsschnitt das Gerbbad A
mit Kreiselpumpe B, welche durch' das Bad Kohlensäuregas hindurchtreibt oder in demselben
die Flüssigkeit circuliren läfst.
Fig. 2 zeigt im Querschnitt eine Abänderung des Apparates, in dessen Gerbbad A1 die Circulation
der Flüssigkeit durch eine Schraube C unterhalten wird.
Die Häute werden so in das Gerbbad eingehängt, dafs sie vollständig eintauchen; schwere
Häute hängt man an den Seiten auf, wie Fig. ι zeigt, während man kleine Häute nach
Art der Fig. 2 aufhängt; in beiden Fällen werden die Häute mit der aus einer oder
mehreren Blei-, Kupfer- oder Kohlenplatten N gebildeten Kathode verbunden, welche Platten
an den Wänden des Bades befestigt und unter einander verbunden sind. Die Anode wird
durch eine oder mehrere Blei- oder Kohlenplatten P gebildet, welche entweder am Boden
oder an den Seitenwänden sich befinden. Das Kohlensäuregas wird mittelst der Pumpe B im
Rohr b angesaugt und durch das Rohr b1 gedrückt,
welches am Boden des Bottichs entlang geführt ist und in einem mit Löchern versehenen Korb endigt.
Die Circulation der Flüssigkeit wird durch dieselbe Pumpe hervorgerufen, wobei im
Rohr b} angesaugt und im Rohr b" gedrückt
wird, oder umgekehrt.
In Fig. 2 wird die Circulation der Flüssigkeit mittelst einer Schraube C hervorgerufen,
welche von einer Transmission beliebiger Art ihre Drehbewegung erhält.
Der elektrische Strom wird von einer Stromerzeugungsmaschine D oder'einer anderen Stromquelle
geliefert, welche man bei H durch bekannte Mittel regelt, um dann den Strom nach
den Elektroden zu senden. Die gereinigten abgehaarten Häute werden in den Bottich eingehängt
und verlassen ihn nach der erforderlichen Zeit vollständig lohgar.
Während der Bearbeitung der Häute unterbricht man die Circulation der Flüssigkeit sowie
das Hindurchleiten des elektrischen Stromes nicht. Sind die Häute richtig geschwellt, so
beginnt man mit der Einführung des Gerbstoffes, indem man von Zeit zu Zeit unter
Oeffnen des Hahnes R oder durch eine andere Einrichtung einen geringen Theil der erschöpften
Gerbbrühe ableitet, welche man durch neu im oberen Rohr L zugeleitete Gerbbrühe
ersetzt. Die Stärke des elektrischen Stromes wird so bestimmt, dafs sämmtlicher zugeführte Gerbstoff sich sofort an den Häuten
absetzt, indem er sich mit dem Leim verbindet, um die Häute in Leder zu verwandeln,
nachdem man die gesammte, von den Häuten aufzunehmende Gerbstoffmenge eingeleitet hat.
Man unterbricht dann die weitere Zuführung und Ableitung von Gerbstoff, fährt aber mit
der Durchleitung des elektrischen Stromes und der Flüssigkeitscirculation fort, bis sämmtliches
vorhandene Tannin von den Häuten aufgenommen ist, welche dann gründlich durchgegerbt
sind.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum schnellen Gerben von Häuten, gekennzeichnet durch die gemeinsame Anwendung eines auf die im Bade hängenden Häute wirkenden elektrischen Stromes zum schnellen Schwellen der Häute und eines durch das Bad hindurchgeleiteten Kohlensäurestromes, welcher unter gleichzeitiger Einwirkung auf die Häute die Poren in letzteren offen hält, wobei das Gerbebad auf einer constanten Temperatur von 25 bis 300C. gehalten und in lebhafter Bewegung erhalten wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE56948T |
Publications (1)
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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