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Vorrichtung zum Niederlassen von Lasten, insbesondere zur Rettung
von Personen aus Feuersgefahr Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zum Niederlassen von Lasten, insbesondere zur Rettung von Personen aus Feuersgefahr,
bestehenid aus einem .auf einem Rettungsseil geführten, mit Bremsvorrichtungen versehenen
und die Last tragenden Gleitstück.
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Eine bekannte Vorrichtung dieser Art ist mit Druckknaggen, Hebeln
zum Lösen dieser Knaggen und einer Handbremse versehen. Hängt sich nun eine Person
an den Haken dieser Vorrichtung, so klemmt ein Druckknaggen das Seil fest. Will
sich dann die Person an dem Seil herablassen, so zieht sie mit der einen Hand an
dem den Knaggen lösenden Hebel und drückt mit der anderen die Handbremse zusammen.
Zu diesem Zusammendrücken ist ein verhältnismäßig großer Kraftaufwand notwendig.
Außerdem wird die Handbremse -durch die Reibung zwischen den Bremskörpern und dem
Seil warm.
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Eine andere bekannte Vorrichtung dieser Ort besteht aus zwei gelenkig
miteinander verbundenen, mit Rollen versehenen Hebeln, zwischen denen das Rettungsseil
geführt wird, und einem am unteren Ende des einen Hebels drehbar angeordneten waagerechten
Hebel, an dessen einem Ende sich die zu rettende Person anhängt, während das andere
Ende die mit Rollen versehenen Hebel gegen das Seil drückt und so die Vorrichtung
abbremst. Bei dieser Vorrichtung wird die Abgleitgeschwindigkeit durch Zug an dem
bremsenden Hebelende geregelt, wozu jedoch ein erheblicher Kraftaufwand notwendig
ist.
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Dies soll gemäß der Erfindung dadurch vermieden werden, daß-in dem
Gleitstück ein drehbar gelagerter Bremshebel mit mindestens drei Durchführungsöffnungen
für das in Windungen durch den Hebel hindurchgeführte Rettungsseil, von denen zwei
an dem einen Ende des Bremshebels zu beiden Seiten von dessen Längsachse derart
angeordnet sind, daß bei dem infolge der Belastung des Gleitstücks erfolgenden Verschwenken
des Bremshebels nach oben das Rettungsseil abgeknickt wird, angebracht wird. Auch
kann der drehbar gelagerte Bremshebel an dem dem Handgriff gegenüberliegenden Ende
an beiden Seiten mit je einem Vorsprung versehen sein, der so angeordnet ist, daß
er in der oberen bzw. unteren Lage des Bremshebels das Seil gegen die Lochwandung
klemmt und so die Bremswirkung vergrößert. Außerdem kann an dem Gleitstück auf derselben
Welle wie der Bremshebel ein Bügel zum Tragen der Last drehbar gelagert sein, so
daß das Gleitstück
in jeder Richtung verwendbar ist. An dem Gleitstück
können ferner eine oder mehrere Blattfedern angeordnet sein, die so gegen entsprechend
abgerundete Flächen des Bremshebels anliegen, daß sie den Bremshebel in die Bremslage
zu verschwenken suchen. Die Vorrichtung kann außerdem dadurch vorteilhaft weitergebildet
werden, daß an dem Bremshebel zwei Keile an einem Ende drehbar gelagert sind, während
die freien Enden der Keile je in eines von den Löchern des Gleitstückes hineinragen,
so daß durch Verschwenken des Bremshebels aus seiner Mittellage jeweils einer der
Keile tiefer in das entsprechende Loch des Gleitstückes eintritt und das Seil festklemmt.
Endlich können in den Seildurchführungen des Gleitstückes Rollen oder Kugeln gegeneinander
versetzt angeordnet sein, die in zwei schalenförmigen, an einem Ende kegeligen Körpern
gelagert sind und durch Einschrauben einer mit einer entsprechend kegeligen Fläche
versehenen Mutter einander genähert werden können.
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Im Vergleich mit früher bekannten Anordnungen weist die neue Vorrichtung
folgende Vorteile auf Das Gleitstück wird von der anhängenden Last selbsttätig derart
gebremst, daß beim Gleiten des Gleitstückes längs des Seiles erst das Seil auf Grund
der Lasteinwirkung um den Bremshebel festgezögen wird und danach der Hebel durch
die Reibung zwischen Seil und Hebel in eine obere Lage verschwenkt wird, in welcher
das Seil abgeknickt und dadurch eine Bremswirkung ausgeübt wird. Die Kraft, mit
welcher eine Person den Handgriff nur zu drehen braucht, um den Bremshebel in eine
Lage zu bringen, in der ein Gleiten möglich ist, ist äußerst gering. Ein ariderer
Vorteil ist, daß der sich Abseilende selbst die Möglichkeit hat, die Gleitgeschwindigkeit
zu regeln, ohne Gefahr zu laufen, daß seine Hände Schäden ausgesetzt werden. Schließlich
hat eine ungenügende Kenntnis der Funktion der Anordnung nicht ein Herabrutschen
der Last gegen den Boden zur Folge, wodurch Todesfälle entstehen können, sondern
verursacht sofort nach Loslassen des Hebels ein Festklemmen des Gleitstückes an
dem Seile.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der neuen Vorrichtung
dargestellt. Abb. i zeigt eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels der Vorrichtung
teilweise im Schnitt; Abb.2 zeigt eine Vorderansicht desselben Ausführungsbeispiels,
jedoch mit dem Bremshebel in der Bremslage; Abb.3 zeigt einen Teil des Ausführungsbeispiels
nach Abb._i und 2; Abb. .I zeigt eine Abänderung des in Abb.3 gezeigten Teiles;
Abb. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht eines anderen Ausführungsbeispiels der
Vorrichtung; Abb.6 zeigt eine Einzelheit des Ausführungsbeispiels nach Abb. 5 und
Abb.7 zeigt desselbe Ausfübrungbeispiel wie Abb.5 von oben gesehen.
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Abb. i und 2 zeigen ein Gleitstück A, dessen obere und untere Seitenteile
2 bzw. 3 mit durchgehenden Löchern :1. bzw. 5 für ein Seil F versehen sind. In den
in Abb. 2 senkrecht dargestellten Seitenteilen 6 und 7 des Gleitstückes <=I sind
Löcher 8 bzw. 9 für eine Welle io vorgesehen. Auf dieser Welle io ist zwischen den
Seitenteilen 6 und 7 des Gleitstückes A I ein Bremshebel C drehbar gelagert. Dieser
Hebel C ist mit eirein Handgriff 1a und außerdem mit drei oder mehr Durchführungsöffnungen
13, 14, 1,5 versehen, die so angebracht sind, wie aus Abb. 3 hervorgeht.
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In dem in Abb. i bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Gleitstück
A weiter mit zwei Blattfedern 16 und 17 ausgerüstet. die an ihrem einen Ende
fest angebracht und an dem anderen Ende mit je eirein Einschnitt 1,9 bzw. ig versehen
sind. Diese Einschnitte umgreifen lose angezogene Schrauben, so daß diese Enden
der Blattfedern entsprechend der Länge des Einschnittes verschiebbar sind. Der Bremshebel
C ist finit zwei abgerundeten Flächen 2o und 2i versehen. Der Hebel C ist weiter
mit einem Vorsprung a2 (Abb. 3 und 5) versehen.
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Auf der Welle io ist, wie in Abb. i, und 5 veranschaulicht ist, ein
Bügel D drehbar angebracht. :'1n diesem Bügel ist ein Gürtel F o. dgl. festgemacht,
uni unter den Armen des sich Abseilenden oder in anderer Weise angebracht werden
zu können. Das Rettungsseil ist, wie in Abb. i veranschaulicht wird, derart durch
das Gleitstück und den Bremshebel geführt. daß es durch das Loch q. des Gleitstrickes
A eintritt, dann durch die Löcher 13, 14, 15 usw. des Hebels C in Windungen
läuft und schließlich durch das Loch 5 des Gleitstückes austritt. Die Ränder. der
Löcher 13, 1d., 15 sind zweckentsprechend abgerundet, und zwischen den Löchern
auf jeder Seitenhälfte ist der Hebel C eventuell mit abgerundeten Erhöhungen 2,9
(Abb. i und 5) versehen, über denen das Seil B läuft und die in gewissen Lagen (den
Mittellagen) des Hebels C das Knicken des Seiles ganz ausgleichen.
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Wenn das hier beschriebene Gleitstück in Verbindung mit z. B. einem
Rettungsseile benutzt werden wird, wird das Seil B an der Fensteröffnung, an dem
Balkon o. dgl, festgemacht,
wovon das Niederlassen vorgehen soll,
wobei das Gleitstück sich natürlich an dem oberen Ende des Seiles befinden muß.
Das Gleitstück wird an dem Seile steckenbleiben, weil der drehbare Hebel C, auch
wenn er unbelastet ist, infolge der Reibung des Seiles mit demselben und auch infolge
des Druckes der Blattfedern eine solche Lage, `vie in Abb. i mit gestrichelten Linien
angegeben ist, selbsttätig einnimmt, wodurch das Gleitstück gebremst wird. Wenn
jemand in dem Gürtel Platz nimmt, wird der drehbare Hebel C infolge, det durch das
Gewicht des sich Abseilenden vermehrten Reibung des Seiles mit demselben Hebel noch
fester in diese seine Bremslage gepreßt. Hierbei wird das Gleitstück vollständig
an dem Seile festgeklemmt, erstens dadurch, daß das Seil in dieser Lage des drehbaren
Hebels beim Eintreten in das Loch 15 und beim Austreten aus dem Loche
13 eine stark abgeknickte Bahn erhält, und zweitens dadurch, daß der Vorsprung
22 des Hebels an einem Punkte unmittelbar oberhalb des Loches 5 des Gleitstückes
A gegen das Seil klemmt, an welchem Punkte auch ein geringer Druck eine große Bremswirkung
leistet, wodurch das Gleiten verhindert wird. In dieser geschlossenen Lage verbleibt
das Gleitstück, bis ein manueller Eingriff gemacht wird. Das Herabgleiten beginnt
erst, wenn der sich Abseilende den Handgriff 12 faßt und diesen gegen die in Abb.
i mit ausgezogenen Linien angegebene Lage führt. Hierbei hört erstens die durch
den Vorsprung 22 gegen das Seil ausgeübte Klemmwirkung auf, und zweitens erhält
das Seil eine gleichmäßige runde Bahn (das Knicken des Seiles an den Löchern
13 und 15 wird ausgeglichen). Jetzt fängt das Gleitstück an, langsam nach
unten zu gleiten, wobei eine gewisse abgewägte Bremswirkung durch die Reibung des
Seiles mit dem Hebel C in und zwischen den Löchern 13, i4., 15 und auf der gerundeten
Erhöhung 25 desselben Hebels geleistet wird. Diese Bremswirkung kann während des
Herabseilens dadurch geregelt werden, daß der sich Abseilende den Handgriff 12 nach
oben oder nach unten von der in Abb. i mit vollgezogenen Linien gezeigten Lage führt,
wodurch das Seil eine mehr oder weniger abgeknickte Bahn erhält. - In der Regel
ist es für den in dem Gürtel Ruhenden am natürlichsten, den Handgriff 12 nach unten
zu drehen.
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Wenn der sich Abseilende aus dem einen oder anderen Grunde den Handgriff
12 loslassen würde, nimmt der Hebel C sogleich selbsttätig die in Abb.. i mit gestrichelten
Linien angegebene Bremslage ein, so daß das Herabgleiten aufhört und dann erst wieder
fortgesetzt werden kann, wenn der Handgriff i2 in eine geeignete Lage zurückgeführt
worden ist.
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In Abb. 4 wird ein etwas abgeändertes Ausführungsbeispiel des Bremshebels
C gezeigt. In diesem Falle ist der genannte Hebel nämlich auf jeder Seite mit einem
drehbar gelagerten Keile 3o bzw. 3 i versehen. Diese Keile sind so lang, daß sie,
welche Lage der Hebel C auch in dem Gleitstück A einnimmt, sich immer in den Löchern
q. und 5 befinden, in deren Wänden vorzugsweise Keilsteuernuten angeordnet sind.
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Gleichgültig, nach welcher Seite von der in A'bb. r mit ausgezogenen
Linien angegebenen Lage der Handgriff z2 auch verschwenkt wird, einer der Keile
30 oder 31 greift in das entsprechende Loch des Gleitstückes A tiefer ein als der
andere und klemmt dabei das Seil in dem Gleitstück fest.
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In Abb. 5 ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes gezeigt,
bei welcher die beiden Endstücke 2 bzw. 3 des Gleitstückes A etwas vergrößert und
mit Räumen versehen sind, in denen (Abb. 6 und 7) Rollen oder Kugeln 40 gegeneinander
versetzt angeordnet sind, die in zwei schalenförmigen, an einem Ende kegeligen Körpern
42 gelagert sind und durch Einschrauben einer mit einer entsprechend kegeligen Fläche
versehenen Mutter einander genähert werden können:. Wenn die Mutter in das Endstück
hineingeschraubt wird, drückt hierbei ihre kegelige Fläche gegen die kegeligen Flächen
der beiden schalenförmigen - Körper d.2, und bei fortgesetzter Drehung der Mutter
werden diese zusammengepreßt, wodurch eine Klemmwirkung auf das Seil ausgeübt wird.
Statt der Rollen können auch in einer ähnlichen Anordnung Kugeln vorgesehen werden.
Durch diese Ausführungsform der Erfindung kann eine sehr feine und leicht einsteilbare
Regelung der Gleitgeschwindigkeit des Gleitstückes erhalten werden.. Außer diesem
großen Vorteil bewirkt die Anordnung mit Rollen auch, daß die früher notwendige,
sehr große Reibung des Seiles mit der Seilklemme vermindert und das Seil vor zu
schneller Abnutzung geschützt werden kann, da es gemäß dieser Anordnung zu einem
großen Teil auf Rollen und Kugeln laufen kann.
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Das Gleitstück kann auch so ausgeführt werden, daß seine Wirkung vollständig
selbsttätig und von jeder manuellen Beeinflussung unabhängig wird. Dies geschieht
zweckmäßig dadurch, daß der Hebel C und der Bügel D in einem Stück ausgeführt oder
fest miteinander verbunden werden, wobei eine oder mehrere Feder bzw. Federn in
oder zwischen dem Gleitstück A und dem zusammengesetzten Gliede C, D in solcher
Weise
angebracht werden, daß, wenn das letztgenannte Glied infolge
des Gewichtes der abzuseilenden Last nach unten verschwenkt wird, die Bremswirkung
infolge der Reaktion der Federn dem Gewicht angepaßt wird. Dieselbe Wirkung kann
natürlich auch erreicht werden, ohne daß der Bügel D und der Hebel C miteinander
fest verbunden sind, wenn sie nur so angeordnet werden, daß die in dem Bügel wirkende
Last in geeigneter Weise eine Klemmwirkung auf das Seil ausfibt. Eventuell kann
dabei der Hebel C mit dem Gleitstück A fest verbunden sein. Auch nach der Anordnung
mit Rollen oder Kugeln kann eine selbsttätige Bremswirkung mit Hilfe von Federn
geschaffen werden.
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Es können auch in sehr kurzer Zeit mehrere Personen nacheinander ein
und dieselbe Anordnung nach der Erfindung benutzen. Sobald eine Person den Boden
erreicht hat, wird das Seil aufgeholt, gewendet und aufs neue an der Fensteröffnung
o. dgl. mit dem Ende angehakt, das sich vorher am Boden befand. Das Gleitstück,
das auf diese Weise gleichfalls umgedreht worden ist, kann dann von der nächsten
Person benutzt werden.
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Die Erfindung ist nicht auf die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern sie umschließt auch alle dem Durchschnittsfachmann naheliegenden
Abänderungen des Erfindungsgegenstandes. Das Gleitstück kann auch mit Vorteil in
Verbindung mit Tragseilen für Dach-und Turmarbeiten u. dgl. benutzt «erden.